Tastaturentest: Cherry G81-3000

Die G81-3000 von Cherry wird oft mit der G80-3000 verwechselt - oder dieser gar vorgezogen, weil sie etwa 20 Euro günstiger zu haben ist als die G80, äußerlich aber völlig identisch aussieht. Wer jedoch in die Welt der sogenannten mechanischen Tastaturen einsteigen will, muss wissen, dass es sich bei der G81 nicht um eine echte mechanische Tastatur handelt. Zwar ist in den Produktbeschreibungen durchaus die Rede von mechanischen Einzeltasten, doch in Wirklichkeit ist sie ein Zwischending aus handelsüblichen Tastaturen und echten mechanischen Tastaturen, ohne jedoch die typische Charakteristik letzterer zu erreichen.



Während mechanische Tastaturen den Tastenbefehl tatsächlich im Schalter direkt auslösen, der unter den Tastenkappen verbaut ist, stecken in der G81 Gummimatten wie in jeder anderen billigen Tastatur. Der Unterschied besteht darin, dass statt der typischen Gumminippel hier Federn zum Einsatz kommen, die die Tasten wieder nach oben befördern. Statt dass der Gumminippel auf die Gummimatte gedrückt wird, drückt man eine Feder nach unten, die über eine Metallzunge den Kontakt auf der Gummimatte schließt.

Einfach gesagt ist die G81 also eigentlich eine typische Membrantastatur, bei der lediglich die Tasten robuster gebaut sind. Der Vorteil daran ist, dass sich die Tasten nicht wie bei sonstigen Tastaturen abnutzen und sich die Anschlagscharakteristik nicht verändert. Während die Gummistößel in normalen Tastaturen mit der Zeit ausleiern oder verhärten und die Tasten dadurch klappriger und schwerer werden, bleibt die Tastenqualität bei der G81 durchgehend gleich.

Der Nachteil ist: der Anschlag bleibt immer gleich schlecht. Denn die G81 hat von Beginn an einen recht harten und schweren Anschlag. Für 2-Finger-Tipper ist sie durchaus geeignet, doch 10-Finger-Schnellschreiber werden an ihr keinen Spaß haben. Zu viel Kraftaufwand ist nötig, um die Tasten nach unten zu drücken, und ohne dass es dabei einen Druckpunkt gäbe - zumal die Tasten, anders als bei echten mechanischen Tastaturen, fast ganz nach unten gedrückt werden müssen, um den Tastenbefehl auszulösen. Haptisch ähnelt sie am ehesten noch den linearen, schwarzen Schaltern einer G80. Mit dem Tippgefühl einer wirklich mechanischen Tastatur mit Einzelkontaktschaltern hat sie aber nichts zu tun. Sie bietet aus diesem Bereich nur den Vorteil der Haltbarkeit der Tasten, nicht aber den angenehmen, typischen Anschlag oder Druckpunkt mechanischer Tastaturen.

Cherry G81-3000
Tasten: hoch; Technik: Gummimatte & Spiralfedern

Wertung: 54,4 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) nein
für Vielschreiber (leichter Anschlag) nein
Standardlayout ja
Multimediatasten nein
geräuscharm nein
standsicher (schwer) ja
abriebfest (Tasten, Beschriftung) ja
nichtspiegelnd ja
guter Kontrast ja
krümelsicher ja
Empfehlung nein

dws | Samstag 26 April 2014 - 9:33 pm | | tastentesten | Kein Kommentar

Tastaturentest: Cherry Cymotion Expert

Die Cymotion von Cherry soll widerstandsfähig sein, vor allem gegen eindringende Flüssigkeiten. Das kauft man ihr ohne Bedenken ab. Die Tastatur ist sehr schwer und fühlt sich nicht nur deswegen wertig an. Die Materialien wirken ordentlich verarbeitet und nicht billig. Der Farbton der hellen Variante bewegt sich jedoch leicht ins Beige statt ins Weiße. Vom ersten Eindruck her könnte es sich fast um eine mechanische Tastatur handeln, doch unter den Tastenkappen stecken normale, aber massiv eingefasste Gummistößel. Das Gehäuse ist aufgeraut, die Tasten selbst glatt und wirken gummiert.

