Wer schreibt denn da? - Ein ausführliches Interview mit den Machern von YALM, Pro-Linux, „freiesMagazin“ und Magdriva.

9. März 2009

Im Bericht Tux würde online lesen wurde ein Blick auf einige freie Linuxmagazine geworfen. Im Rahmen dessen baten wir an den virtuellen Interviewtisch und stellten denen, die unermüdlich die deutschsprachige Linuxgemeinde mit Informationen versorgen, ein paar Fragen zu ihrer Arbeit. Pinguinzubehör sprach mit Mario Fuest, Bernhard Posselt und Jonas Haag (YALM), Dominik Wagenführ von freies Magazin, Mirko Lindner von Pro-Linux und Wolfgang Bornath (MagDriva).

Seit wann gibt es das Magazin/Angebot, wie kam es zu seiner Entstehung?

 freiesMagazin  freiesMagazin wurde im Februar/März 2006 ins Leben gerufen und war damals das Sprachrohr von ubuntuusers.de bzw. des Nachrichtenportals Ikhaya. Es sollte zunächst die interessantesten Ikhaya-Meldungen des letzten Monats zusammenfassen. Sehr schnell wurden aber auch Artikel veröffentlicht, die in dem Nachrichtenportal nicht untergebracht werden konnten. Mit der Zeit verschwand die Zusammenfassung der Nachrichten und immer mehr Artikel von freiwilligen Autoren wurden eingereicht. Im Laufe der Jahre wurde dann auch die Konzentration auf Ubuntu etwas abgeschwächt, da die meisten Anleitungen auch für andere Distributionen gültig sind und wir auch den Nicht-Ubuntu-Nutzern eine interessante Lektüre bieten wollten.
 yalm  Zur Entstehung kam es durch Tobias Kündig, der unter anderem im Ubuntuusers-Forum ankündigte, ab sofort regelmäßig ein Magazin rund um Ubuntu und Linux veröffentlichen zu wollen. Da großes Interesse gezeigt wurde, blieb es nicht bei der ersten Ausgabe (die im September 2007 veröffentlicht wurde).
 pro-linux  Pro-Linux gibt es seit mittlerweile fast 11 Jahren. Die Seite wurde aus der Idee geboren, eine Anlaufstelle für eigene Anleitungen zu schaffen. Anders als man aufgrund der momentanen Entwicklung annehmen könnte, war der Start von Pro-Linux mehr als holprig. Selbst der Name Pro-Linux war so nicht geplant. Die Webseite sollte zuerst unter dem Namen „LinuxWorld“ erscheinen, bis zum offiziellen Start wurde daraus „4Linux“ und schließlich „Pro-Linux“. Angefangen hat alles allerdings mit einer Handvoll Begeisterter, die zusammen eine Seite gegründet haben, bereits vor dem Release eine Vielzahl von Artikeln schrieben und mit der Zeit stetig erweiterten.
 MagDriva  Die erste Ausgabe erschien im Sommer 2005. Thorsten v. Plotho-Kettner und Wolfgang Bornath erarbeiteten die Idee, da beide einen Hang zur schriftlichen Kommunikation haben und nach nachhaltigeren Publikationsmitteln als den „bloßen“ Foreninhalten suchten.

Wo liegt der thematische Schwerpunkt?

 yalm  Unsere Homepage meint zu der Frage, dass Ubuntu unser Schwerpunkt sei. Am Anfang haben wir uns auf Ubuntu konzentriert und wollten den Fokus auf Einsteiger richten. Mittlerweile hat sich das geändert, man kann sagen, dass wir nicht wirklich einen Schwerpunkt haben – wenn ja, schwankt dieser von Ausgabe zu Ausgabe. Der Grund ist wohl vor allem, dass wir uns selber weiterentwickelt haben und kompliziertere Themen interessant finden. Außerdem verwenden nicht mehr alle Ubuntu, ein Teil verwendet Minimaldistributionen wie Gentoo oder Arch. Darum versuchen wir nun, distributionsunabhängigere Artikel zu schreiben. Der Schwerpunkt ist einfach gesagt: Linux.
 freiesMagazin  Der Schwerpunkt von freiesMagazin liegt, wie der Name schon sagt, auf Freiheit, d.h. freier Software und Open Source. Wir beschränken uns dabei aber nicht vollends darauf, da es auch einige gute proprietäre Lösungen unter Linux gibt, die die Arbeit enorm erleichtern. Wir möchten also vorrangig allen Linux-Nutzern interessante und hilfreiche Artikel bieten und nicht unbedingt Windows-Nutzer durch irgendwelche Predigten bekehren. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man den Normalnutzer eines proprietären Betriebssystems mit solchen Reden eher abschreckt.
 MagDriva  Alles, was Linux und Mandriva Linux betrifft, sowie Nachrichten rund um MandrivaUser.de und Mandriva Linux. Man kann es als eine Art Vereinszeitung bezeichnen, obwohl manche Themen über unseren Tellerrand hinausgehen (z.B. die Artikel über juristische Fragen oder die Beiträge unseres Gastautors von der Free Software Foundation Europe).
 pro-linux  Wie der Name bereits verrät, liegt der Schwerpunkt bei Linux, was allerdings nicht zu bedeuten hat, dass wir „betriebsblind“ nur Linux als das allseligmachende System sehen. Persönlich sehen wir die Seite als eine Informationsquelle für Linux, Open Source und artverwandte Betriebssysteme.

