Adieu, Desktop. Der langsame Abschied von der Arbeitsoberfläche?

12. Juni 2011

Dieser Tage erzeugte Microsoft gehörig Aufsehen mit der Vorstellung einer ersten Vorschau auf das kommende Windows-8-Betriebssystem. Das Aufsehenerregende dabei ist einerseits, dass die Touchscreentechnik samt Fingergesten nun (womöglich) auch auf dem Desktop-PC Einzug halten soll, andererseits – und das ist die eigentliche Sensation – verschwindet (womöglich) der eigentliche Desktop als Hauptebene des Systems.

Stattdessen rücken wie an einer Litfaßsäule Flächen in den Fokus, die dem Anwender Informationen oder Funktionen offerieren. Optisch und funktional also etwas in der Art, wie es der kommende Opera-Browser mit seiner Speed-Dial-Funktion in neu geöffneten („leeren“) Tabs macht.

Nun muss man Microsoft-Vorschauen stets mit Vorsicht genießen, die Vergangenheit hat gezeigt, dass viele hochtrabende und ambitionierte Ideen aus Entwicklerversionen am Ende dann doch wieder verworfen wurden und es nicht ins fertige Produkt geschafft haben. Auch ist anzunehmen, dass die gezeigten Features nur auf bestimmter Hardware aktiviert werden, der Desktop an sich auf „normalen“ Computern also bleibt, wie gehabt. Denn vor allem die Vorstellung, dass man mit den Händen senkrecht auf dem Schreibtisch-Monitor herumschmieren soll, wäre befremdend. Die Richtung hingegen ist klar, künftige Windowsversionen sollen universal auf diversen Gerätetypen lauffähig sein. Der klassische PC oder das Notebook sind nur noch eines von mehreren Anwendungsbeispielen, Maus und Tastatur werden deswegen aber natürlich nicht abgeschafft.


Bald nur noch Computergeschichte?
Icons auf dem Desktop

Vor allem dürfte auch der klassische Desktop nicht abgeschafft werden, jedoch immer mehr an Bedeutung verlieren. Diesen Bedeutungsverlust sieht man seit Windows XP: Waren Windows 95/98/2000 noch mit diversen Symbolen auf der Arbeitsfläche Standard, kamen XP, Vista und Windows 7 lediglich noch mit einem Papierkorb auf dem Desktop daher. Auch durch die Vorauswahl der Ordnerhierarchie (vorangelegte Order für Videos, Bilder usw.) versuchte man zunehmend, den Nutzern die „schlechte Angewohnheit“, erst einmal alles auf dem Desktop abzulegen, abzugewöhnen. Auch beim Mac wurde immer mehr versucht, den Desktop freizubekommen.

Diese Vorgehensweise hat man bei „Linux“ übernommen: Ein Ubuntu z.B. kommt in Sachen Arbeitsfläche absolut aufgeräumt daher, nicht mal den Mülleimer hat man als Symbol auf dem Desktop. Und auch hier findet man voreingestellte Ordner für Downloads, Mediendateien usw. im Dateimanager.

Dennoch: Die einzige systemübergreifende Konstante ist – der Desktop, mit seinen Programm- und Datei-Symbolen als primäre Zugriffsfläche für den Computer. Das Konzept des Desktops hält sich seit Jahren als praktisches und etabliertes Instrument der Dateiverwaltung auf allen gängigen Betriebssystemen und die meisten Nutzer machen regen Gebrauch hiervon – bislang. Windows 8 könnte das Konzept über den Haufen werfen, und bei Linux ist man sogar schon einen Schritt weiter.

Denn beim „Linuxdesktop“ scheint sich eine Entwicklung in Richtung eines desktoplosen Systems abzuzeichnen. Jedenfalls meinen und meinten Entwickler immer wieder, der Nutzer könne ohne den üblichen Desktop mit den darauf ablegbaren Dateien auskommen. So verzichtet das neue Gnome 3 völlig auf Symbole auf dem Desktop – die „Arbeitsoberfläche“ dient nur noch zur Anzeige eines Hintergrundbildes. Interessanterweise hat man jedoch das Verzeichnis „Desktop“ an sich nicht entfernt. Ubuntus „Unity“ hingegen hat die Desktop-Funktionalität beibehalten; in der Standardeinstellung befinden sich aber auch hier keine Icons auf der Arbeitsfläche.

