Start

Archive forApril, 2008

Doofes Ubuntu – oder doofer Nutzer? Wie man ein Ubuntu (nicht) installiert.

Toll, Ubuntu in Version 8.04, Hardy Heron, ist da – und da bei Ubuntu ja alles so einfach ist, kann man auch eine Aktualisierung des Betriebssystems ganz einfach vornehmen. Nun ja, ganz so einfach, wie es der gute Ruf (einfaches Linux für wirklich jeden) vermuten lässt, ist es dann aber doch nicht.

1. Versuch: Aktualisierung
In Ubuntu-Foren wird dem Neuling immer eingetrichtert: mach’ nichts manuell, benutz’ die ubuntueigenen Werkzeuge dazu! Also versuchen wir’s mal: Die eingebaute Aktualisierungsroutine meldet, dass wegen Konflikten nicht direkt übers Internet neuinstalliert werden kann. Welche Konflikte das sind, verrät Synaptic, das Update-Verwaltungsprogramm, jedoch nicht. Also laden wir uns die neueste Ubuntu-CD einfach herunter, brennen das ISO auf einen Rohling – und schon erkennt das laufende Ubuntu die Installations-CD automatisch und bietet eine Aktualisierung an – prima! Nun noch schnell auf “Alles aktualisieren” im Menü klicken – und Ubuntu schaufelt die Daten von der CD auf die Festplatte. Danach beginnt Synaptic mit dem Extrahieren der Installationspakete und die CD wird automatisch ausgeworfen.

das Software-Installtionsprogramm

Doch dann die Fehlermeldung: Synaptic beschwert sich, dass es nicht mehr auf die Installationsquelle zugreifen kann. Kein Wunder, die CD wurde ja gerade ausgeworfen. Doch einen “Wiederholen”- oder “Weiter”-Button gibt es nicht. Nur einen OK-Knopf – und der bricht den gesamten Installationsprozess ab. Ich würde sagen, damit (und der übertriebenen Vereinfachungsphilosophie) hat sich die Installation hier selbst das Genick gebrochen.

2. Versuch: Kaputtes System
Beim zweiten Versuch auf dieselbe Art klappt es dann erstaunlicherweise. Alles geht glatt – bis Nautilus an der Reihe ist. Dessen Aktualisierung schlägt fehl – danach ist Ubuntu gründlich zerschossen, ohne Nautilus, das so ziemlich für die ganze Gnome-Oberflche verantwortlich ist, funktioniert praktisch nichs mehr. Für den einfachen Anwender ein nicht zu lösendes Problem, also:

3. Versuch: Neuinstallation
Diese funktioniert recht gut, die Partionierung ist auch mit nur wenig Hintergrundwissen problemlos zu schaffen, ohne das noch vorhandene Windows auf der gleichen Festplatte zu löschen. Während der Installation bleibt der Ladebalken jedoch einige Mal hängen – man braucht mehrere Wiederholungen, bis die Installation einmal komplett durchgelaufen ist. Danach hat man jedoch ein frisches, aktuelles und funktionierendes Ubuntu – teilweise. Denn beim Herunterfahren gibt es nun – anders als bei der bislang genutzen, problemlos funtkionierenden Version 6.06 – eine Überraschung: Ubuntu schaltet den Rechner nicht mehr aus, man muss selbst den Power-Knopf drücken.

das neue Ubuntu 8.04

Anonsten läuft alles perfekt: Das neue Gnome bietet keine großen Neuerungen (was eindeutig als Vorteil zu sehen ist, sieht man sich derzeit das Trauerspiel um KDE an), nur kleine Verbesserungen. Dafür fängt Gnome langsam an, wie Windows mit Spielereien zu nerven. Ein Grund, Linux und seine Oberflächen zu nutzen, ist, dass einem nicht ständig dümmliche Assistenten, Banalitäten verkündende aufploppende Infofenster und Grafikschnickschnack um die Ohren fliegen, die man erstmal alle mühsam deaktivieren muss, bevor man vernünftig mit dem Computer arbeiten kann. Auch bei Gnome muss man nun schon in der Registry herumfummeln, um z.B. die Animationen, die das Einblenden der Panels “verschönern” (man schaut es sich zweimal entzückt an – und dann nervt es auch schon), zu deaktivieren. Auf langsamen Rechner hat man zudem kaum eine Chance, wenn man den automatisch gestarteten Dateiindizierungsdienst nicht abschaltet.

Fazit: Schickes Betriebssystem mit kleineren Problemchen
Persönliche Erkenntnis (mal wieder): Never touch a running system – sowie: selbst Windows98 lässt sich noch immer einfacher installieren als eines der nutzerfreundlichsten Linuxe.

Kommentar (1)

Zitat des Tages: Warten auf Godoj

Warten auf Godoj

(Wer solcherlei kritische Artikel schreibt, muss recherchebedingt mit Kollateralschäden dieser Art rechnen.)

Kommentare

Zitat des Tages

Quäääk

Kommentare

Zitat des Tages: auch nicht einfach

Mit Enten ist alles nicht einfach
Andere Perspektive.

Kommentare

Knetfeder kommerziell

Da Knetfeders Kleinkindpädagogik schon des öfteren ursprünglich nur für die Homepage verfasste Artikel auf Anfrage zur Veröffentlichung freigegeben hat (hauptsächlich für Präventionsprojekte), wurde nun kurzerhand eine spezielle Verkaufssektion eingeführt.
Screenshot KKP-Shop
Dort ist auf einen Blick ersichtlich, für welche Artikel eine Nutzungsgenehmigung erworben werden kann und unter welchen Bedingungen dies möglich ist. Außerdem gibt es weitere Angebote, z.B. die beliebte und zuvor oft nachgefragte Entwicklungsübersicht als Poster. Die reine Lektüre und private Nutzung der Homepageartikel zur kindlichen Entwicklung bleibt natürlich wie bisher kostenfrei!

Kommentare



weiter in die Vergangenheit »