Wer sind die Personen und Autoren?

 pro-linux  Die momentanen Hauptakteure hinter Pro-Linux sind Hans-Joachim Baader und Mirko Lindner. Während sich Hans-Joachim überwiegend um den Content und die Technik kümmert, ist Mirko eher für die technische und grafische Umsetzung der Seite, Propaganda und Kommunikation zuständig. Beide schreiben aber täglich Artikel und entwickeln die Software hinter der Seite weiter. Darüber hinaus unterstützen uns diverse freie Autoren, die uns mit Artikeln und Nachrichten beliefern.
 yalm  Der Großteil besteht aus Schülern und Studenten, wir haben aber auch einige ältere Mitarbeiter dabei, die dafür aber umso aktiver sind. Den Altersdurchschnitt könnte man auf 20 schätzen.
 MagDriva  Im Grunde stehen dahinter Wolfgang Bornath, der die redaktionelle/organisatorische Arbeit, das Layout sowie die Herausgabe einbringt, sowie alle aktiven User von MandrivaUser.de, die eigene Artikel und Ideen beisteuern.
 freiesMagazin  freiesMagazin besteht aus der Mischung eines festen Redaktionsteams und freiwilliger Autoren: Eva Drud war lange Zeit die Hauptredakteurin, zuletzt noch verantwortlich im Sinne des Presserechts, tritt aus zeitlichen Gründen jedoch nun auch als ViSdP zurück. Dominik Wagenführ ist für die Organisation (Kommunikation mit Lesern und Autoren, Planung der nächsten Ausgaben etc.) sowie für den Satz und die Korrektur des Magazins zuständig und schreibt ab und an auch einen Artikel. Bis vor kurzem war neben mir auch noch Carsten Wünsch für den Satz zuständig, der aber leider aus zeitlichen Gründen eine kurze Pause einlegen musste. Thorsten Schmidt übernimmt ebenfalls die Kommunikation mit unseren Lesern und Autoren, korrigiert Artikel und schreibt bei Bedarf auch welche. Mathias Menzer ist unser dritter Korrektor und verfasst regelmäßig den Kernelrückblick. Ronny Fischer ist für den Veranstaltungskalender zuständig. Zuletzt gehört Arne Weinberg, den wir bei allen grafischen Fragen zu Rate ziehen, noch ein bisschen zum Team, der zum Beispiel auch das schöne freiesMagazin-Logo entworfen hat. Durch unseren Aufruf in der vergangenen Woche haben wir inzwischen 6-8 neue Mitarbeiter – also 200% mehr. :)

Ist man unabhängig?

 freiesMagazin  Neben Linux, Open Source und Freier Software hat sich das Magazin zu Beginn sehr stark auf Ubuntu und Ubuntuusers konzentriert. Nicht zuletzt lag das auch daran, dass die meisten Autoren aktive Mitglieder von Ubuntuusers waren. Inzwischen ist der Hintergrund der Autoren sehr verschieden, sodass wir uns voll und ganz auf das konzentrieren können, was wichtig ist: freiesMagazin unabhängig von einer Gruppe oder einer Distribution für alle Leser interessant zu gestalten.
 yalm  Wir sind finanziell unabhängig und versuchen, sehr objektiv zu schreiben. Uns alle verbindet die Freude an Linux und FOSS und das Gefühl, an etwas Tollem mitzuwirken, das nicht nur Spaß macht, sondern auch anderen Leuten zu Gute kommt.
 MagDriva  MagDriva ist unserem Projekt MandrivaUser.de verbunden und ansonsten völlig unabhängig.
 pro-linux  In dieser Hinsicht sind wir uns ziemlich sicher, dass Pro-Linux und die Stammautoren unabhängig agieren. Wir betreiben keinen Shop, verkaufen keine Produkte oder veranstalten irgendwelche Messen. Es fehlt uns schlicht die Motivation und der Grund, Partei für eine Firma oder Organisation zu ergreifen und das ist auch gut so. Nichts wäre schlimmer, als der Verdacht, dass wir die Leser über ein Thema nur des Geldes oder sonstiger Vorteile wegen informieren.

