Wednesday, June 18, 2014

Radwege können tödlich sein.

Jedenfalls dann, wenn dumme Autofahrer dazukommen. Es ist erschreckend, wie viele Autofahrer die elementarsten Verkehrsregeln nicht kennen. Zum Beispiel, dass Fußgänger und Radfahrer, die geradeaus weiterlaufen/-fahren, Vorfahrt haben, wenn das Auto nach links oder rechts in eine Seitenstraße abbiegt. Stattdessen scheint im Bewusstsein vieler Autofahrer verankert zu sein, dass die Straße nur ihnen gehört – und wer sie betritt oder kreuzt, gefälligst zu warten habe.

Heutiges Beispiel aus der Praxis: Statt dem Radfahrer die Vorfahrt zu lassen, bremst der Autofahrer in seinem angerosteten 2er-Golf scharf, kurbelt wütend die Seitenscheibe herunter und motzt den Radfahrer an, dass auch Radfahrer gefälligst ab und zu mal auf den Verkehr achten sollten. Und fühlt sich wahrscheinlich moralisch noch überlegen, weil er nicht auf seine – in Wirklichkeit nicht existierende – Vorfahrt bestanden, sondern Rücksicht auf die dummen Radfahrer genommen hat.

Konsequenz: Am besten fahren Radfahrer immer auf der Straße, wenn keine Radwegnutzungspflicht besteht, und werden somit im Bewusstsein der Autofahrer zum gleichwertigen, regulären Straßenbenutzer. Mit ausreichend Sicherheitsabstand zu parkenden Autos. Auch dort, wo es gut ausgebaute Radwege gibt. Damit behindert man den motorisierten Verkehrsfluss gerade auf engeren und vielbefahrenen Straßen ohne Überholmöglichkeiten zwar gewaltig und bremst die Autos stellenweise auf Fahrradgeschwindigkeit herunter, aber derartige Abbiegeunfälle werden vermieden. Das haben die Autofahrer dann davon.

PS. Fußgänger sind zwar weiter im Hintertreffen, da sie weiterhin vom abbiegenden Verkehr über den Haufen gefahren werden – doch Fußgänger haben wenigstens die Chance, noch anzuhalten, während Radfahrer schon über den Kotflügel fliegen.