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»In
unserer Gesellschaft sind Menschen, die
sich beruflich mit kleinen Kindern befassen,
noch immer wenig angesehen - weniger als
Menschen, die sich mit Maschinen beschäftigen.« (
Karin
Grossmann, Bindungsforscherin, zit. n. tagesanzeiger.ch 6.2.2004
)
Ein Hinweis vorweg: im
Folgenden schreibe ich aus
Gründen der flüssigeren
Lesbarkeit meistens "der
Babysitter" - gemeint sind
aber immer sowohl andere
Kinderbetreuer wie etwa
Tagesmütter als auch
männliche und weibliche
Personen. Auch meint
"Mama" die
Hauptbezugsperson des
Kindes, bei der es sich
durchaus auch um "Papa"
handeln kann.
Babysitten, bzw.
jegliche Form der
Kinderbetreuung, ist nicht
einfach nur ein Job, mit
dem sich jedermann etwas
dazuverdienen kann.
Zunächst erscheint es
vielleicht sehr einfach,
ein paar Stunden am Tag
oder gar nur abends, wenn
das Kind schläft,
aufzupassen, dass ihm
nichts passiert. In
Wirklichkeit aber ist
Babysitten viel mehr, als
nur den Aufpasser zu
spielen.
Als Betreuer von Kindern
übernimmt man eine
Riesenverantwortung, denn
Kinder sind das
Allerwichtigste und
Wertvollste im Leben ihrer
Eltern.
Diese wünschen sich
deshalb nicht nur einen
Aufpasser für die Stunden,
in denen sie selbst nicht
bei ihrem Kind sind,
sondern sie möchten, dass
es ihrem Kind rundum gut
geht, dass es nicht allzu
große Sehnsucht nach Mama
und Papa haben muss, weil
der Babysitter liebevoll
auf es eingeht, sich mit
ihm beschäftigt und mit
ihm eine lustige Zeit
verbringt.
Die Eltern bringen dem
Babysitter großes
Vertrauen entgegen, denn
so einfach es meistens
ist, sich mit gesunden,
fröhlichen Kindern
für ein paar Stunden zu
beschäftigen, so schwierig
kann die Situation werden,
falls dem Kind doch mal
ein Unfall passiert, es
krank wird oder
einfach dauerhaft
unglücklich ist, weil
es seine Eltern zu sehr
vermisst. Auch in solchen
hoffentlich seltenen
Situationen müssen sich
die Eltern auf den
Babysitter
verlassen können. Dieser
darf auf keinen Fall die
Nerven verlieren, das Kind
unfreundlich behandeln
oder gar alleine lassen.
Er muss wissen, was im
Notfall zu tun ist und in
der Akutlage auch fähig
sein, sich an die
notwendigen Schritte zu
erinnern oder sich etwas
einfallen zu lassen. Auch
muss er reif genug sein,
den Eltern des betreuten
Kindes auch einmal
eingestehen zu können,
wenn etwas nicht ganz so
gut gelaufen ist, es
Probleme mit dem Kind gab,
er einen Fehler gemacht
hat oder sich mit der
Betreuung des Kindes wider
Erwarten überfordert
fühlt.
Wenn jemand also, der
einen Job als
Kinderbetreuer sucht,
verantwortungsbewusst,
zuverlässig, besonnen und
ehrlich ist und dazu noch
viel Freude am Umgang mit
Kindern hat, sich gut in
sie einfühlen und kreativ
mit ihnen spielen kann,
dann ist er grundsätzlich
geeignet als Babysitter.
Hinzu kommen muss
natürlich noch die
Sympathie auf allen
Seiten, d.h., der
Babysitter findet Kind und
Eltern sympathisch, die
Eltern des Kindes haben
einen positiven Eindruck
vom Babysitter und - ganz
wichtig - das Kind ist
bereit, sich dem neuen
Betreuer
anzunähern.