Wie finanziert sich das Magazin/die Seite?

 yalm  Die Frage ließe sich recht schnell beantworten: Gar nicht. Tobias allein übernimmt die Kosten der Domain, des Webspaces und des Traffics; soweit ich weiß, sind das umgerechnet etwa 10€. Früher schalteten wir mal Werbung auf der Homepage und ganz zu Beginn gab es die sogar im Heft, dies ist allerdings mittlerweile Vergangenheit.
 pro-linux  Pro-Linux finanziert sich nicht, sondern wird finanziert. Seit dem Fortbestehen der Seite wurde die Präsenz aus unserem Privatvermögen bezahlt und in unserer Freizeit erstellt. Mittlerweile haben wir zwar Werbung auf die Seite gestellt, es war allerdings bisher noch nicht unsere Intention, mit der Seite reich zu werden oder unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wir haben beide unsere regulären Jobs, die uns Spaß bereiten und denen wir weiterhin nachgehen. Natürlich können wir nicht leugnen, dass sich die Seite mittlerweile selbst trägt und uns in die Lage versetzt, mit dem erwirtschafteten Geld auch andere Projekte zu unterstützen.
 MagDriva  Wir betreiben einen eigenen Rootserver mit einem großen Downloadbereich, einem Forum, einem Artikelwiki und einem neuen Newsportal. Die Finanzierung des Servers geschieht über Spenden der User. Es gibt keine Sponsoren und auch keine Werbung, nicht einmal ein Werbebanner des Herstellers der Mandriva-Linux-Distribution.
 freiesMagazin  freiesMagazin wird rein aus privater Tasche finanziert. Der Server wurde uns aber glücklicherweise von x|encon kostenlos zur Verfügung gestellt, sodass die privaten Kosten relativ gering sind. Zum Thema Werbung kann man sagen, dass wir uns vor langer Zeit dagegen entschieden haben und diese auch in Zukunft nicht im Magazin unterbringen werden. freiesMagazin soll ein werbefreies Medium bleiben.

Wie ist die Redaktionsarbeit und Arbeitsverteilung organisiert, wie werden Redaktionskonferenzen abgehalten?

 pro-linux  Bedingt durch die Tatsache, dass die ganze Arbeit von zwei Personen erledigt wird, ist die Koordination recht simpel. Wir sprechen uns in der Regel mehrmals in der Woche ab. Auch unser Redaktionssystem trägt dazu bei, dass wir uns nicht in die Quere kommen. Erheblich einfacher macht es auch die Tatsache, dass wir beide geografisch nicht allzu weit auseinander wohnen und uns auch privat durchaus gut verstehen.
 freiesMagazin  Teamtreffen gibt es nur, wenn wirklich wichtige Punkte zur Entscheidungsfindung anstehen. Diese werden dann im IRC abgehalten, da die gemeinsame Kommunikation so am leichtesten fällt. Ansonsten regeln wir die Organisation über E-Mails und ein Wiki, in dem alle Artikel der nächsten Ausgaben mit ihrem aktuellen Zustand gelistet sind. Die Artikel selbst verwalten wir aber über ein Versionskontrollsystem (Subversion, SVN).
 MagDriva  Die gesamte Organisation findet im Forum von MandrivaUser.de statt, alle registrierten User können/sollen sich daran beteiligen. Es ist also ein völlig offener Prozess, da die dortigen Diskussionen und Planungen auch von nicht registrierten Lesern eingesehen werden können.
 yalm  Der Großteil läuft über unser Forum. Zweimal monatlich halten wir eine Konferenz über Jabber, dieses Mal war es über IRC (irc.freenode.net, #yalmagazine). Außerdem gibt es noch die Möglichkeit über Instant Messenger. Skype wäre wohl ein Durcheinander, außerdem trauen wir der Software nicht ganz. Im RL haben wir uns noch nie getroffen, es wäre aber schön, die anderen Mitglieder mal kennenzulernen.