Die Tastenführung macht einen robusten Eindruck, die Tasten sitzen fest und lösen präzise aus, allerdings gilt das auch für die Lautstärke, die ebenfalls "robust" zu nennen ist: die Tasten klackern sehr laut, vor allem die Leertaste hat einen satten Klang. Die Tastenhöhe wirkt wie ein Mittelding zwischen halbhohen und hohen Tasten, die Tasten erscheinen fast als halbhoch, der Tastenhub jedoch entspricht dem von klassischen hohen Tasten. Dieser Effekt wird erreicht durch die größere Tastenoberfläche und die etwas tiefere Einbettung ins Gehäuse.

Der interessante Anschlag ist einerseits ohne allzu harten Druckpunkt, andererseits auch nicht zu leicht, er wirkt sehr gedämpft und "mehlig" und erfordert relativ viel Kraftaufwand. Die Tasten lassen sich einige Millimeter weiter hinunterdrücken, als es für das Auslösen des Kontaktes eigentlich notwendig wäre - sonst ein Merkmal von mechanischen Tastaturschaltern. Bei der Schreibgeschwindigkeit kann es aufgrund eines anderen Umstandes Probleme geben. denn flüssiges Schreiben wird durch die relativ große Tastenoberfläche erschwert. Die Tasten sind leicht konkav, dabei jedoch quadratisch und scharfkantig. Die Beschriftung ist gelasert und damit abriebfest, jedoch wirkt sie relativ dünn und kontrastarm.

Die gelben, etwas zu hellen LEDs sind in Form der Statussymbole am oberen Gehäuserand eingelassen. Über dem Nummernblock befinden sich 4 Sondertasten, eine davon ist die Taschenrechnertaste. Vier weitere Sondertasten zur Mediensteuerung sind im unteren Gehäusebereich vertieft eingelassen, so dass sie beim Tippen nicht weiter stören.

Ansonsten entspricht die Tastatur dem Standardlayout, jedoch sind die F-Tasten nur halb so groß wie normale Tasten, was jedoch nicht weiter stört. Außerdem ist die linke Windows-Taste etwas kleiner als üblich und zwischen diese und die Strg-Taste hat man die sogenannte Keyman-Taste gequetscht, mit der die F-Tasten zusätzlich zu Sondertasten umfunktioniert werden können.

Die Cymotion Expert ist so schnell nicht kleinzukriegen, eignet sich aber trotz ihrer angenehmen Tippcharakteristik weniger für filigrane Hände. Unter den klassicheren Tastaturen stellt sie einen Kompromiss zwischen Wertigkeit und gutem Anschlag bei günstigem Preis dar.

Cherry Cymotion Expert
Tasten: hoch; Technik: Gumminippel

Wertung: 54,5 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) nein
für Vielschreiber (leichter Anschlag) nein
Standardlayout ja
Multimediatasten ja
geräuscharm nein
standsicher (schwer) ja
abriebfest (Tasten, Beschriftung) ja
nichtspiegelnd ja
guter Kontrast nein
krümelsicher ja
Empfehlung nein

dws | Dienstag 22 April 2014 - 8:08 pm | | tastentesten | Kein Kommentar

Tastaturentest: Cherry Initial

Die Tastatur zählt designtechnisch zu den gewagteren Modellen: Auf den ersten Blick wirkt es, als wäre der rechte Bereich mit dem Nummernblock aus dem übrigen Gehäuse ausziehbar, doch das ist natürlich nicht der Fall. Der optische Effekt ergibt sich aus dem Umstand, dass das Gehäuse um das reguläre Tastenfeld in Hochglanz gestaltet ist, während das rechte Drittel um Steuertasten und Nummernblock matt gehalten ist. Die grünen Status-LEDs sind in der angedeuteten Handballenauflage an der Unterkante integriert.



Die Tasten sind halbhoch, relativ laut, haben aber einen sehr leichten Anschlag. Auch der Druckpunkt ist ordentlich, sodass mit der Initial sowohl schnell als auch ausdauernd geschrieben werden kann. Besonders Enter- und Leertasten machen dabei jedoch ordentlich Krach. Für ihre kompakten Abmessungen ist die Tastatur ausreichend schwer und standsicher.