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Vorbereitung
auf die
Kinderbetreuung
in einer
neuen
Familie
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Wenn Ihr eine neue
Familie gefunden habt, in
der ihr die
Kinderbetreuung
stundenweise übernehmen
dürft, ist es wichtig,
bestimmte Dinge im voraus
zu klären, damit Ihr Euch
sicher fühlt und auch die
Eltern das Gefühl
vermittelt bekommen, dass
Ihr Euch Gedanken über
Eure verantwortungsvolle
Aufgabe gemacht habt und
sie ernst nehmt.
Zu den zu klärenden
Punkten gehören z.B. das
Notieren wichtiger
Telefonnummern,
Informationen über den
Haushalt (wo finde ich
was) und natürlich einige
Auskünfte über Vorlieben
und Abneigungen des
Kindes, besondere Regeln
und Verbote und über
bestimmte Rituale des
Kindes beim Essen,
Schlafengehen etc., die
ihm Sicherheit
geben.
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Infohefter
für Babysitter
zum
Ausdrucken
|
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Alle wichtigen
Informationen
über den
Haushalt und
das zu
betreuende
Kind
übersichtlich
in einer
Tabelle
zusammengefasst;
PDF-Format
Download
Version
1
|
Ich habe für diesen
Zweck einen 6-seitigen
"Infohefter" erstellt, in
dem zu allen wichtigen
Punkten und Fragen die
Informationen notiert
werden können. Ihr könnt
die Seiten selber
ausfüllen, nachdem Ihr die
Informationen von den
Eltern (oder durch eigene
Erfahrung, denn nicht
alles lässt sich im voraus
klären) eingeholt habt
oder Ihr gebt ihnen die
Blätter und bittet sie,
einige Punkte, die ihnen
wichtig erscheinen, bzw.
zu denen ihnen etwas
einfällt, auszufüllen. Die
Blätter heftet Ihr dann am
besten ab und lasst sie
entweder bei der Familie
an einem festgelegten Ort
oder Ihr packt sie immer
zum Babysitten
ein.
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Annäherung
zwischen
Babysitter
und
Kind
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Meistens bereitet
dieser Punkt keine allzu
großen Problem, wenn man
sensibel vorgeht, weil
eigentlich bei allen
Kindern früher oder später
die Neugierde über die
Scheu siegt. Dennoch
sollte man sich darauf
gefasst machen, dass es
ein Weilchen dauern kann,
bis das Kind sich
freiwillig ohne allzu
große Ängste von den
Eltern trennt und ein paar
Stunden mit dem Babysitter
verbringt. Es ist auf
jeden Fall ganz wichtig,
dem Kind genug Zeit zu
geben, sich auf den neuen
Menschen in seinem Umfeld
einzustellen. Völlig
unakzeptabel ist es, nach
dem ersten kurzen
Vorstellungsgespräch das
Kind beim nächsten Mal
bereits mit dem Babysitter
allein zu lassen. Auch als
Babysitter sollte man sich
gegen ein solches Vorgehen
wehren, denn zum einen hat
man es unter Umständen mit
einem stundenlang
weinenden, völlig
verschüchterten Kind zu
tun und zum anderen sollte
man das Wohl des Kindes im
Auge behalten: Kinder
brauchen wie erwachsene
Menschen auch eine gewisse
Zeit, sich an neue
Personen zu gewöhnen und
ihnen zu vertrauen,
besonders, wenn Mama oder
Papa nicht anwesend sind.