Gibt es ein Redaktionsstatut oder Richtlinien, was veröffentlicht wird und was nicht? Wer entscheidet, was “gedruckt” wird?

 yalm  Wir haben dazu ein eigenes Wiki, in dem unsere Richtlinien, Autorenhilfen etc. genau niedergeschrieben sind. Falls es bei einem Artikel Probleme gibt, z.B. etwas nicht stimmt oder Sachen fehlen und es zeitlich knapp wird, wird der Artikel nicht veröffentlicht und auf die nächste Ausgabe verschoben. Diese Artikel sind aber in der Minderheit. Da nicht jeder alle Artikel durchlesen kann, entscheiden die, die den Artikel korrigiert haben. Der Korrektor ist somit die letzte Instanz.
 MagDriva  Es gibt keine festen Richtlinien, der Themenkreis ist vorgegeben. Im Endeffekt entscheidet Wolfgang Bornath, was veröffentlicht wird, allerdings nicht ohne eine offene Diskussion im Forum.
 pro-linux  Es gibt nur eine Richtlinie, die wir bereits seit der Gründung der Seite verfolgen, und die lautet: „Alles, was uns interessiert“. Zum Glück sind hier unsere Geschmäcker doch sehr unterschiedlich, was dazu führt, dass unsere Informationspalette sich nicht nur auf Server oder Programmierung beschränkt. Die letzte Instanz sind aber immer noch wir. Ist ein Thema für uns uninteressant, kommt es auch nicht auf die Seite. Da sind wir gnadenlos und lassen und nicht ins Handwerk reden.
 freiesMagazin Zur Zeit entscheiden Thorsten Schmidt und Dominik Wagenführ, was veröffentlicht wird. In manchen Fällen hat auch Mathias Menzer noch Anmerkungen zu den Artikeln. Richtlinien gibt es nicht, bis auf, dass wir versuchen, politische Themen nicht mehr aufzugreifen. Hier haben wir uns schon einmal die Finger verbrannt und wollen das ungern wiederholen.

Bei welcher Art politischer Themen gab es denn Probleme?

 freiesMagazin  In den Monaten Oktober bis Dezember 2007 veröffentlichten wir Artikel von Andreas Henrichs, der in Lateinamerika lebt und über die Open-Source-Situation dort schrieb. Der dritte Artikel “Software per Dekret” befasste sich mit Venezuela und Präsident Hugo Chávez. Der Artikel zielte natürlich nur auf die Open-Source-Politik ab, einige Leser warfen uns im Folgemonat dann aber Blauäugigkeit und zu wenig Kritik an bzw. Propaganda für Chávez’ Regierungsstil vor. Da freiesMagazin aber nicht dafür gemacht wurde, um reine politische Themen (Unterdrückung, Meinungsfreiheit, Diktatur etc.) zu besprechen, haben wir uns entschlossen, in Zukunft keine Berichte dieser Art mehr zu bringen.

Wieso wurde als Magazinformat PDF (und nicht etwa z.B. HTML) gewählt?

 yalm  PDF wurde gewählt, weil es die Möglichkeit bietet, digitale Dokumente ähnlich wie ausgedruckte Zeitschriften zu lesen und außerdem ein (Quasi-)Standardformat ist. Das Nichtvorhandensein einer HTML-Version hat einen ganz einfachen Grund: Unser Magazin wird mit Open Office erstellt und da fehlt ein zufriedenstellender HTML Export. Es wäre toll, wenn sich jemand für die HTML-Version finden würde, da es uns leider immer noch an Mitgliedern mangelt. Einzige Voraussetzung ist das Einhalten des W3C-Standards XHTML-strict.
 freiesMagazin  PDF hat sich als optimales Dokumentenformat für die Weitergabe im Internet ergeben. Eine HTML-Version kam am Anfang nicht in Frage, da dieses im Verbund nicht den Titel “Magazin” verdient hätte. Hiermit verbinden wir immer noch ein in sich abgeschlossenes Dokument, was eine Zusammenstellung von HTML-Seiten aufgrund der Definition nicht liefert. Zusätzlich war anfangs auch angedacht, dass Magazin irgendwann einmal auszudrucken, was mit der HTML-Version nicht so schön gegangen wäre. Durch die Umstellung nach der ersten Ausgabe von OpenOffice.org auf LaTeX hat sich die Frage damals aber sowieso nicht gestellt. Zur HTML-Version sind wir dann aber doch noch gekommen: Auf den kleinen Mobilgeräten lässt sich die PDF-Version im dreispaltigen Satz nur umständlich lesen, sodass wir eine HTML-Version erstellt haben, die das Lesen wesentlich angenehmer macht. Zusätzlich haben durch diese Version auch Personen mit Sehbehinderung einen Vorteil, da Screenreader wie Orca die HTML-Version leichter vorlesen können. Es ist aber wichtig zu wissen, dass unser Hauptaugenmerk auf der PDF-Version liegt und dort auch bleiben wird.
 MagDriva  PDF ist ein Format, das sowohl das Layout als auch die Schrift und die Bilder einheitlich wiedergibt, während die Darstellung in HTML in sehr starkem Maß von dem jeweiligen Betriebssystem, dem verwendeten Browser und den individuellen Browsereinstellungen abhängt. Des weiteren wurde PDF als bestmögliches Format zum Ausdruck des Magazins oder einzelner Artikel gewählt. Ebenfalls erwähnenswert dürfte sein, dass in Zukunft alle Ausgaben primär im neuen DIN A5 Quer Format erscheinen werden, zuerst benutzt in der Ausgabe 3/2008.

