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Rubrik: Ebay & das EU-Recht

Ebay verändert sich weiter Richtung Shop

Die Entwicklung hin zum Shop-Erlebnis war bereits unübersehbar, auch wenn es mit der Etablierung der verpflichtenden Zahlungsabwicklung durch Ebay selbst letztendlich nicht geklappt hat. Nun geht Ebay dennoch einen Schritt weiter. In der von Ebay herausgegebenen Pressemitteilung heißt es:

Ab November 2014 wird (…) der Rückgabeprozess bei eBay.de vereinfacht. Käufer können dann direkt bei eBay eine Rückgabe einleiten und unter mehreren Optionen den genauen Grund für die Rückgabe des Artikels auswählen.

Und:

Seit August 2014 bietet eBay bereits für einige Käufer den Warenkorb an. Dieser wird schrittweise für alle Käufer verfügbar sein. Darüber hinaus wird ab Herbst 2014 nach und nach die Zahlungsmethode Kauf auf Rechnung eingeführt, um das Verkaufen und Kaufen bei eBay.de noch einfacher zu machen.

Ebay-Pressemitteilung vom 11.8.2014

Elemente, die Käufer bei klassischen Online-Shops vorfinden und erwarten. Der Einkauf bei Ebay wird sich also dem von Online-Shops wie Amazon weiter angleichen. Mit dem ehemaligen Gebrauchtwaren-Flohmarkt hat das nichts mehr zu tun. Ebay wird vordergründig zum direkten Amazon-Konkurrenten, jedoch weiterhin mit dem essentiellen Unterschied, dass Ebay selbst keine Waren anbietet, sondern sich auf die Vermittlerrolle beschränkt. Amazon hingegen hat mit der Öffnung seiner Plattform für Dritte, dem Marketplace, Ebay quasi rechts überholt, indem es die Annehmlichkeiten seiner Verkaufsinfrastruktur mit dem (Gebrauchtwaren-)Handel durch Dritte kombinierte. Ebay kann nur noch reagieren, wie man dieser Tage sieht – und wird damit quasi zum Marketplace-Klon – unter Aufgabe seiner eigenen Identität.

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Ebay: Versandkosten bei Abholung

Jetzt übertreibt es Ebay aber. Nachdem das mit der Übernahme des kompletten Zahlungsverkehrs nicht so recht geklappt hat und Ebay nunmehr doch nicht als Zahlungsdienstleister auftritt, sträubt sich Ebay nun offenbar vollends, noch irgendwas mit Zahlungen zu bewerkstelligen. Zumindest im Einzelfall: Die Auktion war gewonnen, die Kaufabwicklungsbenachrichtigung vom Verkäufer ausgelöst. Der Versand war mit 1,50 angegeben, doch als Zahlungsoption stand nur “Bezahlung bei Abholung” zur Verfügung, die Variante, um zur Kontonummer zu gelangen, fehlte. Klickte man auf “weiter”, war schon alles erledigt. Man hatte die Versandkosten akzeptiert und sich gleichzeitig für Barzahlung bei Abholung entschieden. Kann man das dann eigentlich noch Online-Handel nennen? Wenn man zum Verkäufer ans andere Ende der Republik fährt, bezahlt, und dieser dann das Paket verschickt? Oder ist das schon Einzelhandel 2.0?

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Herzlichen Glückwunsch!

Elektronische Post von Ebay:

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Gut gemacht, Ebay_Benutzername! Als Nächstes geht es zum Bezahlen. Herzlichen Glückwunsch. Jetzt gehört der Artikel Ihnen!
——

Dürfen bei Ebay eigentlich Hobbypsychologen die Standardmailtexte schreiben?

Man kommt sich ja vor wie ein Hund, der gerade das Stöckchen apportiert hat. Und dafür nun ein Leckerli bekommt.

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Das Kleingedruckte …

Aus einer Ebay-Artikelbeschreibung:

Das EU-Gewährleistungsrecht macht es zwingend erforderlich, folgende Angaben zu machen: Das Angebot ist privat. Der Verkauf ist privat und erfolgt unter Ausschluss jeglicher Garantieansprüche und Rücknahme.

B-L-Ö-D-S-I-N-N.

Bereits wenn Sie mitbieten, um die Ware zu erwerben, erklären Sie sich ausdrücklich damit einverstanden, diesen Text komplett gelesen und verstanden zu haben

… und Ihre Oma an den unterlegenen Bieter abzugeben, falls Sie die Auktion gewinnen sollten.

Meine Güte, hört das denn nie auf?

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Viel heiße Luft um nix.

Aus einer Ebay-Artikelbeschreibung:

Privatverkauf!
Kein Umtausch und keine Garantie und auch kein Rückgaberecht.

Damit hat der private Verkäufer streng genommen alles mögliche ausgeschlossen (überflüssigerweise, weil er Umtausch, Garantie und Rückgabe sowieso nicht ermöglichen muss) – aber das, was er vermutlich eigentlich wollte (nämlich die Gewährleistung nicht zu übernehmen), das hat er ausgerechnet nicht getan.

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Rückgabe bei Ebay möglich, wenn nicht ausgeschlossen?

Natürlich nicht. Es ist ein neues Phänomen bei Ebay: Da fast jeder Privatverkäufer (unnötigerweise) auch die Rücknahme in der Artikelbeschreibung mit den berühmten Klauseln ausschließt, meinen inzwischen die meisten Käufer ebenfalls, die Rückgabe von Artikeln wäre generell möglich, wenn sie nicht vorher ausgeschlossen wurde. Und verpassen den Verkäufern dann eine rote Bewertung, wenn sie die Ware nicht zurücknehmen wollen (was sie als Privatverkäufer natürlich nicht müssen).

Mit „Gewährleistung“ (mangelhafte Sachen) hat das auch nichts zu tun, das ist eine andere Baustelle.

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