Der Papyrus des Cäsar von Didier Conrad und Jean-Yves Ferri

Wenn man schon vor der ersten Hälfte des neuen Asterix-Bandes „Der Papyrus des Cäsar“ erst einmal einschläft, ist das wohl kein gutes Zeichen, oder? Es wurde dann doch noch etwas besser, aber vom Hocker gerissen hat einen dieser Band leider nicht.

Viel Wirbel um eine Schriftrolle

Cäsar hat ein Buch über sein Reich geschrieben und auch die unrühmlichen Abenteuer mit den unbeugsamen Galliern nicht ausgelassen. Sein Berater Syndicus rät ihm jedoch, genau dies zu tun, damit nicht rauskommt, dass er eben doch nicht ganz Gallien erobert hat. Einer der Schreiber, der diese Lüge nicht hinnehmen mag, lässt das Kapitel verschwinden, um es anderweitig bekannt zu machen. Die Schriftrolle landet bei den Galliern und damit bei Asterix und Obelix, die sich nun mit Miraculix auf den Weg machen, die Rolle von dem einzigen Druiden auswendiglernen zu lassen, der dazu imstande ist. Das kann Syndicus natürlich nicht zulassen und versucht, den Papyrus zurückzubekommen.

Am Ende verpufft nur heiße Luft

Hat man an den Zeichnungen, die nach wie vor liebevoll gestaltet sind, nichts auszusetzen, so lässt die Geschichte doch einiges zu wünschen übrig. Zwar ist die Vorstellung, Tauben zum SMS-Versand zu nutzen, durchaus reizvoll in Zeiten von zunehmender Überwachung und die Hinweise auf Whistleblower mehr als deutlich, doch wo sind die Schlag auf Schlag folgenden Pointen geblieben? Anspielungen gab es genug, aber wirklich Herausragendes gab es nicht. Selbst die amüsante Diskussion darüber, wer nun im gallischen Dorf das Sagen hat, war nur ein kleiner Höhepunkt.

Schließlich lässt ein allzu friedlicher Cäsar die wohl berechtige Frage aufkommen, ob dies der letzte Band gewesen sein könnte.

Fazit

Es ist eine nette Geschichte und es macht immer noch Spaß, sie zu lesen, aber an frühere Erfolge kann sie nicht anknüpfen, was sehr schade ist, denn dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass diese Comic-Reihe wirklich ihrem Ende entgegengeht.

Didier Conrad, Jean-Yves Ferri
Der Papyrus des Cäsar
Egmont Ehapa 2015
48 Seiten

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2 Antworten zu Der Papyrus des Cäsar von Didier Conrad und Jean-Yves Ferri

  1. Lachnix

    Ich hätts nicht anders zusammenfassen können. Die Zeichnungen sind wundervoll (man denke nur an die Darstellung der Druiden-Behausung), aber der Plot wirkt alles andere als ausgearbeitet. Das beste an der Story ist die letzte Seite, als der Bezug zu Goscinny und Uderzo hergestellt wird. Alles andere davor waren bloße Anspielungen, aber entfalteten keinerlei Witz. Die Handlung schleppt sich irgendwie dahin, wie schon zuvor bei den Pikten, und macht keine Anstalten, jemals Fahrt aufzunehmen oder gar Spannung zu erzeugen. Pointierten, feinsinnigen Humor erwartet man ja schon gar nicht mehr. Der Verlag sollte ganz schnell einen anderen Autoren finden, sonst sind es bald wirklich nur noch die ganz harten Fans, die diese Alben kaufen.

  2. Jennifer Rößler

    Genau! Die letzte Seite wirkt wie ein Abschied für immer, und vielleicht wäre es wirklich besser, sie würden die Serie einstellen, ehe der Ruf mit dem nächsten Heft dann völlig ruiniert ist.

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