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Archive forJuli, 2006

Äh-Päper?

Früher habe ich gerne die Hannoversche Allgemeine gelesen. Online. Die Computerkolumnen von Ernst Corinth waren immer ganz nett und auch das ein oder andere lohnte einen schnellen Blick in den Browser. Manchmal habe ich mir die Zeitung auch tatsächlich in Papierform gekauft, wenn ich Zeit und Gelegenheit dazu hatte. Dann wurde der Internetauftritt der “HAZ” zurückgefahren, Zugang zur Gesamtausgabe gab’s fortan nur noch für reguläre Abonnenten bzw. “Online-Abonnenten”. Seitdem lese ich die HAZ nicht mehr. Ich sorge nicht mehr für “page impressions”, klicke nicht mehr auf Werbung und habe durch den verlorengegangen Bezug bisher auch nicht mehr das Bedürfnis gehabt, Exemplare aus Papier zu erwerben.

Andere Zeitungen haben ähnlich katastrophale Erfolge, mich als Leser zurückzugewinnen – und vergraulen mich stattdessen mit ihren inkompetenten Versuchen, zu retten, was nicht zu retten ist:

Die ganze Story

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Das missverstandene Märchen vom Linkurteil

Ratloser ParagraphIch bin heilfroh, dass ich zum Märchen vom Link-Urteil kein Forum betreibe, denn das würde dann wahrscheinlich aussehen wie hier. Das Zitieren des Urteiles des Landgerichtes Hamburg ist derart zur Internetfolklore geworden, dass man sich anscheinend so sehr daran gewöhnt hat, dass man es einfach nicht in Erwägung ziehen kann, dass es sich dabei um ein sinnentstellendes Zitat handeln könnte.

“Befürwortern” wie “Gegnern” fällt es offenbar immer wieder schwer, sowohl das damalige Urteil des Landgerichts als auch meine Dokumentation dazu richtig zu lesen und zu verstehen (ich werde gerne als Quelle und Beleg für etwas genommen, das ich nie so geschrieben habe – ironischerweise auch wieder oft dadurch, dass aus dem Zusammenhang zitiert wird). Daher hier nochmal die Kurzfassung als besonderer Service für alle Zweifler:

1. Das Landgericht Hamburg hat 1998 eine bestimmte (!) Person dazu verurteilt, für gesetzte Links zu anderen Seiten zu die Verantwortung zu übernehmen. (Eine andere Person ist z.B in einem Fall von “Linkhaftung” von einem anderen Landgericht 2006 freigesprochen worden – dieses Urteil wird lustigerweise nie zitiert ;-)

2. Ich finde es weiterhin skurril bis lächerlich, wenn jemand das Urteil des Landgerichts Hamburg zitiert (unabhängig von seiner Bedeutung für Linkhaftungs-Rechtsprinzipien), um sich vor Regressen zu schützen. Man schreibt ja auch nicht seinen eigenen Namen auf die Homepage und gibt dazu gleichzeitig eine Erklärung ab, was der Name in verschiedenen Kulturkreisen bedeutet, warum sich die Eltern für diesen Namen entschieden haben, wie man geheißen hätte, wenn man kein Mädchen, sondern ein Junge geworden wäre und wieviel Mitspracherecht die Großeltern bei der Namenswahl hatten.

3. Ich behaupt nirgendwo, dass man auf alle Haftungsausschlüsse verzichten sollte. Es kann manchmal durchaus sinnvoll sein, sich pauschal von anderen Webseiten zu distanzieren (das kann man aber auch, ohne Urteile zu zitieren).

4. Wer trotz aller logischen Einwände seinen LG-Hamburg-Haftungsausschluss verteidigt, macht natürlich nichts falsch – aber er trägt zur allgemeinen Internet-Heiterkeit bei, denn:

5. Das Landgericht Hamburg hat niemals behauptet, man könne sich von einer Verantwortung befreien, wenn man sich pauschal von allen Seiten distanziert!