Am besten ist es deshalb,
wenn bei den ersten
Treffen erstmal
der
Babysitter mit der Mutter
oder dem Vater des Kindes
gemeinsam mit dem Kleinen
spielen. Nach und nach
kann sich der Elternteil
dann aus der Situation
zurückziehen, z.B. in die
Küche oder in den Garten
gehen. Wichtig ist, dass
das Kind weiß, dass seine
Mama noch da ist. Oft
genügt es schon, wenn es
sie noch hören kann. Hier ist
allerdings aus Erfahrung einschränkend anzumerken,
dass manche Kinder nicht bereit sind, sich
dem Babysitter zuzuwenden und mit ihm zu
spielen, solange die Mutter noch anwesend
oder hörbar ist. Diese Kinder wollen Mamas
Arm am liebsten gar nicht verlassen oder
krabbeln / laufen immer wieder zu ihr, wenn
sie wissen, dass sie noch zu Hause ist.
Entschließt sich die Mutter dann doch, das
Haus zu verlassen, kommt das Kind in den
allermeisten Fällen dennoch prima mit der
Betreuungssituation zurecht. Sollte letzteres
nicht der Fall sein und dann Kind weint
anhaltend, wenn die Mutter weg ist, war
es noch zu früh für das Alleinlassen mit
dem Babysitter. Ist das Kind aber nach kurzer
Zeit ausgeglichen und spielfreudig, wenn
die Mutter erstmal weg ist, macht die neue
Betreuungsperson ihm keine Angst mehr, obwohl
es sich so verhalten mag, solange die Mutter anwesend
ist. Ist
das Kind also schon für
eine Zeit lang bereit, mit dem Babysitter alleine
zu spielen, können die
Zeiträume ohne Eltern
ausgedehnt werden, indem
diese z.B. kurze Einkäufe
erledigen während der
Babysitter da ist. Je
jünger das Kind ist, desto
länger wird es aber
meistens dauern, bis es
Mama ohne Wehklagen gehen
lässt, denn ein kleines
Kind kann sich ja noch
nicht damit beruhigen,
dass Mama nachher wieder
kommt, weil es keinen
Zeitbegriff hat und auch
noch nicht versteht, warum
Mama es alleine gelassen
hat. Eines Tages aber,
wenn es auch in der
Zwischenzeit immer wieder
von den Eltern gehört hat,
dass es z.B. morgen mit
dem Babysitter spielt,
während Mama nicht da sein
wird, akzeptiert es
(vielleicht noch nach
einigem Jammern) das
Weggehen der Mutter und
spielt fröhlich mit seinem
Babysitter.
Es ist also absolut
bedeutend, dass das Kind
in der Vorbereitungszeit
erfährt, dass Mama zwar
manchmal weggeht, aber
dann eben jemand da ist,
mit dem es schön spielen
und dem es auch vertrauen
kann. Außerdem merkt das
Kind mit der Zeit, dass
seine Eltern auch
dann wiederkommen,
wenn sie es mal beim
Babysitter
lassen.
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Was Eltern von einem guten Babysitter
erwarten:
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Da ich selbst bisher nur die Rolle des Betreuers,
nicht aber die des Elternteils aus eigener
Erfahrung kenne ;), kann ich letztendlich
nur mutmaßen, was Eltern an einem Babysitter
schätzen. Ergänzungen von "babysittererfahrenen"
Eltern sind von daher willkommen!
- Liebe, Wärme und Begeisterung für Kinder:
Eltern möchten sicher sein, dass
die Kinderbetreuung vom Babysitter
nicht nur als Job, sondern als Aufgabe
und Berufung betrachtet wird; Kinder
sind keine Objekte, und Eltern wollen
am allerwenigsten, dass ihr Kind
zu einem solchen degradiert wird,
während der Babysitter am Werk ist;
sie möchten, dass ihr Kind nicht
nur von ihnen, sondern in ihrer
Abwesenheit auch von der Betreuungsperson
als einzigartiges, besonderes und
liebenswertes Individuum wertgeschätzt
und behandelt wird.
- Engagement und Beschäftigungsideen:
Je nachdem, wie oft und über welche
Dauer die Betreuung jeweils stattfindet,
freuen sich die meisten Eltern,
wenn der Babysitter schöne, altersgemäße Beschäftigungsideen
für seine Zeit mit dem Kind hat.
