Ansagen sind doch kein D-Zug

Fährt man regelmäßig mit Linienbussen, ist man daran gewöhnt, dass es Ansagen entweder gar nicht gibt oder diese mehrere Haltestellen hinterherhinken. Ist man auf die Ansagen angewiesen, weil man sich in der Gegend nicht auskennt oder die entsprechenden Haltestellenschilder nicht lesen kann, ist das ein Problem, wenn man nicht gerade bis zur Endhaltestelle fahren will. Bittet man den Busfahrer, einen an einer bestimmten Haltestelle doch bitte Bescheid zu sagen, weil man da aussteigen muss, macht man oftmals die Erfahrung, dass der Busfahrer einen vergessen hat.

 

Anders ist dies in Zügen. Zwar sind diese berüchtigt für ihre Verspätungen, jedoch kann man sich dort auf die Ansagen verlassen – eigentlich. Dass dies nicht immer so ist, musste man kürzlich in einer Nordwestbahn auf der Strecke Bielefeld – Osnabrück feststellen.

 

Kennt man eine Strecke nicht in- und auswendig, weil man sie bspw. Nur selten oder noch nie gefahren ist, hat man auch nicht alle Bahnhöfe der Strecke im Kopf. So wunderte man sich zunächst nicht, als als nächster Halt „Brackwede“ genannt wurde. Als dann als Nächstes aber „Nächster Halt: Bielefeld Hauptbahnhof“ ertönte, stutzte man. Das konnte doch gar nicht sein? Wurde der Zug etwa aus irgendwelchen Gründen zurückgerufen? Man sah im Geiste bereits den Anschlusszug in Osnabrück davonbrausen. Der Bahnhof kam in Sicht und nein, es war nicht Bielefeld.

 

Gleich darauf ertönte wieder die Begrüßung der Fahrgäste. Beruhigt ging man davon aus, dass man vergessen hatte, die Ansagen zu ändern, da diese NWB etwa eine halbe Stunde vorher aus Schloß Holte gekommen war und die letzten beiden Bahnhöfe jener Strecke waren es, die man als Ansage gerade gehört hatte und dies nun korrigiert worden war. Nachdem der Zug einige Bahnhöfe hinter sich gelassen hatte, auf die man nicht sonderlich geachtet hatte, bemerkte man an einem Bahnhof, an dem man zufällig das Schild lesen konnte, dass die Ansage nicht mit dem Halt übereinstimmte. Befand man sich etwa im falschen Zug? Man begann genauer darauf zu achten und stellte fest: die Ansage kam zwei Bahnhöfe verspätet, der Zug war also schon zwei Bahnhöfe weiter als es die Ansage vermuten ließ.

 

Da man selbst bis Osnabrück fahren würde, war dies also weiter kein Problem, wäre man jedoch blind gewesen und hätte früher aussteigen müssen, hätte man nur noch darauf hoffen können, dass andere Passagiere mitbekommen hatten, wohin man wollte und einen gewarnt hätten. Denn wer rechnet schon damit, dass ein Zug schneller fährt als seine Ansagen dies erlauben.

jr Sonntag 19 Oktober 2014 - 02:21 am | | bahnblog
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