Tastaturentest: Rapoo N7000

Die Rapoo N7000 ist unter den einfachen Membrantastaturen eine der teureren, unter denen mit Inseltasten jedoch eine der günstigeren. Obwohl die von Apple bekannten Tasten im Chiclet-Design verwendet werden, verbirgt sich unter den Tasten keine Scherentechnik, sondern es sind lediglich normale Gummiglocken verbaut. Obwohl die Tasten also nicht extra stabilisiert sind, ist der Anschlag einwandfrei, die Tasten verkanten nicht, wenn man sie nicht ganz mittig trifft. Die Anschlagscharakteristik ist fast so, als würde man auf einer Scherentastatur schreiben, das helle Plicken fehlt jedoch. Vergleichbar ist sie am ehesten mit der Logitech K280e.

Dadurch ist der Anschlag aber auch das, was viele als "matschig" beschreiben würden, es fehlt das Knackige einer mechanischen oder Scissor-Tastatur. Die Tasten haben etwas Spiel und vermitteln durch die fehlende Stabilisierung nicht ganz den hochwertigen Eindruck, wie das bei ultraflachen Notebooktastaturen der Fall ist. Dennoch ist der Anschlag angehehm, sehr weich, und die Haptik ausgezeichnet. Es lässt sich sehr schnell und ermüdungsfrei darauf schreiben, gerade weil der Tastenhub nicht zu sparsam ist, also die Tasten einen etwas längeren Weg zurücklegen müssen, und man nicht das Gefühl hat, direkt auf der Schreibtischplatte herumzuhämmern.

Auch die Geräuschkulisse ist angenehm, allerdings nicht wirklich leise. Wer eine flüsterleise Tastatur sucht, wird mit dieser Rapoo nicht glücklich werden, sie ist eher etwas für Schreiber, für die Geräuschkulisse beim Tippen dazugehört. Den Krach einer mechanischen Tastatur macht sie wiederum natürlich nicht, aber sie erreicht durchaus die Lautstärke von normalen Tastaturen mit hohen Tasten.

Die Tastatur ist in zwei Ausführungen erhältlich, in Schwarz und Weiß, wobei das Weiß hier wirklich einmal Reinweiß ist und kein Beige oder Hellgrau wie bei vielen anderen Tastaturen. Die Tastatur ist ausreichend schwer, aber kein Schwergewicht. Die Cherry Stream oder die Logitech K280e sind bedeutend schwerer. Trotzdem ruht die Rapoo sicher auf allen Unterlagen und verschiebt sich auch beim aggressiven Tippen nicht.

Das Layout ist fast Standardlayout - die Abstände zwischen den F-Tasten sind vorhanden, und es gibt auch keine Experimente mit zusätzlich eingefügten Fn-Tasten oder Ähnliches. Allerdings wurde auf die zweite Windows-Taste verzichtet und die Steuertasten im Mittelblock weichen vom Standard ab. Statt vertikal ist der Steuertastenblock horizontal angeordnet, wie es z. B. auch die Cherry Strait macht. Die Pfeiltasten und Druck/Rollen/Pause verschieben sich dadurch minimal nach links, die Tasten für Bild auf und Bild ab rutschen leicht nach unten, und vor allem die Ende-Taste befindet sich an einer völlig ungewohnten Stelle. Man kann sich mit dieser Anordnung arrangieren, wer jedoch häufig zwischen verschiedenen Tastaturen wechselt, sollte dies berücksichtigen.

Auf eine Doppelbelegung zur Realisierung von Sondertasten wie z. B. bei der Logitech K280e wurde bei der Rapoo N7000 verzichtet, stattdessen wurden einige nützliche echte Sondertasten verbaut: diese befinden sich links neben den Status-LEDs oben rechts auf der Tastatur, und zwar für die Funktionen Browser, Mail, Musikplayer, Ton leiser, Ton lauter und Ton aus. Die LEDs leuchten grün und blenden nicht, da sie von dem halbtransparenten Kunststoff, aus dem auch die Sondertasten bestehen, abgedeckt sind.

