Weniger Englisch bei der Bahn muss nicht besseres Bahnsprech heißen

Die meisten Bahnfahrer dürften es begrüßenswert finden, dass die englischen Ansagen in Zügen und Bahnhöfen weniger werden sollen. Ansagen, die die regelmäßigen Fahrgäste stören und von Englischsprachigen ohnehin kaum verstanden werden - sei es, weil Grammatik und Aussprache des Zugbegleiters nicht passen oder man bei parallel bremsenden Loks auf dem Bahnsteig ohnehin nichts mehr versteht.

Auch die ausufernden Anglizismen sollen eingedämmt werden. Die Bahncard bleibt die Bahncard, der Intercity der Intercity, aber der ServicePoint heißt nun wieder - international verständlich - Information.

Dass das Bahndeutsch deswegen wieder mehr in Richtung Standarddeutsch rückt, das darf jedoch weiterhin skeptisch gesehen werden. Zu verbürokratisiert ist das Bahnsprech, zu festgefahren die Begrifflichkeiten der Bahnersprache. Auch in Zukunft werden die Bahnansagen komisch klingen. Statt von Gleisen wird aus Gleisen gefahren werden, statt in Waggons wird man in Wagen einsteigen.

dws | Sonntag 04 August 2013 - 7:06 pm | | bahnblog | Drei Kommentare

Bahn-Deutsch Deutsch-Bahn

Bahn: Aus Gleis 2.

Deutsch: Der Zug hält auf Gleis 2 und fährt von dem Bahnsteig ab, der an Gleis 2 grenzt. Aus den Schienen wird er deswegen nicht springen.

dws | Sonntag 04 August 2013 - 6:59 pm | | bahnblog | Ein Kommentar
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Intercity 2952, der Pannenzug

Von der Bahn ist man ja geradezu gewohnt, dass irgendwas nicht funktioniert, und auch nicht für alles kann man der Bahn die Schuld in die Schuhe schieben. Manchmal sind es die Reisenden selbst, die für Verzögerungen oder Unannehmlichkeiten sorgen, manchmal die äußeren Umstände. Dass mal etwas nicht wie im Lehrbuch klappt, damit muss man rechnen. Aber dass überhaupt nichts klappt? Ist das nur Inkompetenz oder schon Absicht?

Intercity 2952 am 27.7. von Berlin Richtung Westen. Die Angabe "Ersatzzug" in der elektronischen Fahrplanauskunft hätte schon stutzig machen müssen, aber es ist eben der zeitlich günstigste Zug.

1. Am Hauptbahnhof angekommen bleiben "nur" knappe 20 Minuten Umsteigezeit. Das reicht gerade so, um auf den überfüllten Rolltreppen kreuz und quer vom Tiefgeschoss, wo die Regionalzüge halten, auf die oberste Ebene, wo die Fernzüge abfahren, anzukommen. Auf einen Fahrstuhl zu warten wäre hoffnungslos. Allerdings klappt das nur, wenn man möglichst vorher weiß, zu welchem Gleis man muss. Auf der Fahrkarte fehlt die Angabe des Bahnsteiges.

2. Auf dem Bahnsteig fehlt der Zug auf dem Wagenstandsanzeiger. Man hat eine Reservierung für Wagen 10, weiß aber nicht, wo sich dieser befinden wird.,

3. Die elektronischen Anzeigetafeln blenden ein Laufband ein: "Bitte die abweichende geänderte Wagenreihung beachten". Ja, wie denn? Man sieht immerhin, wo die 1. Klasse hält.

4. Der Zug fährt ein. Wagen 10 fehlt.

5. Die elektronischen Reservierungsanzeigen funktionieren nicht, aber das ist nun auch egal.

6. Durchsage, dass auch die Reservierungsschildchen aus Papier nicht vollständig gesteckt werden konnten und man Plätze bitte freigeben sollte, wenn Besitzer mit Reservierungen auftauchten.

7. Ich suche immer noch Wagen 10.

8. Durchsage, dass das Zugrestaurant leider geschlossen bleiben muss, aber dass man im Rahmen der Möglichkeiten im Bistro versorgt werden könne.

9. Der pünktlich eingefahrene Zug fährt mit 10 Minuten Verspätung ab.

10. Anschlusszüge in Braunschweig und Hannover können nicht warten und werden verpasst.

... Aber immerhin die Hauptsache hat wohl funktioniert: alle geplanten Bahnhöfe wurden angefahren. Und die Klimaanlage hat auch durchgehalten.

dws | Samstag 03 August 2013 - 5:14 pm | | bahnblog | Ein Kommentar
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