Eine Woche KDE: Gar nicht mal so übel

14. Juni 2011

Nachdem Gnome 3 nun einen abgefahrenen und desktoplosen Weg eingeschlagen hat, XFCE irgendwie nicht fertig wird und LXDE noch nicht ganz soweit ist, ist KDE 4 derzeit die einzige aktuelle Oberfläche, die einen vernünftigen Desktop für Linux anbietet. Die Gelegenheit, mal wieder einen genaueren Blick auf den Drachen-Desktop zu werfen.

Ich nehme dazu ein frisch installiertes KDE aus Debian stable, KDE 4.4, um ein erprobtes sowie nicht überwiegend distributionsangepasstes KDE testen zu können und versuche, es nach meinen Vorstellungen einzurichten.

Das Standard-Theme „Oxygen“ ist elegant, unaufdringlich, praktikabel. Besonders die Oxygen-Fensterdekoration hat es mir angetan, sehr elegant, schlicht-modern, nichts Klobiges. Leider ist sie für’s praktische Arbeiten mit vielen Fenstern zu unauffällig. Es besteht zwar die Möglichkeit, die aktive Leiste mit einer prägnanten Farbe zu versehen, doch leider nicht durchgehend. Die Titelbeschriftung bleibt dabei unausgefüllt, was wiederum gar nicht elegant, sondern unruhig wirkt. Nun gut, nimmt man halt stattdessen die KDE2-Fensterdeko. Schade ist, dass sich KDE in der Grundeinstellung nicht traut, wenigstens ein wenig „Farbe zu zeigen“.


gräuliches KDE: je nach Sichtweise langweilig oder elegant

Alles ist grau in grau. Wären da nicht die farbintensiven Symbole, KDE sähe sehr trist aus. (Natürlich, jede einzelne Farbnuance lässt sich vom Nutzer individuell einstellen. Aber wer will das schon?). Bleibt man bei den Voreinstellungen, arbeitet man in einer mehrheitlich grauen Umgebung. Mir gefällt’s, der Gesamteindruck stimmt trotzdem.

Doch wo verflixt konnte man noch mal eigene Tastenkürzel anlegen? In den „Systemsettings“ finde ich sie (wieder mal) nicht, suche mich eine Viertelstunde durch die verschiedenen Punkte, im normalen Bereich, im Advanced-Bereich, in globalen Tastenkürzeln und diversen Dropdownlisten, bis mir einfällt, dass sich diese Funktion ja wie bei Windows im Menüeditor (Rechtsklick auf das K-Symbol) versteckt. Später finde ich sie eher zufällig dann doch noch in den Systemeinstellungen, wo ich sie zuvor übersehen hatte. Warum nur gibt es eigentlich 2 Einträge mit Tastatur-Symbol?

Die Einrichtung der „Taskleiste“ ist auch immer noch verquer. Einfach mal einen Starter verschieben? Geht nicht. Erst die Leiste entsperren, dann die „Nuss“ aktivieren (das geht einem echt auf die …), dann erst das Symbol anfassen dürfen, neupositionieren, wieder auf die Nuss klicken und zu guter letzt wieder alles sperren (denn man will die Nuss ja nicht permanent in der Leiste hocken haben, sodass bei jedem versehentlichen Klick in die untere rechte Ecke erstmal der Einstellungsdialog über den Desktop rauscht).

Eine Ordner-Ansicht mit selbstdefinierten Ordnern? In der Leiste nicht möglich, nur im Startmenü über die Dolphin-Lesezeichenfunktion – und hier verkrampft man, da man ständig mit der Maus wild durch die Gegend schlenkern muss. Die nicht benötigten Einträge des K-Menüs auszublenden oder die Orte nach ganz links in der Auswahl zu verfrachten – das geht nicht. Ärgerlich auch, dass man ausgerechnet keine Ordner zu den Favoriten hinzufügen kann, nur Programme. Allein ein Workaround funktioniert, um häufige Ordner direkt zu erreichen: Verzeichnis-Links zusätzlich über den Menüeditor anlegen und dann in die Favoritenliste aufnehmen. Überflüssige Orte-Einträge in der Dolphin-Leiste lassen sich unsichtbar machen, in der Orte-Spalte des K-Menüs geht das nicht. Bleibt also nur, ein zusätzliches Applet in die Leiste zu legen, die „Ordneransicht“, und mit symbolischen Links entsprechend zu bestücken.

An einer Liste von immer wieder benötigten Dateien scheitert KDE allerdings. Zwar gibt es die Ansicht „Verlauf“, mit den häufigst benutzten, aber diese ist nicht manuell erweiterbar, eine Alternative wird nicht angeboten. Bleibt nur der Workaround, einen Ordner mit Verknüpfungen zu füllen.

Erst wollte ich auch schreiben, dass noch immer die Möglichkeit fehlt, auf einfachem Wege individuelle Hintergründe für das Panel einzustellen. Doch es gibt sie, allerdings nicht direkt bei der Panel-Konfiguration und auch nicht bei den globalen Systemeinstellungen im Bereich „Erscheinungsbild“. Nein, unter Erweitert, Arbeitsflächen-Design-Details hat man die Funktion regelrecht versteckt. Glücklich, die Option doch noch gefunden zu haben, muss ich ernüchtert feststellen, dass die Funktion nicht funktioniert.

Generell ist die Einteilung in einen normalen und einen erweiterten Bereich bei den Einstellungen ausgesprochen unglücklich; weshalb thematisch zusammengehörende Einstellungen zusätzlich zu der Einteilung in Unterpunkte und Tabs auch noch auf verschiedene Einstellungspunkte verteilt werden (schlimmstes Beispiel: zum Anpassen der Desktop-Optik muss man sich die Einstellungen unter den Punkten „Allgemein – Arbeitsfläche, Allgemein – Erscheinungsbild und Erweitert – Arbeitsflächen-Design-Details“ zusammensuchen), ist nicht nachvollziehbar.

