Tuesday, June 4, 2013

Einbahnstraßen für Radfahrer frei?

„Vor ein paar Jahren wurde die Regel gekippt, dass Einbahnstraßenschilder grundsätzlich auch von Radlern beachtet werden müssen“ schreibt Gereon Asmuth in der „taz“ in einem Artikel, der den Ursachen für das Rotlichtignorieren der Kampfradler auf den Grund zu gehen versucht. Quintessenz der Überlegungen: Da der Radfahrer sich vom Verkehrssystem an sich permanent schikaniert und ausgebremst fühlt, statt ernstgenommen zu werden, sieht er es als sein legitimes Recht an, das eigentliche Verkehrsrecht für seine Person als nicht gültig zu erachten.

Da steckt einiges an Wahrheit drin, sieht man sich an, wie die meisten Radler gerade an Kreuzungen unterwegs sind. Doch das macht das eingangs erwähnte Zitat deswegen noch nicht richtig. Es erweckt den Eindruck, als würden Einbahnstraßen nun generell nicht mehr für Radfahrer gelten. Das ist natürlich Quatsch. Einbahnstraßen gelten weiterhin auch für Radfahrer und Einbahnstraßenschilder müssen grundsätzlich auch von Radlern beachtet werden. Allerdings, und das war wohl wirklich gemeint, werden Einbahnstraßen nun immer öfter für Radfahrer aus der anderen Richtung freigegeben. Das entsprechende Schild muss aber vorhanden sein, um sie legal entgegen der Einbahnrichtung befahren zu können:

radfahrerfrei.png

Die Autofahrer am Beginn der Einbahnstraße auf der anderen Seite sehen dieses Schild, das sie darauf aufmerksam macht, dass Fahrradfahrer hier keine Geisterfahrer sind, wenn sie ihnen entgegen kommen:

einbahnstrassengegenverkehr.png

Fehlen diese Schilder, dürfen auch Radfahrer nicht entgegen der Einbahnstraße fahren, selbst wenn Platz genug wäre.