Wieso wurde auf ein A5-Format umgestellt?

 MagDriva  Feedback der User: leichtere Lesbarkeit am Bildschirm. Offensichtlich ist die überwiegende Mehrheit der Leser nur an einer Darstellung am Bildschirm interessiert. Außerdem haben wir festgestellt, dass uns dieses Format größere Freiheiten im Layout von Bildern/Grafiken erlaubt.

Wie ist die Reichweite des Magazins?

 freiesMagazin  Nach der Veröffentlichung einer Ausgabe haben wir in diesem Monat zwischen 10.000 und 12.000 PDF-Leser sowie 3000-4000 HTML-Leser. Zählt man alle Ausgaben (also auch die alten), werden pro Monat aber um die 30.000 Exemplare von freiesMagazin gelesen.
 yalm  Während wir mittlerweile bei über 15.000 Downloads pro Magazin angelangt sind, hatten wir zu Beginn 2008 etliche Probleme: Die Februar-Ausgabe war extrem dünn, einen Monat später erschien keine Ausgabe. Etwas ausführlicher über Statistiken schrieben wir in der letzten Ausgabe auf Seite 4.
 MagDriva  Im Durchschnitt liegen die Downloadzahlen bei 1500-2000, wobei es aber auch „Ausreißer“ nach oben gibt (es gab schon eine Ausgabe, die über 3000x heruntergeladen wurde).

Wird das PDF-Magazin noch auf anderem Wege verbreitet als im Internet?

 yalm  Leider nicht. Aber generell kann es jeder ausdrucken und weiterschenken.
 MagDriva  Nein, sieht man einmal von der Verteilung von gedruckten Exemplaren auf Messen ab (Linuxtag, FrOSCOn).
 freiesMagazin  Nein, der Druck und Vertrieb des Magazins wäre einfach zu kostspielig. Allerdings haben wir uns erst mit dem Wechsel vom Hoch- zum Querformat entschieden, die Möglichkeit einer Printausgabe nicht weiter in Betracht zu ziehen.

Warum werden die Inhalte unter einer freien Lizenz verbreitet?

 pro-linux  Das hängt einzig und alleine vom Autor eines Beitrags ab. Wir schreiben in dieser Hinsicht keine Lizenz vor. Sofern wir einen Artikel erhalten, kann der Ersteller seine Arbeit unter eine ihm genehme Lizenz stellen. Restriktionen bezüglich einem Exklusivrecht gibt es bei Pro-Linux nicht.
 freiesMagazin  Ein freies Magazin sollte auch eine freie Lizenz haben. Für jede Lizenz gibt es Argumente dafür und dagegen. Anfang 2007 waren die Creative-Commons-Lizenzen noch lange nicht so etabliert wie heute, sodass die GNU FDL, auf die ja auch Wikipedia setzt, das Rennen gemacht hat. Da wir aber nicht davon abhängig sind, kann es irgendwann möglicherweise auch einmal eine Umstellung auf die Creative-Commons-Attribution-ShareAlike-Lizenz geben.
 MagDriva  Um einerseits allen Usern die freie Verfügung über die Artikel zu ermöglichen (Weitergabe), andererseits aber die kommerzielle Nutzung der Artikel auszuschließen.
 yalm  Aus philosophischen Gründen. Und eine CC-Lizenz hat eigentlich alles, was wir für unser Magazin brauchen. Außerdem möchten wir die Wiederverwertbarkeit unseres Magazins nicht durch eine zu komplizierte Lizenz einschränken. Es muss jedem klar sein, was er mit dem Material machen kann/darf und was nicht.