Im genannten Beispiel kommt man so auf 3 Einstellungsfenster mit 13 Unterpunkten und insgesamt 15 Registerkarten – und selbst dann gibt’s allerorten noch „Erweitert“-Buttons, die wiederum neue Ebenen herbeizaubern. Im Ergebnis kommt man so auf etwa 25 Ebenen, die man auf der Suche nach einem bestimmten Eintrag durchforsten muss. Ein regelrechter Irrgarten. Selbst nach nur kurzer Zeit kann man sich nicht mehr auf Anhieb erinnern, wo sich welche Funktion versteckte – und die Suche beginnt von vorn. Das ist die Schattenseite des Versuchs, dem Nutzer jede nur erdenkliche Funktion über einen Mausklick zugänglich zu machen. Denn in Konfigurationsdateien oder endlosen Listen, Conf-Tools oder Ähnlichem muss man als KDE-Nutzer nicht wühlen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen.

Auch mit der Stabilität von Plasma scheint es nach wie vor immer noch Probleme zu geben. Beim Ausloggen stürzte Plasma genauso gerne ab wie beim Ändern der Desktopeinstellungen. War als Theme der GTK-Stil eingestellt, lud Plasma gar nicht erst beim Einloggen. Für einen Teil-Crash sorgte auch der Nepomuk-Dienst:

Nach Bestätigen dieser Fehlermeldung war der Prozess zwar weg, mit ihm allerdings auch das komplette Panel – und kam nicht mehr wieder. Merkwürdig verhielt sich zunächst auch Dolphin: der KDE-Dateimanager konnte zunächst keine Dateien löschen, meldete, die Speicherkapazität des Mülleimers sei überschritten – obwohl dieser leer war. Erst das Deaktivieren der „Füllstandswarnung“ schaffte Abhilfe.

Die Geschwindigkeiten z.B. eines XFCEs oder gar Gnomes erreicht KDE nicht. Der Desktop selbst lädt relativ lange (und auch das Ausloggen dauert merkwürdigerweise eine kleine Ewigkeit). Ist er einmal da, reagiert er jedoch sehr flüssig, vor allem das Dateimanagement rennt. Dolphin arbeitet trotz seiner vielen Funktionen überraschend schnell, vergleicht man ihn etwa mit dem schwerfälligen Nautilus oder dem ebenfalls flotten Thunar.

Beim Dateimanagement irritieren jedoch die KDE-typischen Plus-Zeichen, die beim Überfahren der Dateien mit der Maus erscheinen und dem selektiven Markieren dienen. Was als Erleichterung gedacht ist, entpuppt sich als störend, da man ungewollt eine Datei oft nur markiert, statt sie zu aktivieren – die Klickfläche verkleinert sich, was sich vor allem auf dem Desktop bemerkbar macht.

KDE bietet wie eh und je ein Höchstmaß an Funktionen und Konfigurationsmöglichkeiten, hat dabei aber noch immer ein Usability-Problem. KDE schafft es einfach nicht, den Featurereichtum auch übersichtlich zu gestalten, das Feintuning ist umständlich und dauert einfach zu lange. Wer viel Zeit hat, bekommt KDE mit Sicherheit nach einiger Zeit entsprechend seiner Bedürfnisse konfiguriert, aber es erfordert durchaus Ausdauer und guten Willen. Für einen schnellen Start legt KDE einem noch immer zu viele Steine in den Weg und bleibt in der Konfigurationsfreundlichkeit weiterhin sogar hinter seinem eigenen Vorgänger zurück.


Frevel: KDE 4 mit Gnome-3-Hintergrundbild (und Conky)

KDE ist eine Augenweide, aber auf Nicht-letzter-Schrei-Rechnern behäbig und die tägliche Arbeit manchmal behindernd. Leider ergibt sich (abgesehen von den Schwierigkeiten der Konfiguration) auch insbesondere als erster Eindruck, dass es hier und da immer mal wieder „hakt“. Kleinigkeiten machen Probleme oder funktionieren nicht auf Anhieb und müssen erst vom Nutzer umgangen werden. Am sichersten scheint man zu fahren, wenn man Arbeitsflächeneffekte von Beginn an komplett deaktiviert und auch die Desktopsuche (Nepomuk/Strigi) abschaltet. Im Endeffekt verhält sich KDE dann aber auch nicht mehr viel anders als etwa ein XFCE, die Vorteile von KDE verpuffen.

Sympathisch ist, dass sich KDE trotz technisch völlig neuem Unterbau über die Jahre treu geblieben ist: die Ordner sind noch immer blau, der Einfachklick Standard, das Erscheinungsbild grau und es gibt eine zentrale Leiste am unteren Bildschirmrand. Und natürlich den hüpfenden Mauszeiger als Programmstartindikator. KDE beweist somit, dass auch technische Avantgarde keineswegs mit Bewährtem brechen muss, um modern zu sein. Neue Nutzer werden angesprochen und alte Hasen nicht vergrault.

Nach einer Woche der Benutzung ziehe ich ein persönliches Fazit: KDE 4 macht Spaß. Es sieht schick aus und bietet mir nahezu alles, was ich von einem Linux-Desktop erwarte. Man merkt dem Desktop an, dass hier viel Liebe ins Detail gesteckt wurde, nicht nur auf technischer Seite, sondern auch beim Interfacedesign. Der Desktop lässt sich sehr gut (wenn auch nervenaufreibend, da unübersichtlich) den eigenen Wünschen anpassen und nervt nicht mit futuristischen Konzepten, sondern bietet ein modernes, aber trotzdem bodenständiges Interface. Nicht benötigte Funktionen wie Desktopeffekte und Indizierungsdienste sind leicht abschaltbar. So lässt sich ein aktuelles KDE auch auf schwächerer Hardware vernünftig betreiben. Punktabzug gibt’s für die geringe Anpassbarkeit des Panels und für die starre Dateiansicht Dolphins; letzterem fehlt auch eine fensterfüllende Listenansicht. Wären da nicht die gelegentlichen Abstürze von Plasma – die Desktoperfahrung wäre fast perfekt. Trotz dieser Einschränkung dürfte KDE momentan die flexibelste, ausgereifteste und umfangreichste Oberfläche sein, die man für Linux bekommen kann.


aus der Kategorie: / Tests / Gnome & KDE

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Kommentare

KDE 4 (besser gesagt: 4.2 in Kubuntu 9.04) war das erste KDE und der erste Linux-Desktop überhaupt, der mich mein Windows komplett, rigoros und ohne Rückkehr, verbannen ließ.
Anfangs fühlte sich das System in der Tat etwas unfertig und hakelig an, aber ab 4.3 war KDE4 – auch optisch (mit dem Air-Theme) – „final“.
Du solltest unbedingt KDE 4.6 eine Chance geben, denn hier wurde insbesondre der Performance des Desktops Beachtung geschenkt. Zusammen mit dem 2.6.38er Kernel wird der Desktop unschlagbar und extrem flott (der Unterschied auf dem Rechner meiner Mutter war sagenhaft!).
Auch wurde das Systemsettings-Teil überarbeitet, auch wenn ich oft viele Einstellungen woanders erwarte (Mauszeigeraussehen ist jetzt unter „Erscheinungsbild der Arbeitsfläche“ statt „Eingabegeräte“ oder die Programmstartanzeige (Hüpfcursor) irgendwie logischerweise, aber man denkt nicht dran, unter „Benachrichtigungen“, aber die Suchfunktion wählt aber dann doch meist zuverlässig den passenden Eintrag.