Und wer bis jetzt noch immer nicht verstanden hat, über was ich hier eigentlich schreibe (das dürfte der Normalfall sein) bzw. wer sich jetzt immer noch für die Hintergründe interessiert, darf hier gern nochmal in Ruhe nachlesen.

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*böseschnatter*

Hier entsteht die Entenwelt

Falsch. Die Entenwelt gibt’s schon. Und die bleibt auch, wo sie ist, nämlich hier:

Entenwelt

;-)

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Untergründige Litfaßsäulen

In der Berliner U-Bahn wird man natürlich auch nicht von Werbung verschont, ebensowenig wie in der übrigen Stadtlandschaft. Auf den Bahnsteigen stehen Werbetafeln, in den Zugängen und Fußgängertunneln hängen Plakatwände und Schaukästen, die Wände hinter den Gleisen werden mit großflächiger Werbung behängt und natürlich auch die U-Bahnen selber sind eine fahrende Litfaßsäule: von außen beklebt wie ein Taxi, und auch innnen wird jede halbswegs freie Fläche für Anzeigen genutzt. Geworben wird für alles mögliche, gerne natürlich von lokalen Dienstleistern, und so kann der potentielle Konsument derzeit statt des Anstarrens seiner Mitfahrgäste z.B. die Anzeige eines Wohnungstürenanbieters betrachten, der damit wirbt, dass er Türen verkauft, die sich (“zu Ihrer Sicherheit!”) mit über 20 verschiedenen Hebeln, Knöpfen und Ketten abschließen lassen – pro Tür.

Ich konnte mich nur noch knapp beherrschen, darunterzukritzeln:

- die perfekte Tür, wenn’s brennt!

Was das jetzt mit Berliner U-Bahnen zu tun hatte? Eigentlich nichts.

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Kleinere Updates

Ratloser ParagraphEntenweltSommerloch auch beim Knetfeder-Projekt. Doch wir nutzen die Kreativpause, um einige Seiten auf den neuesten Stand zu bringen. Die Dokumentation zum Linkurteil-Märchen wurde lediglich optisch etwas überarbeitet und graphisch-technisch modernisiert, echte Neuerungen gibt es jedoch in der Entenwelt: Die Rubrik Comic und Kunst enthält nun einen Absatz zu chinesischen Glücksenten (nochmals Dank an Michael R. wegen des Fotos), und in der Enternet-Rubrik haben wir auch etwas aufgeräumt: viele entige Seiten, die wir in den letzten Jahren zusammengetragen hatten, sind mittlerweile wieder aus dem Netz verschwunden (nein, keine Angst, die Entenwelt bleibt!), schmerzlich vermissen wir z.B. die Ente “Hibbel”, übrig bleiben glücklicherweise aber noch genug andere virtuelle Enten(-fans), denen wir nun jeweils mehr Platz eingeräumt haben als bloß einen schnöden Link. Ab ins Enternet!

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Virtuelles Fotoalbumverbrennen.

Alles geht irgendwann einmal zu Ende. So auch die Existenz unseres elektronischen Fotoalbums – das heute für immer geschlossen wurde. Angesehen hat es sich kaum jemand, in Zeiten von Flickr rechnet man wahrscheinlich sowieso nicht mehr damit, auf “normalen” Webseiten noch Bilder zu finden. Gedient haben unsere Fotographien daher hauptsächlich als trafficproduzierendes Futter für indizierende Suchmaschinen – und dem schieben wir nun einen Riegel vor.

altes Knetfeder-Fotoalbum

Ein wenig wehmütig wird einem schon, wenn man eines der ursprünglichsten Knetfeder-Projekte beerdigt, in das man eine Menge Arbeit und Kreativität gesteckt hatte. Kleiner Trost: die Inhalte sind für die Öffentlichkeit nicht verloren, sondern werden teilweise in dieser Revue als Fotostrecke wieder auftauchen (neue Rubrik: Blitzlicht) sowie uns als Bilderfundus zur Ausgestaltung unserer künftigen Artikel dienen. * zuklapp *

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