Das um die Tastatur herumlaufende silberne Band ist kein Metall, sondern lediglich Dekoelement aus Kunststoff. Die Oberfläche der Tastatur ist aus mattem Kunststoff, lediglich die obere Kante, über den Sondertasten, ist in Hochglanz ausgeführt, so dass die Sondertasten- und Info-LED-Beschriftungen filigraner wirken. Die Beschriftungen der Tasten selbst sind lasergraviert und somit abriebfest.

Technisch gesehen spielt die N7000 von Rapoo damit etwa in derselben Liga wie die Cherry KC 1000 oder die Microsoft 600, mit dem Unterschied, dass hier eben Inseltasten zum Einsatz kommen.

Das Schreiben auf der Rapoo macht Spaß, der Schreibkomfort wird jedoch erkauft mit einem lauteren Klang und einem konstruktionsbedingt höheren Gehäuse, da eben keine Scissor-Tastentechnik verwendet wird. Sie ist geeignet für alle, die ein unaufdringliches Arbeitsgerät in Fast-Standardlayout suchen, das Chiclet-Tasten hat und z. B. wirklich weiß ist.

Logitech 280e
Tasten: inselartig; Technik: Gumminippel

Wertung: 81,8 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) ja
für Vielschreiber (leichter Anschlag) ja
Standardlayout nein
Multimediatasten ja
geräuscharm nein
standsicher (schwer) ja
abriebfest (Tasten, Beschriftung) ja
nichtspiegelnd ja
guter Kontrast ja
krümelsicher ja
Empfehlung ja

dws | Dienstag 07 Juni 2016 - 8:53 pm | | tastentesten | Kein Kommentar

Tastaturentest: Logitech K280e

Mit der K280e bietet Logitech eine Tastatur fürs Büro im Inseltasten-Stil an. Die Tastatur ist mattschwarz und hat eine leicht aufgeraute Oberfläche. Multimediafunktionen sind vorhanden, als Zweitbelegung auf den F-Tasten. Die Zweitbelegung wird mit der Fn-Taste aktiviert, die anstelle der Kontextmenütaste verbaut ist. Zusätzliche Sondertasten sind nicht vorhanden, die Tastatur hat ansonsten Standardlayout.

Die Tastenbeschriftungen sind aufgeklebt und fühlbar, d.h. sie sind auf lange Sicht womöglich nicht so haltbar wie gelaserte Tasten und können abgerieben werden, dafür verblassen sie jedoch auch nicht, wie dies bei lasergravierten schwarzen Tasten oft in unterschiedlicher Intensität zu beobachten ist.

Die K280e wirkt auf den ersten Blick wie eine Scissor-Tastatur, ist jedoch keine. Es ist keine notebookartige Tastatur mit Scherentechnik zur gleichmäßigen Stabilisierung der flachen Tasten, sondern eine herkömmliche Gummimembrantastatur. Der Tastenhub ist daher etwas höher als bei ultraflachen Notebokktastaturen. Von klassischen hohen Tasten ist die K280e nichtsdestoweniger noch weit entfernt.

Die Abmessungen sind durchschnittlich, trotz der angedeuteten Handballenablage ist die Tastatur insgesamt nicht größer als etwa die Cherry Stream. Der unten verschwendete Platz wird an der Oberkante wieder eingespart.

Diese Business-Logitech ist auch nicht die leiseste Tastatur, doch im Gegensatz zu Scissor-Technik-Tastaturen entfällt das helle Plicken, sodass die Geräuschkulisse in etwa vergleichbar ist. Das Tippen auf der K280e klingt gedämpfter, ist aber deutlich vernehmbar. Mit der Dämpfung teurerer Tastaturen kann sie nicht mithalten. Die Leertaste ist, wie so oft, auch hier deutlich lauter als die übrigen Tasten, aber noch nicht unangenehm.

Die Haptik ist dafür umso mehr ein Traum. Der Anschlag ist wunderbar sanft und weich, bei gleichzeitig einwandfrei wahrnehmbaren Druckpunkt. Der Widerstand der unter den Tastenkappen sitzenden Gummiglocken ist optimal gewählt. Die größeren Tasten wie die Null auf dem Ziffernblock oder die Enter- oder Leertaste sind zusätzlich mit Metallschienen stabilisiert.