Richtig finde ich die etwas starre Konfigurierbarkeit von Plasma, was aber wohl der Modularität geschuldet ist. Allerdings wären frei einstellbare Panel-Hintergrunde für einzelne Panels ein nettes Schmankerl. Auch finde ich Kickoff unter aller Sau (und in 4.7 wird’s noch schlimmer, aber wird eh jeder Vorschlag als WONTFIX abgenickt). Schau Dir doch mal den Lancelot-Launcher an, der ist extrem anpassbar und leistungsstark!
Spätestens mit 4.6 ist Plasma aber wirklich ausgereift und hat kaum noch Probleme (meistens optische Sachen, wie Ruckler, wenn Scroll-Leisten ins Spiel kommen). Aber diese ganze Akonadi- und Nepomuk- und Strigi-Sache find ich einwandfrei.
Und KRunner (Alt+F2) ist einfach traumhaft.

— BajK · 14. Juni 2011, 05:55

hallo

Ein Vergleich zu Kde4.6 (z.B natty) wäre hier sehr interessant. Von der Usability hat sich da einiges getan.

tuxsuisse

— tuxsuisse · 14. Juni 2011, 07:09

Dir ist aber bewusst dass du damit ein fast 1.5 Jahre altes KDE ausprobiert hast, das dem heutigen Stand in weiten Teilen deutlich unterlegen ist? Ich bin seit Jahren nur KDE Nutzer, und will mal versuchen, deinen Post zu korrigieren wo das nötig ist:

  • “Natürlich, jede einzelne Farbnuance lässt sich vom Nutzer individuell einstellen. Aber wer will das schon?” – Wieso nimmst Du nicht eins der hunderten wenn nicht tausenden vorgefertigten Themes? Im Gegensatz zu allen anderen DEs musst Du nicht einmal selber auf kde-look.org gehen, es gibt überall den Button Themes laden(weiß die Beschriftung gerade nicht, weil ich nicht an KDE sitze).
  • “In den „Systemsettings“ finde ich sie (wieder mal) nicht, suche mich eine Viertelstunde durch die verschiedenen Punkte” – Benutze doch einfach die integrierte Suche! (ich weiß allerdings nicht ob die in 4.4 schon drin war, wie gesagt, wer veraltete Software nutzt ist selber schuld)
  • “Einfach mal einen Starter verschieben? Geht nicht.” – Das ist wahrscheinlich Geschmackssache, aber ich habe unter Gnome schon öfter ausversehen irgendwas verschoben. Und wer braucht seit es KRunner(Alt+F2, ich kanns empfehlen) gibt schon Starter..
  • “Eine Ordner-Ansicht mit selbstdefinierten Ordnern? In der Leiste nicht möglich” – Doch, sobald ich wieder in KDE bin kann ich Dich wissen lassen wie.
  • “Generell ist die Einteilung in einen normalen und einen erweiterten Bereich bei den Einstellungen ausgesprochen unglücklich” – Wie gesagt, aktuelle Software nutzen hilft. Diese Unterteilung wurde nämlich mit 4.5 oder 4.6 abgeschafft.
  • “Im Ergebnis kommt man so auf etwa 25 Ebenen, die man auf der Suche nach einem bestimmten Eintrag durchforsten muss” – Oder man verwendet wie schon gesagt die Suchfunktion..
  • “Auch mit der Stabilität von Plasma scheint es nach wie vor immer noch Probleme zu geben.” – Dann versuchs doch mal mit 4.6…
  • “meldete, die Speicherkapazität des Mülleimers sei überschritten – obwohl dieser leer war” – Hier kann ich nur rätseln, möglicherweise war die Datei größer als die maximale Füllmenge, wenn Du eine kleine Festplatte hast ist der Mülleimer auch klein. Kann aber auch sein dass das einfach ein Bug ist.
  • “Der Desktop selbst lädt relativ lange” – Bei diesen Worten verlinke ich immer gern auf einen Tweet: http://twitter.com/#!/danlucraft/status/38609210853965826
  • “Die Geschwindigkeiten z.B. eines XFCEs oder gar Gnomes erreicht KDE nicht.” – KDE läuft sowohl auf Desktops als auch Smartphones und Netbooks. Ich denke das sagt einiges darüber aus was möglich ist wenn man seine Einstellungen entsprechend wählt. Im Gegensatz zu Gnome oder XFCE hat man die Wahl, ob man seinen Computer auslasten will :)
  • “Beim Dateimanagement irritieren jedoch die KDE-typischen Plus-Zeichen, die beim Überfahren der Dateien mit der Maus erscheinen und dem selektiven Markieren dienen” – Ich frage mich ja, wie du bei Single Click Activation sonst Dateien markieren willst. Du kannst einfach Doppelklick einstellen, dann gehen auch die Plus weg.
  • “auf Nicht-letzter-Schrei-Rechnern behäbig” – Ich hab KDE 4.5 auf einem Rechner mit 800 MHz und 384MB Ram laufen gehabt. Flüssig.
  • “Am sichersten scheint man zu fahren, wenn man Arbeitsflächeneffekte von Beginn an komplett deaktiviert und auch die Desktopsuche (Nepomuk/Strigi) abschaltet.” – Auf sehr alten Rechnern sicher, aber zumindest unter 4.6 sehe ich dazu keine Grund..
  • “Im Endeffekt verhält sich KDE dann aber auch nicht mehr viel anders als etwa ein XFCE, die Vorteile von KDE verpuffen” – Wenn Du KDE auf Effekte und Suche reduzierst, hast Du etwas falsch verstanden. Beides können sowohl Gnome als auch XFCE mit ein bisschen Nachhilfe auch..
  • “Wären da nicht die gelegentlichen Abstürze von Plasma” – Einmal updaten bitte…

linopolus · 14. Juni 2011, 07:43

hey, ich finde kde läuft bei mir wesentlich flüssiger, wenn ich anstelle von kwin compiz als fenstermanager verwende. dabei stürzt mir beim hochfahren zwar der kde window decorator ab, aber den brauch ich ja sowieso nicht dank emerald:)
einfach das fusion-icon installieren und dann ist es ein kinderspiel den fenstermanager/decorator zu wechseln.

