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Archive forDezember, 2004

Dritte Welt?

Anti-BerlinWie heißt die Stadt, in der katzengroße Ratten durch schrottige Sumpfgelände laufen und Kakerlaken unter Naturschutz gestellt werden? Die Stadt, in der es weder gelingt, einen alten Flughafen stillzulegen, noch einen neuen zu eröffnen? Harald Martenstein weiß die Antwort.

PS. Vielleicht kann man ein Riesenrad ja auch auf einem ehemaligen Flughafen bauen.

Nicht kommentierbar

Fragen Sie uns – wir wissen es auch nicht. (Folge 4)

Schon folgt der vierte Teil der knetfedrigen Aufklärungsserie, der besonders jetzt in den Weihnachtsferien von einiger Relevanz sein könnte. Denn wenn Familienfeiern gar zu langweilig werden und jeder jedem auf die Nerven geht, bietet sich ein entspannendes PC-Spiel doch geradezu an. Das kostenfreie Frozen Bubble eignet sich dafür aufgrund seines weihnacht- und winterlichen Designs ganz vorzüglich. Leider impliziert die Installation dieses Arcade-Games eine wahre Kettenreaktion von Problemen, die allerdings nicht auf seiten der Software, sondern ganz allein im Hirn des Users entstehen: 1.) wer ein Spielchen installiert, will es zumindest einmal anspielen, stellt jedoch schnell fest, dass es ihm 2.) aufgrund des bubbligen Suchtpotentials unmöglich dünkt, ein Ende zu finden. Dies führt 3.) zwangsläufig dazu, dass der Spieler irgendwann Level 70 erreicht, womit wir beim Thema dieses Beitrags – und der sich in den Knetfeder-Logs häufenden – Suchanfrage “frozen bubble level 70” angelangt wären: wie kann man jemals zu Level 71 vorstoßen, wenn Stunden und Tage (sowie auch Nächte, Wochen und u.U. Lichtjahre) ehrfürchtig vor dem hartnäckigen Level 70 dahinschmelzen? Nunja, zugegeben, würde man uns die Frage tatsächlich auf diese Weise stellen, könnten sogar wir sie beantworten. Da die suchmaschinengemäß unsemantisch eingegebene Frage aber vermutlich vollständig lauten soll: “wie zum *** löse ich Level 70???”, gehört unsere Antwort mal wieder in die Kategorie “wir wissen es auch nicht”! Zwar gelang uns beiden die Bewältigung des Levels jeweils eines schönen Tages, aber hierbei muss es sich um unseren Glückstag gehandelt haben, denn die Konstellation von Kugeln, Farben, Sehfähigkeit, Kognition, Motorik und Wetter war uns seitdem nie wieder hold….

So, und jetzt bubbeln Sie schön weiter, denn Sie werden hier im Internet keine Lösung Ihres Problems finden, abgesehen von dem Ratschlag: Selbst ist der Pinguin.

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Fragen Sie uns – wir wissen es auch nicht. (Folge 3)

SuchmaschinenHeute der dritte Teil unserer beliebten Serie (zuletzt erschienen: Wachsfigurenkabinett Berlin und die dass/das-Regel). Diesmal wollte ein Googlenutzer auf unseren Seiten in Erfahrung bringen, zu welcher Tierart der Fuchs gehört. Auch hier hat eine Suchmaschine wieder versagt, denn die Antwort auf die gestellte Frage befand sich nicht auf unseren Seiten – bis eben: Der Fuchs (lat.: Vulpes vulpes), auch oft als Rotfuchs bezeichnet, gehört wie der Wolf zur Familie der Hunde. Bitteschön.

Der “kleine Fuchs” (lat.: Vanessa urticae) allerdings ist keine Hundeart, sondern ein Schmetterling (mit fuchsroten Flügeln) aus der Familie der Fleckenfalter.