Damit hat diese Logitech einen Vorteil gegenüber z. B. der ebenfalls auf das Bürosegment zielenden Cherry KC 1000. deren Tasten generell nicht stabilisiert sind und daher teilweise zum Verkanten neigen, wenn man Tasten nicht mittig trifft. Auch die großflächigeren Tasten lösen bei der K280c daher stets gleichmäßig aus. Der Nachteil daran wiederum ist, dass diese derart ausgeführten Tasten ein Quentchen lauer werden.

Die Tastatur lässt sich im Gegensatz etwa zur Apple-Tastatur völlig eben nutzen, Aufstellbeinchen sind natürlich ebenso vorhanden, für den, der einen Aufstellwinkel bevorzugt.

Das Gerät hat ein ordentliches Gewicht, sodass es absolut unverrückbar auf dem Schreibtisch ruht, zusätzlich unterstützt durch Gummistopper an der Unterseite. Auch die Aufstell-Füßchen sind mit Gummistoppern versehen, sodass sich auch beim Erhöhen der Tastatur die Geräuschkulisse nicht verändert, die Tastatur ingesamt gedämpft bleibt und auch nicht plötzlich instabiler wird. Ein kleines Detail mit großer Wirkung, das bei vielen anderen günstigen Tastaturen fehlt.

Interessant ist die vertauschte Reihenfolge der Status-Lämpchen, die sich ansonsten ebenfalls klassisch in der oberen rechten Ecke der Tastatur befinden. Die grüne LED für die Anzeige des aktivierten Nummernblocks ist ganz rechts, der Indikator für die aktivierte Hochstelltaste ganz links.

Unterm Strich bietet Logitech mit der K280e zwar keine High-End-Tastatur, aber ein robustes und wertig wirkendes Arbeitsgerät, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Wer notebookartiges Schreiben, eine Apple-Alternative oder flüsterleises Schreiben sucht, ist an der falschen Adresse, doch Vielschreiber werden die Anschlagscharakteristik und Verarbeitung zu schätzen wissen.

Logitech 280e
Tasten: inselartig; Technik: Gumminippel

Wertung: 81,8 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) ja
für Vielschreiber (leichter Anschlag) ja
Standardlayout ja
Multimediatasten nein
geräuscharm ja
standsicher (schwer) ja
abriebfest (Tasten, Beschriftung) nein
nichtspiegelnd ja
guter Kontrast ja
krümelsicher ja
Empfehlung ja

dws | Samstag 28 Mai 2016 - 11:36 pm | | tastentesten | Kein Kommentar

Tastaturentest: Logitech Bluetooth Multi-Device Keyboard K480

(rr) Man nehme ein paar ausgediente Fernbedienungen aus den 90ern und baue daraus eine Tastatur. So jedenfalls ist der erste Eindruck der Logitech K480, die sich eindeutig an den Multimedia-Nutzer richtet und weniger an Vielschreiber. Es handelt sich hierbei um eine reine Bluetooth-Tastatur, welche sich nicht nur mit bis zu drei Geräten gleichzeitig koppeln lässt, sondern auch für die unterschiedlichsten Betriebssysteme ausgelegt wurde.

Und hierin liegt auch schon eines der größten Mankos begründet: Standardkonformität ist bei der K480 nur sehr begrenzt zu finden. Wer blind schreibt, wird mit der Tastenanordnung keinerlei Probleme haben. Da die Tastatur jedoch für die unterschiedlichsten Betriebssysteme beschriftet wurde, kann die Verwirrung schnell mal groß werden. Graue Beschriftung für die Nutzung mit Apple-Geräten, weiße Beschriftung auf grauen Kreisen für die Belegung der Alt-Gr-Taste unter Windows. Auch bei den Modifier-Tasten links und rechts der Leertaste findet sich diese doppelte Kennzeichnung wieder. Während sich die Beschriftung oberhalb der Trennlinie auf den Modifier bezieht, der an ein Windows-, Android- oder Chrome-Gerät gesendet wird, stellen die Beschriftungen unterhalbder Trennlinie die Modifier für Apple-Geräte dar.