— soronk · 14. Juni 2011, 08:38

“…ist KDE 4 derzeit die einzige aktuelle Oberfläche, die einen vernünftigen Desktop für Linux anbietet.”

Finde ich überhaupt nicht.

— Ludwig · 14. Juni 2011, 08:38

Hallo,

ich kann mich da ganz und voll dem Vorschreiber “linopolus · 14. Juni 2011, 06:43” anschließen.
neue Version KDE SC 4.6.4

— pitt · 14. Juni 2011, 08:46

“Man merkt dem Desktop an, dass hier viel Liebe ins Detail gesteckt wurde, nicht nur auf technischer Seite, sondern auch beim Interfacedesign.”

Really? Ich halte KDE hinsichtlich Interfacedesign für eines der hingerotztesten Interfaces überhaupt. In der ersten Hälfte des Artikels dachte ich eigentlich, du hättest das selbst gemerkt:

“Im genannten Beispiel kommt man so auf 3 Einstellungsfenster mit 13 Unterpunkten und insgesamt 15 Registerkarten – und selbst dann gibt’s allerorten noch „Erweitert“-Buttons, die wiederum neue Ebenen herbeizaubern. Im Ergebnis kommt man so auf etwa 25 Ebenen, die man auf der Suche nach einem bestimmten Eintrag durchforsten muss. Ein regelrechter Irrgarten.”

— bleistift · 14. Juni 2011, 08:59

Ein Vergleich zu Kde4.6 (z.B natty) wäre hier sehr interessant.

Im nächsten Jahr dann. Dies hier ist der Vergleich zu KDE 4.1 – und zugegeben, dieser Sprung allein schon ist gewaltig.

Pinguinzubehör · 14. Juni 2011, 10:00

Ich halte KDE hinsichtlich Interfacedesign für eines der hingerotztesten Interfaces überhaupt. In der ersten Hälfte des Artikels dachte ich eigentlich, du hättest das selbst gemerkt

Mein Fehler, man streiche bitte gedanklich “Interface” – gemeint war die an sich stimmige Optik, nicht unbedingt Zugänglichkeit und Bedienung selbiger. Also Design des Interfaces, nicht Interface-Design.

Pinguinzubehör · 14. Juni 2011, 10:05

Kickoff […] in 4.7 wird’s noch schlimmer, aber wird eh jeder Vorschlag als WONTFIX abgenickt

Könntest Du das näher erläutern? Was genau wird schlimmer werden? Welche Vorschläge wurden abgelehnt?

Pinguinzubehör · 14. Juni 2011, 10:11

Danke @linopolus, dass du meine Gedanken bereits ausformuliert hast.
Wenn ich die ausführungen in dem Blogpost lese, dann kann ich eigentlich keine Parallele zu meinem Kubuntu mit 4.6.4 finden. Entweder Debian integriert kein anständiges VaniallaKDE wie das bei Kubuntu gemacht wird, oder es liegt wirklich an der uralt Version die hier getestet wurde.
Jedenfalls erscheint mir der Test überhaupt nicht repräsentativ für ein aktuelles KDE und es tut schon fast weh…

Btw, meines habe ich eingerichtet, wie ich das auch bei Gnome mache, verwende Ambiancefarben und Symbole, nur eine Leiste oben und nur eine Handvoll Widgets. Damit habe ich den gleichen Workflow wie unter Gnome2, nur viel funktionaler. Ich jedenfalls bin begeistert (von Kubuntu) und würde es nicht tauschen wollen.
paul

— hoellp · 14. Juni 2011, 10:24

Dir ist aber bewusst dass du damit ein fast 1.5 Jahre altes KDE ausprobiert hast
Ja – aber eben das in Debian aktuelle, das Viele nutzen, die nicht alle 6 Monate ihr System neu aufsetzen. ;-)

Benutze doch einfach die integrierte Suche!
Hat nicht funktioniert.

Eine Ordner-Ansicht mit selbstdefinierten Ordnern? In der Leiste nicht möglich
Pardon, das war unglücklich formuliert, gemeint ist, dass es nicht innerhalb von Kick-off geht (K-Menü). Wie es im Panel geht, schreibe ich ja selbst.

Wie gesagt, aktuelle Software nutzen hilft. Diese Unterteilung wurde nämlich mit 4.5 oder 4.6 abgeschafft.
Großartig – dazu dann mehr im nächsten Jahr. ;-)

Dann versuchs doch mal mit 4.6…
Jetzt ist aber gut, das hier ist nunmal eine 4.4-Rezension. Wer jetzt, heute, im Moment auf ein bereits vorhandenes Debian oder Ubuntu LTS ein “frisches” KDE nachinstalliert, bekommt eben 4.4, nicht 4.6. Darum geht es. Der Hinweis auf neuere Software (die dann wieder andere Fehler enthält) ist da nicht hilfreich. Oder andersrum gesagt: Selber schuld, wenn ihr’s nicht schafft, die Software rechtzeitig fertigzubekommen. ;-)

“Der Desktop selbst lädt relativ lange” – Bei diesen Worten verlinke ich immer gern auf einen Tweet: http://twitter.com/#!/danlucraft/status/38609210853965826
Hm, was aber sagen dann die Nutzer, wenn ein Programm schnell startet und schnell arbeitet? ;-)

“Ich denke das sagt einiges darüber aus was möglich ist wenn man seine Einstellungen entsprechend wählt.”
Es ging hier um den Punkt Startgeschwindigkeit der Gesamtumgebung – und selbst, wenn alles nur Mögliche deaktiviert ist und man z.B. auch auf den Startscreen verzichtet, liegen Welten zwischen KDE und der Konkurrenz. Aber das war bei KDE schon immer so.

