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Archive forDezember, 2007

Diesmal wirklich: Netscape ist Geschichte

Netscape-Zurück-TasteEs sah eigentlich recht gut aus – erstmals seit Jahren brachte Netscape in Version 9 wieder so etwas wie einen Hauch von Innovation in den Browser-Markt: Gewagte, aber praktische Funktionen und eine enge Verzahnung mit Community-Funktionen des eigenen Webportals, als gerade sowieso jeder von Web 2.0, Communitygedanke und sozialem Internet sprach. Nun entpuppte es sich als ein gescheitertes Experiment: Gerade mal ein halbes Jahr nach den ersten Vorabversionen und nur 9 Wochen nach Erscheinen der derzeit aktuellen Version 9 (ein Zufall oder Stoff für dämonische Verschwörungstheorien?) wird das Ende verkündet: AOL hat soeben das definitive Aus der Netscape-Browser publik gemacht, der Support für alle bisherigen Netscape-Browser endet am 1. Februar 2008.

Im Nachhinein betrachtet musste es schiefgehen: Firefox hat sich längst als zweite große Alternative neben dem Internet Explorer etabliert, mit lediglich einer Variation, geschmückt mit neuen Logos, einem geänderten Aussehen und einer handvoll Zusatzfunktionen war bei den Internetnutzern kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Im deutschsprachigen Raum sowieso nicht, Netscape 9 erschien nur auf Englisch. Die wenigen Netscape-Fans von früher sind längst beim Explorer, bei Firefox oder Opera gelandet oder haben sich gleich dem inoffiziellen, aber technisch und optisch viel näher am ursprünglichen Netscape-Produkt befindlichen Nachfolger Seamonkey zugewandt.

Ein echter Verlust ist es nicht: Netscape 9 war nur eine Marke, unter türkisfarbenem Logo und Erscheinungsbild steckte ohnehin ein waschechter Firefox 2. Fast alle Netscape-Funktionen (bis auf die Integration mit Netscapes Webportal) lassen sich daher auch mit Firefox realisieren, sogar das Erscheinungsbild von Netscape 9 wird als optionales “Theme” für Firefox angeboten. Somit bleibt die 9er-Version des Browsers lediglich ein kurzes Aufbäumen gegen den Sog des Vergessens.

Vorbei. Nicht tragisch, aber melancholisch stimmend: Netscape war einmal das Synonym für Internet. So, wie vor kurzem noch viele allein das “blaue e” für das Internet hielten, war es Mitte der 90er Jahre allein Netscape, mit dem der Mensch die ersten Schritte ins Internet tat. Faktisch bereits seit Jahren von Internet Explorer und Firefox abgelöst, geht die Ära der ersten Zeit des Internets somit heute definitiv zu Ende.

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Knetfeder wünscht schöne Feiertage!

Wir wünschen allen tolle Festtage und einen guten Start ins neue Jahr!

Winter am Teltowkanal

Es hat uns auch 2007 wieder viel Spaß gemacht, an Knetfeder.de zu werkeln und wir möchten uns bei allen bedanken, die unsere Seiten besucht haben, mitdiskutierten, etwas beigetragen oder uns auch zu neuen Arbeiten angeregt haben. Dankeschön für die Unterstützung und bleibt uns auch 2008 gewogen!

Das Knetfeder-Team

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TV-Tipp: Guido Knopp im Fitnessstudio? ARD startet neues Comedyformat

Nicht nur die Privatsender leisten ich immer wieder kuriose Einfälle, auch im öffentlich-rechtlichen Programm kommt man mit einem Faible für schräge Inszenierung auf seine Kosten. Letzte Woche absolut preisverdächtig: Thomas Kausch moderiert “Geheimnis Geschichte” im Ersten.

Die Sendezeit (23.30) ließ eigentlich eine anspruchsvolle Dokumentation vermuten. Reingefallen. Dabei hätte man beim Titel schon stutzig werden müssen: “Geheimnis Geschichte”, das klingt schon so, als ob Milena Preradovic neue Zaubertricks auf Sat.1 verrät.

