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Rubrik: Linkurteil-Märchen

Der Linkurteil-Hoax

Bei einer Seite, die sich rund um Hoaxes, Mythen und moderne Märchen dreht, darf das Märchen vom Linkurteil natürlich nicht fehlen:

Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten /verknüpften Seiten, (…)

Aber doch nicht im eigenen Impressum!

Liebe Hoaxillas – das Distanzieren von Verlinkungen ist ein Hoax!

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Mal wieder Internetfolklore

Im Forum von Leselupe hat jemand einen nette Abhandlung über das ängstliche Verhältnis der Deutschen zum Internet veröffentlicht. Qintessenz: Habt keine falsche Angst vor Obrigkeit und eurer eigenen Courage im Netz.

Und was liest man gleich einen Klick weiter dann im Impressum von leselupe.de?

... distanzieren sich die Betreiber ... hiermit ausdrücklich von den Inhalten aller externen Seiten

Etwas anderes hätte uns auch gewundert. :wink:

(Text aufgenommen in die Literaturliste)

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Der Tagesspiegel recherchiert schlecht

Journalisten stellen gerne Fragen. Beim Beantworten selbiger, wenn sie selbst einmal gefragt werden, sind sie leider oft weniger engagiert. So auch beim Tagesspiegel.

Kommentieren kann man beim Tagesspiegel neuerdings die Artikel, statische Seiten wie das Impressum leider nicht, dabei wäre auch das dringend nötig. Denn ausgerechnet die Zeitung, die sich als Wahlspruch rerum cognoscere causas (den Dingen auf den Grund gehen) auf die Fahnen geschrieben hat, verbreitet das “Märchen vom Linkurteil”:

Impressum des Tagesspigels im Browserfenster

Auf unsere Anfrage, wie es dazu kam, dass man im Impressum des Onlineangebotes der Tageszeitung den berühmt-berüchtigten Linkurteil-Disclaimer lesen kann, wurde nicht reagiert.

Lieber Tagesspiegel: Wir wiederholen uns, aber auch für Dich nocheinmal exklusiv: Das Landgericht Hamburg hat am 12. Mai 1998 nicht (!) entschieden, dass man sich vor Mitveranwortung nur schützen kann, wenn man sich pauschal von allen verlinkten Fremdinhalten distanziert. Diese Darstellung ist falsch, der gesamte Absatz im übrigen eine grobe Vereinfachung, führt dadurch in die Irre, begünstigt Legendenbildung und ist einfach albern. Einzelheiten hier.

(Tagesspiegel.de als Beispiel aufgenommen ins Kuriositäten-Kabinett)

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Späte Einsicht? Stichprobe zur aktuellen Disclaimer-Verbreitung

Ratloser ParagraphDas “Gruselkabinett” auf den Seiten des “Linkurteil-Märchens” ist mittlerweile legendär, sind es doch unter anderem nicht gerade die unbekanntesten Seiten, die sich mit juristischem Unfug in ihrem Impressum schmücken. Beziehungsweise schmückten… schauen wir doch mal, wer von den Porträtierten noch immer an die berühmte Internet-Legende glaubt:

In SternTV klärte Günther Jauch jüngst über populäre Rechtsirrtümer auf, Stern.de hingegen distanziert sich munter weiter von “gelinkten Seiten”.

Die Staatsanwaltschaft Aachen zitiert das Hamburger Urteil inzwischen nicht mehr, distanziert sich jedoch nachwievor ausdrücklich von verlinkten Seiten.

Das OLG Köln und das Landgericht Neuruppin behauptet dafür immer noch, dass man sich wegen eines Hamburger Urteils von allen Seiten disztanzieren müsse.

Die Bundesnetzagentur, vormals RegTP, hat inzwischen eine neue Internetseite. Der Linkurteil-Unsinn hat die Umbauarbeiten überlebt und ist mit umgezogen.

Einsicht bewies hingegen die deutsche Kultusministerkonferenz: Der Hinweis auf das Hamburger Urteil ist sang- und klanglos verschwunden.

Auch StudiVZ hat den Linkurteil-Disclaimer mittlerweile ersatzlos aus dem Impressum gestrichen.

Welche Schlüsse lassen sich aus dieser Stichprobe ziehen? Die Internetlegende hält sich mitunter recht hartnäckig – vereinzelt besteht aber durchaus Hoffnung. Heraus sticht weiterhin leider die Bundesnetzagentur, die doch eigentlich Vorbildcharakter haben sollte, anstatt sich an der Verbreitung von Mythen zu beteiligen.

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Jurastudenten ins StudiVZ.net!

Die derzeit die Runde machende Studentennetzwerkseite StudiVZ.net hat sicherlich vieles: einen seriösen, sympathischen Chef, Geld, Expansionsdrang und investigative Aufmerksamkeit. Aber eines haben sie dort sicherlich zu wenig: Jurastudenten. Denn sonst würde sich StudiVZ.net wohl kaum an der Verbreitung der beliebten Internet-Folklore beteiligen:

Screenshot StudiVZ.net

(Aufgenommen in die Kuriositätensammlung)

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Schon wieder das Kuriositätenkabinett

Erst letzten Monat fiel jemandem die Seite des Neuruppiner Landgerichtes auf, diesmal ist es die Staatsanwaltschaft Aachen, die sich mit einem kuriosen Hinweis auf das “Linkurteil” des Landgerichts Hamburg schmückt und dadurch schätzungsweise ungewolltes Amüsement bietet.

Screenshot

Auffällig ist, dass die Seite von Inhalt und Gestaltung recht stark der Selbstdarstellung des Oberlandesgerichtes Kölns ähnelt – das ebenfalls den berüchtigten Disclaimer verbreitet. Da wird doch nicht etwa die gleiche selbe Agentur verantwortlich gewesen sein und in sämtliche Justizseiten Nordrhein-Westfalens diesen Unsinn eingebaut haben…? Bloß nicht drüber nachdenken… #-)

(Dank an Dieter M. für den Link!)

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