Tastaturentest: Microsoft 600

Die 600er-Tastatur von Microsoft ist eine günstige Standardtastatur, ergänzt um wenige sinnvolle Sondertasten, in einem optisch ansprechenden Gehäuse mit wertigem Eindruck. Die Tastatur wirkt, obwohl sie über ein vollständiges Layout verfügt, sehr kompakt. Sie ist sehr leicht, aber trotzdem ausreichend standsicher, zumindest wenn sie flach auf dem Schreibtisch liegt. Mit aufgestellten Füßen neigt sie ob des geringen Gewichts zum Verrutschen.

Es gibt das Modell in schwarz und weiß, wobei das Weiß der hellen Variante kein Reinweiß ist (eher schmutziges Weiß oder sehr helles Grau), aber immer noch deutlich heller als viele andere "weiße" Tastaturen, die dann eher ins Beige oder Hellgraue tendieren. Wer eine weiße Tastatur will, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Passend zum moderneren, abgerundeten Erscheinungsbild sind die Tasten gestaltet, mit halbhohen Tastenkappen, einem Zwischending zwischen Notebook- und klassischen Klötzchentasten. Unter den Tasten verbergen sich die klassischen Gummistößel der Membrantechnik. Die Tastenbeschriftungen sind gelasert und damit abriebfest - in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Die Tastatur ist matt, bis auf die schmale Leiste, auf der die Sondertasten liegen, was im Betrieb jedoch nicht weiter stört.

Die unterste Tastenreihe ist konvex angelegt, die anderen Tasten konkav - sie wölben sich leicht nach innen. Die Tasten der untersten Reihe sind außerdem zur unteren Kante hin abfallend, so dass sie mit der Höhe des Gehäuses abschließen. Das gesamte Tastenfeld ist leicht nach unten gebogen und steigt dabei nach hinten sachte an, was der Fingerhaltung entgegenkommt. Die mittlere Tastenreihe bildet somit den Tiefpunkt, Leertaste und Zahlenreihe liegen höher. So ist zumindest partiell eine ergonomische Handhaltung auch ohne das Aufstellen der Ausklappfüßchen möglich. Für eine "nicht-ergonomische" Tastatur dürfte dieses wellenartige Profil eines der ergonomischsten Designs sein.


Wellenförmige Tastenanordnung


Farbvergleich mit reinweißer Logitech-Maus

Die Tastatur hat Standardlayout, jedoch sind die F-Tasten sowie die Esc-Taste sehr klein geraten, was den Tastendruck unangenehmer werden lässt. Es tippt sich damit wie auf Fernbedienungen oder Taschenrechnern. Die F-Tasten haben außerdem einen höheren Tastwiderstand. Wer oft mit den F-Tasten hantiert, sollte sich daher eher für ein anderes Modell entscheiden. Positiv ist aber, dass die F-Tasten korrekt in 4er-Blöcken gestaffelt sind und somit auch blind bedient werden können.

Die Tastatur ist sehr leise, wenn man die Tasten einzeln drückt. Beim 10-Finger-System klappert es jedoch ordentlich. Die geringe Lautstärke einer Notebooktastatur wird nicht erreicht. Dafür entfällt das helle Klickern, die Tastatur klackert dumpf. Die halbhohen Tasten bedeuten dabei einen guten Kompromiss zwischen Treffsicherheit und Geräuschreduzierung. Leer- und Rückschritttaste sind lauter als die übrigen. Insgesamt ist die Geräuschkulisse noch vertretbar.

Die Tasten lassen sich recht leicht drücken, das macht die Tastatur für Vielschreiber interessant. Im Laufe der Zeit wird der Anschlag aber noch etwas härter. Schnellschreiber könnten jedoch Probleme mit dem Druckpunkt haben, denn dieser ist nicht sonderlich ausgeprägt, mithin fühlt sich das Tippen etwas schwammig an, es gibt keinen knackigen Anschlag.

DIe Microsoft 600 ist die Kompromisstastatur schlechthin: mittelhohe Tasten, also kein Notebook-Feeling, aber auch keine klassische Bauweise, mittelmäßige Geräuschkulisse, ein paar sinnvolle Zusatztasten, aber keine Überladung mit Sonderfunktionen, ein abgerundetes Erscheinungsbild, aber kein kurviges Layout, keine Experimente mit der Tastenanordnung, aber viele unterschiedlich große Tasten. Das alles sorgt dafür, dass für jeden etwas dabei ist - und das in durchschnittlicher Qualität.

Microsoft 600
Tasten: halbhoch; Technik: Gummimatte

Wertung: 63,6 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) nein
für Vielschreiber (leichter Anschlag) ja
Standardlayout ja
Multimediatasten ja
geräuscharm nein
standsicher (schwer) nein
abriebfest (Tasten, Beschriftung) ja
nichtspiegelnd nein
guter Kontrast ja
krümelsicher ja
Empfehlung ja

dws | Sonntag 25 Mai 2014 - 11:17 pm | | tastentesten | Ein Kommentar

Cherry nimmt „Cymotion Expert“ und die KC 5000 aus dem Programm

Cherry hat u.a. die Tastaturen Cymotion Expert und KC 5000 aus dem Sortiment entfernt. Auf der Hersteller-Webseite tauchen sie nicht mehr auf, im Handel sind sie jedoch weiterhin noch lieferbar.

Die KC 5000 war eine wertige Flachtastatur mit Notebooktechnik, die noch leichtgängigere Tasten hatte als die vergleichbare Evolution Stream. Besonderheit war, dass die Tasten ein einheitliches, planes Tastenfeld bildeten, ohne große Abstände zwischen den Tasten oder Abflachungen auf den Tastenkappen – ähnlich den angesagten Chiclet-Tastaturen. Die mit ihr verwandte Easyhub ist weiterhin im Sortiment.

Die Cymotion Expert war eine äußerst robuste, aber doch gut zu tippende Tastatur, die ein klassisches Layout aufwies, in der Liga der G84 spielte, aber noch ein paar zusätzliche Medien- und Sondertasten hatte. Viele kamen mit den leicht größeren Tastenoberflächen aber nicht zurecht. Siehe auch: Tastaturentest Cymotion Expert.

Damit verschwinden langfristig mal wieder zwei robuste und qualitativ hochwertigere Tastaturmodelle vom Markt.

dws | Sonntag 25 Mai 2014 - 11:03 pm | | tastentesten | Kein Kommentar