Das Standardlayout wird eingehalten - bis auf die fehlende Staffelung bei den F-Tasten, die eine geschlossene Reihe bilden. Mit dem eingesparten Platz hat man stattdessen eine Taschenrechnertaste realisiert. Über dem Nummernblock befinden sich weitere 4 Sondertasten für die Lautstärke- und Mediensteuerung.

Die Tastenbeschriftung ist geklebt und wenig beständig. Die Beschriftungen lösen sich mit der Zeit ab. Der Kontrast könnte ebenfalls besser sein, im Halbdunkel sind die Beschriftungen nur noch mühsam zu erkennen.



Was im Betrieb äußerst suboptimal anmutet, ist das mehrheitlich glänzende Gehäuse, das jeden Fingerabdruck speichert und schnell verschmiert und abgenutzt aussieht. Außerdem spiegeln sich in der Oberfläche ggf. vorhandene Schreibtisch- oder Deckenlampen. Auch kommen mit der Zeit leicht Kratzer ins Gehäuse. Krümel schluckt die Tastatur hingegen ohne Probleme.

Zu Anfang handelt es sich bei der Cherry Initial um eine durchaus schicke Tastatur, die für den dauerhaften Alltagseinsatz jedoch nur bedingt zu gebrauchen und auch optisch nicht besonders langlebig ist. Wieso sie vom Hersteller als Businessprodukt katalogisiert wird, ist nicht nachzuvollziehen. Aufgrund des guten und präzisen Anschlags kommen wir dennoch gerade noch so zu einer Empfehlung.

Cherry Initial
Tasten: halbhoch; Technik: Gumminippel

Wertung: 54,5 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) ja
für Vielschreiber (leichter Anschlag) ja
Standardlayout nein
Multimediatasten ja
geräuscharm nein
standsicher (schwer) ja
abriebfest (Tasten, Beschriftung) nein
nichtspiegelnd nein
guter Kontrast nein
krümelsicher ja
Empfehlung ja

dws | Montag 21 April 2014 - 11:22 pm | | tastentesten | Kein Kommentar

Rangliste - Übersicht aller getesteter Tastaturen

Übersicht der hier nach unseren Kriterien getesteten Tastaturen:

Wertung 90,9%
Cherry Evolution Stream

Wertung 81,8%
Cherry MX Board 3.0
Logitech K280e
Rapoo N7000

Wertung 72,7%
Cherry G80-3000
Logitech K200
Cherry KC 5000
HP Standard Tastatur

Wertung 63,6%
Microsoft 600

Wertung 54,5%
Cherry Cymotion Expert
Cherry Initial
Cherry KC 1000
Cherry G81-3000
Logitech K480

Wertung 45,4%
Logitech Deluxe 250

dws | Montag 21 April 2014 - 12:02 am | | tastentesten | Kein Kommentar

Tastaturentest: HP Standard Tastatur

Die Standard-Tastatur von HP ist ein Klassiker unter den Bürotastaturen mit ihrem typischen Wiedererkennungsmerkmal: die Tastatur ist komplett matt-schwarz, nur der obere Abschnitt des Gehäuses, auf dem die F-Tastenreihe und die Status-LEDs liegen, ist silberfarben ausgeführt, so dass das eigentliche Tastenfeld schlanker wirkt. Es gibt sie allerdings auch in komplett hellgrauer Ausführung.

Sondertasten sind nicht vorhanden, die Tastatur zeigt Standardlayout. Für eine Kunststofftastatur ist sie sehr schwer und damit standsicher. Die angenehm leichte Tastencharakteristik, ein sehr weicher Anschlag und der zugleich präzise Druckpunkt, sorgen dafür, dass sowohl schnell als auch ausdauernd getippt werden kann. Die Tasten sind sehr aufgeraut, bieten dadurch besseren Halt, fühlen sich dadurch jedoch auch weniger komfortabel an.

Die hohen Tasten sind heutzutage nicht mehr jedermanns Sache, aber immer noch ergonomisch für präzise Schreibarbeit. Nachteilig daran ist die erhöhte Lautstärke durch mögliches Klappern, doch die HP-Standard-Tastatur bleibt dennoch vergleichsweise moderat in der Geräuschentwicklung, obwohl die Tasten etwas hohl klingen - es gibt deutlich lautere Standardtasturen. Die Status-LEDs sitzen an klassischer Stelle und leuchten punktförmig grün.

