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Rubrik: Hintergrundbeleuchtet

Schlimm: Uhrenfälschungen

Du merkst, dass in Berlin NerdInternetkonferenz ist, wenn die Spammer Replica Watches in Foren schreiben und Du Dich fragst, warum es nun auch ne Uhr zur Republica gibt.

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Schlimm: Facebook

Schlimm: Eine Party aus Versehen öffentlich bei Facebook ankündigen – und die halbe Welt kommt.

Noch schlimmer: Eine Party aus Versehen öffentlich bei Facebook ankündigen – und niemand kommt.

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Windows-8-Erkenntnis

Wieso nennt Microsoft seine neue Windows-Oberfläche eigentlich „Metro“? – Ganz klar, weil sie fast genauso aussieht wie die Bildschirme der Fahrkartenautomaten in der U-Bahn.

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Leistungsschutzrecht-Bumerang

Leistungsschutzrecht – das könnte noch sehr lustig werden. Wenn sich etwa Blogger, Twitterer & Co. als Verlag organisieren – und dann Geld von den Zeitungshäusern eintreiben, wenn diese mal wieder exzessiv ihre Berichterstattung auf Tweets, Facebook-Einträgen und Blogberichten aufbauen.

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Das Dilemma mit dem Kommentar-E-Mail-Feld

Kommentierende schreiben, sie lesen nicht. So etwa könnte man das Dilemma zusammenfassen. Mit dem Aufkommen von Weblogs vor einigen Jahren änderte sich das Gesicht des Internets völlig. Auf einmal konnte man alles und jedes ohne großen Aufwand kommentieren. Ein Trend, der sich inzwischen bis auf die Artikelseiten konservativster Tageszeitungen auswirkt. Musste man sich zuvor in den typischen Foren wie auch heute noch anmelden, bevor man wie auch immer gearteten Senf dazugeben konnte, reichte fortan die Angabe von Mailadresse und Namen direkt über dem Kommentarfeld. Aber warum eigentlich? Weil die meisten Weblogs mit Wordpress laufen und die Standardeinstellung so aussieht:

Standard-Wordpress-Kommentarfeld

Name und Mailadresse sind Pflichtfelder. Das hat die Internetnutzer im Laufe der Zeit zu gewissenhaften Name-und-E-Mail-Feld-Ausfüllern erzogen. Dabei ist die zwingende Abfrage von Name und E-Mail nicht nur datenschutzrechtlich problematisch, sondern auch lästig. Viele Nutzer haben sich zwar für diesen Zweck eine spezielle Mailadresse, die nur für solche Kommentarfelder verwendet wird, zugelegt oder sie füllen die Felder stattdessen mit Phantasiedaten aus – doch die Frage bleibt, wozu Webseitenbetreiber eigentlich eine Mailadresse zu jedem Kommentar brauchen.

E-Mail- und Namensangabe als Pflichtfelder haben wir bei neuen Knetfeder-Seiten daher schon lange abgeschafft:

vor Kommentarfeld steht: ... es gibt keine Pflichtfelder!

Und nun zeigt sich hier das eigentlich interessante Phänomen: Statt die Felder einfach freizulassen, werden weiterhin typische für Spam-Empfang gedachte Adressen oder Phantasieadressen eingetragen:

nurfuerspam@domain.invalid
nicht@fuer.dich
keine@mail.invalid
no@not.invalid

Die Internetnutzer sind so auf die Eingabe der Pflicht-Mailadresse gedrillt, dass sie gar nicht mehr auf die Idee kommen, dass es auch anders ginge. Man müsste wohl das E-Mail- und Namensfeld komplett entfernen, um die Leute zu ihrem Glück zu zwingen … doch dann würden die Besucher wahrscheinlich den Kommentarbereich nicht mehr für einen Kommentarbereich, sondern für eine Maske zum Bestellen eines Newsletters halten.

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Unsoziales Flattr?

Flattr selbst bezeichnet sich als “sozialen Bezahldienst”. Sieht man genauer hin, müsste es eigentlich “unsozialer Bezahldienst” heißen. Denn es profitieren nur “die Großen”: Niggemeier, Lawblog, Chaosradio, Spreeblick, taz. Ein Text oder Beitrag eines unbekannteren Publizierenden kann noch so genial sein, bei Flattr hat er damit so gut wie keine Chance.

Flattr-Fehler-Button

Für den kleinen Blogger rechnet sich Flattr kaum. Um Zahlungen entgegennehmen zu können, muss man jeden Monat mindestens 2 Euro ins System eingezahlt haben. Mit Micropayment hat dieser Dienst also im Grunde nichts zu tun, es ist für die Mehrheit (die selbst Flattr-Buttons verwendet) eine Art Lotterie, wie etwa Robert Basic zutreffend schreibt.

Der “Einsatz” ist die Aufladung des Flattr-Kontos, der Gewinn ist eher vom Zufall abhängig – davon, ob irgendwann durch sekundäre Kanäle wie Twitter, Facebook, klassische Medien (oder eben die großen Blogs) eines Tages schlagartig eine Menge Internetnutzer gleichzeitig auf einen bestimmten Inhalt aufmerksam werden. Der dann hoffentlich einen freigeschalteten, d.h. durch gedecktes Konto verfügbaren, Flattr-Button hat.

Nicht bei den deutschen Blogcharts gelistete Seiten machen bis dahin eher ein Verlustgeschäft, nehmen vielleicht ein paar Cent ein, zahlen pro Jahr aber mindestens 24 Euro ein, wenn sie ihr Konto aktiv halten wollen. Das Perfide daran ist, dass die “Kleinen” durch die Hoffnung, irgendwann auch einmal mehr Geld einnehmen zu können, dazu animiert werden, genau dies zu tun – immer weiter einzahlen. Immerhin, das ist günstiger, als echtes Lotto zu spielen.

Die ersten Flattr-Nutzer springen – aus unterschiedlichen Gründen – bereits wieder ab, z.B. Rainer Bartel und Anke Gröner.

Notiz am Rande: Da hat jemand unsere Denkanstöße zu Flattr aufgegriffen, die komplette Auflistung kopiert, kommentiert – und damit im vergangenen Monat 9,60 Euro verdient. Unsere Kontonummer wollte noch niemand haben. Flattr – Knetfeder: 1:0. :-)

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