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Rubrik: Berlin

Fußball ist doch gar nicht so schlimm.

Ich nehm‘ alles zurück. Fußball ist gar nicht so schlimm. Schlimm sind die Fans. Die betrunkenen Fans. Die betrunkenen Fans, die es sich Sonntagmorgens um halb Sieben unter Deinem Fenster bequem machen. Die betrunkenen Fans, die es sich Sonntagmorgens um halb Sieben unter Deinem Fenster bequem machen und noch ihren Handwagen mit Biervorräten dabei haben. Die betrunkenen Fans, die es sich Sonntagmorgens um halb Sieben unter Deinem Fenster bequem machen und noch ihren Handwagen mit Biervorräten dabei haben und immer noch imstande sind, sich zu artikulieren:

OLEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE OLEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE OLEEEEEE OLEEEEEEEEEEEEEEEE! SUUUUUUUUPER-DOITSCHLAND! OLEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE OLEOLEOLEEE! SUUUPER-DOITSCHLAND! (…)

Aber wir haben’s ja nicht anders verdient. Allen Mitlesern viel Spaß beim Finale!

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WM ’06 im O-Ton (Halbfinale)

Direkt nach dem Spiel Italien-Deutschland, in einer eigentlich doch recht zentral gelegenen, gelegentlich lauten Wohngegend an einer vielbefahrenen Straße:

O-Ton (MP3, 0,2 MB)

(Nicht im Ton: lethargischer Radfahrer beim Vorbeiradeln)

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WM ’06 im O-Ton (Viertelfinale)

Noch Stunden nach dem Spiel Argentinien-Deutschland, in einer weitab vom Zentrum Berlins und aller „Fan-Meilen“ gelegenen, braven Wohngegend ohne Hauptverkehrsstraße in der Nähe:

O-Ton (MP3, 0,2 MB)

(Nicht im Ton: euphorisch-fahnenschwenkendes Volk mit Kriegsbemalung in offenen Fahrzeugen)

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Fußball-WM 2006… in Berlin gröhlt der Bär.

FlaggenrätselSo, wir haben Tag… ja, wie lange geht der Irrsinn eigentlich schon? Egal, heute spielt Deutschland gegen irgendwen anders, aber wir können leider immer noch nichts mit Fußball anfangen. Muss irgendein Gen-Defekt sein.

Wobei zugegebenermaßen die Atmosphäre in Berlin schon ansteckend ist. Selbst wenn man nicht wüsste, dass es um Fußball geht, wird man vom Trubel mitgerissen. Irgendetwas Besonderes liegt in der Luft, dem kann man sich einfach nicht entziehen. Die Straßen und Plätze voller unterschiedlicher Sprachen, gesprochen von den verschiedensten Menschen, die mit den unterschiedlichsten Farben bemalt die unterschiedlichsten Flaggen durch die Stadt tragen. Man kam sich zuvor noch nie so kosmopolitisch vor wie derzeit in der Hauptstadt.

Im Zusammenspiel mit der „Stadt-Deko“ ergibt sich ein atemberaubendes Bild: zum Beispiel das häuserwandgroße Plakat eines Brauseherstellers am Potsdamer Platz mit der Aufschrift „1954 Bern – 1974 München – 2006 hier“… das geht schon unter die Haut. Und so schlecht man es auch finden mag, dass der Hausherr des Berliner Fernsehturms selbigen nun wie einen rosageflickten riesigen Fußball aussehen lässt – es vermittelt einen fantastischen Eindruck, wenn fern zwischen den Häuserschluchten plötzlich ein Fußball aus dem Himmel ragt. Berlin ist momentan ein einziger großer Spielplatz, bunt, laut, viel Gekreische – und irgendwer klaut gerade irgendwem das Förmchen.

Wer noch dringend Fahnen, Fähnchen, Sonnenhüte in Nationalfarben und Ähnliches braucht, sollte es mal in der Budapester Straße an der Gedächtniskirche versuchen (Deutsche Flagge 40×28 cm ab 1 Euro). Überall anders wird man derzeit nur abgezockt. Wir haben unsere Flaggensammlung gestern noch mit Holland (kann man auch umdrehen, dann hat man Schleswig-Holstein) und Schweden vervollständigt. Sind jetzt komischerweise billiger.

Und falls Sie wider Erwarten keine Fußballdevotionalien mehr benötigen – gehen Sie heute ab 17 Uhr dennoch unbedingt einkaufen!

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Sommer in Berlin

Gestern in einem innerstädtischen Viertel auf dem Fußweg gefunden:

Traum

Realität

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Tschüss, Bahnhof Zoo!

Anti-BerlinDer neue Berliner Hauptbahnhof wird heute abend eingeweiht. Endlich. Ab nächster Woche beginnt der Berliner seine Fernreisen am ehemaligen Lehrter Bahnhof, der zu einem zentralen Eisenbahnknotenpunkt in der Hauptstadt ausgebaut wurde, den ICEs wie S-Bahnen überirdisch, unterirdisch sowie von Norden bis Süden anfahren.

„Bahnhof der Superlative“, „spektakulär“ schrieb die Berliner Morgenpost, „Kristallpalast im Märkischen Sand“, „grandiose Architektur“ der Tagesspiegel und auch Berlin Online bedient sich nicht nur fremder Bilder, sondern schreibt in der Berliner Zeitung vom „Solitär an der Spree“. Nun ja, die Lage im Regierungsviertel, und umschlossen von wild wucherdem grünem Dickicht, macht ihn zu etwas Besonderem, aber ansonsten – wer Flughafenterminals spektakulär findet, dem wird auch der neue Hauptbahnhof gefallen. Genauso wirkt er nämlich, der neue Prachtbau. Wie ein Zentralflughafen (den gibt es in Berlin zwar auch, dieser soll wegen hoher Verluste demnächst aber dicht gemacht werden – hoffentlich kein schlechtes Omen für das neue Aushängeschild der Deutschen Bahn) – nur die Landebahnen fehlen.

Doch viel wichtiger als das Ereignis der Bahnhofseinweihung ist das Ereignis, das mit ihm einhergeht: die Herabstufung des bis dahin tatsächlichen zentralen Bahnhofs Berlins, den Bahnhof Zoo, zum Regionalbahnhof. Fernzüge halten künftig nicht mehr am ehemaligen Einfallstor West-Berlins, sondern fahren durch bis zum Hauptbahnhof. Wie mit allen Veränderungen tut sich der Mensch auch mit dieser naturgemäß schwer: der Protest und der Unmut gegen die von oben künstlich verordnete Verlagerung des Stadtfernverkehrs waren groß, aber auch sie konnten eines nicht überdecken: der Bahnhof Zoo hatte seine beste Zeit hinter sich. Die einstige Notlösung für West-Berlin war in der wiedervereinten Hauptstadt eine Katastrophe.

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