Die Tasten selbst sind laserbeschriftet, das heißt, dass sie abriebfest sind, allerdings auch, dass die zu Beginn noch sehr markante helle Beschriftung mit der Zeit der Benutzung mitunter stark verblasst. Ein Kontrastproblem, das alle schwarzen Tastaturen mit Laserbeschriftung haben.

Die Standard-Tastatur von HP schafft den Spagat von präzisen und leichtgängigen Tasten, so dass sie sich in der Klasse der Gummimembrantastaturen ausgezeichnet zum professionellen Schreiben eignet.

HP Standard Tastatur
Tasten: hoch; Technik: Gumminippel

Wertung: 72,7 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) ja
für Vielschreiber (leichter Anschlag) ja
Standardlayout ja
Multimediatasten nein
geräuscharm nein
standsicher (schwer) ja
abriebfest (Tasten, Beschriftung) ja
nichtspiegelnd ja
guter Kontrast nein
krümelsicher ja
Empfehlung ja

dws | Sonntag 20 April 2014 - 10:55 pm | | tastentesten | Kein Kommentar

Tastaturentest: Logitech Deluxe 250

Die Deluxe 250 steckt in einem abgerundeten, leicht geschwungenen Gehäuse und ist die billigste unter den Logitech-Tastaturen. Zugleich ist sie eine der klassischsten, die auf den Einsatz im Büro abzielt. Sondertasten sind nicht vorhanden, das Standardlayout wird strikt eingehalten, alle Tasten sind dort, wo sie hingehören, und die Status-LEDs (grün) leuchten oben rechts über dem Nummernblock. Die unterste Tastenreihe folgt leicht dem nach unten geschwungenen Gehäuse, so dass vor allem die Leertaste etwas großflächiger ausfällt, ein typisches Logitech-Merkmal. Auch die Tastenform ist traditionell, es kommen hohe Tasten zum Einsatz. Wirklich leise sind die Tasten aufgrund dessen nicht, aber durchaus noch als geräuscharm zu bezeichnen, die Tasten klappern nicht übermäßig laut. Die Beschriftung ist wenig abriebfest und könnte auch kontrastreicher sein, die Beschriftung wirkt zu unscheinbar. Der Anschlag ist leicht, jedoch eigenartig schwammig, was Vielschreiben angenehm, aber Schnellschreiben eher schwierig macht. Der Tastenhub ist Gewöhnungssache, könnte aber prägnanter sein. Der günstige Preis schlägt sich wie erwartet beim Material nieder, es wirkt alles sehr billig. Für ihre Größe ist die Tastatur eindeutig zu leicht. Alles in allem eine günstige Basis-Tastatur, wenn man ein klassisches Layout mit klassischen Tasten bevorzugt und keine großen Ansprüche mitbringt.

Logitech Deluxe 250
Tasten: hoch; Technik: Gumminippel

Wertung: 45,4 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) nein
für Vielschreiber (leichter Anschlag) ja
Standardlayout ja
Multimediatasten nein
geräuscharm ja
standsicher (schwer) nein
abriebfest (Tasten, Beschriftung) nein
nichtspiegelnd ja
guter Kontrast nein
krümelsicher ja
Empfehlung nein

dws | Sonntag 20 April 2014 - 8:35 pm | | tastentesten | Kein Kommentar

Tastaturentest: Cherry G80-3000

Die Einsteiger-Tastatur unter den mechanischen Tastaturen kommt ohne großen Schnickschnack (keine Multimediatasten, keine Partybeleuchtung) daher und wirkt auf den ersten Blick im klassischen Retro-Cassis sehr klobig, ist aber vergleichsweise leicht – man verschiebt sie schon einmal unabsichtlich auf dem Schreibtisch, jedoch nicht während des Schreibens.