Die Verwirrung setzt sich fort, wenn man die Funktionstasten benutzen möchte. Diese sind nämlich nicht etwa wie gewohnt von F1 bis F12 durch einfachen Tastendruck auszulösen, sondern müssen mittels gedrückter FN-Taste erst umgeschaltet werden, da sie ohne Umschaltung mit Multimedia- und Sonderfunktionen belegt sind. Mit der Software „Logitech Options“ für Windows bzw. „Logitech Preference Manager“ für Mac OS ist es immerhin möglich, die Erst- und Zweitbelegung der Funktionstasten auszutauschen. Einen Nummernblock besitzt die K480 nicht, auch der Sechserblock fehlt an seiner üblichen Position. Dessen Funktionen finden sich aber im Falle von „Entfernen“ und „Einfügen“ innerhalb der Sondertasten oder sind als Zweitbelegung mit dem Cursorkreuz erreichbar, das sich direkt an die rechte Alt-Taste anschließt. Die rechte Windows- und Strg-Taste fehlen damit ebenso wie die Kontexttaste (rechter Mausklick), letztere ist ebenfalls in den Sonderfunktionen zu finden und kann mit F3 aktiviert werden. Durch die kompakte Bauweise sind die Tasten jedoch so eng angeordnet, dass der Blindschreiber etwas Übung braucht, um eine der Funktionstasten zielsicher zu erreichen. Die sonst üblichen Lücken zwischen den Funktionsblöcken fehlen völlig.

Auch wenn die K480 für mobile Endgeräte genutzt werden kann, ist sie mit ihren 822 Gramm bei weitem kein Leichtgewicht. Da sie jedoch einen Tablet- und Smartphone-Ständer mitbringt, dürfte dieses Eigengewicht wohl von Vorteil sein, da besonders größere Tablets die Tastatur sonst zum Umkippen bringen könnten. Im Test mit einem Medion Lifetab P10325 wurde das so gebaute Notebook-Konstrukt zu einem ziemlichen Schwergewicht, das sich auf einem Tisch definitiv angenehmer nutzen lässt als auf dem Schoß. Wie bereits erwähnt, ist die K480 keine Bürotastatur. Zwar sind die Tasten nicht zu klein geraten und die Tastenabstände sogar verhältnismäßig groß, doch der Tastenanschlag irritiert zunächst sehr und ist nur schwer mit bekannten Anschlags-Schemata zu vergleichen.

Weder hat sie den Hub und das klassische Klickern einer Notebook-Tastatur, noch den pappigen Sound einer Cherry G83. Vielmehr erinnert das Drücken der Tasten an den Klang alter Fernbedienungen oder schnurgebundener Festnetztelefone, woran auch die Haptik der Tasten erinnern lässt. Die Geräuschentwicklung ist dabei relativ hoch, die K480 ist also eher keine unauffällige Begleittastatur, um das laufende Fernsehprogramm zu kommentieren. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit können geübte Schreiber jedoch auch auf dieser Tastatur eine passable Geschwindigkeit erreichen, da die Tasten ansonsten sehr leichtgängig sind und der Druckpunkt stabil wirkt.

Fazit: Die Logitech K480 kann mit ihren zahlreichen Einsatzmöglichkeiten eine gute Ergänzung für das Wohnzimmer oder gelegentliche Büroaufgaben sein und erlaubt das schnelle Umschalten zwischen Tablet, Smartphone oder Computer. Die Aussparung zum Hineinstellen eines Tablets ist gut durchdacht, kann die ohnehin schon schwere Tastatur jedoch noch erheblich schwerer machen. Vielschreiber sind mit dieser Tastatur eher falsch beraten, da sie sich zu großen Teilen nicht an Standards hält und mit ihrem eigenwilligen Anschlag nicht zu dauerhaftem Tippen einlädt.

Logitech K480
Tasten: flach; Technik: Schere/Notebook

Wertung: 54,5 %
(wie wir bewerten)

für Schnellschreiber (präziser Anschlag) ja
für Vielschreiber (leichter Anschlag) ja
Standardlayout nein
Multimediatasten ja
geräuscharm nein
standsicher (schwer) ja
abriebfest (Tasten, Beschriftung) nein
nichtspiegelnd ja
guter Kontrast ja
krümelsicher nein
Empfehlung nein

dws | Freitag 04 März 2016 - 01:41 am | | tastentesten | Kein Kommentar