Ich wette, Ihr kennt das alle: ein Kit nach dem anderen wird heruntergeladen, die Festplatte füllt sich, aber wenn man mal was sucht, dann ist es nicht mehr auffindbar, obwohl man genau weiß, dass man doch irgendwo so eine orangekarierte Schleife hatte, die jetzt gerade absolut perfekt zum Layout passen würde. Aber natürlich kann man sich nicht erinnern, wie der Designer des Schmuckstücks hieß oder in welchem Kit es sich befindet. Zudem fassen viele Designer - was ich besonders ärgerlich finde - ihre Elemente, Papiere und Alphas in mehreren Unterordnern zusammen, d.h., man muss sich auch noch durch mehrere Ordnerebenen klicken, bis man sicher weiß, dass das gesuchte Teilchen sich definitv NICHT in diesem Kit befindet. Gerade wenn man für ein Layout verschiedene Kits mischen möchte, wird es schnell schwierig, harmonierende Elemente und Papiere zusammenzusuchen. Nachdem ich mich ausgiebig der Verzweiflung gewidmet hatte, war es an der Zeit, nach Lösungen zu suchen. Die habe ich auch gefunden, und dachte deshalb, ich stelle sie Euch mal vor, auf dass irgendjemand etwas mit meiner Empfehlung anfangen kann (ich schließe nicht aus, dass andere schon längst so schlau waren, einen Bildermanager zu installieren, aber vor meiner Scrap-Phase brauchte ich sowas einfach nicht. Fotos kann man auch anders sinnvoll ordnen und wiederfinden). Also, der ultimative Digital-Scrapbooking-Gehilfe heißt PICASA (von Google), ist kostenlos herunterzuladen und bietet die Möglichkeit, alle Scrapmaterialien (und natürlich auch andere Bilddateien) wie im echten Leben in selbsterstellte Alben einzusortieren - wobei ein und dieselbe Datei auch in mehrere Alben “eingeklebt” werden kann. Die Dateien selbst werden dabei nicht verändert oder verschoben, sie kriegen quasi nur innerhalb der Picasa-Datenbank Schildchen zugeordnet. Picasa ist mir unverzichtbar geworden beim Scrappen. Wer es auch mal ausprobieren mag:
Picasa-Download: http://picasa.google.de/
Und nun eine kleine Gebrauchsanweisung speziell für scrappige Zwecke:
1. Installation:
Das übliche Vorgehen. Wenn Picasa das erste Mal gestartet wird, erscheint dieser Screen:

Das Programm sucht jetzt alle Bilder auf der Festplatte und erstellt die Datenbank. Wichtig zu wissen: die Datenbank befindet sich auf XP-PCs im Pfad C:Dokumente und EinstellungenDEIN LOGINNAMELokale EinstellungenAnwendungsdatenGooglePicasa2db! Diesen Ordner sollte man ab und zu sichern, denn wenn man z.B. mal seine Scrapordner verschiebt, findet Picasa nichts mehr und alle Alben sind verloren - das heißt, man kann mit dem “Einkleben” (>> Zuordnen von Bildern in Kategorien wie Papiere, Nähte etc.) von vorn beginnen (ja, ich spreche aus Erfahrung…:twisted:)!
Während der Suche erscheint diese Einblendung.

Man bekommt sie auch immer mal wieder zu sehen, wenn Picasa im Laufe der Zeit neue Dateien auf der Platte findet, weil man wieder keinem Download wiederstehen konnte
Auch hier muss man sich also um nichts kümmern, Picasa findet neue Bilder ganz von alleine.
2. Wenn die Datenbank erstellt ist, ist es vielleicht sinnvoll, eine Sammlung mit allen Digiscrap-Ordnern zu kreieren. Kann man, muss man aber nicht! Das ist aber meine Methode, mit der ich ganz zufrieden bin, also erkläre ich das mal kurz:
Links in Picasa hat man eine Leiste, die mit “Ordner” beschriftet ist und alle Ordner von der Festplatte zeigt, die Bilder enthalten. Dort klickt man mit rechts auf einen Ordner, wählt im Kontextmenü “In die Sammlung verschieben” und weiter “Neue Sammlung erstellen” aus. Dieser gibt man einen Namen wie “Scrap” o.ä. und schickt dann alle Ordner, die dazugehören wie eben beschrieben dort hinein:

Auch hier noch einmal wichtig zu betonen: die Ordner werden NICHT auf der Festplatte verschoben! Nur innerhalb Picasas sieht man dann alle einschlägigen Ordner unter einer Überschrift aufgelistet!
3. Jetzt das Wichtigste: Alben für die einzelnen Elementsorten erstellen! Hier gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man hat schon sehr genaue Vorstellungen davon, nach was man die Dateien kategorisieren möchte - oder eben nicht, und möchte lieber nach und nach sehen, was sich anbietet, während man die Bildchen sichtet.
Möglichkeit 1: oben links auf den mit einem Plus versehenen Button klicken und einen Namen für das Album eingeben, z.B. “Papiere”.

