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Böse Rechtschreibreform, gute Rechtschreibreform

dagegen! Der Versuch von Springer- und Spiegel-Verlag, kurz vor Vollendung der Rechtschreibreform eben diese durch Rückkehr zur herkömmlichen Schreibung doch noch zu kippen, bringt einige nette, wohl nicht beabsichtigte Nebeneffekte mit sich: einerseits wird an allen Orten das Bewusstsein dafür geschärft, wie fragwürdig es ist, wenn die die Politik kontrollierenden Institutionen selbst Politik machen. Andererseits erlebt dadurch die fast schon eingeschlafene alte Debatte um die Reform eine unverhoffte Renaissance und verhilft zu ganz neuen Einsichten. Noch vor knapp einem Jahr habe ich verwundert festgestellt, dass so gut wie keine reformfreundlichen Stellungnahmen im Netz zu finden waren. Nun, so scheint es, schießen kritikerkritische Artikel wie Pilze aus dem Boden und man findet im schnellwachsenden Geflecht der aus dem Nichts auftauchenden Reformbefürworter auch Seiten, die man zuvor übersehen hatte. Vielen Dank, Spiegel und Springer! Es scheint, als hättet ihr eurem Anliegen einen Bärendienst erwiesen. Besonders gefallen hat mir übrigens ein Satz aus dem Standard-Artikel:

In einer solchen Lage ist Gelassenheit gefragt und nicht Rechthaberei.

(Eric Frey, „der Standard“ vom 9.8.2004)

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