Auch für Unity: Virtuelle Arbeitsflächen und automatisch sortierte Programmfenster

11. März 2014

Auch mit Unity, der Standardoberfläche von Ubuntu, lassen sich Fenster automatisch auf verschiedene Arbeitsflächen verteilen, Allerdings ist die arbeitsflächenspezifische Fensterverwaltung gut versteckt und ein wenig komplizierter als bei den anderen Oberflächen. Wir zeigen, wie es geht.

Seit Ubuntu 13.04 hat Canonical die Arbeitsflächen aus der Standardkonfiguration verbannt, sie sind allerdings noch vorhanden. Wer seine Fenster und Programme gern auf verschiedene Desktops sortiert, kann das auch mit Unity weiterhin tun. In den neuesten Ubuntuversionen muss man die virtuellen Arbeitsflächen dafür erst wieder aktivieren. Das geht in den normalen Systemeinstellungen, mit dem Button Darstellung:

Dort gibt es den Reiter Verhalten, unter diesem sind 2 Häkchen für Arbeitsflächen aktivieren und Symbol zum Anzeigen des Schreibtischs zum Starter hinzufügen zu setzen. Danach erscheint der Arbeitsflächenumschalter wieder im Dock …

… und die virtuellen Arbeitsflächen – bei Unity standardmäßig vier an der Zahl im Quadrat angeordnet – stehen wieder zur Verfügung:

Zwischen den verschiedenen Arbeitsflächen wechseln kann man wie in anderen Oberflächen auch mit den Tastenkombinationen Strg-Alt-Pfeiltasten.

Eine Option für automatisches Platzieren gewinnt man dadurch aber noch nicht. Auch kann man keinen anderen Fenstermanager nutzen (denn Unity ist quasi der Fenstermanager) und auch Devil’s Pie funktioniert nicht korrekt mit Unity. Das braucht man aber auch nicht, denn da Unity auf Compiz basiert, lassen sich einfach dessen Konfigurationsmöglichkeiten nutzen.

Dazu benötigt man allerdings ein weiteres Einstellungsprogramm, den Compiz Config Settings Manager, auch unter dem Kürzel CCSM bekannt. Im Ubuntu-Software-Center findet man ihn, wenn man nach compizconfig sucht.

Nach der Installation ruft man die neugewonnenen Einstellungen auf, in der Dash-Suche findet man sie nun ebenfalls unter dem Stichwort compizconfig. Von der Fülle an Möglichkeiten und der Warnmeldung beim Start, dass man nun den Expertenbereich betritt, sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn für unsere Zwecke brauchen wir nur den Bereich Fenster platzieren:

In den Fensterplazieren-Einstellungen ist der Reiter Fixed Windows Placement der richtige, dort wird es im untersten Bereich Windows with fixed viewport interessant.

Dort klickt man auf Neu, dann auf das Plus-Symbol und wählt im Aufklappmenü (wichtig!) Fensterklasse aus. Anschließend kann man auf Auswählen klicken und verwandelt damit den Mauszeiger in ein Fadenkreuz. Damit klickt man das gewünschte Fenster an, das man in Zukunft automatisch auf einen bestimmten Desktop verschoben haben möchte.

Dann noch auf Hinzufügen gehen und die gewünschte Arbeitsfläche wählen. Diese muss in Koordinatenform angegeben werden. Die Einträge 2 und 1 würden das Fenster in die 2. Spalte und der 1. Reihe platzieren, also auf der oberen rechten Arbeitsfläche. Mit 2 und 2 landet das Fenster unten rechts auf dem vierten Desktop und mit 1 und 2 auf dem dritten, unten links.

