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Archive forSeptember, 2013

Die Abschaffung der Sommerzeit

… wird es so bald nicht geben. Denn dazu müsste die Politik eingestehen, dass sie jahrelang einen Hoax praktiziert hat. Dennoch bestehen Tendenzen, den volkswirtschaftlichen Unsinn in Europa zu beenden. Da dies mit Alleingängen aber nicht möglich ist – selbst die Schweiz hat sich einst aus praktikablen Gründen der Einführung der mitteleuropäischen Sommerzeit ihrer Nachbarn angeschlossen –, geht es nur auf EU-Ebene. Doch Europa ist ein Europa der Kompromisse, also gibt es auch bei der Sommerzeit nur einen Konsens, kein völliges Zurück. Stattdessen wird die Sommerzeit nun moderat angepasst. Ein Aktionsplan sieht folgende Stufen vor:

1. Die Sommerzeit wird auf eine halbe Stunde verkürzt. Während bisher die Uhr um eine Stunde vor- bzw. zurückgestellt wird, soll es künftig nur noch eine halbe sein.

2. Die neue Sommerzeit wird gestaffelt: Europa wird zusätzlich zu den bisherigen Zeitzonen in neue sogenannte Sommerzeitzonen eingeteilt. Während es in Deutschland 12.30 ist, wird es in Frankreich 12.25 sein.

3. Die Sommerzeit wird an unterschiedlichen Tagen umgestellt. Was bislang nur der Ausnahmefall ist, wird zur Regel. Die Sommerzeit beginnt in den Benelux-Staaten eine Woche später, in Südeuropa eine Woche früher, in den skandinavischen Ländern zwei Wochen später.

Die Vorteile der neuen Regelungen liegen klar auf der Hand: Die Unsinnigkeit der Zeitumstellung wird wenigstens halbiert, Stromspitzen, wenn ganz Europa gleichzeitig seine Uhren umstellt, werden abgefedert und besser verteilt. Mit der Staffelung kommt man zudem auch wieder näher an die wahre Ortszeit heran, die es seit Einführung der Zeitzonen Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr gibt. Vorteile ergeben sich auch für den Bahnverkehr: im Frühjahr müssen Züge nicht mehr eine Stunde lang nachts angehalten werden, sondern nur noch eine halbe. Außerdem können künftig Verspätungen einfach wieder aufgeholt werden: Ein deutscher Zug mit 5 Minuten Verspätung wird beim Überfahren der französischen Grenze und damit dem Eintritt in die nächste Sommerzeitzone (MESZ -5 Min.) wieder im Fahrplan sein.

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Wer es hingegen ernst meint mit der Ablehnung der Sommerzeit, der sollte sich dieser Petition anschließen, die bislang meilenweit vom erforderlichen Quorum entfernt ist.

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Netter Versuch.

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Die Mittelwelle schweigt.

Zumindest in Berlin auf 990 kHz. Nicht nur die Kurzwelle stirbt einen langsamen Tod, auch die Tage der Mittelwelle scheinen gezählt. Während der gemeine Radionutzer in seinem Radiogerät wenigstens die Mittelwelle meist noch eingebaut hat (während es für den Empfang der Kurzwelle eines Spezialgerätes aka Weltempfängers bedurfte), kommt es nun auch hier zum Sendersterben. Jedenfalls indirekt. Nicht die Sender sterben, jedoch ihr zusätzlicher Verbreitungsweg. Während der Sender Britz bislang das Programm des Deutschlandradios eben auch auf Mittelwelle abstrahlte, schweigt diese Frequenz nun seit dem 4.9.2013. Damit endet nicht nur diese analoge Verbreitungsart, sondern auch ein Stück Nachkriegsgeschichte. Makaberes Detail: Der Sender wurde just in dem Moment endgültig abgeschaltet, als im gerade über den Sender laufenden Beitrag von Untoten die Rede war. Die letzten Minuten des Deutschlandradio Kultur auf Mittelwelle über den Sender Britz hört man hier:
https://soundcloud.com/schulle4u/deutschlandradio-kultur

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