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Die ARD und die unabhängige Berichterstattung zur neuen Rundfunkgebühr – mal genauer betrachtet

Die ARD selbst heizt den Unmut weiter an, z.B. mit einem Filmbeitrag der SWR-Landesschau zur Einführung des neuen Rundfunkbeitrages. Da wird die Gebührenreform in schönstem Lichte dargestellt und mögliche Schwachstellen geschickt zu nahezu 100% ausgeblendet.

„Keine Mehrfachbelastungen mehr“

Stimmt; erwachsene, bei den Eltern lebende Kinder zahlen nun nicht mehr extra, dafür nun Behinderte und alle, die gar keinen öffentlich-rechtlichen Funk nutzen.

„Die Höhe des Rundfunkbeitrags ändert sich nicht“

Doch – nämlich für alle Nur-Radio-Hörer oder Internetnutzer, die bislang nur knapp 6 Euro zahlten.

„Es gibt keine Ausnahmen mehr, alle zahlen solidarisch dasselbe“

Doch o Wunder, für Pflegedienste, Schulen, Polizei und Feuerwehr gelten Sonderregelungen.

„Vom Tablet-Computer bis zum Handy, alle können heute Fernsehen, Radio und Internet empfangen.“

Eben nicht. Alle können Internet empfangen, aber nur wenige Handys Radio und praktisch kein Gerät Fernsehen. Oder versuchen Sie doch einfach mal, mit dem Smartphone den Sonntagabendfilm bei ARD und ZDF zu schauen. Über das Internet kann man sich Videos herunterladen, aber kein Fernsehen empfangen. TV-Karten in Smartphones und Tablets existieren praktisch nicht.

„Der Beitrag bleibt stabil“

Nur für Fernsehempfang.

„Bemerkenswert, wie viel Beitragsstabilität hier erreicht wurde.“

Das könnte natürlich auch daran liegen, dass ARD und ZDF chronisch überfinanziert sind.

„Wir gehen mit dem Geld der Beitragszahler sehr sorgsam um.“

Genau. Mit über 20 Fernsehsendern und über 70 Radioprogrammen.

„So günstig wie vor 40 Jahren wird’s aber wohl nicht mehr werden.“

Genau das sollte es aber, wenn man den Bedeutungsverlust des Fernsehens für die Gesellschaft berücksichtigt.

Kein Wort über den Irrsinn der Sportübertragungsrechte, kein Wort über horrende Gehälter für einzelne Moderatoren, kein Wort über die ausufernde Verwaltung, die das Bestehen von fast einem Dutzend Anstalten, die gemeinsam über zwei Dutzend Fernsehsender betreiben und dreimal so viele Radiosender mit sich bringt. Natürlich nicht. So sieht keine ausgewogene Berichterstattung aus, die unabhängig von Politik und Wirtschaft durch die Nutzer finanziert wird. So sieht einseitige Berichterstattung, Lobbyismus in eigener Sache aus, so macht man Image-Filmchen.

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