KDE 4 - was wird das denn?

1. Dezember 2007

Der RC1 von KDE 4, also die erste Vorschau auf das quasi fertiggestellte kommende Endprodukt, ist seit kurzem verfügbar – schauen wir also mal rein, was KDE 4 bieten wird:

Also manchmal würde man sich von den KDE-Entwicklern vielleicht doch etwas mehr Konservatismus wünschen. Zumindest was die äußere Gestaltung von KDE betrifft. KDE 1 sah aus wie Windows95, KDE 2 wie ein eleganteres Windows95 (silbrig und in 3D) KDE 3.1 war ein großer bunter Kindergarten (”Keramik”), KDE 3.4 eine Art Tupperdose (”Plastik”) – und jetzt wird schon wieder alles über den Haufen geschmissen: KDE 4 und “Oxygen” kommen.

Auf den ersten Blick: Es scheint optisch wieder in Richtung Keramik zu gehen. Die neuen Icons sind eindrucksvoll und elegant, erinnern sie doch stark an die von MacOS X.


auch die Menüs ähneln MacOS X

Aber ansonsten wirkt das optische Konzept konzeptlos, der erste Eindruck ist weniger positiv: Knallige Bildlaufleisten, die wirken wie eine Mischung von WindowsXP und MacOS X, zappelnde Effekte, die sich von den Ecken ins Bild schieben, bunt, bunt, bunt,… etwas weniger Farbe wäre wohl angenehmer.


Kunterbunt: die ausgewählten Felder in orange…


…die Fortschrittsbalken…


…und die Laufleisten in grün…


…und die Ordner blau.

Sogar die normalen Hintergründe von Programmfenstern sind nun “gestaltet”.


Hintergrundbild im Programmstartdialog (Alt+F2)

Ein bisschen mehr Farbe könnten hingegen die Titelleisten vertragen: Die aktiven Fenster sind kaum von den inaktiven zu unterscheiden – lediglich die Beschriftung ändert die Farbe. Das konnte tatsächlich Windows95 schon besser.


Na, welches ist das aktive Fenster?

Die voreingestellten Systemklänge sind klasse bis witzig, wenn man sie zum ersten Mal hört (wenn z.B. Fenster minimiert oder geschlossen werden) – aber bereits nach einer Minute fühlt man sich davon belästigt.

Die wohl gravierendste Änderung liegt beim Dateimanager: klickt man einen Ordner an, öffnet sich nicht mehr Konqueror, sondern der brandneue Dolphin, den man sich offenbar bei GNOME mit seinem Nautilus abgeschaut hat. Größter Nachteil dabei für die bisherigen KDE-Nutzer: Ein Mittelklick auf einen Ordner öffnet den Ordner nicht mehr in einem neuen Fenster.


Tschüss Konqueror, Dateien verschiebt man nun mit Dolphin

Anleihen bei GNOME hat man wohl auch bei den Einstellungen gemacht: Das alte Kontrollzentrum (kcontrol) ist verschwunden: KDE hat nun einen Klon des GNOME-Kontrollzentrums.


Hier fühlt sich der Gnome-Nutzer zu Hause

Na immerhin: den hüpfenden Mauszeiger gibt’s weiterhin ;-)


Auch noch da: die Knopf-Reihenfolge wie bei Windows

Kleines Fazit zu dieser Vorschau auf KDE 4: Gemischt. Witzige Effekte, tolle Spielereien, aber zum ernsthaften Arbeiten in der Grundkonfiguration etwas zu verspielt. Bleibt zu hoffen, dass KDE 5 – zumindest visuell – wieder etwas schlichter wird. Und die Distributionen, die KDE 4 ausliefern werden, solange noch etwas optimieren werden.


aus der Kategorie: / Tests / Gnome & KDE

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