Auch die ersten Versionen von KDE 4 versuchten, den klassischen Desktop abzuschaffen (nur die auch jetzt noch standardmäßig voreingestellten Ordneransichten ohne freie Positioniermöglichkeiten von Icons waren möglich), die heute wieder vorhandene Desktop-Ansicht kam optional erst später wieder hinzu. XFCE ging einen umgekehrten Weg: Lange Zeit bestand XFCE nur aus Panel und Fenstermanager. Erst seit Version 4 ließen sich Dateien auf dem Desktop ablegen. LXDE wiederum setzte von Beginn an auf den Desktop mit Dateien. Fenstermanager wie Fluxbox, IceWM oder Openbox ohne eigenes Dateimanagement haben sowieso keinen – wer hier einen Desktop will, muss basteln.

Nun stellt sich die Frage: ist der Weg von Gnome (oder evtl. dem künftigen Windows) wegweisend, den bisherigen Arbeits-PC auch funktional in etwas wie ein Handydisplay zu verwandeln – oder befindet man sich damit auf einem Irrweg? Die Daten sind ohnehin in der „Cloud“ oder dem USB-Stift. Braucht der Nutzer also überhaupt noch einen klassischen Desktop mit Dateien und Startern oder gibt es passablere Lösungen, die die Arbeitsfläche überflüssig machen?

Richtig ist, dass der Desktop während der PC-Nutzung die meiste Zeit verdeckt ist – vollständig oder teilweise mit den Fenstern der Programme, mit denen man eigentlich arbeitet. Den freien Desktop sieht man eigentlich nur direkt nach dem Einschalten. Für dieses Problem haben die verschiedenen Systeme den Desktop-anzeigen-Button erfunden. Dieser minimiert bekanntlich alle verdeckenden Fenster auf einmal und gibt die Sicht auf den Desktop frei. Doch ist das nicht nur eine Notlösung, ein Workaround für eine schlechte Designphilosophie? Es gibt eigentlich keinen Vorteil, den Desktop anzuzeigen, um an die darauf liegenden Dateien zu gelangen, anstatt einfach das Desktop-Verzeichnis im Dateimanager aufzurufen. Letzteres macht nur niemand. Sollte man die Nutzer also zu ihrem Glück zwingen, wie es Gnome nun versucht?

Ein weiterer Punkt ist, dass ein Desktop tatsächlich schnell „zumüllt“. Wird er ständig zum „Parken“ zwecks Späterbearbeitens von Dateien genutzt, geht die ursprüngliche Übersicht schnell verloren, bestimmte Dateien lassen sich auf einem vollen Desktop dann schlechter wiederfinden als etwa im Dateimanager. Allerdings muss bedacht werden, dass auch ein alternatives Verzeichnis, das man anstelle des Desktops zum Sammeln von aktuellen Dateien nutzen würde, ebenso schnell anwachsen und unübersichtlich werden würde. Features wie Listen „zuletzt benutzter Dateien“ verdecken das Problem ebenfalls nur. Der Desktop erinnert einen quasi ans Aufräumen, erzwingt es sogar, wenn die Übersichtlichkeit nicht völlig verlorengehen und die Arbeitsfläche überlaufen soll. Ein schlichtes Verzeichnis, das anstelle des Desktops zur temporären Dateiablage genutzt wird, füllt sich deutlich unauffälliger.

Ordner und Dateien bilden einen Smiley

Der einzige wirkliche Vorteil, den der klassische Desktop bietet, ist das freie Positionieren von Dateien auf der gesamten Bildschirmfläche. Manchmal ist es einfach praktisch, Dateien in Grüppchen zusammenschieben zu können während des Arbeitens oder Sortierens. Der Windows-Desktop bietet dies, auch der KDE-Desktop und das bisherige Gnome 2. Die LXDE-Arbeitsfläche wird es demnächst können, bei XFCE lassen sich die Desktopsymbole hingegen nur grob gerastert verschieben. Doch auch hier kommt wieder ein Aber: Auch einige Dateimanager ermöglichen das freie Positionieren, z.B. Nautilus und der Windows-Explorer. Dolphin, Thunar und PcmanFM können es hingegen nicht, hier ist der Desktop die einzige Möglichkeit zum Dateienjonglieren.