Im Gegensatz zu Gnome oder XFCE hat man die Wahl, ob man seinen Computer auslasten will :)
Cleverer ist es allerdings, mit einem schlanken System zu starten und dieses dann vollzuladen bis zum Exzess, statt umgekehrt. ;-)

Ich frage mich ja, wie du bei Single Click Activation sonst Dateien markieren willst.
Strg-Taste beim Markieren gedrückt halten oder aber mit der Maus umranden, wenn zusammenhängend.

Ich hab KDE 4.5 auf einem Rechner mit 800 MHz und 384MB Ram laufen gehabt. Flüssig.
KDE 4.4, 2,8 Ghz und 3 GB RAM: Man kann das Rendern der (Standard-)Titelleistendeko deutlich beobachten.

Wenn Du KDE auf Effekte und Suche reduzierst
Im Endeffekt tue ich das hier, es stimmt, wer kaum KDE-Programme nutzt, also das gesamte große Paket, ist auf KDE nicht angewiesen. Dennoch kann sich auch das Verwenden von KDE als reine Desktopoberfläche lohnen, da das Dateimanagement wie gesagt angenehm läuft und auch die Optik Spaß macht.

Pinguinzubehör · 14. Juni 2011, 10:34

Hallo
Ich kann deine Meinung nicht teilen, ich bin mit Gnome3 höchst zufrieden. Einige Gründe:

Unity läuft so instabil, dass es von vielen Communitys noch nicht mal als Alpha veröffentlicht würde, höchstens als Nightly Build (stürzt laufend ab, ohne manuelle Eingriffe ins System ist es nicht ansatzweise nutzbar). Außerdem dauert der Login > 10 Sekunden trotz SSD, Konfigurierbarkeit ist nicht vorhanden.

KDE enttäuscht mich, da es mir zu viel Animationen bietet und langsam reagiert (subjektiv gesehen langsamer als Gnome2, Gnome3 und sogar GTK2/Unity). Die Fensterdekorationen finde ich aber gut, sie könnten sogar (für meinen Geschmack) unaufdringlicher sein. Die Suchfunktion im Hauptmenü ist zwar interessant, aber sie ist standardmäßig nicht mit einem eingängigen Kürzel wie der Super-Taste oder Alt+Leertaste belegt und damit nicht ohne Konfiguration verwendbar. Außerdem sind die Mail/PIM-Programme umständlich (im Gegensatz zu Evolution), genauso der Dateimanager. Einzig Okular ist so gut (Usability und Darstellung), dass ich Evince sofort deinstalliert habe. KDE4 friert bei mir (auf einem Debian stable) regelmäßig ein, so dass ich den Xserver neu starten muss. Dolphin ist (subjektiv) langsamer als Nautilus, und auf Thunar muss ich aufgrund mangelnder Funktionalität verzichten. Krunner auf Alt+F2 zu legen, finde ich äußerst umständlich (wer drückt denn solche Kombinationen 100 mal am Tag?)

Was mir an Gnome3 gefällt:
Aufgeräumte Oberfläche, keine lästigen Panels mehr, keine Liste der geöffneten Anwendungen im Panel, stattdessen ein guter Starter (mit Suche), der es mit Kupfer und Gnome-Do aufnehmen kann (ohne plugins). Mein Desktop wurde automatisch mit Nautilus angezeigt, an sonsten hätte ich es noch so konfiguriert.

Was mir an Gnome3 nicht gefällt:
viel zu wenig Konfigurationsmöglichkeiten via GUI, Extensions sind nur aufwändig zu installieren, keine Plugins für den Anwendungsstarter verfügbar, Konzept noch etwas unausgereift.

— · 14. Juni 2011, 10:52

> > Kickoff […] in 4.7 wird’s noch schlimmer, aber wird eh jeder Vorschlag als WONTFIX abgenickt
> Könntest Du das näher erläutern? Was genau wird schlimmer werden? Welche Vorschläge wurden abgelehnt?

In 4.7 wurde zum Beispiel der riesen überdimensionale Zurück-Knopf ausm Kickoff zu Gunsten eines minikleinen Brotkrumen-Navigationsteil (son klickbarer Pfad wie im Dolphin) ersetzt, was totaler Usability-Käse ist und zudem noch scheiße ausschaut. Mein Wish, da doch bitte wieder den Zurück-Knopf einzubauen oder wenigstens eine VORHERSEHBARE Art, zurück zum Hauptmenü zu gelangen (sei es, ein kleiner Zurück-Knopf, der aber die Position nicht wechselt, eine Tastenkombination oder Klicken auf einen der großen Reiter), wurde nahezu SOFORT als Wontfix geclosed.

— BajK · 14. Juni 2011, 10:59

Im nächsten Jahr dann. Dies hier ist der Vergleich zu KDE 4.1 – und zugegeben, dieser Sprung allein schon ist gewaltig.

Das halte ich für Unsinn. Im nächsten Jahr solltest Du dann 4.8 oder gar 4.9 testen, nicht 4.6. Es führt zu keinem Ergebnis, wenn Du jahrealte Versionen testest, nur weil die in Debian Stable und den LTS Versionen drin sind. Denn beide genannten werden zu grob geschätzt 95% auf Servern oder in Firmen/Behörden eingesetzt, nicht von normalen Endanwendern. Debian Stable wird wahrscheinlich sogar meist auf Servern aufgesetzt, wo eine grafische Oberfläche eh Unsinn ist. Nur wenige “normale” Endanwender verwenden also so veraltete Versionen, also brauchen sie auch nicht den aktuellen vorgezogen werden.

linopolus · 14. Juni 2011, 13:41

Wenn KDE langsam rendert liegt es meist an der Grafikkarte und Qt. Stellt man (erst ab Qt4.7 verfügbar, insbesondere bei nvidia sinnvoll) global das Raster-Backend ein läuft alles gleich viel schneller. Oft sind es auch einfach nur schlecht programmierte Treiber die eine schlechte KDE-Erfahrung herbeiführen, mehr dazu hat Martin Graesslin in seinem Blog. Ein aktuelles KDE 4.6 unter Qt4.7 mit einer Intel-Karte macht hier auch auf einem 5 Jahre alten Single-Core NB mit 1GB Ram keine Probleme. Nepomuk ist dabei sogar an ;).