Was genau ist dieses „alles“? Was sind die praktischen Vorteile der freien Lizenz, abgesehen von philosophischen Gründen?

 yalm  Wir möchten, dass unsere Artikel frei genutzt werden können und auch Bearbeitungen oder Verbesserungen den Lesern zugänglich sind, als Linux-/Freies Software-Magazin wollen wir natürlich eine „freie“ Lizenz haben. Das ist das, was – so weit überschaubar – die ganze Redaktion will. Eine unfreie Lizenz kommt also gar nicht erst in Frage, das würde die Leser auch wundern: „Ah, die schreiben über FOSS und Linux, aber scheinen die Prinzipien dahinter nicht wirklich verstanden zu haben.“ Der Hauptgrund für CC ist unser Meinung nach die Einfachheit: Nicht jeder muss Jurist sein, damit er die Lizenz versteht. An sich hat diese Lizenz für uns sicher nicht enorme Vorteile, ähnliche wären auch denkbar. Allerdings macht sie es z.B. einfacher, Grafiken, die unter der CC-SA-BY stehen, als Bilder im Magazin zu verwenden.
 freiesMagazin  Ohne Lizenz wären die Inhalte nicht frei. Die Leser dürften Sie dann zwar lesen, aber zum Beispiel nicht mehr öffentlich weiterverbreiten. Eine Weiternutzung der Artikel auf anderen Portalen wäre dann nur umständlich möglich, wenn man die Rechte bei jedem Autor selbst anfragt. Daher ist uns eine freie Lizenz immens wichtig, damit unsere Inhalte ohne Probleme auch weiterverwendet und verbreitet werden können.

Gibt es Ausnahmen für Autoren, die eigene Texte nicht derart lizenzieren möchten?

 MagDriva  Nein.
 yalm  Da wir in Sachen Lizenz relativ offen sind, ja. Im Moment diskutieren wir selber darüber, aber wir werden als Alternative wohl nur CC-kompatiblen Lizenzen zustimmen. Ausnahmen gibt’s natürlich hier auch, möglicherweise :)
 freiesMagazin  Ja, Autoren können ihre Artikel auch unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlichen, wenn diese zum Beispiel an einer anderen Stelle bereits unter dieser Lizenz veröffentlicht wurden. Ansonsten lassen wir auch andere freie Lizenzen zu, solange diese eine Verbreitung und vor allem eine Weiternutzung erlauben. Eine gemeinsame Lizenz für alle Inhalte (Artikel sowie Bilder) erleichtert aber die Verbreitung von freiesMagazin, da es weniger Sonderfälle zu beachten gibt. Zusätzlich haben es Personen, die Artikel weiterverwenden möchten, um einiges leichter.

„Proprietäre Texte“ haben also keinerlei Chance, in „freiesMagazin“ zu gelangen?

 freiesMagazin  Richtig, Texte, die nur einem Copyright unterliegen, werden wir nicht abdrucken. Ebenfalls werden wir keine Artikel abdrucken, die eine kommerzielle Weiterverwendung verbieten (z.B. die NonCommercial-Lizenzen von Creative Commons). Bei letztgenannter Lizenz machen wir nur bei Bildern und bei den xkcd-Comics eine Ausnahme, da diese sowieso nur “schmückendes Beiwerk” sind und schnell herausgefiltert werden können, sollte es eine NC-freie Ausgabe erfordern.

Gab es schonmal einen Lizenzverstoß?

 MagDriva  Nicht nach unserer Kenntnis.
 yalm  Da sind uns keine Fälle bekannt.
 freiesMagazin  Ja, hier nenne ich aber verständlicherweise keine Namen. In der Regel geschieht dies aber aus Unwissenheit und nicht aus Böswilligkeit. Bei der Verwendung unserer Artikel auf einer Webseite wurde damals zwar der Name des Autors genannt, aber die GFDL nicht als Lizenz angegeben. Nach einer kurzen Erklärung hat der Webseitenbetreiber dies aber schnell geändert.
 pro-linux  Das sehen wir eher locker. Wenn unsere Inhalte nicht regelmäßig oder gar automatisiert übernommen und für kommerzielle Zwecke eingesetzt werden, stehen wir drüber. Ob es auch gravierende Verstöße gab? Ja, die gab es natürlich auch, wenn etliche Firmen der Meinung waren, unsere Arbeit kommerziell entgegen der Lizenz in Schulungen nutzen zu können. Bisher ließen sich allerdings solche Fälle immer friedlich lösen.

