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Archive forSeptember, 2006

Neues für’s Kuriositäten-Kabinett

…dank des Landgerichts Neuruppin: das verfügt mit Sicherheit über überaus kompetente Richterinnen, Richter und Verwaltungsangestellte, mit Sicherheit haben sich die Verantwortlichen aber noch nie ihre eigenen Webseiten angesehen. Sonst würde man das hier wohl nicht in ihrem Impressum finden:

Mit dem Urteil vom ... hat das Landgericht Hamburg entschieden...

Immer wieder amüsant, dass selbst Ersteller von Gerichtsseiten auf das Märchen vom Link-Urteil hereinfallen.

(Dank an Ingo F. für den Link!)

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Enthüllung: Verschwörungszeichen der “Operaner”

Woran erkennt man einen überzeugten Firefox-Nutzer? Er hat auf seinen Seiten einen Get-Firefox-Button.

Operanutzer sind subtiler. Sie surfen mit Opera, posaunen das aber nicht jedem ungefragt ins Gesicht. Zum Leidwesen des Opera-Herstellers, dessen Marktanteil unter den Desktopbrowsern nach wie vor bei wenigen Prozentpunkten vor sich hin dümpelt.

Trotzdem erkennen sich Operasurfer untereinander. Nicht nur geschlossene Zirkel, Logen und andere Geheimbünde haben ihre versteckten Erkennzungszeichen – auch Operaner haben die Möglichkeit, sich anderen Anhängern der flinken norwegischen Software zu erkennen zu geben. Nämlich durch dieses okkulte Zeichen, das in der Browser-Adressleiste aufleuchtet, wenn man die Webseite eines Operaners besucht:

Widget-Symbol

Sofort weiß der Operaner: Hah, die Seite hat ein Opera-Fan erstellt (zumindest jemand, der sich auch für Opera interessiert und ihn berücksichtigt). In Wirklichkeit handelt es sich dabei um Operas Benachrichtigung, wenn eine Webseite Widgets für Opera anbietet, vergleichbar dem orangenen RSS-Knopf, den auch Firefox einblendet, wenn eine Seite einen RSS-Feed bereitstellt.

Widgets, das sind kleine Progrämmchen, die neben dem Browser laufen können (aber nicht dessen Funktionalität erweitern, wie etwa die Extensions von Firefox). Einen wirklichen Nutzen bieten sie allerdings meist nicht, gesamt gesehen sind sie wohl eher unter dem Stichwort Spielerei einzuordnen. Das RSS-Widget zum Beispiel: dies stellt den RSS-Feed einer Webseite kompakt in einer separaten kleinen Box auf dem Desktop dar. Dabei ist das eigentlich doppelt unsinnig: niemand außer Opernutzern kann damit etwas anfangen – und selbst wenn man Opera benutzt, ist der Nutzen recht fraglich, denn ein viel komfotableres RSS-Programmm, das ungleich mehr bietet, hat Opera schließlich bereits von Haus aus eingebaut. Oder die Opera-Clock: diese verbraucht im Verhältnis zum eigentlichen Browser wahnwitzig viel CPU-Rechenleistung, macht im Grunde aber nichts anderes, als die Betriebssystemuhr oder die bereits standardmäßig in Opera eingebaute Zeitanzeige: die Zeit anzeigen.

Und so erfüllen die Operawidgets momentan wohl doch nur einen sinnvollen Zweck: als verstecktes Erkennungszeichen für Operaner.

Nachtrag 29.9.06: Eine Liste mit Links zu Weblogs, die ein Opera-RSS-Widget eingebunden haben, führt Tobbis Blog.

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Ein neues Linux – von KDE zu GNOME

TuxPlötzlich können bestimmte Programme nicht mehr aufgerufen werden, beim Neustarten des Rechners wird man aufgefordert, das Dateisystem reparieren zu lassen und schließlich geht nichts mehr: die Festplatte hat das Zeitliche gesegnet.

Nachdem Ersatz beschafft ist, stellt sich die Frage: altes Linux wieder aufspielen oder etwas Neues versuchen? Die Antwort war nicht schwer, denn das “alte” war immerhin noch von 2003. Sicher, manche benutzen auch immer noch Windows98 oder -2000 und installieren es nach Problemen eben immer wieder erneut, aber im Linuxbereich bedeutet ein einziges Jahr schon Ewigkeiten, nach denen man damit rechnen muss, dass irgendwann Schluss ist mit der Unterstützung neuerer Programme.

Also ein kompletter Neuanfang. Red Hat gibt es für den einzelnen Konsumenten nicht mehr, bleiben also Fedora, SUSE, Mandriva oder Ubuntu als ernstzunehmende Alternativen…

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XXX

Weg ist es. Das Programm, das einen während schlafloser Nächte begleitete, das mit hoher Wahrscheinlichkeit noch wenigstens irgendetwas Interessantes brachte, wenn auf anderen Kanälen nur noch “Erotik-Clips”, Gerichtsshowwiederholungen – oder Teleshoppingfenster liefen: XXP.

N24 appellierte in seiner Startphase an die Zuschauer, dass man es auf die Programmtaste Nr. 8 programmieren solle, auch arte wollte letztes Jahr in ganzseitigen Anzeigen ebenfalls gerne auf die Acht gelegt werden. Pustekuchen. Arte liegt bei meiner Fernbedienung auf der Vier und XXP hat es immerhin auf die Fünf geschafft. Arte auf der Vier deswegen, damit man wenigstens beim Zappen mal den ein oder anderen interessanten Beitrag erwischt, denn gezieltes Einschalten bei all den Themenabenden und überlangen TV-Experimenten war halt doch nie realistisch – und XXP auf der Fünf, weil, ja, warum eigentlich? Natürlich wie schon erwähnt, weil eigentlich immer etwas Interessantes im Programm war, wenn sonst woanders nichts Gescheites lief (also fast immer). Dauerwiederholte Reportagen zwar, aber die machten gerade den Reiz des kleinen Senders aus: Die Doku vom Flughafen, die Reportage über die Berliner U-Bahn, knoppfreie Aufnahmen des Dritten Reiches oder die x-te Wiederausstrahlung der x-ten Supermarktlebensmittelabteilungeinkäuferaufdemgroßmarkt-Serie, das war gleichzeitig interessant und doch trivial genug, um nebenbei unterhalten zu werden und abschalten zu können. Die Dauerwiederholungen waren quasi die Grundzutat, die das Programm überhaupt erst so attraktiv machte.

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