Tastaturentest: Cherry KC 5000

Wer die Cherry Strait prinzipiell in Ordnung, wegen der kreativ neu angeordneten Steuerungstasten jedoch unmöglich findet, sollte sich alternativ einmal die Cherry KC 5000 ansehen. Die KC 5000 hat denselben Anschlag wie die Cherry Strait, cherrytypisch mit gutem Druckpunkt, etwas weicher noch als bei den Stream-Modellen.



Der Hauptunterschied zur Strait liegt in der Tastenbauform: Die KC 5000 hat keine Chiclet-Tasten, also keine Aussparungen im Gehäuse für die einzelnen Tasten, also keine fühlbaren Zwischenräume. Die Tasten bilden eine einheitliche Fläche, ein geschlossenes Tastenfeld und sind derart minimal konkav, dass sie fast eben wirken. Nur wer ganz genau von der Seite schaut, erkennt eine sachte Wölbung nach innen.

Unter den stabilisierten Tasten in Scherenbauweise werkeln klassische Gummistößel - optisch wie funktional entspricht die KC 5000 daher traditionellen Notebook-Tastaturen. Die Tasten selbst bestehen aus aufgerautem Kunststoff und sind nicht gummiert. Die Lautstärke ist nicht flüsterleise, aber Scissor-typisch geräuschreduziert.

Die Tastatur hat Standardlayout - fast, denn bei den F-Tasten fehlen die 4er-Block-Abstände, da man noch eine zusätzliche Medienplayer-Taste ans Ende der Reihe gequetscht hat. Hätte man diese weggelassen, wäre die KC 5000 eine hundertprozentige Standardtastatur mit einigen wenigen ergänzenden Sondertasten. Multimediatasten sind am unteren Rand eingelassen, vier zusätzliche Funktionstasten inklusive Taschenrechnertaste liegen über dem Nummernblock. Die Status-LEDs am oberen Rand sind dezent grün und blenden nicht.

Das Gehäuse spiegelt nicht, Reflexionen gibt es nur auf den 6 unten eingelassenen Hochglanz-Medientasten, die jedoch meist von den Händen verdeckt sind. Auch der silberne Gehäusebereich schluckt das Licht eher, als dass er es zurückwirft - die im Gebrauch speckig werdenden dunklen Tasten spiegeln mehr. Die Buchstaben könnten etwas dicker aufgetragen sein, zugunsten der eleganten Optik wurden sie offenbar etwas schlanker gestaltet. Die Beschriftungen sind geklebt, aber beständig.

Die KC 5000 erfordert mehr Eingewöhnung als andere Tastaturen, da die Wölbung der Tasten fast nicht vorhanden ist und praktisch keine Zwischenräume zwischen den Tasten bestehen. Wer von klassischen Tastaturen wechselt, hat deutliche Anpassungsschwierigkeiten. Doch die Anpassung lohnt sich, denn nach der Eingewöhnungsphase wird man mit erhöhter Schreibgeschwindigkeit belohnt, wie bei anderen Flachtastaturen oder mechanischen Modellen mit geringem Hub. 10-Finger-Schreiber haben dann auch auf dieser Tastatur keine Probleme.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch der große Abstand der untersten Tastenreihe vom Rand. Dort, wo die Mediaplayertasten untergebracht sind, verschwendet die Tastatur viel Platz. Das hat zur Folge, dass die untere Kante der Tastatur stört, wenn man sie flach benutzt und dabei die Handballen auf dem Schreibtisch liegen hat - da dann die Gehäusekante in die Handinnenflächen drückt. Das passiert vor allem dann, wenn man die Tastatur ganz flach auf dem Tisch liegend nutzt. Das Verwenden der Aufstellfüßchen ist bei diesem Modell also praktisch Plicht. Wer das ebene Arbeiten ohne Anstellwinkel bevorzugt, sollte dies berücksichtigen.

Gesamteindruck: Die schicke Optik geht partiell auf Kosten der Benutzbarkeit und der Ergonomie. Das geringe Abweichen vom Standardlayout hätte man sich verkneifen können, die Kanten wären besser abgerundet. Das plane Tastenfeld ist ein Hingucker, aber unergonomisch für das schnelle Schreiben. Für Vielschreiber ist sie durchaus geeignet, hochwertig verarbeitet, robust und sieht dabei auch noch sehr elegant aus. Unterm Strich eignet sie sich für den Privat- wie Büroeinsatz gleichermaßen.

Mittlerweile wurde die KC 5000 vom Hersteller bereits wieder aus dem Programm genommen, ebenso wie das baugleiche, aber in Hochglanz ausgeführte Modell "Cherry Infinity". Wenn sie nicht mehr erhältlich ist, kann stattdessen zur ähnlich gestalteten "Easyhub" gegriffen werden, die von Cherry weiterhin vertrieben wird.

Cherry KC 5000
Tasten: flach; Technik: Schere/Notebook

Wertung: 72,7 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) ja
für Vielschreiber (leichter Anschlag) ja
Standardlayout nein
Multimediatasten ja
geräuscharm ja
standsicher (schwer) ja
abriebfest (Tasten, Beschriftung) ja
nichtspiegelnd ja
guter Kontrast nein
krümelsicher nein
Empfehlung ja

dws | Dienstag 01 Juli 2014 - 02:17 am | | tastentesten | Zwei Kommentare