Davon abgesehen bleibt für den Desktop noch der Vorteil, dass man seine aktuell zu bearbeitenden Dateien auf den ersten Blick bei Hochfahren des Rechners sieht (falls man nicht mit Sitzungen arbeitet) – oder eben auch nicht, wenn zu viele davon den Desktop verstopfen. Unterm Strich spricht für das Vorhandensein der Dateimanagementfunktionen auf dem Desktop also nichts wirklich Überzeugendes, es gibt keinen Punkt, den der Dateimanager nicht auch zufriedenstellend übernehmen könnte. Sind Icons auf dem Desktop also wirklich nur eine schlechte Angewohnheit? Jeder kann es selbst ausprobieren: Entweder gleich Gnome 3 nutzen – oder die Desktopsymbole bei KDE, XFCE, Windows usw. einfach testweise einmal abschalten. Und beobachten, ob und wie sich die eigene Arbeitsweise verändert.


aus der Kategorie: / Tratsch /

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Kommentare

Das basiert halt auf wissenschaftlicher Forschung im Bereich Interaction Design der letzten Jahre. Maßgeblich:

http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?tid=11154&ttype=2

“Beyond the Desktop Metaphor – Designing Integrated Digital Work Environments”

— bleistift · 12. Juni 2011, 15:06

“Auch beim Mac wurde immer mehr versucht, den Desktop freizubekommen.”

Das ist schlicht falsch. Apple hat gerade erst angekündigt, dass man das Mac OS ans iOS angleichen möchte. Und das iphone, ipod und ipad Betriebssystem hat ja schließlich (fast) nur noch den Desktop. Installiert man etwas, dann wird direkt ein Symbol auf dem Desktop erzeugt.

— · 12. Juni 2011, 15:10

Auf einem Schreibtisch, auf dem kreativ gearbeitet wird, herrscht nur selten perfekte Ordnung. Ein Desktop von einem Rechner, an dem ich ernsthaft arbeite, sieht genau so aus.

Und das ist auch gut so. Der unbeteiligte Beobachter sieht vermutlich nur Chaos, aber ich weiß, wo die Sachen liegen und nach welcher Logik sie sortiert sind.

Auf Windows taugt der Desktop in der Tat weniger gut – mit den von Programmen ungefragt dort platzierten Links und der per default fehlenden Möglichkeit, mal eben auf eine neue fensterlose Arbeitsfläche zu wechseln. Mit meinem Linux-Desktop war ich vor der aktuellen Reform-Welle aber immer sehr zufrieden. Ubuntu mit Unity ist eigentlich auch noch ganz ok, speziell wenn man es mit Gnome 3 vergleicht – aber wer weiß, wie lange das angesichts der aktuellen “Usability”-Trends so bleibt.

— · 12. Juni 2011, 15:32

Ich benutze kein Gnome3 oder Unity, aber auch bei mir ging der Trend schon vor Jahren und ohne Einfluss von den aktuellen Entwicklungen zu einem Betriebssystem ohne Desktop. Dieses Archlinux-XFCE-System hat so bereits (mit marginalen Änderungen) seit einigen Jahren Bestand: http://bit.ly/l4uexT

Sieht optisch, wie ich finde, gut aus und ist dank XFCE4 definitiv deutlich flotter als Unity und Gnome3.

nennenswertes · 12. Juni 2011, 16:11

Ich habe schon vor 10 Jahren Menschen nicht verstanden, die alles Mögliche am Desktop (von Windows XP) ablegen. Ich habe sofort Etliches, wie Arbeitsplatz, Netzwerkumgebung gelöscht. Am Windows-Desktop liegen bei mir nur Programme, die ich häufig brauche, weil mir Start – Programme – … – … zu blöd ist.

Am Linux-Desktop durften sich seit jeher nur externe Datenträgerpartitionen bei Bedarf bemerkbar machen, nun mit Unity ist auch das Geschichte, weil ohnehin im Sideboard. Und Programme starten geht mit Super-a und ein paar Buchstaben blitzschnell, egal wo sie sich zu verstecken versuchen.

Wenn ich Dateien kurz mal ablege, dann unter /tmp oder im Homeverzeichnis. Alles, was länger benötigt wird, kommt gleich ins richtige Verzeichnis.

