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Rubrik: Hintergrundbeleuchtet

Unsoziales Flattr?

Flattr selbst bezeichnet sich als “sozialen Bezahldienst”. Sieht man genauer hin, müsste es eigentlich “unsozialer Bezahldienst” heißen. Denn es profitieren nur “die Großen”: Niggemeier, Lawblog, Chaosradio, Spreeblick, taz. Ein Text oder Beitrag eines unbekannteren Publizierenden kann noch so genial sein, bei Flattr hat er damit so gut wie keine Chance.

Flattr-Fehler-Button

Für den kleinen Blogger rechnet sich Flattr kaum. Um Zahlungen entgegennehmen zu können, muss man jeden Monat mindestens 2 Euro ins System eingezahlt haben. Mit Micropayment hat dieser Dienst also im Grunde nichts zu tun, es ist für die Mehrheit (die selbst Flattr-Buttons verwendet) eine Art Lotterie, wie etwa Robert Basic zutreffend schreibt.

Der “Einsatz” ist die Aufladung des Flattr-Kontos, der Gewinn ist eher vom Zufall abhängig – davon, ob irgendwann durch sekundäre Kanäle wie Twitter, Facebook, klassische Medien (oder eben die großen Blogs) eines Tages schlagartig eine Menge Internetnutzer gleichzeitig auf einen bestimmten Inhalt aufmerksam werden. Der dann hoffentlich einen freigeschalteten, d.h. durch gedecktes Konto verfügbaren, Flattr-Button hat.

Nicht bei den deutschen Blogcharts gelistete Seiten machen bis dahin eher ein Verlustgeschäft, nehmen vielleicht ein paar Cent ein, zahlen pro Jahr aber mindestens 24 Euro ein, wenn sie ihr Konto aktiv halten wollen. Das Perfide daran ist, dass die “Kleinen” durch die Hoffnung, irgendwann auch einmal mehr Geld einnehmen zu können, dazu animiert werden, genau dies zu tun – immer weiter einzahlen. Immerhin, das ist günstiger, als echtes Lotto zu spielen.

Die ersten Flattr-Nutzer springen – aus unterschiedlichen Gründen – bereits wieder ab, z.B. Rainer Bartel und Anke Gröner.

Notiz am Rande: Da hat jemand unsere Denkanstöße zu Flattr aufgegriffen, die komplette Auflistung kopiert, kommentiert – und damit im vergangenen Monat 9,60 Euro verdient. Unsere Kontonummer wollte noch niemand haben. Flattr – Knetfeder: 1:0. :-)

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Erkenntnis: Arbeitsspeicher-Preise explodieren

Schön: RAM bestellen und sich wie ein Schneekönig über die absolut günstigen Preise freuen.
Tragisch: Feststellen, dass man den Katalog von 2009 erwischt hat.

(Preissteigerung um 190%)

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10 Gründe gegen Flattr

Kaum ein bekannteres Weblog, das derzeit keinen Flattr-Button ausprobiert oder sich zumindest darüber Gedanken macht. Sogar Tageszeitungen versuchen sich schon mit diesem alternativen, “sozialen” Bezahlmodell. Die Hoffnungen sind groß, auch mit Belanglosem Kasse machen zu können, solange es den Geschmack der Massen trifft. Die Idee hinter Flattr ist theoretisch gut, praktisch wird es jedoch nicht funktionieren. Es erscheint wie eine Art Paypal für Nerds.

Flattr-Button, überdimensioniert, flatterhaft wirkend verzerrt

Gründe, die gegen die Verwendung von Flattr sprechen können:

1. Im Endeffekt ist es ein Bettel-Button. Und das hat, gerade wenn er nach dem Lesen, am Ende eines Textes auftaucht, einen leichten Beigeschmack.

2. Das Entstehen der Schere im Kopf wird begünstigt – man wird dazu verleitet, das zu veröffentlichen, was der Masse gefallen könnte.

3. Mancher schwärmt schon davon, wie es sein wird, wenn erstmal Otto Normalsurfer “flattrt”. Doch für Otto gibt es überhaupt keinen Anreiz, sich einen Flattr-Account anzulegen.

4. Man kassiert für anderer Leute Arbeit: Blog X gräbt irgendein tolles Video/Text/etc. aus und die unbedarften Leser belohnen den Finder für’s Finden, nicht den Erschaffer für’s Erschaffen des Videos/Textes/etc.

5. Ein Beitrag kann noch so genial sein – er sieht einfach trotzdem schlecht und armselig aus, wenn daneben ein großer “Flattr: 0″-Button pappt.

