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Archive forJuni, 2006

WM ’06 im O-Ton (Viertelfinale)

Noch Stunden nach dem Spiel Argentinien-Deutschland, in einer weitab vom Zentrum Berlins und aller “Fan-Meilen” gelegenen, braven Wohngegend ohne Hauptverkehrsstraße in der Nähe:

O-Ton (MP3, 0,2 MB)

(Nicht im Ton: euphorisch-fahnenschwenkendes Volk mit Kriegsbemalung in offenen Fahrzeugen)

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Fußball-WM 2006… in Berlin gröhlt der Bär.

FlaggenrätselSo, wir haben Tag… ja, wie lange geht der Irrsinn eigentlich schon? Egal, heute spielt Deutschland gegen irgendwen anders, aber wir können leider immer noch nichts mit Fußball anfangen. Muss irgendein Gen-Defekt sein.

Wobei zugegebenermaßen die Atmosphäre in Berlin schon ansteckend ist. Selbst wenn man nicht wüsste, dass es um Fußball geht, wird man vom Trubel mitgerissen. Irgendetwas Besonderes liegt in der Luft, dem kann man sich einfach nicht entziehen. Die Straßen und Plätze voller unterschiedlicher Sprachen, gesprochen von den verschiedensten Menschen, die mit den unterschiedlichsten Farben bemalt die unterschiedlichsten Flaggen durch die Stadt tragen. Man kam sich zuvor noch nie so kosmopolitisch vor wie derzeit in der Hauptstadt.

Im Zusammenspiel mit der “Stadt-Deko” ergibt sich ein atemberaubendes Bild: zum Beispiel das häuserwandgroße Plakat eines Brauseherstellers am Potsdamer Platz mit der Aufschrift “1954 Bern – 1974 München – 2006 hier”… das geht schon unter die Haut. Und so schlecht man es auch finden mag, dass der Hausherr des Berliner Fernsehturms selbigen nun wie einen rosageflickten riesigen Fußball aussehen lässt – es vermittelt einen fantastischen Eindruck, wenn fern zwischen den Häuserschluchten plötzlich ein Fußball aus dem Himmel ragt. Berlin ist momentan ein einziger großer Spielplatz, bunt, laut, viel Gekreische – und irgendwer klaut gerade irgendwem das Förmchen.

Wer noch dringend Fahnen, Fähnchen, Sonnenhüte in Nationalfarben und Ähnliches braucht, sollte es mal in der Budapester Straße an der Gedächtniskirche versuchen (Deutsche Flagge 40×28 cm ab 1 Euro). Überall anders wird man derzeit nur abgezockt. Wir haben unsere Flaggensammlung gestern noch mit Holland (kann man auch umdrehen, dann hat man Schleswig-Holstein) und Schweden vervollständigt. Sind jetzt komischerweise billiger.

Und falls Sie wider Erwarten keine Fußballdevotionalien mehr benötigen – gehen Sie heute ab 17 Uhr dennoch unbedingt einkaufen!

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Problembär

Von Null auf über 400.000. Das Wort des Jahres dürfte damit schon jetzt feststehen.

Nachtrag: Wohl zu voreilig gewesen. Gammelfleisch dürfte inzwischen ebenso gute Chancen haben. Ist Bärenfleisch eigentlich auch betroffen?

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Anleitung zum Dreistsein

Hilfsbereit wie ich bin ;) , versende ich auf Anfrage gerne kostenlos meine diversen kleinkindpädagogischen Hausarbeiten und tausche mich auch mit beratungssuchenden Eltern oder therapeutisch tätigen Pädagogen mit Begeisterung über (oftmals vermeintliche) Entwicklungsprobleme und – auffälligkeiten der lieben Kleinen aus. Auch ernsthaften Diskussionen über die pädagogischen Schwerpunkte meiner Homepage wäre ich nicht abgeneigt – entscheidend ist hier aber die Defintion von “Diskussion”, die beinhaltet, dass zwei oder mehr Personen gleichberechtigte Beiträge zu einem Gesprächsthema leisten. Anderenfalls handelt es sich um ein Interview oder eine Prüfungssituation – oder aber um Ausnutzung. Einer solchen Deutung von zwei kürzlich erhaltenen E-Mails kann ich mich nicht erwehren.
Zitat aus Mail Nummer 1 zu meinem Elternratgeberartikel über die frühe Eltern-Kind-Beziehung:

[...] ich suche für meine
Frage eine Antwort, die ich bisher nicht gefunden, sie lautet:”Warum ist eine stabile, tragfähige Bindung so wichtig für die kindliche Entwicklung?”
Es wäre sehr nett von Ihnen, wenn Sie sie mir beantworten könnten!