Ich weiß nicht, vielleicht liegt das daran, dass meine Computergeschichte mit Terminals am Mainframe begann, bevor kurz danach wenige PCs mit DOS zur Verfügung standen. Da gabs keine andere Möglichkeit, als Ordnung im Dateisystem zu halten. Jede Dateiliste, die länger war als der Bildschirm hoch, war ineffizient. Auch heute noch kann ich eine Liste im Nautlus-Fenster, also etwa 35 Dateien, auf den ersten Blick erfassen. Ikonen, womöglich mit Vorschaubildern – bäääh! :-)

— Gerald · 12. Juni 2011, 17:36

Bisher habe ich nie wirklich intensiv den Desktop genutzt. Nur als temporäre Ablagefläche, die aber meistens leer ist. Alle Dateien befinden sich in einer durchdachten Hierachie, für bestimmte Dateitypen gibt es nochmal Extra-Anwendungen, die das verwalten. Wenn ich eine Aufgabe mal kurz unterbrechen muss, um irgendwas anderes zu machen, dann gibt es die Arbeitsflächen. Warum man seinen Desktop zumüllen sollte ist mir völlig schleierhaft.
Bei (unerfahrenen) Windows-Usern sieht man ja wie gut das Desktop-Konzept funktioniert. Alles wird auf den Desktop geworfen, Anwendungen platzieren ihre Starter darauf und entfernen sie manchmal nicht mehr, wenn sie deinstalliert wurden. Folglich findet man natürlich nichts.
Unity gefällt mir da besser, am Launcher hat man das, was man ständig braucht, und für den Rest gibts die Suche. Mit Compiz lassen sich die Fenster effizient verwalten (das gleiche lässt sich auch mit GNOME Classic + GNOME Do erreichen). Und bin zufrieden damit und freue mich, das solche Konzepte jetzt auch per Default Einzug halten.

FERNmann · 12. Juni 2011, 17:54

Ich verwende Fluxbox und kann nur sagen: Ordner auf dem Desktop sind das letzte, was ich vermissen würde: Wenn man eine halbwegs vernünftige Ordnerstruktur hat ist das völlig überflüssig und würde mich nur nerven.

Ansonsten, was Desktops angeht: Meine Prognose ist ja, das XFCE den Platz von GNOME2 und LXDE den von XFCE einnehmen wird.

Florian · 12. Juni 2011, 18:22

Sehr interessant, danke! Ich beobachte die Entwicklung von Gnome3 und Unity von meinem neuen Xfce-Desktop aus mit Besorgnis. Bin so jemand, der alle möglichen Dateien auf dem Desktop ablegt und ihn langsam zumüllt. Wüsste auch gar nicht, wie ich ohne einen Desktop auskommen sollte…

Irgendwie wird der Desktop als unnötig hingestellt, aber keine wirkliche Alternative angeboten (was ja auch nicht trivial wäre). Einen Ordner im Dateimanager finde ich da nur bedingt geeignet. Vielleicht eher sowas wie das Stack-Applet von AWN, daran muss man sich aber auch erst gewöhnen…

— PhotonX · 12. Juni 2011, 18:41

Interessanten Artikel hast du da geschrieben. Vor allem deshalb, weil ich schon seit längerem ein Programm mit dem Namen “Litfass” plane mit dem der Desktop zu neuem Leben erweckt werden kann.

Ob man den Desktop aufgeräumt haben will oder ihn mit Icons zumüllt, ist Geschmackssache. Ich finde allerdings das Icon-Konzept zu beschränkt. Die Windows 8 Idee mit den Kacheln (Tiles) gefällt mir gut, ist aber auch nur die halbe Miete. Ich kann mir den Desktop sehr gut als Info-Zentrale (wie bei einigen Smartphones) vorstellen. Darauf könnte ich mir verschiedene Elemente vorstellen: das klassische Icon, eine Kachel die mehr Infos als ein Icon enthält (letzte Dateien, Wetter, Börse, Email-Inbox usw.) und grössere Kacheln die ganze oder Teile von Webpages aufnehmen können, z.B. für Nachrichten, Feeds usw.

Ein solch flexibles Konzept hätte einen Mehrwert als Info-Übersicht die ich direkt beim Starten sehe bzw. über Super+D jederzeit anzeigen kann.

Ein paar Icons und das Hintergrundbild alleine sind zu wenig für den Desktop.

— rhersel · 12. Juni 2011, 19:47

Bei mir liegen keine Dateien oder Programmstarter wild auf den Desktop herum. Das war vor langer Zeit bei WinXP mal der Fall aber das gefiel mir einfach nicht.