Der Babysitter soll seine Zeit nicht
nur "absitzen", indem
er lediglich aufpasst, dass dem
Kind nichts passiert und dass seine
körperlichen Bedürfnisse erfüllt
werden. Allerdings sollte man als
Betreuer die Eltern immer erst fragen,
wenn man etwas Besonderes mit dem
Kind vorhat, ob man mit ihm rausgehen,
auf den Spielplatz, in den Zoo usw.
gehen darf, zu Hause gemeinsam backen,
mit Fingerfarben malen oder das
Kind mal mit zu sich nach Hause
nehmen darf. Letztendlich kommt
es bei solchen Dingen darauf an,
wie lange Kind und Babysitter und
auch Babysitter und Eltern sich
schon kennen, d.h., eine Vertrauensbasis
muss vorhanden sein. Möglicherweise
lassen die Eltern auch das Alter
des Babysitters in ihre Überlegungen
bzgl. der Erlaubnis für außerhausige
Aktivitäten einfließen.
- Bereitschaft zu längerer Zusammenarbeit und
zur Aufnahme einer echten Beziehung
zum Kind; Zulassen von Nähe: Die
meisten Eltern wissen oder fühlen
intuitiv, dass es für ihr Kind am
besten ist, wenn Beziehungen von
Dauer sind. Deshalb möchten sie
"ihren" guten Babysitter
am liebsten über viele
Jahre für
ihr Kind behalten (und das Kind
will das in der Regel auch), um
schmerzhafte Beziehungsabbrüche
und erneute Eingewöhnung zu vermeiden.
Man sollte also nur dann ein Betreuungsverhältnis
eingehen, wenn man weiß, dass man
es über einen gewissen Zeitraum
aufrechterhalten kann und möchte.
Natürlich kann man gerade als junger
Mensch nicht über Jahre im voraus
planen, aber der gute Wille macht
vieles möglich! Auch das Zulassen
von echter Nähe und Zuneigung zu
dem Kind fällt unter solchen
stabilen Umständen viel leichter.
Dies ist besonders bedeutend für
das Kind, denn es geht u.U. eine
Bindung zu seinem Betreuer ein,
die aus seiner Sicht nicht begrenzt
ist durch Zeit oder den finanziellen
Hintergrund der Betreuung. Natürlich
müssen zur Erfüllung dieser Erwartungen
von Eltern und Kind auch gewisse
Voraussetzungen von Seiten der Eltern
gegeben sein; siehe unter "Was
der Babysitter von den Eltern erwartet".
- Geduld:
Klingt wie ein Schlagwort, ist
aber tatsächlich unabdingbar im
Umgang mit Kindern. Eltern möchten,
dass der Babysitter auf das Kind
und dessen Art, die Welt zu sehen
und zu entdecken, eingehen kann,
ohne genervt, gestresst, gar bedrohlich oder
voreilig eingreifend zu reagieren.
- Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Diskretion:
Wieder Schlagworte, die es in diesem
Fall in sich haben. Denn natürlich
müssen sich die Eltern absolut darauf
verlassen können, dass der Babysitter
zum verabredeten Zeitpunkt zur Betreuung
erscheint, bzw. wieder in der elterlichen
Wohnung mit dem Kind ankommt, wenn
er mit ihm unterwegs war, und immer
rechtzeitig anruft, wenn etwas dazwischen
kommt. Ehrlichkeit ist sowieso eine
unverzichtbare Grundlage des Betreuungsverhältnisses
- die Eltern wollen wissen, mit
wem sie es zu tun haben und wie
die Betreuungszeit jeweils für Kind
und Babysitter gelaufen ist. Auch
negative Erlebnisse und Situationen
müssen berichtet werden (s. oben).
