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Rubrik: Kleinkarierte Kritik

Liebe Post …

Gibt es eigentlich schon ein Post-Watchblog? Nein? Dann funktionieren wir die Revue jetzt mal um zum DHL-beobachtenden Blog. Material genug wäre da. Zum Beispiel heute, beim Versuch den tollen neuen Paket-direkt-in-die-Filiale-senden-Service zu nutzen. „Postfiliale direkt“ nennt sich das. Beworben wird das natürlich mal wieder in den höchsten Tönen: Pakete einen Tag früher abholen können als es normalerweise der Fall wäre, wenn Pakete an der Haustür nicht zugestellt werden können und daher am Folgetag in der nächsten Filiale landen. Man adressiert das Paket einfach zusammen mit der persönlichen Postnummer direkt an die nächste Filiale und kann das Paket direkt abholen, unter Vorlage von Ausweis und „Goldcard“.

Denkste. Die SMS-Benachrichtigung kommt immerhin schon am Vormittag, dass das Paket in der Filiale eingetroffen ist und abgeholt werden könne – nicht schlecht. Am Spätnachmittag in der Filiale dann die Realität: Das Personal sucht sich gewissenhaft durch die Regale, kann aber leider nichts finden. Das Paket sei bestimmt noch im Lieferauto, man solle doch bitteschön am nächsten Tag wiederkommen. Wieso man denn dann schon benachrichtigt worden sei? Das wisse man auch nicht, wird zickig beschieden. Zeitersparnis gegenüber sonstiger Zustellung: 0. Unnötige Wege: 1.

Vielleicht nutze ich doch wieder die Packstation. Die ist dann vielleicht einfach nur kaputt und gibt ebenfalls keine Pakete raus, wird dabei aber wenigstens nicht unhöflich. Bei klassischer Zustellung landet man ja leider auch nur wieder in der Filiale.

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Internetbriefmarkenchaos

Die Zustellung wird seit Jahren gefühlt schlechter, aber die Preise steigen natürlich: Statt 55 Cent will die Deutsche Post für Standardbriefe nun 58 Cent. Hört sich nicht weiter dramatisch an, immerhin gibt’s nun 3-Cent-Briefmarken zum Dazukaufen. Allerdings nur als Postwertzeichen, wie es im Postpostbeamtendeutsch so schön heißt.

Wer so blöd war, sich auf das Angebot der Internetbriefmarke einzulassen, hat nun den Salat: da man Internetmarken nicht kombinieren kann, kann man mit den bereits vorhandenen 55-Cent-Marken seit Januar 2013 nichts mehr anfangen. Man kann zwar die gesamten PDF-Bögen einschicken und um Erstattung bitten, aber das funktioniert auch nicht, wenn man die Bögen bereits zerschnippelt und einzelne Marken daraus verwendet hat. Was also tun? Die 20-stelligen Codes jeder Marke einzeln abtippen und an die Post mailen. So also sieht die schöne neue Welt der Briefmarken im Jahre 2013 aus.

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Kampfradler

Ich weigere mich, zu glauben, dass es „Kampfradler“ wirklich gibt. Radfahrer ohne Licht, Bremsen, Verkehrsregelwissen und Manieren, die jede rote Ampel mitnehmen, allen Autos die Vorfahrt nehmen und sämtliche Kinderwagen und Hunde über den Haufen fahren. Jedenfalls nicht, wenn man dieselben Bewertungsmaßstäbe an „Kampfautofahrer“ und „Kampffußgänger“ anlegt.

Doch dann hält man (als Radfahrer) eines Tages wie selbstverständlich an einem Zebrastreifen, um einen Fußgänger („vorfahrtsberechtigt“) hinübergehen zu lassen – und der guckt einen erstaunt mit großen Augen an und bedankt sich anerkennend-überschwänglich, als wäre man der erste Radfahrer, der jemals an einem Zebrastreifen angehalten hätte.

Das macht irgendwie dann doch nachdenklich. Ist da etwa doch was dran an der Kampfradler-Geschichte?

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Umbauarbeiten und Neues

Im Moment tut sich recht wenig in dieser Revue. Der Grund ist, dass die für die Revue geplanten Texte in letzter Zeit stetig ausarten, so dass sie hier den Rahmen sprengen würden. So wurde aus der Notiz zum Ende der Deutschen Welle ein kompletter Artikel für das Knetfeder-Magazin, aus einem Entwurf zu unbeleuchteten Radfahrern im Spätherbst ein Beitrag der Kleinkarierten Kritik.

Der neue Text für die Kritik war der Anlass, dort gleich ein neues, moderneres Design für die Artikelansicht zu testen. Wie immer wurde das optische Erscheinungsbild jedoch nur behutsam weiterentwickelt. Der neue Artikel und die Podcastseite sind nun bereits im neuen Layout gehalten.

Alte Artikelansicht:
Kleinkarierte Kritik im browserfüllenden Format

Neue Artikelansicht:
Kleinkarierte Kritik im im pixelgenauen Format

Das neue Design ist lesefreundlicher, da es auch auf den mittlerweile recht verbreiteten Breitbildschirmen eine bessere Figur macht, ohne dass man mit dem Browserfenster herumspielen muss. Die alten Seiten behalten ihr altes Layout, neue Seiten erscheinen ab sofort im frischeren Gewand. Wenn ein Artikel auch in einer gesprochenen Version vorliegt, wird zudem die Audiodatei künftig direkt in die Artikelseite zum Anhören oder Herunterladen eingebunden.

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Kreativ bei Ebay-Bewertungen, Folge 1

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Wenn Wikipedia Autos bauen würde …

Wikipedia gerät ins Schleudern (Verkehrsschild) • Die Ledersitzbezüge und das Duftbäumchen wären in die Kategorie “exzellente Artikel” aufgenommen.

• Die Anzeige des Autoradios wäre in 260 Sprachen vorhanden.

• Beim Betätigen des Blinkers geschähe – nichts. Bevor das Blinken für alle anderen Verkehrsteilnehmer erkennbar wird, müsste es erst in der Werkstatt gesichtet worden sein.

• Der Motor wäre zur Löschung vorgeschlagen (“hat den überhaupt schon mal jemand gesehen?”).

• Bereits gelöscht wären Nebelschlussleuchte, Scheibenwischerberieselung und Heckscheibenheizung.

• Beim Lenken würden Richtungsänderungen erstmal wieder rückgängig gemacht.

• Wegen fehlender Relevanz für Autos schnellentfernt wären Aschenbecher, Getränkehalter und Handschuhfach.

• Der Kofferraum wäre aufgrund mangelnder Substanz zur Überarbeitung markiert.

• Wegen Redundanz würden das 2., 3. und 4. Rad weggelassen.

• Ebenso der Beifahrersitz und die Rückbank.

• Die Stoßstangen würden “gesperrt”, um Vandalismus zu verhindern.

• Um einen neutralen Standpunkt einzunehmen, wäre das Lenkrad in der Mitte.

• Da sie sich thematisch überschneiden, würden Frontscheinwerfer und Rücklicht zu nur noch einem Licht zusammengelegt.

• Am Heck klebte der Aufkleber: “Sei mutig!”.

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