Möglichkeit 2: die einzelnen scraprelevanten Ordner durchsehen (die man ja leicht findet, falls man sich eine Sammlung angelegt hat wie oben beschrieben ;)) und auf Dateien, die man einem zu erstellenden Album zuordnen möchte, rechtsklicken, “zu Album hinzufügen”, weiter mit “Neues Album…” und dort den gewünschten Namen eingeben, und schwupps, fliegt die ausgewählte Datei virtuell in das Album! Dieses findet man nun links in der Albumliste. Klickt man es an, rollt der Bildschirm rechts auf eine Ansammlung aller Dateien, die in diesem Album “kleben”.

Nochmal: die Dateien sind auf der Festplatte immer noch im selben Ordner wie früher! Sie haben nur Etiketten bekommen, und alle Dateien, die das gleiche Etikett haben, werden eben in einem Album angezeigt (bei früheren Picasaversionen hießen die Alben Labels - also Etiketten - was irgendwie logischer war).
So, und nun folgt die Fleißarbeit - aber nur einmalig, also tapfer sein!: alle Scrapping-Elemente, die man je heruntergeladen hat, müssen den Alben zugewiesen werden, jedes einzelne Teilchen will also begutachtet und rechtsgeklickt werden. Etwas vereinfachen lässt sich der Vorgang nur, indem man wenigstens mehrere Dateien auf einmal auswählt und sie gemeinsam in ein Album schickt, wenn also z.B. viele Papiere nebeneinander liegen: Umschalttaste gedrückt halten, erstes Papier von oben links gesehen anklicken, letztes Papier von unten rechts ebenfalls anklicken - nun sind alle Papiere zwischen den beiden Angeklickten markiert und können mit Rechtsklick ins Album gesendet werden.

Wenn man erstmal mit der Sortiererei fertig ist, ist jedenfalls alles in Butter: sobald man für ein Layout z.B. ein WordArt braucht, klickt man einfach das Album WordArt an und sieht alle auf dem PC vorhandenen WordArts auf einen Blick. Sehr nützlich ist dann auch die Funktion, das Bild direkt aus Picasa heraus in PI zu öffnen - oder in einem anderen Programm: Rechtsklick auf das entsprechende Bild, “öffnen mit” und das gewünschte Programm auswählen.
Meine andere Lieblingsfunktion: Rechtsklick aufs Bild und “Auf dem Datenträger suchen” — dies öffnet den Windows-Ordner, der die Datei enthält, und zwar real und außerhalb von Picasa. So sieht man gleich, was noch alles zu dem entsprechenden Kit gehört.
Das kann man aber auch anders rausfinden, denn Picasa wäre nicht von Google, wenn es nicht auch eine tolle Suchfunktion eingebaut hätte! Einfach oben rechts in der Lupenleiste ein Suchwort eingeben (z.B. “knetfeder”, wenn man alle Kits von Knetfeder finden möchte ;)), und schon sieht man im Fenster alles, worin der Begriff vorkommt, und auch links in den Album- und Ordnerleisten werden nur noch die relevanten Ordner angezeigt. Will man wieder zur Standardansicht zurück und alles sehen, klickt man auf das grüne Feld “Suche beenden” über dem Hauptfenster.
Ganz neu in der aktuellen Picasaversion: man kann nach Farben suchen, was ja für Scrapper nicht die dümmste Idee ist:
Im Menü auf “Tools” - “Sonstiges” - “suchen nach…” und eine Farbe auswählen. Ich nutze das neueste Picasa noch nicht lange, daher weiß ich noch nicht, ob das wirklich zuverlässig funktioniert, aber einen Versuch ist es sicher wert.
Und mein letzter Tipp: wenn man sich gerade alle passenden Elemente für ein Kit zusammensucht, kann man gut die Markierfunktion nutzen. Dazu ein Element, das man sich vormerken möchte, anklicken und unter dem Hauptfenster auf das gelbe Sternchen klicken:

Das Bild kriegt einen Stern verpasst und landet außerdem im voreingestellten Album “Markierte Fotos”. Wenn man dieses links in der Albumleiste anklickt, hat man alle Elemente, die man für ein Layout ausgewählt hat, auf einen Blick. Eine Datei entfernt man aus der Markierung, indem man sie anklickt und den Stern unten nochmal klickt.
Und, habe ich zu viel versprochen? Das Programm ist doch einfach perfekt für Scrapper, oder???
Eine kleine, aber sehr störende Macke hat es allerdings auch: es kann nicht besonders gut mit manchen transparenten PNGs umgehen. Schöne WordArts werden dann u.U. so dargestellt:

Da hilft nur, sie sich in einem anderen Bildbetrachter anzusehen (Rechtsklick-öffnen mit…)