Diskretion ist unerlässlich, wenn
man bedenkt, dass der Babysitter
Stunden in der elterlichen Wohnung
und mit dem Kind verbringt, in denen
er viel über die Familie und ihre
Lebensumstände erfährt. Keine Frage,
dass alles, was dem Betreuer hier
bekannt wird, der "Schweigepflicht"
unterliegt!
- Hohes Verantwortungsgefühl:
Der Babysitter muss den Eltern vermitteln,
dass er sich der großen Verantwortung
bewusst ist, die er bei Betreuung
des Kindes eingeht. Die Eltern vertrauen
ihm das Wichtigste ihres Lebens
an - das Leben, die Gesundheit und
die Zufriedenheit ihres Kindes.
Eltern möchten sich sicher sein
können, dass der Babysitter sich
schonmal Gedanken darüber gemacht
hat, wie es für Eltern sein muss,
ihr "Ein und Alles" einer
fremden Person anzuvertrauen.
- Flexible Einsatzzeiten:
Eltern wissen es zu schätzen, wenn
sie den Babysitter auch mal spontan
einsetzen können, ohne wochenlange
Vorlaufzeiten. Natürlich ist sowas
von Seiten des Betreuers nicht immer
problemlos möglich, aber eine gewisse
Flexibilität macht vieles einfacher.
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Was der Babysitter von den Eltern erwartet:
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Hier kann ich aus eigener Erfahrung sprechen
und auflisten, was mir - und sicher
auch vielen anderen engagierten Babysittern
- an Rahmenbedingungen für eine gute
Zusammenarbeit unverzichtbar erscheint.
Gerne nehme ich auch weitere
Erwartungen von Kinderbetreuern
in die Liste auf!
- Gute
Einführung und Information:
Der Babysitter möchte gut über alles
Wichtige im Zusammenhang mit seinem
Schützling informiert sein, damit
er in allen Situationen stressfrei
handeln kann. Dazu gehört, dass
die Eltern dem Babysitter alle für
die Pflege und die Versorgung des
Kindes benötigten Utensilien zeigen
und nötigenfalls erklären, ihn mit
den Räumlichkeiten vertraut machen
und ihm viele Infos über die Persönlichkeit
des Kindes, dessen Vorlieben und
Abneigungen, sein Spielzeug und
über für das Kind wichtige Rituale
geben. Je mehr der Babysitter von
Anfang an weiß, desto sicherer kann
er dem Kind gegenüber auftreten
- was wiederum dem Kind das Gefühl
gibt, dass da jemand ist, der sich
auskennt und für es sorgen kann.
Es empfiehlt sich zu Beginn der
Einsatz eines Fragebogens,
der alle wichtigen Informationen
zusammenfasst.
- Regelmäßige Einsatzzeiten:
Ein Punkt, der mir sehr am Herzen
liegt! Der Babysitter wünscht sich,
dass die in der Kennenlernphase
abgesprochene Häufigkeit der Betreuung
auch eingehalten wird. Wenn
mal
etwas dazwischen kommt, sollte rechtzeitig
abgesagt werden (was als "rechtzeitig"
empfunden wird, kann sich von Person
zu Person erheblich unterscheiden,
daher am besten genau absprechen).
Natürlich hat der Babysitter Verständnis
für Ausfälle, die durch Krankheit
oder Notfälle zu Stande kommen,
aber in der Regel möchte er sich
drauf verlassen können, dass z.B.
2-4 Abende im Monat auch 2-4 Abende
werden. Als ganz negativ empfinden
die meisten Babysitter, wenn sich
eine Familie wochenlang überhaupt
nicht meldet. Hier sollte man als
Familie daran denken, dass nicht
nur das Kind eine Bindung zu seinem
Babysitter eingeht, sondern in der
Regel auch der Babysitter an seinem
Schützling hängt und nicht einfach
sang- und klanglos aus dessen Leben
verschwinden möchte. Natürlich haben
die meisten Betreuungsverhältnisse
- auch die positiven - irgendwann
ein Ende, sofern sich nicht eine
Freundschaft zwischen Babysitter
und Eltern entwickelt, aber dieses
Ende sollte klar ausgesprochen werden!
