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Im Laufe der
letzten
Jahrzehnte
haben sich die
soziologische
Funktion und
das
Selbstverständnis
junger Väter
gewandelt. Aus
dem „alten
Vater“ wurde
der „neue
Vater“.
War die Rolle
des „alten
Vaters“
gekennzeichnet
durch die
Nichtbeteiligung
der Männer an
der Erziehung,
Betreuung und
Pflege ihrer
Kinder, ist
der neue Vater
vielfältig
engagiert und
bemüht um
seine neue
Rolle. Zu
dieser
Entwicklung
kam es
folgendermaßen:
Seit dem
neunzehnten
Jahrhundert
oblag die
Erziehung der
Kinder
ausschließlich
der Frau,
während die
Rolle des
Vaters sich
bis in die
fünfziger
Jahre auf eine
Ernährerfunktion
beschränkte.
In den
sechziger
Jahren kam es
aber durch die
zunehmenden
beruflichen
Qualifikationen
der Frauen zu
einer
Reduzierung
der
ökonomischen
Abhängigkeit
vom Mann.
Väter wurden
daher immer
überflüssiger
und sozial
nahezu
funktionslos.
Auf diesen
Zustand
bezieht sich
der Begriff
der
„vaterlosen
Gesellschaft“
jener Jahre.
Für die Männer
folgte aus
diesen
Verhältnissen
eine tiefe
Verunsicherung
bezüglich
ihrer
Vaterrolle und
das Gefühl,
überflüssig zu
sein. Die
einzige
Möglichkeit,
die ihnen
blieb, war das
stärkere
Engagement
außerhalb der
Familie –
innerhalb
derer sie ja
nicht
gebraucht
wurden – im
Berufsleben,
worauf sie all
ihre Energie
und Zeit
verwendeten,
so dass sie
auch gar keine
Möglichkeit
mehr gehabt
hätten, sich
stärker am
Familienleben
zu beteiligen.
An diesem
Punkt setzte
schließlich
die
Frauenbewegung
an, indem sie
die bisherige
Aufgabenverteilung
von Mann und
Frau in Frage
stellte. Für
Frauen wurde
die
ökonomische
Unabhängigkeit
vom Mann immer
wichtiger und
sie waren
nicht mehr
bereit, eigene
Bedürfnisse
hinter jenen
des Mannes
zurück zu
stellen.
Spätestens zu
dieser Zeit
wurden die
Väter gänzlich
überflüssig,
nachdem sie
ihre Rolle als
Erzeuger
erfüllt
hatten. Sie
waren
gezwungen,
sich zu
verändern,
eine neue
Vaterrolle
einzunehmen:
der Typ des
„neuen Vaters“
entstand bzw.
befindet sich
noch immer in
der
Entstehung, da
die alte
Vaterrolle
noch zu tief
in der Psyche
des Mannes
verankert ist.
Eine neue
Vateridentität
muss erst
aufgebaut und
verinnerlicht
werden. Bis
dahin wird die
Rolle vieler
„neuer Väter“
noch mit
Unsicherheiten
verbunden
sein.
Was bedeutet
es, ein „neuer
Vater“ zu
sein?
Voraussetzung
ist zunächst
einmal, dass
Bindungen
zwischen
Eltern und
Kindern als
ausschließlich
sozial
determiniert
betrachtet
werden müssen;
weder Väter
noch Mütter
sind
biologisch
bevorzugte
Bindungspartner
des Kindes.
In der
familialen
Rollengestaltung
übernimmt der
„neue Vater“
nicht mehr nur
die
Ernährerfunktion,
sondern
beteiligt sich
an allen
Aufgaben
innerhalb der
Familie, wobei
die
Aufgabenverteilung
zwischen Mann
und Frau auf
situativer
Aushandlung
beruht.
Zu der neuen
Vaterrolle
gehört die
intensive,
liebevolle
Anteilnahme an
der Erziehung,
Betreuung und
Pflege der
Kinder, wobei
besonders die
Säuglingspflege
hierbei einen
neuen
Erfahrungsbereich
des Vaters
darstellt. In
diesem
Zusammenhang
wird natürlich
auch die
Bedeutung der
Vaterschaft
für den Vater
selbst
thematisiert.
Durch die
gleichberechtigte
Teilnahme von
Mutter und
Vater an
Kindesbelangen
gewinnen auch
einige ehemals
weibliche
Erfahrungsbereiche
der
Familienbildung
an Bedeutung
für den Mann:
im Zuge der
Umgestaltung
seiner Rolle
erlebt er nun
auch die Zeit
der
Schwangerschaft
intensiv mit,
bereitet sich
wie die Frau
durch
entsprechende
Kurse auf die
Geburt vor und
nimmt an der
Entbindung
teil.
Aus dieser
Situation
ergibt sich
die
Fragestellung
dieser Arbeit.
Der „neue
Vater“, der
bereit ist,
sich im
Übergang zur
Elternschaft
gemeinsam mit
seiner
Partnerin
schon vor der
Geburt mit
seiner
Beziehung zu
seinem Kind
auseinander zu
setzen, erlebt
die
Schwangerschaft
und Entbindung
seiner
Partnerin auf
eine emotional
intensive
Weise, die
den
„alten Vätern“
fremd war. Auf
den folgenden
Seiten soll
also der Frage
nachgegangen
werden, wie
ein „neuer
Vater“ den
Übergang zur
Elternschaft
durchlebt, wie
er dabei fühlt
und denkt.
Die
Darstellung
der
Erkenntnisse
beschränkt
sich dabei auf
die Zeit der
Schwangerschaft
und auf die
Geburt. Aus
Raumgründen
muss auf eine
Schilderung
der ersten
Zeit nach der
Geburt im
Erleben des
Vaters
verzichtet
werden, obwohl
auch diese zum
Übergang zur
Elternschaft
gehört.
Der erste Teil
des Kapitels 2
beschäftigt
sich mit der
Schwangerschaft.
Hierbei werden
zunächst
biologisch
bedingte
Unterschiede
im Erleben der
Schwangerschaft
zwischen Mann
und Frau
herausgearbeitet
(2.1.1); im
Anschluss
daran wird das
Schwangerschaftserleben
des werdenden
Vaters
differenziert
dargestellt
(2.1.2). Der
darauffolgende
Abschnitt geht
der Frage der
pränatalen
Beziehungsentwicklung
des werdenden
Vaters zu
seinem Kind
nach (2.1.3).
Anschließend
wird die
Paarbeziehung
während der
Schwangerschaft
untersucht
(2.1.4). Den
Abschluß der
Betrachtung
der
Schwangerschaftszeit
bildet die
Darlegung der
Bedeutung des
werdenden
Vaters in
dieser Zeit
für seine
schwangere
Partnerin und
für das
ungeborene
Kind (2.1.5).
Der zweite
Teil des
zweiten
Kapitels
behandelt das
männliche
Erleben der
Entbindung des
Kindes.
Den Abschluss
dieser Arbeit
bildet eine
kurze
Zusammenfassung
der Ergebnisse
bezüglich des
vorgeburtlichen
Engagements
der „neuen
Väter“.
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