Seit KDE 4 bin ich an folgenden Punkt:

Der Desktop ist für ca. vier Widgets da, die Funktionen oder Infos bereitstellen, die ich nebenbei brauche und ich nicht extra irgendwie aufrufen möchte. Unten links ist ein Taschenrechner. Oben links liegt der Wurzelordner meines momentanen Projektes in ner Ordneransicht, Oben recht gibts zur kurzen Unterhaltung zwischendurch die Comics von “Shit happens” und “nicht lustig”. Und nach unten rechts guck ich, wenn ich das Wetter wissen will.

Meinen Datenordner habe ich mit einem Klick offen und Programme öffne ich allermeistens mit dem krunner und 2-3 Anfangsbuchstaben des Programmes.

— Markus · 12. Juni 2011, 19:58

“Auch beim Mac wurde immer mehr versucht, den Desktop freizubekommen.” Das ist schlicht falsch. Apple hat gerade erst angekündigt, dass man das Mac OS ans iOS angleichen möchte.

Deswegen steht dort auch “wurde”, nicht “wird”. Gemeint war vor allem die vor einiger Zeit eingeführte “Stapelfunktion” im Dock, die z.B. heruntergeladene Dateien über das Dock zugänglich machte, statt über den Desktop.

Pinguinzubehör · 12. Juni 2011, 23:41

Nun ja viele Reden vom Abschied von der Arbeitsoberfläche Desktop. Nur was denn danach kommen soll wird auch in diesen Beitrag nicht richtig Erklärt ?
Ein Dock kann kaum ein Desktop Ersetzen, zumindest für den der mit seinem System auch Arbeitet.
Wer nur Youtube, Twitter , Facebook und ein paar Spiele am Rechner nutzt braucht sicher kein Desktop, eventuell auch gar keinen ernsthaften Rechner.

— Mika B. · 13. Juni 2011, 00:11

Also ich halte meinen Desktop sauber, zumindst unter Linux. Unter Windows finde ich den Desktop als Programmstarter recht praktisch. Allerdings auch nur weil mir einen gelungene Windows Alternative zu docky fehlt, welches ich unter Ubuntu einsetze, um Programme zu starten. Dadurch bleibt der Desktop sauber. Dateien lege ich generell nicht auf dem Desktop ab. Dafür gibt es den /home Ordner ;).

— oromis · 13. Juni 2011, 14:06

Also auf meinem Desktop stapeln sich statt Desktopsymbolen eher diese lustigen Haftnotizen :D In gelb, in grün, in blau, in orange … mit irgendwelchen Adressen, Sonderzeichen, die man häufig braucht, wichtigen Pfaden, Sachen, die man sich merken muss, etc :D
Und sonst eben der Inhalt des /home-Verzeichnisses (nur die Ordner werden angezeigt) und der Spiele-Ordner.

— BajK · 13. Juni 2011, 14:25

Grundsätzlich kann man sich nur freuen, wenn die Desktop-Metapher langsam stirbt.
Die Ideen die Microsoft hat sind ziemlich gut muss ich sagen. Gefallen mir deutlich besser als was aus der Apple-Ecke kommt.

Marco · 13. Juni 2011, 14:49

Ich glaube noch nicht, dass Windows 8 wirklich ohne Desktop auf den Markt kommt. Man muss hier bedenken: Das große Geld verdient MS bei Firmen, die typischerweise mehrere 100 – >1000 Rechner rumstehen haben. In nicht wenigen Fällen sind die Dinger nicht mehr besonders neu. Neue OS-Versionen müssen folglich auch auf älterer Hardware laufen. Nicht zuletzt deshalb war (das relativ Ressourcen-fressende) Vista ein Flop.

Außerdem wissen (erfolgreiche ;-) ) IT-Abteilungen, was sie ihren unbedarften Nutzern an Neuerungen zumuten können. Wenn also so eine nicht-IT-Firma oder Behörde den Desktop abschafft, wird die Produktivität vieler Mitarbeiter erst mal in den Keller gehen. Dann aber werden die Unternehmen kein Win 8 kaufen. Vielleicht an dieser Stelle die Notiz, dass die Stadt München in ihren Schulen endlich (2011!) Win XP ausrollt…

Ich denke eher, dass die desktoplose Win 8 – Oberfläche optional sein wird – im Hinblick auf den Tablet-Markt. Zumindest bis Vista kann man ja auch immer noch das schmucklose Win ’98 – Design reaktivieren – damit niemand von irgendwelchen Änderungen überfordert ist ;-)