Eltern sollten also auf jeden Fall
dem Babysitter Bescheid geben, sobald
sie keinen Babysitter mehr benötigen,
statt sich einfach nicht mehr zu
melden und zu hoffen, dass der Babysitter
den Wink mit dem Zaunpfahl schon
verstehen wird. Andererseits kann
es aber auch sein, dass eine Familie
wider Erwarten eine längere Zeit
lang als vereinbart keine Kinderbetreuung
benötigt - auch in diesem Fall freut
sich der Babysitter, trotzdem von
den Eltern zu hören: "Wir leben
noch und möchten dich grundsätzlich
als Babysitter behalten, aber es
kann aus den und den Gründen noch
so und so viel Wochen dauern, bis
wir uns wieder melden können."
Das reicht schon und erspart dem
Babysitter viel Grübelei, denn er
denkt ja möglicherweise, dass er
nicht zufriedenstellend gearbeitet
hat! Sollte das übrigens tatsächlich
der Fall sein, wäre es auch schön,
wenn die Eltern ihm mitteilen könnten,
womit sie nicht zufrieden sind -
vielleicht lässt sich eine Lösung
finden, und wenn nicht, hat der
Babysitter vielleicht trotzdem etwas
aus der Situation gelernt.
- Konsequentes Verabschiedungsverhalten nach Eingewöhnung:
Hinter dieser Erwartung verbirgt
sich die Erfahrung, dass Eltern
oft mehr Schwierigkeiten haben,
sich kurzzeitig von ihrem Kind zu
trennen als umgekehrt ;) Durchaus
verständlich, aber nervig für den
Babysitter. Oft verunsichern die
Eltern ihr Kind durch ihr inkonsequentes
Verabschiedungsverhalten (dem Kind
zehnmal Tschüß sagen, ohne wirklich
zu gehen; ihm alles Mögliche versprechen
bzw. erlauben, wenn es bloß nicht
weint; sich nicht entscheiden können,
ob sie wirklich gehen wollen, sollte
das Kind doch einmal beim Abschied
weinen...) derart, dass das Kind
schließlich doch noch weint, wenn
die Eltern endlich doch gehen. Wohlgemerkt
gilt diese Erwartung des Babysitters
erst NACH abgeschlossener Eingewöhnung
des Kindes, wenn alle Beteiligten
im Grunde wissen, dass das Kind
beim Babysitter sicher und glücklich
ist, und die Eltern sich trotzdem
schwertun, das Kind "alleine"
zu lassen. Das beste Verhalten beim
Weggehen ist, sich auf jeden Fall
liebevoll von dem Kind zu verabschieden,
ihm zu sagen, dass und ggf. auch
wann man wiederkommt und es dem
Babysitter übergeben. Und dann einfach
GEHEN! NICHT noch zehnmal umsehen,
zurückkommen, knuddeln usw., sondern
direkt nach dem Abschied die Wohnung
verlassen. Die Entscheidung, das
Kind beim Babysitter zu lassen,
muss vorher getroffen werden; sie
darf das Verhalten nun nicht mehr
beeinflussen, sonst denkt das Kind,
dass es doch eine große schlimme
Sache sein muss, beim Babysitter
zu bleiben, wenn Mama da so ein
Theater drum macht :) Auch wenn
das Kind weinen sollte, sollte man
gehen (wie gesagt, sofern man weiß,
dass es normalerweise gut klappt
mit Kind und Babysitter). In 99,9%
der Fälle hört das Kind auf damit,
bevor die Mutter auf der Straße
ist; und wenn nicht: hat man einen
verantwortungsbewussten Babysitter,
wird dieser bei allzu großem andauernden
Kummer des Kindes die Eltern gerne
per Handy benachrichtigen. Es kann
also gar nichts passieren!