Die Finger wiederum fliegen regelrecht über die Tasten, das Schreibgefühl ist ausgezeichnet. Man braucht die Tasten nur leicht berühren, um sie auszulösen. Das sorgt dafür, dass man vom ersten Moment an viel schneller tippt als vorher auf herkömmlichen Tastaturen und die Hände nicht so schnell ermüden. Da die Tasten angeraut sind, läuft man auch nicht Gefahr, abzurutschen. Nur leise ist sie leider nicht. Für den Einsatz in geräuschempfindlicher Umgebung ist sie daher eher weniger geeignet. Die Tastenbeschriftung ist gelasert und damit beständig, auch wenn sie nach einer Weile auf vielgenutzten Tasten etwas verblasst.

Siehe auch: ausführlicher Bericht über mechanische Tastaturen am Beispiel der Cherry G80.

Cherry G80-3000
Tasten: hoch; Technik: mechanisch

Wertung: 72,7 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) ja
für Vielschreiber (leichter Anschlag) ja
Standardlayout ja
Multimediatasten nein
geräuscharm nein
standsicher (schwer) nein
abriebfest (Tasten, Beschriftung) ja
nichtspiegelnd ja
guter Kontrast ja
krümelsicher ja
Empfehlung ja

dws | Donnerstag 17 April 2014 - 8:05 pm | | tastentesten | Kein Kommentar
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Tastaturentest: Cherry KC 1000

Das Einsteiger-Modell von Cherry wirkt auf den ersten Blick sehr billig und das ist es auch. Die KC-1000-Tastatur ist eines der preisgünstigsten Modelle und für den Einsatz im Büro konzipiert. Das Gehäuse ist etwas aufgeraut, die Tastenoberfläche sehr glatt.

Schnelles, recht geräuschloses Schreiben ist möglich, ein leiseres Tippgeräusch  bedeutet jedoch meistens auch weniger ermüdungsfreies Schreiben, da die Dämpfung der Tasten selbst höher ausfällt. So auch in diesem Fall. Für Vielschreiber ist die Tastatur daher eher weniger geeignet, da der Anschlag doch etwas schwergängiger ist.



Die Geräuschersparnis wiegt dies jedoch wieder auf, im Vergleich etwa zur Cherry Initial, die leichtgängigere Tasten hat, ist das Betriebsgeräusch um ein Vielfaches reduziert. Die Tasten machen ein sehr angenehmes, dumpfes Geräusch, kein helles Klickern wie bei Notebooktastaturen und eben auch kein lautes Klackern wie bei vielen vergleichbaren Tastaturen. Unter den Billigmodellen in Membranbauweise dürfte die KC 1000 eine der leisesten sein. Auch die größeren Tasten wie Enter, Leertaste und Backspace, bei anderen Modellen oft die Schwachstellen, sind hier nicht übermäßig laut. Alles in allem hat man hier ein dumpfes Klacken und ein Schreibgefühl, das sehr gummiartig-gedämpft wirkt. Der Haken ist: mit anhaltendem Gebrauch verliert sich die Dämpfung relativ schnell. Bereits nach kurzer Zeit ist bei vielbenutzten Tasten eine deutliche Geräuschzunahme zu verzeichnen, die Tasten fangen an, klappriger zu werden.

Bereits nach einem Monat kann man die Tastatur nicht mehr als geräuscharm bezeichnen. Die normalen Tasten sind auf einmal lauter als Enter- und Leertaste. Dies ist besonders auffällig, weil die wenig genutzten Tasten weiterhin gedämpft wirken, die viel benutzten aber umso klappriger. Das verstärkt den Eindruck einer Billigtastatur umso mehr.

Ungewöhnlich in dieser Preisklasse ist die Ausführung der Tastenbeschriftung, die Tasten sind nicht beklebt, sondern die Zeichen sind gelasert. Einerseits spürt man die Beschriftungen dadurch etwas, andererseits ist sie dadurch bedeutend langlebiger - die Gefahr von unleserlichen oder sich ablösenden Buchstaben besteht nicht, allerdings werden die Beschriftungen nach einiger Zeit noch etwas verblassen.

