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1943 beschrieb
der
Kinderpsychiater
Kanner eine
kindliche
Behinderung,
der er den
Namen
„frühkindlicher
Autismus“ gab.
„Autismus“ ist
ein Kunstwort
aus
griechischem
Stamm und
lateinischer
Endung und
bedeutet
übersetzt etwa
„Auf-sich-selbst-Bezogensein“.
In der Tat
steht beim
autistischen
Syndrom eine
schwerwiegende
Einschränkung
des Kontaktes
zu anderen
Menschen im
Vordergrund.
Hinzu kommen
eine
charakteristische
Störung der
Kommunikationsfähigkeit
und
-bereitschaft,
sowie eine
Einschränkung
der Phantasie.
Autistische
Kinder haben
große
Schwierigkeiten,
die Welt, in
der sie leben,
zu verstehen
und sich in
ihr
zurechtzufinden.
Der
frühkindliche
Autismus ist
eine
angeborene
Behinderung,
die nicht –
wie früher
angenommen –
durch die
Umwelt,
beispielsweise
in Form
bindungsunfähiger
Eltern,
ausgelöst
werden kann.
Die Ursachen
sind noch
nicht
eindeutig
geklärt, es
steht jedoch
fest, daß
mehrere
Ursachenfaktoren
zusammenwirken
müssen, damit
bei einem Kind
die Störung
auftritt.
Hierbei
spielen
vermutlich
erbliche
Dispositionen,
Schädigungen
des
Zentralnervensystems
und
biochemische
Veränderungen
eine
Rolle.
Allgemeinen
Schätzungen
zufolge tritt
der typische
Autismus bei 4
bis 5 von 10
000 Kindern
auf, wobei
Jungen etwa
viermal so
häufig
betroffen sind
wie
Mädchen.
Obwohl
Autismus in
vielen Fällen
mit geistiger
Behinderung
einhergeht –
KUSCH &
PETERMANN
zufolge sind
ca. 70% der
autistischen
Kinder nach
gängigen
Intelligenztests
als geistig
behindert
einzustufen
– kann der
Mangel an
intellektuellen
Fähigkeiten
nicht
ursächlich für
autistische
Verhaltensweisen
sein, denn es
gibt durchaus
durchschnittlich
intelligente
Autisten. Die
Ausprägung der
Intelligenz
beeinflußt
jedoch die
Ausprägung und
das
Vorhandensein
der einzelnen
Symptome.
Für den Laien
sind die
charakteristischen
Verhaltensweisen
eines
autistischen
Kindes nur
schwer
einfühlbar. Es
fällt nicht
leicht,
Erklärungen
für die
deutlich
abnormen
Reaktionen des
Kindes auf
zwischenmenschliche
Kontaktaufnahme
und
Kommunikationsversuche
zu finden.
Autismus
stellt sich
daher vielen
Menschen als
rätselhafte
Behinderung
dar, die
jedoch
wissenschaftlich
heute durch
Symptombeschreibungen
klar definiert
ist.
In dieser
Arbeit sollen
die
Symptomgruppen,
die zur
Diagnose des
frühkindlichen
Autismus
führen,
detailliert
aufgezeigt
werden. Dies
geschieht mit
dem Ziel, sich
in die Lebens-
und
Erfahrungswelt
eines
autistischen
Kindes besser
einfühlen zu
können. Ich
möchte
herausfinden,
wie ein
betroffenes
Kind seine
Umgebung
aufgrund
seiner
Behinderung
erlebt, wie es
fühlt und
denkt. Zum
einen ist
diese
Einfühlung in
den
autistischen
Zustand mir
persönlich
wichtig, da
auch ich
autistische
Verhaltensweisen
bisher für
schwer
durchschaubar
und nahezu
unerklärbar
hielt; zum
anderen bildet
meiner Meinung
nach die
genaue
Kenntnis des
autistischen
Zustands eine
unabdingbare
Voraussetzung
für einen
hilfreichen
Therapieansatz,
der ja
beispielsweise
ein
grundlegend
anderer wäre,
würde man
voraussetzen,
daß
autistische
Kinder sich
absichtlich,
aus freiem
Willen oder
aufgrund von
traumatischen
Ereignissen,
von der Welt
zurückziehen.
Weiß man
jedoch, daß
ein
autistisches
Kind einfach
keinen Zugang
zu seiner
personalen
Umgebung
findet, weil
es in seiner
Kommunikationsfähigkeit
so schwer
gestört ist,
daß es weder
Gesten noch
Worte
versteht,
erwächst aus
dieser
Erkenntnis
eine
entsprechende
therapeutische
Vorgehensweise.
Das Thema
Autismus wird
in der
Fachliteratur
ausführlich
bearbeitet und
erforscht, was
dazu führt,
daß ich bei
der
Bearbeitung
meiner
Fragestellung
weiterführende
Aspekte des
Autismus, etwa
eine
detaillierte
Darstellung
der
Therapiemöglichkeiten,
ausschließen
muß.
Aufgrund des
begrenzten
Umfangs einer
Seminararbeit
konzentrieren
sich meine
Ausführungen
auf den
klassischen
Kanner-Autismus.
Das
Asperger-Syndrom,
das sich
insbesondere
hinsichtlich
der
Intelligenz
der Kinder und
ihrer
Sprachfähigkeit
von ersterem
unterscheidet,
wird nicht
gesondert
betrachtet.
Des weiteren
beschränke ich
mich auf die
Symptomdarstellung
bei kleinen
Kindern; auf
die
Veränderungen
der Symptome
und auf die
Lebenssituation
autistischer
Erwachsener
wird nicht
eingegangen.
Aufgrund
meiner
Fragestellung
habe ich mich
zusätzlich zur
theoretischen
Literatur mit
Erfahrungsberichten
beschäftigt,
die zwar
keinen
wissenschaftlichen
Anspruch
haben, mir
aber dennoch
geholfen
haben, mich in
die Welt
autistischer
Kinder
hin-einzudenken.
Im folgenden
wird zunächst
die
Symptomatik
des
frühkindlichen
Autismus nach
dem DSM-III-R
(1989)
veranschaulicht.
Anschließend
werden
Probleme, die
autistische
Kinder mit der
Wahrnehmungsverarbeitung
haben,
gesondert
herausgearbeitet.
Im
reflektierenden
Schlußteil
soll
schließlich
auf der
Grundlage der
gewonnenen
Informationen
die Frage nach
der Lebens-
und
Erfahrungswelt
der
betroffenen
Kinder
zusammenfassend
beantwortet
werden.
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