Nun ist es sicherlich nicht leicht, in einem Format im öffentlich-rechtlichen Programm, das sonst jeder unwillkürlich mit Guido Knopp assoziiert, einen eigenen Moderationsstil zu entwickeln, doch versucht hat man es wenigstens: Statt Herrn Kausch unbeweglich etwas über die “Mutterrolle im Dritten Reich” erzählen zu lassen, stellte man ihn bisweilen in einer sphärischen Kulisse vor einen mystisch wirkenden Tunnel – was wohl Bewegung andeuten und so wirken sollte, als liefe er durch ebendiesen. Was leider überhaupt nicht so wirkte, sondern wie ein Moderator, der auf einem Laufband steht. Lässt man ARD-Moderatoren nun tatsächlich auf Laufbändern arbeiten? Produziert das den Strom für die Studiobeleuchtung? Kauschs Beine waren jedenfalls nie ganz im Bild. Wie dem auch sei, im Zusammenspiel mit der überbetont bedeutungsschwangeren Moderation und Betroffenheit bei diesem sensiblen Thema (wohl damit auch die zur abendlichen Stunden bereits dösenden Zuschauer unmissverständlich merken, dass Glorifizierungen des damaligen Mutterbegriffes böse sind) ergab das einen urkomischen Anblick.

Ach ja, Inhalte gab’s auch. Laut Beschreibung der ARD:

Thomas Kausch (…) spricht mit Müttern und Kindern aus der Zeit des Nationalsozialismus ebenso wie mit Experten.

Da muss eine Menge gekürzt worden sein. Kausch sprach exemplarisch mit einem (!) Sohn einer (!) Mutterkreuzträgerin. Eine (!) Expertin gab’s als Einspieler dazu.

Wirkliche Hintergründe oder Einblicke? Fehlanzeige. Lebensborn? Kurz gestreift und belegt mit einem fiktiven Filmausschnitt. Insgesamt oberflächlich bleibend und auf Unterhaltung getrimmt: Ein bisschen Nazi-Grusel, böse Rassegeschichte und ein paar Schwarzweißbilder glücklich-fanatischer Menschen im Dritten Reich. Und dazwischen immer wieder Thomas Kausch auf dem Laufband und Pseudo-3D-Effekte. Sollte das ein Running Gag sein? So nach dem Motto “Wir gehen den Geheimnissen der Geschichte auf den Grund?” Es verleitete zum Dauergrinsen. Bei diesem Thema wahrhaft eine Meisterleistung.

Bahnbrechend Neues war nicht zu erfahren, was nicht auch aus dem Geschichtsunterricht bekannt wäre. Bewiesen wurde jedoch mal wieder, dass es ein echtes Problem ist, wenn versucht wird, mehr Attraktivität durch “Aktivität” in die graue Geschichte zu bringen: Geschichtsvermittlung und Boulevarddarstellung vertragen sich einfach nicht, wenn es noch halbwegs seriös aussehen soll.

Wer die Erstsendung verpasst hat: Wiederholung am 2. Januar 2008 um 23.05 im NDR. Die zweite Folge des “Geheimnis Geschichte”, wahrscheinlich genauso lustig: diesen Mittwoch, 23.30, ARD.

Unser Tipp: Einschalten und amüsieren! Auch bei der Inszenierung im Dritten Reich hat man gern mit großer Symbolik gearbeitet. Laufbänder hat man dabei wohlweislich nicht genutzt.

Nachtrag, 23.12.: Wer auf die Wiederholung nicht warten möchte: Stefan Niggemeier präsentiert einen Videoausschnitt online.

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TV-Browser am Ende?

Vor anderthalb Jahren hatten wir über den TV-Browser als tolle Alternative zu herkömlichen Programmzeitschriften geschrieben. Und das gilt nach wie vor: Mit seinen Erinnerungs- und Suchfunktionen z.B. ist das Programm mehr als nur ein schnödes Programmheft, es ist eine persönliche TV-Organisationszentrale und ein praktisches Recherchewerkzeug. Damit könnte es nun vorbei sein.