- Teilhabe
an der Entwicklung des Kindes:
Diese Erwartung hängt natürlich
sehr davon ab, wie oft und regelmäßig
der Babysitter Zeit mit dem Kind
verbringt. Handelt es sich aber
um z.B.
allwöchentliche Termine,
entsteht auch vom Babysitter aus
Zuneigung und eine Beziehung zum
Kind, die sich auch durch Interesse
an dessen Leben und Entwicklung
äußert. Natürlich müssen die Eltern
selbst entscheiden, inwiefern sie
den Babysitter daran teilhaben lassen
möchten, aber für die Betreuungsperson
ist es nicht unbedeutend, über das
Leben des Kindes etwas Bescheid
zu wissen: hat es z.B. in letzter
Zeit wichtige Fortschritte gemacht?
Wie geht es ihm im Kindergarten?
Wohin fährt die Familie in Urlaub?
Ist etwas Besonderes in der Familie
vorgefallen, das Auswirkungen auf
das Verhalten des Kindes haben könnte?
Was erzählt das Kind über die gemeinsam
verbrachte Zeit? usw.
- Vertrauen
in den Umgang des Babysitters
mit dem Kind, Zutrauen in dessen
Fähigkeit, seine eigenen Grenzen
zu kennen: Hiermit ist gemeint,
dass Eltern in der Regel der Einschätzung
des Babysitters, ob er mit einer
Situation zurecht kommt oder sich
überfordert fühlt, vertrauen können. Wenn
der Babysitter sich z.B. zutraut,
mit dem Kind einen Besuch im Zoo
zu machen, sollten die Eltern (jedenfalls
nachdem sie den Babysitter schon
einige Zeit kennen) auch davon ausgehen,
dass er sich nicht überschätzt.
Natürlich heißt das noch lange nicht,
dass sie die Vorhaben schließlich
erlauben, aber sie sollten diese
Fähigkeit des Babysitters in ihre
Überlegungen einbeziehen. Mir ist
klar, dass hier wahrscheinlcih auch
das Alter des Babysitters eine entscheidende
Rolle spielt, denn schließlich lernt
jeder erst mit der Zeit, sich
selbst richtig einzuschätzen.
- Feedback:
Selbstverständlich freut sich ein
Kinderbetreuer über ein Lob von
den Eltern, wenn er gut mit dem
Kind klarkommt oder das Kind sich
besonders eng an ihn bindet. Auch
die freudige Aufregung des Kindes,
wenn der Babysitter kommt, spricht
natürlich Bände. Aber auch Kritik
sollte von den Eltern geäußert werden,
wenn sie mit dem Handeln des Babysitters
nicht einverstanden sind oder besondere
Wünsche haben, die er bisher nicht
berücksichtigen konnte. Nur so kann
ein optimal angepasstes und vertrauensvolles
Betreuungsverhältnis entstehen,
in dem beide Seiten wissen, was
sie voneinander erwarten und welche
Ansprüche sie haben.
- Zu
guter Letzt: Eine der großen Verantwortung angemessene Bezahlung:
Auf dieser Seite wurde nun schon
viel über die große Verantwortung
gesprochen, die ein Kinderbetreuer
während der Abwesenheit der Eltern
für das Leben des Kindes übernimmt.
Dieses ist keinesfalls mit Geld
aufzuwiegen, aber die Entlohnung
sollte schon zum Ausdruck bringen,
dass die Arbeit des Babysitters
wertgeschätzt und als verantwortungsvoll
anerkannt wird.
|
|
...und später: das "Zeugnis"
;)
|
Nachdem Ihr eine Weile in einer Familie
die Kinderbetreuung übernommen habt, kann
es sinnvoll sein, Euch eine Art "Zeugnis"
über Eure Tätigkeit ausstellen zu lassen.
