Musashi von Eiji Yoshikawa

Selten habe ich in einem Roman absolut kalte Gewalt und zärtliche Liebe nebeneinander erlebt. Die Handlung des Romans ist zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Japan angesiedelt. Hauptfigur ist der junge Bauerntölpel Takezō, aus dem nach vielen Prüfungen Miyamoto Musashi wird, ein Rōnin, also ein Samurai ohne Herrn, den es tatsächlich gegeben hat und der auf der Suche nach dem Weg des Schwertes und eigentlich auf der Suche nach sich selbst ist.

Um sich selbst zu beweisen und sich weiterzubilden, kämpft er gegen viele bekannte Schwertkämpfer, reist jahrelang durchs ganze Land und lebt ein askteisches Leben, bis fast zur Selbstaufgabe. Dabei verzichtet er auch auf seine große Liebe Otsū, der er sich erst bei Erreichen seines großen Zieles ergeben will.

Otsū aber gibt ihn nicht auf, trotz aller Widrigkeiten, die sie seinetwegen erdulden muss, hält sie an ihrer Liebe zu Musashi fest und reist durchs Land, auf der Suche nach ihm.

Trotz aller Gewalt steckt in diesem Buch viel Sanftmut, viel Zärtlichkeit. Seltsame Begegnungen, sonderbare Zufälle und immer wieder knappes Verpassen sich suchender Charaktere zeichnen diesen Roman aus. Die Geschichte hat mich tief beeindruckt (ich scheine wohl irgendwie eine Schwäche für Geschichten zu haben, in denen Personen allein durch irgendwelche einsamen Gegenden ziehen… :) ) Es ist ein eindrucksvolles Spiegelbild jenes Jahrhunderts und es gibt, da nah an den tatsächlichen Geschehnissen der damaligen Zeit, kein Happy End in dem Sinne.

Die Geschichte soll bereits mehrmals verfilmt worden sein, es soll sogar Fernsehserien geben. Ich kann zur Qualität dieser Produktionen nichts sagen, da ich nichts davon gesehen habe.

Wer in die Welt von Musashi eintauchen möchte, dem wünsche ich viel Spaß beim Lesen!

Musashi
Eiji Yoshikawa
Droemer Knaur, 1984
1181 Seiten

Gefundene Druckfehler: 2

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2 Antworten zu Musashi von Eiji Yoshikawa

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