Die Tastatur ist ein Leichtgewicht, aber gerade noch ausreichend schwer und standsicher, so dass die Gummifüße sie sicher auf den meisten Schreibtischmaterialien hält. Versehentliches Verschieben beim Schreiben kommt nicht vor - jedenfalls solange man die Hochstellstützen nicht ausklappt. Dann ist es mit der Standsicherheit schnell vorbei, die Tastatur steht nicht mehr fest auf der Schreibtischplatte. Auffällig ist auch, dass sich die gesamte Tastatur bei hartem Anschlag nach unten durchdrückt. Die Wertigkeit von Modellen mit eingearbeiteter Metallplatte, wie etwa bei der Cherry Stream oder der Cherry KC 5000, erreicht sie somit selbstverständlich nicht. Der Plastik-Eindruck überwiegt.

Für die Tasten müsste man eigentlich eine neue Kategorie einführen, denn sie sind etwas höher als bei Notebooktasten und etwas flacher als typische halbhohe Tasten. Sie entsprechen z.B. denen der Cherry Initial, insgesamt fällt die Tastatur aber deutlich flacher aus und erinnert beinahe schon an ein Notebooktastenfeld.

Beim Layout hat man keine Experimente gemacht, die Tastatur entspricht dem Standardlayout, mit 2 Windowstasten, Abständen zwischen den F-Tasten und regulär angeordneten Pfeil- und Steuertasten. Lediglich über dem Nummernblock hat man noch vier Sondertasten (Taschenrechner, E-Mail, Internet, Sleep-Modus) untergebracht, die aber nicht weiter stören; die Status-LEDs sind dafür an die Oberkante gerutscht. Multimediatasten fehlen völlig, damit auch Tasten zur Lautstärkeregelung. Die blau leuchtenden LEDs könnten einen Tick dunkler strahlen.

Zum Vielschreiben ist sie dennoch weniger geeignet, da die Finger nach einer Weile doch spürbar ermüden aufgrund des erhöhten Kraftaufwandes beim Drücken der Tasten. Man merkt deutlich, dass man hier trotz des Eindrucks einer notebookähnlichen Tastatur eben keine Notebooktasten in Scherentechnik vor sich hat, sondern billige Gummistößel. Unter den günstigen Membrantastaturen dürfte sie dennoch eine der besten sein. Wer einen leichteren Anschlag bevorzugt, sollte in diesem Fall lieber zur Cherry Initial greifen, wenn er wiederum mit deren Nachteilen leben kann.

Alles in allem ist die KC 1000 eine Low-Budget-Office-Tastatur, die sich ohne Schnickschnack gut auf dem Schreibtisch macht. Sie spielt in der Liga von Cherry Initial, Logitech K200 oder Microsoft 600. Optisch ist sie auf Langlebigkeit ausgelegt, aber haptisch, trotz der zunächst angenehmen Akustik, leider nicht die erste Wahl.

Cherry KC 1000
Tasten: halbhoch; Technik: Gumminippel

Wertung: 54,5 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) ja
für Vielschreiber (leichter Anschlag) nein
Standardlayout ja
Multimediatasten nein
geräuscharm nein
standsicher (schwer) nein
abriebfest (Tasten, Beschriftung) ja
nichtspiegelnd ja
guter Kontrast ja
krümelsicher ja
Empfehlung nein

dws | Donnerstag 17 April 2014 - 1:14 pm | | tastentesten | Kein Kommentar

Die verschiedenen Anschlagscharakteristika bei Cherry-Tastatur-Schaltern (MX-Schalter-Übersicht)

Black
Lineare Schalter, das heißt, man spürt nicht, wann die Taste auf halbem Weg nach unten auslöst. Haptische Resonanz gibt es erst, wenn die Taste auf dem Gehäuseboden aufschlägt. Der Widerstand ist recht hoch, man benötigt mehr Kraft als bei einer handelsüblichen Gummimembrantastatur, um die Taste ganz herunterzudrücken.

Red
Die Light-Variante der Black-Schalter: ebenfalls linear, aber sehr leicht zu drücken, leichter als bei Membrantasten. Die Tasten lassen sich dadurch sehr schnell bedienen, die Finger sollte man jedoch besser nicht auf der Tastatur zum Ausruhen abstützen.