LTS bzw. Versionen zu testen die in Distributionen vorhanden sind die nicht oft updaten ist aber auf jeden Fall sinnvoll, nur sollte das am Anfang auch klargestellt werden DAS man eine veraltete Version testet die halt nur in solchen Versionen verwendet wird.

Denn beide genannten werden zu grob geschätzt 95% auf Servern oder in Firmen/Behörden eingesetzt, nicht von normalen Endanwendern.
Aha, Firmenanwendern sind also keine normalen Endanwender. Kann ich jetzt nicht so sehen. Ich habe außerdem auf Familienrechnern wenn dann auch LTS-Versionen von Ubuntu am laufen. Ich habe keine Lust da jedes halbe Jahr die Updateprozedur durchzumachen, zudem müssten sich die Leute dann immer wieder umgewöhnen.

— hefeweiz3n · 14. Juni 2011, 14:17

Denn beide genannten werden zu grob geschätzt 95% auf Servern oder in Firmen/Behörden eingesetzt

Selbst geschätzt? Auf welcher Grundlage? Ich halte das nicht für belegbar, auch Privatanwender haben durchaus LTS- und Stable-Versionen im Einsatz. Im Übrigen darf man hier auch gerne mitlesen, wenn man gerade in einer Firma oder Behörde sitzt.

Unabhängig davon kenne ich selbst genügend Anwender, die bei Erscheinen einer neuen Desktopversion oder Distribution nicht sofort aktualisieren, den Paketmanager oder gar den Compiler anwerfen, oft nicht einmal wissen, wie das überhaupt ginge. Manche Leute wollen tatsächlich mit ihrem System eine Weile arbeiten und nicht monateweise aktualisieren.

Das letzte KDE-4.4-Release datiert übrigens auf Ende Juni 2010 – diese Version ist also noch nicht mal 12 Monate alt. Ich würde das nicht als “jahrealte Version” bezeichnen.

[…] nur sollte das am Anfang auch klargestellt werden DAS man eine veraltete Version testet die halt nur in solchen Versionen verwendet wird.

Ganz oben, gleich der erste Satz nach dem Teaser.
Das GIF-animierte Banner “Vorsicht! Mumifizierte Software!!” hatte ich mir jetzt mal gespart. ;-)

Pinguinzubehör · 14. Juni 2011, 14:48

http://www.kdenews.org/2009/11/24/repositioning-kde-brand Danke.

Pardon, aber das halte ich für zu umständlich im regulären Sprachgebrauch. Der nächste kommt dann mit “Gnome Shell Fully Extendet Version” und will das dann auch so genannt haben.

Aber wenn’s hilft:

KDE*
GNU/Linux**

*) gemeint ist stets KDE Software Compilation, aus Gründen der Leserlichkeit wird auf die Ausschreibung verzichtet.

**) gleiches Spiel

Pinguinzubehör · 14. Juni 2011, 14:57

Wieso steht im Eingang “XFCE irgendwie nicht fertig wird” und ist noch dazu mit einem Link zu einem Test von Xfce 4.6 verlinkt wenn es doch schon seit Jänner 2011 Xfce 4.8 gibt (den ich persönlich einsetze und so gut wie jeder KDE-Konfiguration vorziehen würde)?

schneida · 14. Juni 2011, 16:49

Es wurde ja schon oft gesagt, aber ich wollte auch noch mal darauf hinweisen, dass du dir und deinen Lesern keinen Gefallen machst, hoffnungslos veraltete Software einzusetzen.

Ich als Upstream Entwickler akzeptiere keine Bugreports mehr für 4.4 – mir ist es egal ob Debian oder Ubuntu das in ihren LTS haben. Es ist veraltet – insbesondere der komplette Stack ist veraltet. Vor allem die Grafikkartentreiber und der Kernel sind veraltet. In der Gesamtmenge ist es dann halt unglaublich negativ.

Die meisten deiner Problemchen mit der Version sind schon alleine dadurch behoben, wenn man nicht den veralteten Stack verwendet.

Mein Tipp: wenn man ein Desktopsystem verwenden will, dann sollte man kein Debian stable oder Ubuntu LTS verwenden. Oder die Finger von Reviews lassen ;-)

Und persönlicher Tipp: versuch doch mal 4.6 oder sogar 4.7 und geh dann mal deinen Artikel noch mal durch.

mgraesslin · 14. Juni 2011, 18:02

Ich wollt’s nur auch nochmal sagen: Probier mal KDE 4.6 aus, du wirst sehen, wie viel sich da verändert hat und wie viele von deinen Problemchen einfach so verfliegen!

— · 14. Juni 2011, 18:59

Ich muaa auch sagen, nachdem ich von KDe3 auf Gnome gewechselt hab und da mit nun lange zufrieden war, nachdem KDE4 anfangs UNMÖGLICH war – bin ich das erste mal nun mit KDE 4.6.4 wieder glücklich.
Alles läuft schnell, keine Abstürze.

Es gibt in der KDe-Welt noch extrem viel zu tun, allem voran wirklich, wie viele meiner Vorschreiber schon sagten, Usability. Das kriegen sie einfach nicht gebacken.
Ich könnte in ausnahmslos jedem Programm innerhalb von 3 Minuten 10 Vorschläge machen, wie man konkret eine völlig vertrottelte Menüstruktur vereinfachen könnte, oder überhaupt 30-40% der toolnar- oder Menüpunkte streichen könnte. Systemsettings sind extrem unübersichtlich (ich kenns ja wirklich schon gut, muss aber jedesmal wieder suchen, wo ich den hüpfenden Mauscursor entfernen kann – ich merks mir einfach nicht, und es ist einfach unlogisch, wo diese Einstellung ist, und viele andere auch).

Naja, wohl oder übel möchte ich aber bei KDA bleiben, da ich Qt zum Programmieren um Welten besser, strukturierter und einfacher finde als GTK, sogar trotz Vala.

Ich hoffe nur, dass die KDeler endlich das, was sie mit KDE4 schon wollten, auch mal schaffen: in der Ruhe liegt die Kraft. Nicht mit jeder Mnior Version 2 Menüpunkte hinzufügen.
Alles “einfacher” machen, ist die Verbesserung, und “sane defaults”.