Gibt es einen Artikel/Bericht/ein Thema, auf das man besonders stolz war? Oder eines, das zu wenig Beachtung fand?

 pro-linux  Es sind die kleinen Sachen, die uns eher freuen und mit Stolz erfüllen. „Scoops“ gab es natürlich zu genüge, doch die Freude währt nur kurzzeitig. Eher sind es die langfristigen Sachen, die uns mit Stolz erfüllen. Zu denen würden unter anderem das mittlerweile auf knapp 14000 News angeschwollene Newsarchiv, die stetig steigenden Zugriffs- und Traffic-Zahlen oder schlicht die Tatsache, dass die seit fast 11 Jahren wöchentlich einen Artikel auf die Seite stellen, zählen. Auch auf die regen Diskussionen sind wir stolz.
 yalm  Man ist natürlich auf seine eigenen Artikel stolz. Von den anderen Artikeln blieb besonders einer in Erinnerung: ein Artikel über Amarok, der so gut und umfangreich war, dass er von Prolinux abgedruckt wurde. Der Artikel stammte von Jürgen Weidner. Zu wenig Beachtung fand vor allem die Entwicklung rund um den Linux-Kernel. Eine Kolumne wie “Zacks Kernel News” im “Linux Magazin” wäre toll. Mehr Artikel über Sicherheit sind natürlich auch immer gut.
 freiesMagazin  Vor einigen Ausgaben (im Dezember 2008) hatten wir eine Sonderausgabe zum Thema Barrierefreiheit. Das Thema findet fast durchgängig in den Medien zu wenig Beachtung, sodass wir einen – wenn auch kleinen – Beitrag dazu leisten wollten. Die durchweg positiven Reaktionen haben uns gezeigt, dass der Bedarf nach solchen Themen wirklich besteht. Ansonsten konnte man sich über den recht langen und gut recherchierten Artikel von Carsten Rohmann zu OpenSolaris in freiesMagazin 01/2009 freuen. Dieser hat gezeigt, dass auch ein “nicht-professioneller” Autor sehr gute Artikel für ein Magazin verfassen kann.
 MagDriva  Es gibt viele gute und einige sehr gute Artikel. Zu erwähnen wäre z.B. ein Einführungsartikel zu LaTeX, eine Einführung in den RPM-Paketbau, aber auch mit sehr netten Bildern ausgestattete Berichte über Messen (z.B. die Linuxtage, an denen wir auch aktiv als Projekt teilnahmen). Hier einen Artikel herauszuheben wäre unfair gegenüber den anderen, gleich guten Artikeln.

Gibt es ein Thema im Bereich freier Software, das generell mehr Beachtung verdient hätte?

 MagDriva  Ja, die Verbreitung der Idee der Freien Software.
 freiesMagazin  Es gibt zahlreiche Themen, die man im Bereich freier Software noch besser abdecken könnte. Gemerkt habe ich das vor allem bei der Sonderausgabe zur Barrierfreiheit, denn hier hinken die Open-Source-Lösungen den proprietären Gegenstücken leider noch etwas hinterher.
 yalm  UMDs (Ultra Mobile Devices). Spontan auch Distributionen wie Fedora, OpenSuse und Mandriva. Keiner unserer Redakteure benutzt wohl eine dieser Distributionen, deswegen können wir auch schlecht auf Unterschiede eingehen, bzw. distributionseigene Konfigurationstools vorstellen. Und natürlich wäre der BSD/OpenSolaris-Zweig interessant, aber das passt leider nicht in ein Linux-Magazin.
 pro-linux  Oh, da gibt es sicherlich viele Themen. Sofern wir der Meinung sind, dass einem bestimmten Thema mehr Beachtung geschenkt werden sollte, schreiben wir etwas darüber. Ein wenig in Vergessenheit, auch bei uns, ist allerdings der Unterhaltungssektor geraten. Trotz einer Vielzahl qualitativ hochwertiger Spiele liest man selten etwas darüber. Auch das Thema Patente scheint in Moment aus dem Fokus vieler Medien verschwunden zu sein.