Laut Einleitung der Mail hat der/die Verfasser(in) meinen entsprechenden Artikel gelesen und für gut befunden. Wozu also diese Frage??? Der Artikel existiert ausschließlich, um genau diese Frage zu beantworten. Alles, was ich der anfragenden Person per Mail erwidern könnte, würde den Inhalt des Artikels wiederholen. Dreistigkeit (im Falle, dass die Person eine kurze Abhandlung für ihre Hausarbeit oder Schulaufgabe benötigt und sich die Mühe sparen möchte, meinen Artikel selbst zusammenzufassen) oder mangelnde Lesefertigkeit (im Falle, dass die Person meine Ausführungen nicht verstanden hat oder nicht an das Lesen langer Texte gewöhnt ist)?

Eindeutig in die Kategorie “dreist” sortiere ich folgende Mail Nummer 2 zum Thema Moralentwicklung ein:

[...]Deswegen [weil der/die Verfasser(in) ein Referat darüber halten muss; M.Lerch] möchte ich Sie fragen, ob Sie mir helfen könnten, die folgenden Fragen zu beantworten:

- Biographischer Hintergrund Kohlbergs: wieso hat er sich für die Moralentwicklung interessiert?
- Was ist Moral? Weitere Eingrenzungsfragen und Frage nach Beispielen für moralische Situationen, nach Gemeinsamkeiten dieser
- Wie verändert sich das Verständnis von Moral auf den drei Entwicklungsebenen, was daran verändert sich?
- Wodurch verändert sich das Verständnis von Moral?
- Was ist Konvention, konventionell? Prä- und postkonventionell?
- Wie wird Kohlbergs Theorie angewendet? >> besonders Just Community

Man könnte der anfragenden Person ja eine gewisse Eigenleistung zugute halten, hätte sie die Fragen selbst aufgrund erster Literaturstudien formuliert. Aber nein, es handelt sich bei den Fragen um Auszüge meiner eigenen Auflistung von Prüfungsfragen! Ich gebe zu, dass ich die Fragen auf der entsprechenden Seite meiner Homepage nicht beantworte – aber wenn ich eine Abhandlung darüber hätte schreiben wollen, dann wäre sie sicher genau dort zu finden. Da sie das nicht ist, darf man annehmen, dass ich dazu entweder keine Zeit oder keine Lust hatte. Überflüssig zu erwähnen, dass ich den Aufwand nicht für eine Mail auf mich nehme, wenn ich das nicht mal für meine Homepage getan habe!

Die Moral von der Geschicht’: ich freue mich über jede Mail, die sich mit den Themen meiner Homepage befasst, und ich beantworte (fast) alles – sogar die beiden oben zitierten Exemplare. Aaaber: Brauchbare Antworten im Sinne der Fragestellung erhält nur, wer wirkliches Interesse an einem Austausch zeigt, sich zunächst mit den bereitgestellten Inhalten selbständig befasst und nicht lediglich (oder zumindest nicht derart offensichtlich!) von meiner schreibwütigen Großzügigkeit durch Abkupfern profitieren möchte!

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Opera 9 – genial aber langsamer

Opera- auf FirefoxlogoFirefox wird immer langsamer, ressourcenhungriger und größer. Opera leider auch, aber er bietet mit der heute erschienenen Version 9 immer noch sehr viele nützliche Features und Optionen.

