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Rubrik: Ebay & das EU-Recht

Herzlichen Glückwunsch!

Elektronische Post von Ebay:

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Gut gemacht, Ebay_Benutzername! Als Nächstes geht es zum Bezahlen. Herzlichen Glückwunsch. Jetzt gehört der Artikel Ihnen!
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Dürfen bei Ebay eigentlich Hobbypsychologen die Standardmailtexte schreiben?

Man kommt sich ja vor wie ein Hund, der gerade das Stöckchen apportiert hat. Und dafür nun ein Leckerli bekommt.

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Das Kleingedruckte …

Aus einer Ebay-Artikelbeschreibung:

Das EU-Gewährleistungsrecht macht es zwingend erforderlich, folgende Angaben zu machen: Das Angebot ist privat. Der Verkauf ist privat und erfolgt unter Ausschluss jeglicher Garantieansprüche und Rücknahme.

B-L-Ö-D-S-I-N-N.

Bereits wenn Sie mitbieten, um die Ware zu erwerben, erklären Sie sich ausdrücklich damit einverstanden, diesen Text komplett gelesen und verstanden zu haben

… und Ihre Oma an den unterlegenen Bieter abzugeben, falls Sie die Auktion gewinnen sollten.

Meine Güte, hört das denn nie auf?

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Viel heiße Luft um nix.

Aus einer Ebay-Artikelbeschreibung:

Privatverkauf!
Kein Umtausch und keine Garantie und auch kein Rückgaberecht.

Damit hat der private Verkäufer streng genommen alles mögliche ausgeschlossen (überflüssigerweise, weil er Umtausch, Garantie und Rückgabe sowieso nicht ermöglichen muss) – aber das, was er vermutlich eigentlich wollte (nämlich die Gewährleistung nicht zu übernehmen), das hat er ausgerechnet nicht getan.

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Rückgabe bei Ebay möglich, wenn nicht ausgeschlossen?

Natürlich nicht. Es ist ein neues Phänomen bei Ebay: Da fast jeder Privatverkäufer (unnötigerweise) auch die Rücknahme in der Artikelbeschreibung mit den berühmten Klauseln ausschließt, meinen inzwischen die meisten Käufer ebenfalls, die Rückgabe von Artikeln wäre generell möglich, wenn sie nicht vorher ausgeschlossen wurde. Und verpassen den Verkäufern dann eine rote Bewertung, wenn sie die Ware nicht zurücknehmen wollen (was sie als Privatverkäufer natürlich nicht müssen).

Mit „Gewährleistung“ (mangelhafte Sachen) hat das auch nichts zu tun, das ist eine andere Baustelle.

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Ich habe mich über das EU-Recht informiert …

Dass Viren-Mails gerne behaupten, sie seien auf Viren geprüft und betrügerische Seiten selbstverständlich behaupten, alles ginge mit rechten Dingen zu, das sollte bekannt sein. Nach einem ähnlichem Muster gibt es nun auch einen der vielen Ebay-„Garantie“-Ausschlüsse:

Achtung! Nachdem so etwas mittlerweile fast jeder in seinen Auktionstext schreibt, bin ich nachdenklich geworden und habe mich informiert. Beachten Sie bitte die folgenden Verkaufsbedingungen: (…) Der Artikel wird „so wie er ist“ von Privat an Privat verkauft, dies bedeutet: mit der Abgabe eines Gebotes erklären Sie sich ausdrücklich damit einverstanden, auf die Ihnen nach neuem EU-Recht gesetzlich zustehende Gewährleistung/Garantie bei Gebrauchtwaren zu verzichten.

Da wäre natürlich interessant zu wissen, wo sich derjenige informiert hat. In der „Micky Maus“?

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Flache Erde bei Ebay

Warum man besser nicht versuchen sollte, sich ohne Fachwissen einen eigenen Gewährleistungsausschluss für seine Ebay-Auktionen zusammenzubasteln, beweist das folgende Exemplar, an dem wirklich überhaupt nichts mehr stimmt.

(…) schließe hiermit die nach neuem EU-Recht vorgeschriebene Garantie

gibt es nicht

und Umtauschrecht

gibt es nicht

von einem Jahr

2 Jahre

auf alle hier angebotenen Produkte aus. Die Angaben über den angebotenen Artikel sind nach bestem Wissen und Gewissen gemacht worden.

Selbstverständlichkeit

Mit Abgabe eines Gebots nimmt der Bieter den Haftungsauschluss

nimmt er nicht

und die AGB von E-Bay an

wurden bereits bei der Anmeldung akzeptiert

und akzeptiert, dass es sich bei einer Auktion um eine Versteigerung

es sind keine Versteigerungen

im Sinne des § 3 Abs. 5 des Fernabsatzgesetzes

seit Jahren abgeschafft

handelt. Da es sich um einen Privatverkauf handelt, gehen Sie mit der Abgabe eines Gebotes eine Kaufverpflichtung ein

auch bei gewerblichen Angeboten üblich

und verzichten auf jegliche Garantie und Gewährleistung, sowie Rückgabe und Umtausch.

kann er gar nicht

Dieser „Ausschluss“ geht wie viele andere ähnliche Pamphlete vollkommen nach hinten los und hat nur einen einzigen Nutzen: der potentielle Käufer erfährt, dass er hier nicht wirklich erwünscht ist – und sein Gegenüber keine Ahnung hat. Genauso gut hätte der Verkäufer auch schreiben können: „Mit Abgabe des Gebotes erkennen Sie an, dass die Erde eine Scheibe ist“. Die Wirkung bliebe dieselbe.

(Dank an Johannes B. für den Hinweis!)

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