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Kränkung 2.0

Es ist fast schon eine Seuche und geht auch dem Internetnutzer ohne besondere Sensibilisierung für Datenschutz zunehmend auf die Nerven: Registrierungen. Jedes noch so kleine Forum will, dass man sich erst großartig anmeldet, bevor man einen einzigen Buchstaben schreiben darf. Die meisten Weblogs nötigen zur Angabe mindestens von Name und E-Mail-Adresse. Wenn keine persönlichen Angaben verlangt werden, dann steht aber mit Sicherheit ein keilschriftartiges Captcha zwischen dem Nutzer und seinem Kommunikationswunsch. Ausnahmen sind selten.

Und dann ist man endlich mal soweit weichgeklopft, will sich freiwillig registrieren lassen – und dann kommt sowas:

Entschuldigung, aber zurzeit sind keine neuen Registrierungen möglich. Wir haben derzeit genug Mitglieder.

Schreibt euch doch einfach selber. 🙁

5 Kommentare »

  1. Melanie schrieb am

    Freitag, 12. Juni 2009 um 17:08

    „Jedes noch so kleine Forum will, dass man sich erst großartig anmeldet, bevor man einen einzigen Buchstaben schreiben darf.“
    Das ist ja noch die harmlose Variante! Bei den meisten darf man doch noch nicht mal LESEN, ohne sich durch die Registrierung zu kämpfen!

  2. Daniel schrieb am

    Freitag, 12. Juni 2009 um 17:22

    Ja, das „freizügige Mitmach-Internet“ wird im Grunde immer verschlossener. Sogar in manchen Weblogs tauchen ja mittlerweile schon zugangsgeschützte Beiträge auf.

    – Na, toll, jetzt führen wir hier schon „Selbstgespräche“ 😀

  3. Steffen schrieb am

    Montag, 15. Juni 2009 um 10:08

    Huhu Daniel,

    also vorab erstmal eine kleine Rüge: Du beschwerst dich über Captchas, setzt sie aber selbst in deinem Blog ein, um Kommentarspam zu unterbinden.
    „Habitanten von Domizilen mit transparenter, fragiler Außenstruktur sind davon zu distanzieren, fixe, deformationsresistente Materie zu Wurfgeschossen umzufunktionieren.“ 😀
    Probire doch mal das Akismet-Plugin für WordPress, mir hat das auch ohne Captcha ca. 95 % aller Pillenverkäufer vom Hals gehalten.

    Aber nun zum eigentlichen Thema: Ich hatte es schon mit Foren zu tun, die neben einer einfachen Registrierung (Beschmutzername, Passport, Mehl-Adresse etc) sogar die komplette Anschrift und Telefonnummr haben wollten. Anderenfalls kommt man gar nicht erst zum Lesen an die Beiträge heran. Bestes Beispiel dafür ist das Forum des Rainbow-Streams (http://www.rainbow-stream.com), einem Internetradio. Ohne Registrierung in deren Forum kann man nicht mal an programmbegleitenden Höreraktionen (Gewinnspiele etc) teilnehmen. Auf meine Anfrage, warum dies denn so geregelt würde, bekam ich die wenig vertrauenerweckende Antwort, dass man bestimmte User im Falle des Falles rechtlich für ihre Beiträge belangen möchte. Eine ziemlich schwammige Formulierung…

    Ich selbst habe mehrere Projekte, zu denen jeweils auch ein Forum gehört. Und ja, ich verlange eine einfache Registrierung, aber nur zum Schreiben von Beiträgen. Ansonsten ist alles auf den Webseiten offen und jeder kann die Beiträge lesen.

    Gruß Steffen (sf-ecke)

  4. Daniel schrieb am

    Montag, 15. Juni 2009 um 16:11

    Hallo Steffen,

    die Kritik ist berechtigt. Aber ich kann das erklären… 😀
    Der Beitrag hier sollte nicht die Einschränkung der Barrierefreiheit thematisieren, sondern lediglich den Nervfaktor, die „Unangenehmheit“ solcher Hindernisse selbst für denjenigen mit Adleraugen „vor Augen führen“. Mit Barrierefreiheit im engeren Sinne werde ich mich in nächster Zeit „nebenan“ im Magazin beschäftigen.

    Die Captchas hier in der Revue sind hingegen eine Jugendsünde: Die Seite ist recht alt und anno dazumal waren wir für das Thema Barrierefreiheit noch nicht sensibilisiert. Dennoch haben wir auch damals schon darauf geachtet, dass die genutzten Captchas für das menschliche Auge jederzeit gut lesbar sind. Eine Umstellung auf eine den Besucher weniger traktierende Spamschutztechnik scheiterte bislang daran, dass wir hier eine eigene, sehr angepasste Version von WordPress verwenden, die mit den gängigen Spamschutz-Widgets nicht kompatibel ist.

    Unsere übrigen (jüngeren) Projekte, die über Kommentarbereiche verfügen, verlangen überhaupt keine Spamschutzabfragen mehr (Magazin, Pinguinzubehör) bzw. sind nicht-graphisch/sprachausgabegeeignet (Knuffige Kits).

    Telefonnummer/Anschrift als Voraussetzung für eine Forumsteilnahme ist mir noch nicht untergekommen … „lustige“ Sache. Da werden die Betreiber inzwischen sicherlich eine Menge Kontaktdaten von Telefonseelsorge, Polizeidienststellen und psychiatrischen Kliniken in der Datenbank angehäuft haben… 😉

  5. Ein Leser schrieb am

    Dienstag, 7. September 2010 um 18:20

    Beliebt ist es auch, bei Adressabfragen nach zu schauen, ob die Adressen auf Existenz geprüft werden. Sollte dem tatsächlich so sein, durchsuche man das Internet nach „Impressum“ (wahlweise auch „Spedition“ o.ä.), um sich anschließend eine Straße mit zugehöriger PLZ und Ortschaft zu suchen…

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