Denn der TV-Browser ist kein redaktionelles Programmangebot, sondern lediglich eine Hülle zur Anzeige der Programminformationen. Diese Informationen sind die EPG-Daten, die bislang auch von den TV-Browser-Machern kostenlos genutzt werden durften. Dies ändert sich jedoch teilweise zum 1. Januar 2008: Die Verwertungsgesellschaft VG Media verlangt dann Gebühren für die Nutzung der Programmdaten der in ihr vertretenen Sender. Das sind unter anderem: RTL, Pro Sieben, Sat.1, Vox, RTL2, Kabel 1, MTV, Viva, HSE24 und 9 Live.

Infolgedessen fliegen diese Sender im neuen Jahr aus dem TV-Browser. Kommt man bei Musikkanälen vielleicht noch ohne Programm aus und hat man vielleicht gar nicht gewusst, dass Homeshopping- und Telefonspielrate-Kanäle auch ein Programm haben, so wird es doch bei den großen privaten Hauptsender unangenehm ohne Sendeinfos. Die ersten Reaktionen der TV-Browser-Fans wirken entrüstet bis kindisch: “Dann sehe ich diese Sender eben nicht mehr” dürfte ebendiese wenig interessieren und von den Boykotteuren auch nicht lange durchgehalten werden.

TV-Browser-Privatsender
So sieht’s inzwischen aus: weiße Flecken im TV Browser (Januar 2008)

Doch eine Fernsehzeitung, aus der jemand die Hälfte der interessanten Sender ausgeschnitten hat, ist nicht denkbar. Somit bleibt – sofern sich die Macher nicht noch schnell etwas einfallen lassen – der TV-Browser eine prima Programmzeitschrift nur noch für die handvoll Zuschauer, die aus Überzeugung lediglich 3sat und arte schauen. Der große Rest wird sich am 1. Januar eine Alternative suchen bzw. die Programmzeitschrift wieder am Kiosk kaufen dürfen.

Das TV-Browser-Team hat unterdessen eine Petition zur Gewährung einer Ausnahme initiiert.

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Weihnachtsservice

Ho-Ho-Pinguin-VorschauWer es geschafft hat, sich in Anbetracht des seit August im Handel erhältlichen Weihnachtsgebäcks, der seit letzter Woche aufdringlichen Weihnachtsbeleuchtung und des nun immer hektischer werdenden Geschenkesuches noch nicht die Laune verderben zu lassen und sogar noch Zeit hat, im Internet vorbeizuschauen, für den haben wir hier ein paar Anlaufstellen, denn Knetfeder hat durchaus ein paar Weihnachtsinhalte zu bieten:

Wer auf seinem Desktop gern ein weihnachtliches Wallpaper hätte, aber trotzdem noch die Symbole darauf erkennen will, dem bieten wir hier einen Satz dezenter Hintergrundbilder (mit unserem heimlichen Star, dem Pinguin aus der Eis-Eis-Pinguin-Serie) zum Download an.

Wer lieber selbst am PC bastelt, kann sich die Vorlage zum digitalen Scrappen hier besorgen: im weihnachtlichen Freebie Ho-Ho-Pinguin!

Wer noch einen “Rahmen” für seine Weihnachtsfotos sucht oder aus adventlichen Schnappschüssen Postkarten basteln will, wird hier fündig.

Und wer schon genug zu tun hat und deswegen lieber gemütlich konsumiert, findet hier und hier noch zwei “etwas andere” Berliner Weihnachtsgeschichten.

Wir wünschen eine tolle Adventszeit!

PS. Mit Erschrecken mussten wir feststellen, dass wir noch gar keine weihnachtlichen Smileys in dieser Revue hatten. Das Problem ist nun auch gelöst: wir haben unseren Smileys einfach Christbaumkugeln übergestülpt:

:wink: :D :) :-| :roll:

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KDE 4 – was wird das denn?

(Beitrag verschoben zum Pinguinzubehör)

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