6. Am Anfang ist “Flattrn” lustig, doch wer denkt schon regelmäßig daran, sein Flattr-Konto wieder aufzuladen oder Internetseiten zu “belohnen”?

7. Ungeklärte Fragen zum Datenschutz.

8. An Flattr verdient hauptsächlich einer: Flattr selbst. (zum Vergleich: Provision Flattr = 10%; Provision Paypal = EU-weit 1,9% plus 35 Cent)

9. Bald gibt es Dutzende solcher Dienste, die dann ebenfalls genau wie schon bereits jetzt Fluten von Buttons sozialer Netzwerke integriert werden wollen.

10. Es gibt preiswertere Möglichkeiten, zu zeigen, dass einem etwas im Netz gefallen hat.

Nachtrag; 6.6.2010:
11. Wenn Flattr ausfällt, laden auch die angeschlossenen Seiten nicht mehr richtig.

Wer für diesen Beitrag unbedingt etwas bezahlen möchte, kann gerne unsere Kontonummer erfragen.


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Hoffnungslos altmodisch.

Facebook, Twitter, und wie die ganzen sozialen Netzwerke und Mikrobloggingdienste noch heißen mögen… das macht doch inzwischen (fast) jeder. Wir haben hingegen noch etwas, das man laut gängiger Ansicht heutzutage zwar “nicht mehr macht”, aber gerade deswegen sind wir stolz auf das bisschen Nostalgie: Das Gästebuch.

Mein Gott, sind wir alt. :-)

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Internettraditionen in der Weihnachtszeit

Das Internet hat sich in vielen Bereichen zu einer Entsprechung der realen Welt entwickelt.
Bankgeschäfte erledigen, einkaufen, arbeiten, Kontakte pflegen (oder nicht pflegen).

Verkehrsschild: Schnee- und EisglätteNatürlich findet auch die Weihnachtszeit ihre Entsprechung in der virtuellen Welt. Forums-Avatare bekommen Weihnachtsmützen aufgesetzt, Standard-Webseiten-Hintergrundbilder werden durch etwas Rötlich-grünlich-goldenes ausgetauscht und an jeder dritten Ecke gibt es einen “Adventskalender”. Auch für die grässlich blinkenden Fenster-Lichterketten, die zwar keine Weihnachtsatmosphäre, sondern nur Rummelplatzfeeling entstehen lassen, gibt es im Netz etwas Vergleichbares: Schneeflocken. Kleine weiße Schneeflocken-Bildchen, die plötzlich überall nicht nur auf privaten Homepages über die Bildschirme rieseln. Ein einziger Flockenfall treibt den Computerprozessor auf 100%, die Stromrechnung auf’s Maximum und die Rechnergeschwindigkeit gegen Null. Stößt man ausversehen gleichzeitig auf zwei oder mehr vereiste Seiten, friert der Browser ein oder hängt sich gleich das ganze System auf.

GIF-Blocker helfen nicht, Rettung vor dem elektronischen Schneegestöber verspricht meist nur das Deaktivieren von Javascript.

Glücklicherweise ist bald Januar. Und ja, wir hatten vor vielen Jahren auch mal animierte Javascript-Schneeflocken auf der Startseite. ‘Tschuldigung. :)

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Null-Toleranz-Internetsperren

In Frankreich werden Internetanschlüsse per Gesetz gekappt, in England machen’s die Provider von sich aus: wer zum dritten Mal urheberrechtlich geschützte Filme oder Musik illegal, z.B. aus Tauschbörsen, herunterlädt, bekommt den Internetzugang gekappt. Auch in Deutschland gibt es Sympathien für dieses Vorgehen, z.B. in der SPD.

Da fragt man sich doch: wieso eigentlich erst beim dritten Mal? Und wieso eigentlich nur bei MP3s und Videos?

Wir fordern: Null-Toleranz-Politik nach New Yorker Vorbild auch im Internet!

Illegales You-Tube-Video angeklickt? Internet weg.

Im Wiki der Piratenpartei gelesen: Netz abgeschaltet.

In einem Forum Standart statt Standard geschrieben: Leitung gekappt.

Bei Ebay das neue EU-Recht ausgeschlossen: PC beschlagnahmt.

Schlecht über Wolfgang Schäuble, Ursula von der Leyen oder Thomas de Maizière geredet? Das Modem wird verblombt.

Die Farbe Magenta auf der eigenen Homepage benutzt? Die Telekom zieht die Glasfaserkabel wieder raus.

Weitere Ideen für ein besseres Internet gerne in die Kommentare.

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