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Archive forAugust, 2013

Fahrzeitupgrade

Wofür andere viele Punkte im bahneigenen Programm sammeln müssen, um Upgrades für die erste Klasse oder andere Annehmlichkeiten zu erhalten, das bekomme ich regelmäßig völlig gratis. Die Bahn weiß offenbar, wie gerne ich bahnfahre. Deshalb verpasst sie den Zügen, die ich wähle, grundsätzlich ordentliche Verspätungen, damit ich länger mit dem Zug fahren kann, ohne dabei mehr bezahlen zu müssen.

So auch dieses Mal wieder im Intercity 2431 von Emden nach Cottbus. Natürlich geht das nicht, ohne das Fahrzeitupgrade den anderen Reisenden gegenüber irgendwie zu begründen. Daher werden vom Zugbegleiter gleich mehrere Ursachen durchgesagt. Als wir Hannover 5 Minuten zu spät verlassen, geschieht dies noch ohne Angabe von Gründen. Doch kurz hinter der Grenze zu Sachsen-Anhalt wird das Upgrade dann voll ausgefahren. Dreileben-Drackenstedt wird noch zügig passiert, um dann auf offener Strecke gleich eine längere Pause am Stück einzulegen:

Aufgrund von Bauarbeiten verzögert sich unsere Weiterfahrt um wenige Minuten.

Ob es sich dabei um Bauarbeiten auf der Strecke oder am Zug handelt, wird allerdings nicht bekanntgegeben. Als sich nach 10 Minuten immer noch nichts tut, wird noch vorsichtig eins draufgesetzt.

Sehr geehrte Damen und Herren, leider erhöht sich unsere Verspätung wegen einer Weichenstörung …

Auch das reicht noch nicht, um Stammkundschaft wie mich wirklich zufriedenzustellen, daher legt der Zugchef abermals nach:

Wegen eines liegengebliebenen Güterzuges und einer Weichenstörung …

Na bitte, es geht doch. Weil die Strecke nun offiziell wegen Bauarbeiten, liegengebliebener Güterzüge und Weichenstörungen überlastet ist, geht es im weiteren Fahrtverlauf nur stückchenweise voran. An gefühlt jedem 2. Signal wird gehalten, um danach wieder auf Höchstgeschwindigkeit zu beschleunigen, nur um am übernächsten Rot zeigenden Signal wieder abrupt abzubremsen. Würde die Bahn für dieses Servicemerkmal einen griffigen Slogan suchen, ich wüsste einen anzubieten: Stop and Go: Rasantes, dynamisches Bahnfahren für Zugenthusiasten, die als kleinen zusätzlichen Bonus den Aufenthalt mit Heißgetränken im Bordbistro zum Survival-Trip ausgestalten.

In Magdeburg fährt man mit 45 Minuten Verspätung ein, in Brandenburg zeigt die Upgrade-Statusanzeige noch 55 Minuten, in Berlin dann immerhin schon 60 Minuten. Da ginge noch deutlich mehr, wenn man sich mal ein bisschen anstrengen würde.

Trotzdem: Vielen Dank, liebe Bahn, für diesen wieder einmal perfekten Service!

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Bahn-Deutsch Deutsch-Bahn

Bahn: Aus Gleis 2.

Deutsch: Der Zug hält auf Gleis 2 und fährt von dem Bahnsteig ab, der an Gleis 2 grenzt. Aus den Schienen wird er deswegen nicht springen.

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Weniger Englisch bei der Bahn muss nicht besseres Bahnsprech heißen

Die meisten Bahnfahrer dürften es begrüßenswert finden, dass die englischen Ansagen in Zügen und Bahnhöfen weniger werden sollen. Ansagen, die die regelmäßigen Fahrgäste stören und von Englischsprachigen ohnehin kaum verstanden werden – sei es, weil Grammatik und Aussprache des Zugbegleiters nicht passen oder man bei parallel bremsenden Loks auf dem Bahnsteig ohnehin nichts mehr versteht.

Auch die ausufernden Anglizismen sollen eingedämmt werden. Die Bahncard bleibt die Bahncard, der Intercity der Intercity, aber der ServicePoint heißt nun wieder – international verständlich – Information.

Dass das Bahndeutsch deswegen wieder mehr in Richtung Standarddeutsch rückt, das darf jedoch weiterhin skeptisch gesehen werden. Zu verbürokratisiert ist das Bahnsprech, zu festgefahren die Begrifflichkeiten der Bahnersprache. Auch in Zukunft werden die Bahnansagen komisch klingen. Statt von Gleisen wird aus Gleisen gefahren werden, statt in Waggons wird man in Wagen einsteigen.

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Neu: Bahnblog

BahnblogNoch ein Eisenbahn-Weblog? Darauf hat die Welt sicherlich nicht gewartet. Doch manche Erlebnisse beim Bahnfahren sind einfach zu schön, zu schlimm oder zu skurril, um sie nicht aufzuschreiben. Daher nun auch bei Knetfeder: Texte zum Bahnfahren.

Bahnblog – Spaß mit Nah- und Fernverkehr

Das Bahnblog wird nicht als komplett eigenständiges Projekt geführt, sondern firmiert als Teil des Knetfeder Magazins, um eine bessere Verzahnung mit bereits dort vorhandenen Artikeln zu ermöglichen.

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Neu: die Literaturbeilage im Knetfeder-Magazin

Knetfeder Magazin LiteraturSommerzeit, Bastelzeit. Dieses Mal muss das Magazin herhalten für ein paar Umbaumaßnahmen. So kamen zu den bisherigen 3 Ressorts einige hinzu, so dass die thematische Ausrichtung nun deutlicher wird. Stammlesern dürfte darüber hinaus der neue Punkt “Literatur” auffallen, hinter dem sich ein neu geschaffenes Unterprojekt verbirgt: Jennifer Rößler, die bislang vor allem bei den Podcasts des Magazins in Erscheinung getreten ist, wird hier künftig aktuelle und klassische Literatur besprechen.

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Vergleich Einzeltickets Nahverkehr in deutschen Großstädten

Die Berliner sind entrüstet über die neuerliche Fahrpreiserhöhung. Doch im bundesweiten Vergleich stehen sie damit immer noch besser da. Vergleichbare Fahrscheine, mit denen man ebenfalls 2 Zonen befahren kann und die etwa 2 Stunden gültig sind, kosten in anderen Metropolen teils deutlich mehr. Ein kleiner Überblick:

2,60 Berlin
2,95 Hamburg
5,20 München
3,10 Hannover
2,60 Stuttgart
4,25 Frankfurt/Main
2,90 Leipzig
3,80 Dresden
2,20 Nürnberg
5,10 Düsseldorf

Nur in Nürnberg fährt man derzeit noch günstiger als in Berlin, auf dem gleichen Preisniveau befindet sich Stuttgart, und in Dresden, Frankfurt, Düsseldorf und München sollten Berliner lieber keine Einzelfahrten unternehmen.

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