Brown
Vom Kraftaufwand ähnlich wie die Red-Schalter einzuordnen, sehr viel leichter als die Black-Schalter, dafür haben die braunen Schalter einen künstlich eingebauten Widerstand (Druckpunkt) beim Auslösepunkt. Sicheres Schreiben wird daher möglich, ohne die Tasten voll herunterdrücken zu müssen, die Lautstärke beim Tippen reduziert sich bei dieser Art von Tippverhalten etwas.

Clear
Die weißen Schalter sind eine Art verstärkte Form der Brown-Schalter (oder andersherum die Brown-Schalter eine leichtere Version der Clear-Schalter): Mit fühlbarem Druckpunkt, aber einen Tick schwerer zu drücken als die braunen Schalter. Das Tippgefühl ähnelt den herkömmlichen Tastaturen am ehesten.

Blue
Kraftaufwand und Charakteristik wie die Brown-Schalter, jedoch zusätzlich zum fühlbaren Druckpunkt auch noch mit einem deutlichem, hellen Klicken beim Auslösen auf halbem Wege. Schnelles und präzises Schreiben wird auf diese Art sowohl haptisch als auch auditiv unterstützt.


leichter Anschlag: rot, braun, blau
härterer Anschlag: schwarz, weiß
linear: schwarz, rot
fühlbarer Druckpunkt: braun, weiß
klickend: blau

dws | Dienstag 15 April 2014 - 11:34 pm | | tastentesten | Kein Kommentar

Cherry MX Board für den Büroeinsatz? Eher nicht.

Das MX-Board 3.0 wird von manchen Seiten als Office-Tastatur eingestuft. Von Cherry selbst wird es nicht in der Kategorie der Business-Produkte gelistet,  in der Pressemitteilung zum Verkaufsstart jedoch derart beworben, dass sie auch die Anforderungen von professionellen Vielschreibern erfüllt. Nicht verwunderlich ist daher, dass  Rezensenten bisweilen zu dem Urteil kommen, dass es sich hierbei um eine professionelle Office-Tastatur handeln würde. Sicherlich eignet sie sich trotz ihrer Lautstärke (da es sich um eine mechanische Tastatur handelt) normalerweise auch fürs Büro, sofern man die Ausführung mit braunen oder blauen Schaltern nutzt (mit Druckpunkten), doch die Zielgruppe sind eindeutig die Spieler.

Cherry MX Board 3.0; Bild: Cherry

Irreführendes Produktbild. Im eingeschalteten Zustand leuchten sowohl das Logo oben als auch die LEDs auf der Numlock- und den beiden Windows-Tasten.

Das merkt man daran, dass die Windows-Tasten hardwareseitig mit der Tastenkombination Strg+Home deaktivierbar sind und ansonsten auf den beiden Tasten eingearbeitete grüne Status-LEDs leuchten. Im typischen Office-Betrieb leuchten neben dem Cherry-Logo oben in Weiß und der Num-Lock-Taste in Grün also auch noch die beiden Windows-Tasten. Auch das abnehmbare Kabel, um das MX-Board besser zu LAN-Partys transportieren zu können, spricht für die Ausrichtung auf Spieler.

Windowstaste mit eingearbeiteter LED

In die Windows-Taste eingearbeitete LED am unteren Rand

Den reinen Office-Nutzern bleibt die klassische Cherry G80-3000, allerdings müssen sie hier dann auf die Lautstärke-Tasten und die stabilisierende Metallplatte verzichten und ein klobigeres Retro-Gehäuse hinnehmen. Außerdem gibt es die G80 nur in den Schaltervarianten blau, weiß und schwarz. Wer rote oder braune Schalter bevorzugt, dem bleibt nur, das MX-Board als Office-Tastatur zweckzuentfremden.

Eine G80 in modernem Gehäuse ohne Gamer-Allüren gibt es weiterhin nicht.

Cherry MX-Board 3.0
Tasten: halbhoch; Technik: mechanisch

Wertung: 81,8 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) ja
für Vielschreiber (leichter Anschlag) ja
Standardlayout ja
Multimediatasten ja
geräuscharm nein
standsicher (schwer) ja
abriebfest (Tasten, Beschriftung) ja
nichtspiegelnd ja
guter Kontrast ja
krümelsicher ja
Empfehlung nein

dws | Dienstag 15 April 2014 - 9:21 pm | | tastentesten | Kein Kommentar
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