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Fragen Sie uns – wir wissen es auch nicht. (Folge 2)

SuchmaschinenWillkommen zum zweiten Teil unserer kleinen Serie. Nicht nur ein/e Suchende/r wollte in den letzten Monaten von uns in Erfahrung bringen, was es mit dem Wachsfigurenkabinett Berlin auf sich hat. Und um ehrlich zu antworten: Wir wissen es auch nicht. Aber wir haben mal ein wenig recherchiert: Dass es ein Wachsfigurenkabinett in Berlin gab, das steht außerfrage, denn in selbigem habe ich Ende der Neunziger selbst gestanden: im Berliner “Panoptikum” (1972-1998). Diese Wachsfigurenausstellung war in einem heute nicht mehr existenten Gebäude, schräg gegenüber dem Café Kranzler, am Kurfürstendamm Nr. 227 (“Kudamm-Eck”) zu finden und verbreitete einen Charme irgendwo zwischen vorletzer Jahrhundertwende und 80er Jahre, obwohl die Wachsfiguren natürlich nicht auf eine bestimmte Epoche beschränkt waren. Mit Abriss des Gebäudes verschwand auch das Panoptikum und beendete damit vorerst die Traditon der Wachsfigurenkabinette in Berlin, die mit einem 1873 von Louis Castan gegründeten und im 2. Weltkrieg zerstörten Panoptikum begann. Erst ab Januar 2004 gab es wieder ein Wachsfigurenkabinett in der Hauptstadt, nämlich an der Friedrichstraße Nr. 45. Allerdings hatte dies offensichtlich nichts mit dem bisherigen Panoptikum gemeinsam, da es sich bei den Ausstellungsstücken um eine Leihgabe eines russischen Museums handelte. Darunter war auch eine Wachsfigur Hitlers, an der sich nach Presseberichten israelischer Medien (“Hitler steht am Checkpoint Charlie”) im März ein Skandal entzündete. Seitdem ist Berlin wieder wachsfigurenkabinettlos. Die Wachsfiguren vom Ku’damm liegen weiterhin irgendwo im Depot und warten auf den laut museen.de angekündigten Neubau, aber ansonsten muss man wohl sagen: nichts Genaues weiß man nicht. Wer Wachsfiguren sehen möchte, wird derzeit in Berlin jedenfalls nicht fündig und muss nach London oder Hamburg.

Nachtrag [15.12.2004]: Die Berliner Zeitung berichtete heute vom tatsächlichen Verbleib des Kabinetts: demzufolge sind die Wachsfiguren derzeit bei einer Großbeerener Spedition eingelagert. Über eine Rückkehr zum Berliner Kurfürstendamm wird 2005 entschieden.

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Qualmende E-Mails II

Finden Sie den untenstehenden Eintrag irgendwie verstörend? – Ich auch. Sie sind sich nicht sicher, was genau ich Ihnen unter der Überschrift mitteilen will? – Ginge mir genauso. Sie haben sich gefragt, ob Ihr Computer evtl. einen Ladefehler gemacht hat? – Dann können Sie ja bestens nachvollziehen, was in mir vorging, als ich innerhalb der letzten Wochen zwei Mails von verschiedenen Personen erhielt, die nichts weiter als die Betreffzeile “Hausarbeit Bourdieu”, bzw. “Hausarbeit Gehirn” enthielten. In Anbetracht des Angebots auf meinen Kleinkindpädagogik-Seiten könnte man einwenden, dass dort nichts von einer Inhaltspflicht der Anforderungsmails steht und mir schließlich auch klar sein müsste, was der Absender vermutlich von mir erwartet. Ich möchte aber hier doch einmal klarstellen, dass ich im Zeitalter der elektronischen Post nicht mehr bereit bin, AUF RAUCHZEICHEN ZU REAGIEREN!
Es ist zwar nicht unbedingt notwendig, eine Begründung für die Anforderung einer Hausarbeit anzugeben (Nicht notwendig – aber ideal! Freue mich sehr darüber und habe aufgrund dieser netten Geste schon einige interessante Mails mit Müttern, Studenten, Erziehern, Großmüttern und Professoren ausgetauscht), aber eine kleine einleitende Bemerkung, ein Gruß oder ein “Dank im Voraus” würden die Kommunikation schon soweit in Gang bringen, dass ich dem geäußerten Wunsch nach Zusendung einer Hausarbeit in der Regel innerhalb von 24 Stunden nachkommen könnte. Natürlich haben auch die beiden oben genannten Interessenten die gewünschten Hausarbeiten erhalten – allerdings ebenfalls in alter indianischer Tradition…

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Qualmende E-Mails

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