Wenn alles wie beschrieben ausgeführt wurde, sollte es z.B. so aussehen:

Mit diesem Eintrag startet in diesem Fall Firefox ab sofort immer auf der oberen rechten Arbeitsfläche.


aus der Kategorie: / Tipps & Tricks /

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Kommentare

Eine Anmerkung noch: bei Dualmonitorbetrieb ist die Einstellung “Windows with fixed positions” noch interessant, so kann man ein Programm immer auf dem rechten Monitor starten lassen (z.B. x-pos 1280, y-pos=0, keep in workarea=true).

Gruß

— Robert Schreiner · 12. März 2014, 07:23

Nachtrag: Viewport und Fensterposition kann man auch in Kombination festlegen. D.h. ich kann ein Programm auf einer bestimmten Arbeitsfläche immer auf dem rechten Monitor starten lassen.

— Robert Schreiner · 12. März 2014, 07:50

Anmerkung zum CCSM, dein Text:

…nun den Expertenbereich betritt, sollte man sich nicht abschrecken lassen.

Sollte wohl doch ernst genommen werden, denn wenn man dieses Fenster “nicht” beachtet, es einfach schließt und in CCSM wild umher klickt, besteht die Gefahr, das Compiz, und somit auch der gesamte Desktop NICHT mehr bedienbar ist! Genau aus diesem Grunde ist diese Meldung da!

— Micha · 12. März 2014, 09:31

Bei zuviel geöffnete Fenster besteht durchaus die Gefahr falls noch Spiele,E-Mail-Anhänge usw im Hintergrund laufen während du eine Gigabyte-Platte samt Inhalt kopierst und dabei Onlineschach spielst dann kann der Rechner abstürzen dh nicht mehr reagiert

— Ralle · 12. März 2014, 11:21

Gern geschehen Heiner ich finde hier auch Tipps vom Artikel bis zu den Kommentaren und man ist informativer und höfflicher im Umgang miteinander gewordem ich bin erstaunt man gibt sich Tipp mit unterschiedlicher Meinung und ergänzender Meinung!

— Ralle · 12. März 2014, 13:06

@Ralle: (Hüstel)

Mein Dank galt eigentlich dem Autor des Artikels, der damit sehr prompt auf meine Nachfrage (und etliche andere) zu seinem gestrigen Artikel geantwortet hat.

Und da wir gerade bei meinem Lieblingsthema Höflichkeit sind: Ich persönlich finde es gegenüber potenziellen Lesern sehr höflich, Kommentare – soweit sie aus mehr als drei Wörtern bestehen – durch ein Minimum an Interpunktion zu strukturieren. Das erleichtert das sinnerfassende Lesen ungemein!
;-)

— Heiner · 12. März 2014, 15:00

Sollte wohl doch ernst genommen werden, denn wenn man dieses Fenster “nicht” beachtet, es einfach schließt und in CCSM wild umher klickt, besteht die Gefahr, das Compiz, und somit auch der gesamte Desktop NICHT mehr bedienbar ist! Genau aus diesem Grunde ist diese Meldung da!

Natürlich. Deswegen steht da auch nicht “bitte ignorieren Sie diese Meldung”, sondern lediglich ein Hinweis, sich nicht davon abschrecken zu lassen, wenn man die automatische Fensterplatzierung nutzen will. Denn anders als auf diesem Wege kommt man nicht zum gewünschten Ergebnis. Und da beim Modifizieren der fensterspezifischen Einstellungen nicht viel schiefgehen kann, wenn man die übrigen Module in Ruhe lässt, erscheint mir dieser Hinweis gerechtfertigt. Gedacht ist er für all diejenigen, die von der Warnmeldung vielleicht derart abgeschreckt würden, dass sie allein deshalb auf die Nutzung des Features verzichten. Entsprechend ausführlich ist deshalb auch die Anleitung geschrieben und bebildert, damit sich niemand “verklickt”.

Pinguinzubehör · 12. März 2014, 19:18

Super! Vielen Dank für die Mühe und die prompte Reaktion!!!
Gern geschehen. Dank meinerseits auch an Robert für die ergänzenden Tipps!

Pinguinzubehör · 12. März 2014, 19:29

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