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Archive forJuli, 2005

Huch!

Nicht zu fassen. Da ist man mal wieder bei Ebay unterwegs – und auf einmal läuft einem da die eigene Homepage über den Weg – diesmal nicht als (laut Ebay-AGB problematischer) Verweis aufs EU-Recht, sondern in der Form eines Benutzernamens:

Bewertungsprofil von knetfeder

Und nein, wir stecken nicht dahinter. Da stellen sich dann spontan ein paar Fragen:
1. Gibt es doch jemanden, der tatsächlich Knetfeder heißt?
2. Wenn nein, gibt es das Wort, von dem wir dachten, dass wir es erfunden haben, doch noch in einem anderen Zusammenhang?
3. Wenn nicht, wieso wählt jemand knetfeder als Ebay-Benutzernamen, der nichts mit Knetfeder zu tun hat?

Im ersten Moment beschleicht einen dann doch ein etwas mulmiges Gefühl. So ähnlich müssen sich Betrugsopfer fühlen, die plötzlich feststellen müssen, dass ihre Identitäten geklaut wurden, um damit bei Onlineauktionen Schaden anzurichten. Die Ebay-Knetfeder scheint zu den Guten zu gehören, aber was wäre, wenn es sich dabei tatsächlich um jemanden handeln würde, der seine Käufer prellt? Was würde ein aufgebrachter, erboster Ebayer mit den gewonnen Informationen wohl anstellen, wenn er eine Suchmaschine mit “knetfeder” füttert? Würden wir ihm überzeugend klarmachen können, dass nicht wir es waren, die ihm etwas verkauft haben? Nun, wenigstens können wir jetzt kurzerhand auf diesen Text hier verweisen, sollten doch irgendwann mal Beschwerden kommen. Hoffen wir das beste… ;-)

PS. EU-Recht als Benutzername ist übrigens auch schon vergeben. Sollten wir uns nun vielleicht doch noch schnell wir-haben-nichts-zu-tun-mit-knetfeder sichern, bevor noch Schlimmeres passiert? :)

Nachtrag (6.08.2005): Die Neugier war stärker. Wir haben Ebay-Mitglied “knetfeder” einfach mal gefragt, wie es zu seiner Namenswahl kam (und hatten insgeheim auf einen Fan gehofft), aber Pustekuchen: weder Chicken Run noch wir hatten Einfluss auf die Namensgebung – “knetfeder” ist einfach ein Spitzname mit autobiographischem Hintergrund in den 80er Jahren und hat daher mit uns absolut nichts zu tun. Jetzt müssen wir uns tatsächlich mit dem Gedanken abfinden, dass es noch weitere Knetfedern auf der Welt gibt und wir das Wort definitiv nicht erfunden haben…

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Lebenslänglich!

§?An der Verwendung des Wörtchens “lebenslänglich” erkennt man seit jeher den Nicht-Juristen, denn ein Leben “ist höchstens lang, aber nicht länglich” (gewachsener Sprachgebrauch? Uns doch egal!). Auch der journalistischen Zunft sieht man so auf den ersten Blick an, wieviel Qualität sie in ihre Texte steckt (nebenbei bemerkt: grundsätzlich lebenslänglich bekommt, wer Bundesverfassungsgericht mit BVG abkürzt).

SpiegelOnline hat nun einen sprachlichen Kompromiss gefunden, wie man die beiden konkurrierenden Varianten unter einen Hut bringen kann – bzw. wie man trotzdem die Länglichkeit des Langen betont, ohne es in die Länge zu ziehen:

... zu einer lebenslangenlangen Haftstrafe verurteilt.

Da sage nochmal jemand, es würde sich nicht Gedanken um eine präzise Wortwahl gemacht.

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