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Späte Einsicht? Stichprobe zur aktuellen Disclaimer-Verbreitung

Ratloser ParagraphDas “Gruselkabinett” auf den Seiten des “Linkurteil-Märchens” ist mittlerweile legendär, sind es doch unter anderem nicht gerade die unbekanntesten Seiten, die sich mit juristischem Unfug in ihrem Impressum schmücken. Beziehungsweise schmückten… schauen wir doch mal, wer von den Porträtierten noch immer an die berühmte Internet-Legende glaubt:

In SternTV klärte Günther Jauch jüngst über populäre Rechtsirrtümer auf, Stern.de hingegen distanziert sich munter weiter von “gelinkten Seiten”.

Die Staatsanwaltschaft Aachen zitiert das Hamburger Urteil inzwischen nicht mehr, distanziert sich jedoch nachwievor ausdrücklich von verlinkten Seiten.

Das OLG Köln und das Landgericht Neuruppin behauptet dafür immer noch, dass man sich wegen eines Hamburger Urteils von allen Seiten disztanzieren müsse.

Die Bundesnetzagentur, vormals RegTP, hat inzwischen eine neue Internetseite. Der Linkurteil-Unsinn hat die Umbauarbeiten überlebt und ist mit umgezogen.

Einsicht bewies hingegen die deutsche Kultusministerkonferenz: Der Hinweis auf das Hamburger Urteil ist sang- und klanglos verschwunden.

Auch StudiVZ hat den Linkurteil-Disclaimer mittlerweile ersatzlos aus dem Impressum gestrichen.

Welche Schlüsse lassen sich aus dieser Stichprobe ziehen? Die Internetlegende hält sich mitunter recht hartnäckig – vereinzelt besteht aber durchaus Hoffnung. Heraus sticht weiterhin leider die Bundesnetzagentur, die doch eigentlich Vorbildcharakter haben sollte, anstatt sich an der Verbreitung von Mythen zu beteiligen.



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