— DrOetker · 14. Juni 2011, 19:59

Das letzte KDE-4.4-Release datiert übrigens auf Ende Juni 2010 – diese Version ist also noch nicht mal 12 Monate alt. Ich würde das nicht als “jahrealte Version” bezeichnen.
Nun, würdest du eine Software verwenden für die es seit knapp einem Jahr keine Bugfixes, geschweige denn Sicherheitsupdates gibt? Bei LTS (o.ä.)-Versionen gibt der Distributor diese heraus, offiziell trägt die KDE SC 4.4 aber schon seit 11 1/2 Monaten das Prädikat “End of Life”.

Schreib halt einfach: Ich teste jetzt Kubuntu 10.04 LTS das das knapp 1 Jahr alte KDE SC 4.4.5 mitbringt. Dann weiß jeder woran er ist. KDE SC 4.6 ist inzwischen übrigens fast genauso lang “getestet” wie 4.4, da sind wir inzwischen bei 4.6.4, bei 4.4 war mit 4.4.5 Schluss.

— hefeweiz3n · 14. Juni 2011, 20:08

“Ja – aber eben das in Debian aktuelle, das Viele nutzen, die nicht alle 6 Monate ihr System neu aufsetzen. ;-)”

Ich habe mein Kubuntu und auch mein OpenSuse auf meinem Laptop schon seit genau 2 Jahren und 8 Monaten nicht mehr neu aufgesetzt, und habe trotzdem ein aktuelles KDE.

Im Ernst: Der Artikel strotzt nur so von Facepalms.
linopolus hat da schon das meiste geschrieben.

Wenn man halbwegs objektiv schreiben will, muss wenigstens die aktuelle Version nehmen. Und dann sich vielleicht ein kleines bisschen informieren. Ich würde ja auch nie auf die Idee kommen Gnome als schlecht themebar zu bezeichnen, nur weil Gnome nicht wie KDE die “Get hot new stuff”-Integration bietet.

— Kai · 14. Juni 2011, 20:53

4.4 war bis letzte Woche noch die “aktuelle Version” von TESTING. Jawohl, TESTING, nicht STABLE. Das ist der eigentliche Skandal, dass das nicht schneller ging nach dem Release von Squeeze. Und 4.5 war nicht mal in Experimental.

“Die KDE-typischen Plus-Zeichen” stören meienr Meinung nach höchstens in der Symbolansicht, falls man die Symbole zu klein wählt. Ich bin aber ein Fan der Spaltenansicht, da ist es mir so gut wie nie passiert, dass ich aus versehen das + getroffen habe – mir passiert es eher anders herum, was viel ärgerlicher ist.

4.6 ist aber auch nicht perfekt. Abstürze hatte ich beim runterfahren bei 4.4 zwar auch (da war es Plasma), jetzt schmiert mir Kopete bei jedem runterfahren ab. Das ist insofern ärgerlich, als das ich Sitzungen nutze, um nicht alle Programm wieder von Hand starten zu müssen. Stürzt ein Programm aber beim herunterfahren ab, so wird es natürlich beim nächsten Start nicht automatisch gestartet. Ein Eintrag im Autostart hilft aber natürlich.

Generell wurde beim Update 4.4.4 -> 4.6.3 von den Konfigurationen einiges zerschossen und sah grässlich aus/ funktionierte nicht. Also habe ich alles noch einmal konfiguriert, was mich schlussendlich dazu gebracht hat, meinen Desktop mal wieder etwas umzugestalten. Aber gewollt kann so ein verhalten jedenfalls nicht sein, wenn nicht mal Panels an der selben Stelle bleiben.

Wer hat eigentlich das QucikAccess-Browser-Plasmoid rausgenommen? Es funktioniert auch unter 4.6 wunderbar, also sehe ich dafür keinen Grund. Mich hat es natürlich erstmal sehr irritiert, bis ich es selbst kompilieren musste.

Und das schlimmste: Wer ist für den Müll mit der Spaltenbreite in Dolphins Listenansicht verantwortlich? Wie kann man überhaupt auf so eine Idee kommen, die Breite der Spalten nach dem längsten Dateinamen im Verzeichnis auszuwählen? Hat der/diejenige nur Dateinnamen, die kürzer als 30 Zeichen sind? Und als wäre das nicht schlimm genug wird dann auch automatisch so weit nach rechts gescollt, dass man KEINEN Dateinamen sofort lesen kann, sondern erst umständlich den Scrollbalken bedienen muss, um wieder Dateinamen zu lesen? Und wieso kann ich immer noch die Textlänge der Spaltenansicht konfigurieren, wenn das überhaupt keine Auswirkungen mehr hat? Das war mal mein Lieblingsteil in KDE, jetzt kann ich es nicht mehr benutzen, ohne mich darüber zu ärgern. Aber eines hat man endlich hinbekommen: Man darf Dateien un Ordner durch Rechtsklick in dem selben Ordner erstellen und muss dafür nicht mehr den übergeordneten Ordner rechts anklicken. Danke!

Und was mich seit jeher bei jedem neukonfigurieren von KDE 4 stört, ist diese nicht ausblendbare/abschaltbare Cashew. Ich nutze sie nicht und sehe in ihr auch keinen Sinn, warum darf ich sie nicht ausblenden/entfernen? Ich Kann doch sonst ALLES konfigurieren, warum dieses Ding nicht?

Versteht mich nicht falsch, ich finde so gut wie alles aus der KDE SC toll! Es sind eben nur die wenigen Sachen, über die man sich dann so herrlich aufregen kann :)

— cp · 14. Juni 2011, 21:04

Nun, würdest du eine Software verwenden für die es seit knapp einem Jahr keine Bugfixes, geschweige denn Sicherheitsupdates gibt?
Warum nicht, wenn das System nicht gerade am Netz hängt?

Bei LTS (o.ä.)-Versionen gibt der Distributor diese heraus

Eben, das braucht mich als Nutzer in diesem Falle also nicht zu kümmern.

Pinguinzubehör · 14. Juni 2011, 22:35

Und was mich seit jeher bei jedem neukonfigurieren von KDE 4 stört, ist diese nicht ausblendbare/abschaltbare Cashew. Ich nutze sie nicht und sehe in ihr auch keinen Sinn, warum darf ich sie nicht ausblenden/entfernen? Ich Kann doch sonst ALLES konfigurieren, warum dieses Ding nicht?

Die Renitenz dieses ästhetischen Ärgernisses wird das ewige Geheimnis der Verantwortlichen bleiben. Aber gab es da nicht mal eine Plasma-Erweiterung, die genau das ermöglichte – das Unsichtbarmachen der Cashew?

