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Archive forMai, 2004

Knetfeders Kulturelles Kapital

Melanies KleinkindpädagogikseiteNatürlich sind neue Seiten immer interessanter als solche, die es schon lange gibt und die man schon diverse Male durchgelesen hat. Von daher würde ich einen gewissen – den Logs nach nicht zu leugnenden – Ansturm auf meine design- und inhaltsmäßig überarbeiteten Kleinkindpädagogik-Seiten ja verstehen. Und ich freue mich selbstverständlich darüber! Irgendwie würde man sich ja doch nicht so viel Arbeit machen, wenn man schließlich selbst der einzige wäre, der sich auf den Seiten ab und zu umsieht ;) So weit, so klar. Was aber erklärt die Tatsache, dass innerhalb der letzten 14 Tage ca. 10 Personen meine auf dieser Seite vorgestellte Seminararbeit über Pierre Bourdieus Habituskonzept angefordert haben??? Mal ganz davon abgesehen, dass ich die Themen meiner anderen Arbeiten den soziologischen Ausführungen Bourdieus auf jeden Fall vorziehen würde – während dennoch Bourdieu die “Charts” der Seminararbeiten schon lange anführt – lag die durchschnittliche “Bestellmenge” aller (!) Hausarbeiten bisher bei ca. einer pro Woche. Nun aber erfreut sich Bourdieu bereits alleine (!) einer größeren Beliebtheit. Entweder alle Soziologie- und Pädagogikprofessoren haben plötzlich erkannt, dass sie ihre Studenten am nachhaltigsten von deren nahezu vollkommener Unkenntnis und Verständnislosigkeit für soziologische Zusammenhänge überzeugen können, indem sie ihnen in den Seminaren kurz und knapp Bourdieus nicht uninteressantes Gedankengut nahebringen, um sie dann, nachdem die Studenten den Eindruck gewonnen haben, jene absolut logisch klingende Habitustheorie ohne allzu große Anstrengungen konsumieren und referieren zu können, mit Bourdieus komplexen Konzepten in dicken Büchern zu konfrontieren (so erging es mir damals). Wenn der Student das merkt, ist es in der Regel schon zu spät, das Referat muss gehalten oder die Hausarbeit geschrieben werden – was tun? Oder aber [dieses "oder" bezieht sich auf das "Entweder" von etwa 3 Kilometern oberhalb in diesem Text; ja, ich stehe Bourdieu in nichts nach: auch nach Lektüre dieses Revue-Eintrages wird selbst der geneigte Leser nicht mehr wissen, worum es zu Anfang ging - was wiederum nicht so schlecht ist, denn auf diese Weise erfährt jeder, wie man sich fühlt, nachdem man zum ersten Mal Bourdieu gelesen hat], nochmal: oder aber, ein einziges Soziologie-Seminar verursacht den “Run” auf meine Arbeit, weil allen die selbe Aufgabe gestellt wurde. Man weiß es nicht! Ich verschicke jedenfalls weiter brav meine damals ebenfalls in rechtschaffener Verzweiflung geschriebene Arbeit, und hoffe, dass sie auf nicht allzu einfach Weise ausdrückt, was Bourdieu uns sagen will: wir können alle nicht aus unserer Haut!

P.S.: Ich möchte mit diesem Text keinesfalls ausschließen, dass sich nicht tatsächlich auch jemand in Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, freiwillig und in voller Kenntnis der ausufernden Ausführungen Bourdieus an die Be- und Verarbeitung seiner Theorien wagen könnte! Angesichts der “Hilferufe” liegt aber die Vermutung nahe, dass es in vielen Fällen eher so abläuft wie bei mir und wie oben beschrieben.

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Frühlingsdeko

Das wurde aber auch langsam mal Zeit: eigentlich halten wir nichts von ständigen Verschlimmbesserungen oder “Updatewahn”, aber diesmal musste es einfach sein. Schließlich sah die Knetfeder-Startseite seit Entstehung des Projektes (also knapp zwei Jahre) nahezu unverändert aus – nämlich so:

alte Startseite

Durch das Hinzufügen weiterer Seiten und Themenbereiche ähnelte unser “Eingang” mittlerweile einem Flickenteppich, bei dem man aus dem Scrollen nicht mehr herauskam. Also haben wir das ganze etwas restrukturiert und optisch angeglichen. Die alte Symbolik bleibt natürlich erhalten.

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Betrieb eines 486er im Gigahertz-Zeitalter

Wenn ich nach neuen Programmen oder Konfigurationshilfen für meinen 486er suche, dann stoße ich in Suchmaschinen immer öfter auf meine eigenen Seiten. Schlechtes Zeichen. Das heißt, entweder benutze ich die falschen Suchbegriffe, oder die Leute haben recht wenn sie sagen, es würde heute niemand mehr ernsthaft mit einem 486er arbeiten. Zumindest kann man dies ständig in diversen Internetforen oder im Usenet lesen, wenn Argumente gesucht werden, um zu rechtfertigen, dass aktuelle Software alte Rechnerarchitektur nicht mehr zu berücksichtigen braucht.

Deshalb muss ich hier jetzt mal eine Lanze für alte Rechner brechen: Mein 486er steht nach wie vor betriebsbereit neben dem Schreibtisch und wird auch benutzt.

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