— kdefreund · 13. Juni 2011, 21:07

Mir ist wurscht, was irgendwelche Entwickler wollen. Die fragen ohnehin die User fast nie um deren Meinung. Die “aufgeräumte” Oberfläche bei Ubuntu ist genauso ein Quatsch wie daß Gnome nicht mehr Gnome heißen darf und allerlei Spitznamen bekommen hat wie “Ubuntu User Edition” oder neuerdings “Ubuntu Classic”. Bisher konnte man sich mit dem Mint-Repo und “MintDesktop” die Icons auf die Oberfläche zurückholen. Seit Mint 11 aber aus “MintDesktop” ein Ding ohne Gebrauchswert gemacht hat, geht das so nicht mehr. FKK ist ja ganz nett, aber doch nicht beim Desktop!…

— xpenguin · 22. August 2011, 07:42

Auf meinem Desktop sind folgende Icons: Rechner, Persönlicher Ordner, Terminal, Müll, und eingehängte Datenträger.
Einzige was ich davon brauche ist das Terminal, wenn ich mal keine lust habe ALT+F2 zu drücken und gnome-t einzugeben.

Ich habe sonst alles woran ich arbeite direkt in passende Ordner einsortiert.

Ein riesiges Problem habe ich jedoch generell mit den neuen Desktops: Unity kam mir irgendwie ziemlich lahm vor. Zudem hatte ich das Gefühl, auch wenn es platzsparender sein sollte, auf meinem Netbook doch viel Platz gebraucht hat. (Ubuntu 11.04 ein paar Wochen nach Veröffentlichung).

Bei Gnome3 konnte ich, wenn ich mit der Maus links oben in die Ecke fahre, nicht das komplette Menü sehen dank 10” Netbook. So fehlten nach einer Zeit komplett die favorisierten Anwendungen und die zuletzt genutzten Dokumente dank der zuletzt verwendeten Programme usw. (So ungefähr, ich konnte also irgendwann nicht mehr richtig damit arbeiten). Zur Zeit benutzte ich noch gnome2 (Gentoo packet: gnome-light).

Ich hoffe, dass Desktops in der Form wie gnome2 und Konsorten bleibt, also mit der einfachen Struktur: Anwendungen, Orte, ein paar quickstart-icons und das war es. So etwas wie zuletzt Verwendete Dateien brauche ich persönlich überhaupt nicht.

Ich werde jedoch gnome3 noch einmal testen besonders im Bezug auf Performance.

— Nesc · 22. September 2011, 23:48

Icons auf dem Desktop, wer hat das eigentlich erfunden? Commodore? Auf einem System, wo i.d.R. nur 1-2 Fenster offen sind, ist das vielleicht brauchbar, aber auf einem modernen PC werde ich das nicht vermissen. Diese Icons sind doch immer dann verdeckt, wenn man sie braucht. Eine Ausnahme stellt der OLVWM dar. Dort lassen sich offene Fenster zu Icons minimieren, aber diese Icons können auch im Vordergrund sein. Das ist manchmal praktischer als das Einrollen von Fenstern, v.a. wenn maximierte Fenster im Spiel sind. Leider wurde das Konzept nicht wirklich weiterverfolgt. ROXdesktop macht es zwar ähnlich, aber dort sind die Icons zwingend im Hintergrund und somit wieder andauernd verdeckt.

Zu dem Vorteil, Icons frei positionieren zu können: Das geht aber nur dann, wenn die Dateien unterschiedliche Namen haben. Wenn ich eine Datei “foo” vom Dateimanager in die rechte untere Bildschirmecke schieben will, um zu gruppieren oder zu sortieren, und links liegt schon ein “foo”, dann geht das eben schief. Deshalb eignet sich der Desktop für diese Aufgabe nicht wirklich.

— dc2 · 28. Februar 2012, 23:17

Was soll das

der desktop konnte alle verzeichnissherarchien 3 dimensional wiedergeben. Verzeichnisse und Unterverzeichnisse waren sofort auszumachem. jetzt hat man dafür einen leeren desktop und eine Programmleiste die man scrollen muss und die ist nur eindimensional. hier hat man zwei schritte rückwärts gemacht. also alles zu mint linux.

didi · 3. Juli 2016, 11:53

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