Start

Fuchsjagd

Opera- auf FirefoxlogoDie neueste Operaversion enthält keine Werbebanner mehr und wird auch nicht mehr lizenziert – Opera 8.5 ist komplett als Freeware veröffentlicht worden. Damit steht vor allem neben Firefox nun noch ein weiterer kostenfreier Browser für diverse Betriebssysteme zur Verfügung. Der Zeitpunkt für die Freigabe ist gut gewählt: Firefox 1.5 ist noch nicht erschienen und Firefox 1.0.x kämpft schon wieder mit Sicherheitslücken.

Interessant dürfte es werden, ob es Opera nun gelingen wird, dem Internet Explorer und Firefox signifikant Nutzer abzujagen und das eigene Stückchen am Browserkuchen zu vergrößern. Wer nicht aus politischen Gründen eine Wahl für einen Browser trifft, kann sich nun frei entscheiden, welcher Variante an Surfergonomie er den Vorzug gibt: einer integrativen Suite mit einer Vielzahl von Optionen und Nützlichkeiten oder einem reinen Browser, ggf. mit Fokus auf individuelle Erweiterbarkeit.

Dass Opera imstande sein wird, Firefox in großem Maße Nutzer abzujagen, dürfte dennoch eher bezweifelt werden. Wer bisher kein eingebautes Mailprogramm und andere Gimmicks gebraucht hat, wird nicht auf einmal Verlangen danach haben; wer sich zudem an Firefox gewöhnt hat, wird die Andersartigkeit von Opera auch nicht unbedingt zu schätzen wissen. Die Zielgruppe von Firefox, die bisherigen Internet-Explorer-Nutzer, werden – wenn sie wechseln – es doch eher zu Firefox tun, der dem Internet Explorer letztendlich doch ähnlicher ist. Für all diejenigen, die davon genervt sind, bei Firefox für jede Kleinigkeit, die über die Grundfunktionalität hinausgeht, eine Erweiterung installieren zu müssen oder mit der Geschwindigkeit des Browsers nicht zufrieden sind, könnte Opera jedoch zu der Alternative werden.

Die Lücke, in die Opera stoßen könnte, ist eine andere: die der alten Netscape/Mozilla-Suite. Die Netscape-6/7-Linie ist eingestellt worden und veraltet (der aktuelle Netscape 8 ist im Grunde ein Firefox-Aufsatz und hat mit der alten Suite bis auf das Logo so gut wie nichts mehr gemeinsam, so dass er Netscape-Fans eher abschreckt als begeistert), deren Basis, Mozilla 1.x, wird von den Firefox-Machern ebenfalls nicht mehr weiterentwickelt und erfährt nur noch Sicherheitsupdates. Der technische Nachfolger, die Seamonkey-Suite, lässt weiterhin auf sich warten, und so ist es momentan nur Opera, der aktuell E-Mail, News, Chat, RSS und Web unter einem Dach bietet – alte Netscape-Fans könnten Gefallen an Opera finden. Bereits rein optisch ist eine gewisse Ähnlichkeit nicht zu leugnen:

Mozilla 1.7 im Modern-Stil

Opera 8 im Standard-Stil

Die Webstatistiken der nächsten Monate werden es zeigen, ob es tatsächlich nur das Preisargument war, das viele potentielle Anwender angeblich bisher vom Einsatz Operas abgehalten hat – oder ob der Browser letztendlich doch für die Masse zu „anders“ bzw. „zu kompliziert“ ist.

Kommentieren

You must be logged in to post a comment.