Alexanders Erben von Gisbert Haefs

Nach “Alexander” und “Alexander in Asien” lässt Gisbert Haefs nun auch im dritten Band “Alexanders Erben” Geschichte lebendig werden. Seine Charaktere sind größtenteils Personen, deren Existenz belegt ist, aber auch frei erfundene Personen. Die wichtigste Quelle für die geschichtlichen Ereignisse der Diadochenzeit ist hier das Geschichtswerk des Diodoros/Diodochus Sicilus, das jedoch in einigen Punkten bereits widerlegt wurde.

Fast jeder weiß, wer Alexander der Große war. Sein Reich war zu seiner Zeit unvorstellbar groß, er hat unter seinem Regime viele, viele Völker und Kulturen vereint. Doch wie war er? Wie lebte er? Und was geschah nach seinem Tod? Konnte dieses unfassbar große Reich weiterhin zusammengehalten werden? Intrigen brachten Alexander an die Macht, Intrigen und Verrat stürzten ihn schließlich auch wieder. Doch wer soll nun das große Erbe weiterführen? Der schwachsinnige Bruder, der Erstgeborene, der noch ein Kind ist, der zweite, der noch nicht einmal geboren wurde? Oder soll es doch einer von Alexanders engsten Vertrauten sein? Was sagte Alexander auf dem Sterbebett? Niemand weiß es und so greifen viele nach der Macht. Zu viele. Das Reich zerfällt durch Kriege in mehrere Teile. Makedonen kämpften plötzlich gegen Makedonen, was sie sonst nie taten. Hellenen waren plötzlich keine Freunde mehr, und alle anderen waren in den Augen der Makedonen sowieso Barbaren.

Der Kitharode Dymas hat im Laufe seines ereignisreichen Lebens viel über Politik gelernt und weiß darum, dass Alexanders Tod auch seinen Tod bedeutet, denn er weiß zu viel. Doch ein ausgeklügeltes Ränkespiel verhilft ihm zur Freiheit. Auf seinen Reisen fällt er jedoch in die Hände von Sklavenhändlern und am Ende einer Odyssee landet er schließlich wieder dort, wo er gar nicht sein wollte.

Die junge Kassandra bringt Unheil, sagt man, und am Ende verliert sie alles: ihren Vater, ihr Haus und ihr letztes Geld. So zieht sie in die Welt, um sich als Dirne ihren Lebensunterhalt zu verdienen – und landet bei Sklavenhändlern.

Peukastas, der ein Getreuer Alexanders war, sucht seinen verschollenen Vater und führt nebenbei einen Auftrag aus, dessen Natur ihm nur begrenzt bekannt ist.

Tomyris, eine skythische Prinzessin, zieht unter fremden Namen quer durch die Wüste und übers Meer, um den Mann zu finden, der das Symbol ihres Stammes entwendet und ihren Vater ermordet hat.

Diese vier so unterschiedlichen Menschen haben scheinbar nichts miteinander gemein und doch führt sie das Schicksal auf wundersame Weise zusammen, was letztendlich entscheidend zur Klärung der Thronfolgefrage beiträgt.

Wer die Geschichte der Antike einmal lebendig erleben will, dem kann ich die Romane von Gisbert Haefs nur wärmstens ans Herz legen. Zwar sind nicht nur überlieferte Fakten enthalten, nichtsdestotrotz ermöglichen die Romane von Gisbert Haefs doch einen tiefen, detailreichen Einblick in die damalige Zeit und zeigen, wie es damals gewesen sein könnte.

Übrigens findet sich am Ende des Romans ein Glossar, das auflistet, welche im Buch vorkommenden Personen geschichtlich belegt und welche künstlerischer Freiheit entsprechen. Außerdem vervollständigt eine Zeittafel das Werk, sodass die Ereignisse auch Jahreszahlen zugeordnet werden können.

Gisbert Haefs
Alexanders Erben
Heyne 2014
396 Seiten

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