Pinguinzubehör · 14. Juni 2011, 22:37

Es wurde ja schon oft gesagt, aber ich wollte auch noch mal darauf hinweisen, dass du dir und deinen Lesern keinen Gefallen machst, hoffnungslos veraltete Software einzusetzen.

Wenn Leser aufgrund dieses Testes zu dem Schluss kommen, dass KDE 4.4 nichts für sie ist und sie lieber etwas Aktuelleres wie 4.6 ausprobieren sollten – wieso habe ich ihnen damit dann keinen Gefallen getan?

Das Alter der Software an sich ist dabei jedoch zunächst einmal nicht wichtig. Entwickler sind auch Nutzer, Nutzer aber keine Entwickler. Was “veraltete Software” ist, unterliegt auch subjektiven Beurteilungsmaßstäben. Gerade als involvierter Entwickler mit stets aktuellem System wird man dies naturgemäß anders wahrnehmen, für den Anwender hingegen stellt sich die Frage oft einfach nicht, ab wann eine Software alt ist. Dabei gelten Linuxnutzer doch noch als relativ updatefreudig, die Anwender sind im Schnitt mit relativ aktuellen Systemen unterwegs – erst recht im direkten Vergleich mit Windows. Dass Windows XP nicht totzukriegen ist und mancher gar noch Windows 98 auf dem Privatrechner hat … wer nutzt hier noch eine Distribution von 2002?

Ich verstehe die Aufregung nicht ganz. Ich propagiere weder die Verwendung “veralteter” Software, noch rufe ich meine Leser dazu auf, KDE 4.4 den Vorzug zu geben vor neueren Versionen. Ich beschreibe den Ist-Zustand, den man vorfindet, wenn man ein KDE mit Bordmitteln auf einer “konservativ veröffentlichten”, aber regulär unterstützen Distribution installiert. Das, was passiert, wenn ein “normaler” Nutzer KDE ausprobieren will bei bereits vorhandenem System. Nicht mehr und nicht weniger. Mehr ein Erfahrungsbericht, ein Experiment, weniger ein allgemeingültes Review. Warum auch ein solcher Test sinnvoll ist, wurde weiter oben schon gesagt.

Ich als Upstream Entwickler akzeptiere keine Bugreports mehr für 4.4 – mir ist es egal ob Debian oder Ubuntu das in ihren LTS haben. Es ist veraltet – insbesondere der komplette Stack ist veraltet.
Würde ich als Entwickler auch nicht, aber aus Nutzersicht ist es – pardon – irrelevant. Solange KDE 4.4 aktiv beworben, verteilt (nicht zwangsläufig von KDE selbst) und vor allem genutzt wird, besteht nicht das geringste Problem, sich damit auseinanderzusetzen. Bitte einfach mal die Kirche im Dorf lassen. Das ist kein Test von KDE 3.5 unter Suse 10.3, sondern eben der aktuell verwendeten KDE-Version unter anderem auf Debian Stable und Ubuntu LTS. Es geht nicht darum, dass vorhandene Fehler behoben werden (sie sind es ja angeblich in den Folgeversionen ohnehin schon), sondern – in diesem Fall – bestanden habende Schwachpunkte zu benennen.

Die hier geäußerten Kritikpunkte sind außerdem auch genereller Natur und dürften in Bezug auf KDE 4.6 in ähnlicher Form weiterhin berechtigt sein. Teile des Tests sollten daher auch auf aktuellere Ausgaben übertragbar sein. Oder ist KDE inzwischen in rot-violett gestaltet? Ist Dolphins Feature-Umfang explodiert? Die Cashew-Nuss verschwunden? Kickoff grundlegend umgebaut? (nur zur Sicherheit: das sind rein rhetorische Fragen)

Pinguinzubehör · 15. Juni 2011, 00:12

Wieso steht im Eingang “XFCE irgendwie nicht fertig wird”
Weil z.B. Thunar noch immer keine Tabs hat (ja, wird er auch nie) und der Desktop nach wie vor kein freies, ungerastertes Verschieben erlaubt …

und ist noch dazu mit einem Link zu einem Test von Xfce 4.6 verlinkt wenn es doch schon seit Jänner 2011 Xfce 4.8 gibt
… und der Test von XFCE 4.6 eben der letzte war, den man hier lesen kann. Die Unterschiede zu 4.8 sind nun aber auch nicht so phänomenal, dass der alte Bericht nicht noch Gültigkeit hätte.

Pinguinzubehör · 15. Juni 2011, 00:19

“Was “veraltete Software” ist, unterliegt auch subjektiven Beurteilungsmaßstäben.”

Ne, tut’s nicht. Veraltete Software ist die, die ‘End of Life’ erreicht hat.
KDE veröffentlicht im Winter und Sommer eine Version der Software Compilation. Danach gibt es vier oder fünf Update-Releases und dann erscheint eine neue Version und die alte ist — offiziell zumindest — tot.
Wenn Distributoren die SC dann noch weiter pflegen wollen, können die das tun, aber seitens KDE sieht’s hals nunmal so aus.

— Markus S. · 13. Juli 2011, 12:41

Als ich Anfang 2009 zu Linux kam – damals war Ubuntu noch nicht solch ein Sch**** – hatte ich mich sofort in GNOME (auch noch der echte Zwerg, nicht der Pseudo von heute) verliebt und kam sofort damit klar. KDE dagegen, so wie es einem erst einmal vorgesetzt wird, gefiel mir garnicht. Ich weiß mittlerweile, daß man es stark konfigurieren kann, habe aber mittlerweile nur teilweise herausgefunden, wie. Das wird einem Einsteiger wesentlich schwerer gemacht als bei GNOME 2. Und erst jetzt habe ich in einem Video ohne Ton gesehen, daß man damit sogar einen GNOME-2-Desktop nachbauen kann, jedenfalls was das Aussehen betrifft. Es war nur nicht erkennbar, welchen viel zu winzig geschriebenen Titel das kleine Fenster hatte, in dem man sich diese Konfigurationsmöglichkeiten aussuchen konnte. Aber das kriege ich auch noch heraus! Und dann können mich diese GNOME-3-Diktatoren mal gern haben!

— Oscar alias xpenguin · 1. Mai 2012, 01:54

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