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Ebay macht ernst.

Die angekündigten Änderungen bei Ebay sind seit letzter Woche tatsächlich umgesetzt worden. Das Ebay-Bewertungssystem hat sich gravierend verändert: Verkäufer können ihre Kunden nur noch positiv bewerten.

Pop-up bei Ebay

Der Angst vor Rachebewertungen, die dazu führte, dass Käufer keine ehrlichen Bewertungen abgeben, ist damit effektiv entgegengewirkt und das Bewertungssystem dürfte dadurch in nächster Zeit tatsächlich aussagekräftiger und verlässlicher werden. Doch es bringt auch Nachteile: „Spaßbieter“ haben es nun bei Ebay noch leichter, Verkäufer an der Nase herumzuführen, ohne mit direkten Konsequenzen rechnen zu müssen. Nachteile ergeben sich auf den zweiten Blick sogar für Käufer, die doch eigentlich von den Änderungen nur profitieren sollen: Schickte bisher ein Verkäufer die Ware auch schonmal vor dem Geldeingang ab, wird er sich dies nun zweimal überlegen, da ihm die einzige Möglichkeit, eine suboptimal verlaufende Transaktion zu bewerten, genommen wurde.

viele negative Bewertungen
schon geht’s los: Käufer haben keine Hemmungen mehr, schnell negativ zu bewerten

Verlässlicher werden die Bewertungsprofile auch nicht unbedingt, denn es zählen für die Anzeige des Prozentsatzes (also etwa 100& positive Bewertungen) ab sofort nicht mehr alle, sondern nur noch die Bewertungen der letzten 12 Monate: auch ein schlechter Verkäufer braucht also einfach nur abwarten, um nach einem Jahr trotz vieler erhaltener negativer Bewertungen wieder eine völlig weiße Weste zu haben.

In einem Punkt ist das neue Bewertungssystem wirklich logischer geworden: zählen neutrale Bewertungen bislang nicht mit in die Gesamtwertung eines Profiles, so verliert man die „100% positiv“ nun bereits, wenn man eine neutrale Bewertung erhalten hat – auch rückwirkend. Viele Ebaykunden werden sich daher in diesen Tagen wundern, dass sie auf einmal keine 100% mehr im eigenen Profil erreichen.

Wie schon angedeutet: Für Käufer wird Ebay auf den ersten Blick sicherer, auf den zweiten Blick jedoch unübersichtlicher und mittelbar verschlechtert sich sogar der Service. Für Verkäufer sind die neuen Regeln eine mittlere Katastrophe. Es fragt sich, wie weit Ebay noch gehen kann, ohne den Großteil seiner Verkäufer vollends zu verprellen. Immerhin: die Notwendigkeit, einen Zweitaccount zum reinen Kaufen zu haben, besteht nun nicht mehr.

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