Bei den bisher größten Kritikpunkten hat Opera nun zum Alternativbrowser Nr. 1, dem Fuchs, aufgeschlossen: Stand Firefoxbenutzern mit “Adblock” eine geniale Erweiterung zur Verfügung, bietet nun auch Opera einen Werbe- und Inhaltsfilter. Und zwar schon von Haus aus standardmäßig eingebaut: seitenspezifisch oder -übergreifend lassen sich intuitiv mit einem simplen Kontextklick allzu lästige Werbung oder Graphiken aus angezeigten Webseiten verbannen.

Auch bei anderen bisherigen Mängeln hat Opera nachgebessert: Webseiten lassen sich nun gemeinsam mit Bildern abspeichern, wobei die Bilder nun automatisch in einen “angehängten Ordner” gelegt (wie man es vom Internet Explorer und Firefox kennt) und nicht mehr einzeln über den ganzen Desktop verstreut werden. Auch exisitiert nun die Möglichkeit, sogenannte “Webarchive” anzulegen: statt Bilder und Dokument separat abzuspeichern, sichert man eine komplette Webseite in eine einzige Datei.

Screenshot Opera 9

Opera macht es dem Nutzer vor allem in vielen Bereichen noch komfortabler als bisher schon: Suchmaschinen lassen sich zum Suchfeld hinzufügen, indem man in einer Suchmaske einer beliebigen Webseite das Kontextmenü bemüht; die Quelltextanzeige von Webseiten ist nun auch mit einem operainternen Editor möglich, ohne die gewohnte Option eines eigenen Editors entfallen zu lassen; und insbesondere die neuen seitenspezifischen Einstellungen haben es in sich: Konnte man bei den meisten Webbrowsern bisher nur global festlegen, ob man Javascript, Animationen, Referrer, Cookies, bestimmte Formatierungen oder Plugins erlaubt, so kann man dies nun bei Opera 9 getrennt für einzelne Webseiten festlegen. Seinen Lieblingsseiten erlaubt man z.B. Javascript oder Cookies, der Rest bleibt außen vor. Sicherer und selbstbestimmter kommt man derzeit kaum durchs Internet.

Bei der traditionellen Stärke Operas, den nützlichen und genialen Kleinigkeiten, gibt es auch kleine Verbesserungen: Die bekannte Fensterliste im Menü z.B. kann man nun unabhängig von anderen Einstellungen an- oder abschalten, egal ob man sich nun die Schließen-Kreuze auf einzelnen Tabs oder wie von Windows gewohnt globale Fensterknöpfe in der rechten oberen Ecke anzeigen lässt. Oder die Tabs selbst: die lassen sich jetzt durch nochmaliges Anklicken in den Hintergrund ablegen, auch wenn man nicht im MDI-Modus surft.

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Audiophile Resonanz

Smiley mit KopfhörernWow, das hätten wir nicht für möglich gehalten. Allein in der ersten Woche seit Verfügbarkeit der Kleinkariert-Audiosendungen wurden die MP3s über einhundertmal heruntergeladen, ohne dass wir dafür großartig Werbung gemacht oder es an entsprechenden Stellen angekündigt hätten. Ich hätte vermutet, dass im Monat vielleicht mal zwei oder drei audiophile Leser zu dieser Alternative greifen würden, aber diese Resonanz ist wirklich phantastisch. Wenn ich geahnt hätte, dass dieses Angebot auf solch ein Interesse stößt, hätte ich ein höherwertigeres Mikrofon benutzt und mir beim Sprechen mehr Mühe gegeben… ;-)

Aber nichtsdestotrotz: an dieser Stelle erstmal ein großes Dankeschön an alle Zuhörer; die Downloadzahlen haben uns bestärkt, auch die künftigen Artikel der Kleinkarierten Kritik, sofern möglich (manche Artikel eignen sich leider nicht wirklich für eine Audiofassung), zu vertonen.

Der allgemeine Trend scheint also tatsächlich wieder in Richtung des gesprochenen Wortes zu gehen – und die vielen Leute, die man mit MP3-Player um den Hals hängend herumlaufen sieht, machen tatsächlich mehr damit, als nur Musik zu hören… und wir sind irgendwo mittendrin – ein tolles Gefühl!

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