|
Kinderbetreuungs-Referenz zum Ausdrucken
|
|
Alle wichtigen
Fragen an die Eltern der von
Euch betreuten Kinder - ein
Zeugnisvordruck im
PDF-Format
Download
Version
1
|
Diese sogenannte Referenz könnt Ihr z.B. anderen Familien
zeigen, deren Kinder Ihr auch gerne betreuen
würdet, oder sie für Praktikumsbewerbungen
in Kindergärten oder für Au-Pair-Vorhaben
nutzen. Entweder Ihr bittet die Eltern Eures
Schützlings, selbst einen Text über Euch
zu schreiben, der gut widerspiegelt, welche
Aufgaben Ihr in der Familie wie erfüllt
habt und wie das Verhältnis zwischen Euch
und dem Kind gewesen ist. Oder aber Ihr
gebt den Eltern einen Fragebogen, in dem
schon alle Fragen drinstehen, die Sie über
Euch beantworten sollen. Einen solchen Fragebogen
stelle ich hier zum Download zur Verfügung.
Natürlich könnt Ihr Euch die Fragen auch
selbst zusammenstellen; je nachdem, wofür
Ihr die Referenz benötigt.
|
Gerüstet
mit diesen
Informationen
wollt Ihr auch
Babysitter
werden?
Dann
besucht doch
mal folgende
Links. Auf den
meisten Seiten
könnt ihr eine
Jobanzeige
aufgeben oder
auf Anzeigen
von Familien
antworten.
|
|
www.babysitter.de
(kostenlose
Anzeige- und
Suchmöglichkeit
für Eltern und
Betreuer)
www.hallobabysitter.de
(für
Betreuer ist
die
Anzeigenaufgabe
kostenlos,
aber Eltern
müssen zahlen,
um sich
Anzeigen
ansehen zu
können; keine
Anzeigenaufgabe
für Eltern
> keine
Suchmöglichkeit
für
Babysitter;
mit Forum für
Eltern und
Babysitter)
www.leihopa.de
(kostenlose
Anzeigenaufgabe
und Suche für
Eltern und
Babysitter,
aber um
Details der
Anzeigen zu
sehen, ist
eine
Registrierung
nötig;
negativ: bei
der Aufgabe
einer
Babysitteranzeige
sind teilweise
nur
undifferenzierte
Angaben
möglich, z.B.
lässt sich bei
Arbeitszeit
nur entweder
nachmittags
oder abends
festlegen,
aber nicht
nachmittags
UND abends,
ebenso wird in
der Anzeige
unter
"gewünschtes
Alter der
Kinder" z.B.
nur "3-5
Jahre"
angezeigt,
obwohl man
vielleicht
auch Kinder
zwischen 1 und
3 Jahren
betreuen
möchte; auch
Eintragung für
andere Jobs
möglich wie
Gartenarbeit
etc.)
www.kidsit.de
(nur
Kinderbetreuer
können
Anzeigen
aufgeben
> nur
Eltern können
suchen; für
beide
kostenlos)
www.daumenlutscher.de
(kostenlose
Anzeige- und
Suchmöglichkeit
für Eltern und
Betreuer)
www.babysitternetzwerk.de
(kostenlose
Anzeige- und
Suchmöglichkeit
für Eltern und
Betreuer)
www.laufstall.de
(besonders
für
Tagesbetreuung)
www.kidscare.de
(professionelle
Betreuervermittlung;
Babysitter
müssen eine
formale
Bewerbung
einsenden und
werden auf
Tauglichkeit
überprüft;
Eltern können
sich an die
Organisation
wenden, welche
dann geeignete
Babysitter aus
der Kartei
auswählt)
www.berlin.kinder-stadt.de
(Berliner Babysitter
und Eltern können sich kostenlos
eintragen - Direktlinks: suche
Babysitterjob
| suche Babysitter)
 
(ein Forum
rund ums
Babysitten -
hier kann man
sich über
Erlebtes
austauschen
und Tips,
Tricks und
Ratschläge
bekommen)
|
|