Start

Browser-Revue: SeaMonkey 1.1

Im Reigen der BrowserRevuen (die übrigens ab heute auch so genannt werden), darf der Nachfolger des ursprünglichsten aller Browser natürlich nicht fehlen: Seamonkey 1.1 ist vor einer Woche veröffentlicht worden.

Seamonkey-AusrissDen Ausdruck Nachfolger muss man sehr wörtlich nehmen, denn großartige Veränderungen gibt es beim Seamonkey nicht. Das Programm sieht noch genauso aus und lässt sich auch noch genauso bedienen wie Netscape 7 bzw. Mozilla. Lediglich die Technik im Hintergrund wurde auf den aktuellen Stand gebracht, zudem einige Kleinigkeiten implementiert: Das Anzeigen von Miniatur-Vorschauen, wenn man mit der Maus über ein Tab fährt (wie man es bereits von Opera 9 kennt), eine sich gelb verfärbende Adresszeile beim Aufruf verschlüsselter Seiten (wie von Firefox bekannt) oder einen Warnhinweis, bevor man auf about:config, die erweiterte Konfiguration, zugreifen darf. Für Linuxer jedoch bedeutsam: unter Linux ist es nun endlich möglich, Links in anderen Programmen anzuklicken, ohne dass Seamonkey versucht, ein neues Profil anzulegen, anstatt einfach nur den Link zu übernehmen.

Wirklich mithalten in der Entwicklung kann Seamonkey im Vergleich zum Schwesterprodukt Firefox jedoch nicht mehr. Wenn man von Firefox auf Seamonkey umsteigen möchte, wirkt das Programm altbacken und unübersichtlich. RSS-Unterstützung ist nicht vorhanden (obwohl sich gerade das bei einem ansonsten perfekt integrierten Mailer doch anbieten würde), ebensowenig wie ein ernstzunehmendes Sessionmanagement: Seamonkey erlaubt zwar nun, die zuletzt geöffnete Seite nach einem Neustart wieder anzeigen zu lassen, allerdings wirklich nur die zuletzt geöffnete, also sichtbare Seite – danebenliegende diverse Tabs gehen beim Programmbeenden unwiederbringlich verloren.

Einstellungs-Dialog

Erweiterungen sind nach wie vor auch für Seamonkey erhältlich, jedoch deutlich weniger im Vergleich zu Firefox. Eine alternative Sizungswiederherstellung z.B. ließ sich bis Redaktionsschluss nicht auftreiben. Fazit: SeaMonkey bleibt eher etwas für Nostalgiker, die ihre Netscape-/Mozilla-Suite nicht loslassen – bzw. ein E-Mail-Programm lieber im Browser integriert sehen möchten. In Sachen Bedienkomfort und Erweiterungsfähigkeit des Browsers fällt Seamonkey dann jedoch deutlich hinter Firefox zurück.


siehe auch: Firefox für Nostalgiker

Kommentieren

You must be logged in to post a comment.