Wie ist das anteilige Verhältnis zwischen Redaktion/„Stammbesetzung“ und freien Mitarbeitern, die zur Entstehung beitragen?

 pro-linux  Die Mehrzahl der Artikel wird durch die Stammbesetzung beigetragen. Genaue Zahlen können wir nicht sagen, würden vom Gefühl her aber sagen, dass 90% des momentanen Contents von zwei Personen erstellt werden.
 freiesMagazin  Die Stammbesetzung besteht aktuell aus circa zehn aktiven Teammitgliedern, die die Grundfunktionen des Magazins abdecken. Dem gegenüber stehen jeden Monat vier oder fünf freiwillige Autoren. Wie man sieht, ist das Verhältnis also nun relativ ausgeglichen. Die interne sehr gute Abstimmung erlaubte es uns aber auch, mit einer ehemals so kleinen Stamm-Mannschaft freiesMagazin regelmäßig und pünktlich zu veröffentlichen.
 yalm  Da wir nicht wirkliche eine “Trennung” zwischen der Redaktion und freien Mitarbeitern haben, ist die Frage nicht leicht zu beantworten. Jeder kann das machen, was er gerade machen möchte, jeder darf Beiträge zu organisatorischen Themen öffnen, jeder darf Artikel korrigieren usw. Natürlich gibt es Leute, die mehr übernehmen, Keba z.B. stellt jeden Monat das Magazin und den Rückblick zusammen, Calexu kümmert sich um das Layout, Ray um administrative Aufgaben. Dann gibt es einige, die jeden Monat einen Artikel verfassen, andere, die sich um die Organisation kümmern, und wieder andere, welche neu hinzugekommen sind und ersteinmal “gucken”.
 MagDriva  Es gibt keine feste Redaktion. Es gibt ein paar Autoren, die sich in fast jeder Ausgabe eingebracht haben, man kann aber nicht von einem festen Stamm sprechen.

Wer darf alles mitmachen und wieso sollte man mitmachen?

 pro-linux  Mitarbeiten darf jeder – ausnahmslos, sofern sie/er gerne schreibt, Sachen differenziert sehen kann und nicht die Hoffnung hegt, Pro-Linux als Propaganda-Plattform für Eigeninteressen nutzen zu können. Gründe für eine Mitarbeit gibt es zur Genüge und sie alle aufzuzählen würde den Rahmen des Interviews sprengen. Spontan fallen neben materiellen Vorteilen und einer Menge Spaß auch die große Community und die daraus resultierenden Vorteile ein. Viele, die bei Pro-Linux mitgearbeitet haben, sind durch die Seite und durch ihre Arbeit an ihre Jobs gekommen. Kompetenz ist immer noch die beste Eigenwerbung.
 yalm  Natürlich darf jeder mitmachen, der mitmachen wil. Z.B. weil einem das Magazin gefällt oder weil man es verbessern will. Mittlerweile kann man sagen, dass es einige gute Gründe gibt, Yalm zu unterstützen: 1. Es macht Spaß. 2. Man trifft auf nette Leute. 3. Man lernt einiges. 4. Man hilft anderen, das ist ein gutes Gefühl. 5. Man kann der Community etwas zurückgeben.
 freiesMagazin  Als Autor darf natürlich jeder mitmachen, der Lust am Schreiben hat (und zumindest die deutsche Rechtschreibung etwas beherrscht ;)). Oft wissen die Leser gar nicht, dass auch sie das Zeug dazu haben, einen Artikel zu schreiben. Dabei würden sich viele andere Leser darüber freuen, wenn einfach ein benutztes Programm vorgestellt wird oder Arbeitsabläufe (Tutorials) beschrieben werden. Daher rufen wir in fast jeder Ausgabe auch dazu auf, uns Artikel zuzusenden.
 MagDriva  Mitmachen darf jeder, auch nicht bei MandrivaUser.de registrierte Leser. Es kommt uns nicht auf den Autor an sondern auf sein Produkt. Alle User sind aufgefordert, als Autor mitzumachen, da das Magazin nur durch die Mitarbeit der User existiert.

Erhalten die Autoren eine Vergütung oder sonstige Vorteile?

 freiesMagazin  Der einzige Vorteil ist wohl Ruhm und Ehr’, in einem Magazin aufzutauchen. ;) Eine Vergütung können wir nicht anbieten, da freiesMagazin ein reines nicht-kommerzielles Projekt ist und das auch bleiben soll. Ich denke aber, dass alle Autoren etwas zu freiesMagazin beitragen, weil sie Spaß an der Sache haben und ihr Wissen gerne teilen.
 pro-linux  Regelmäßige Arbeit bei Pro-Linux, sei es als Artikel- oder Newsautor, wird von uns vergütet. Andere Vorteile? Sofern der Erhalt von Rezensionsexemplaren oder Testversionen als Vorteil zu definieren ist, dann ja.
 MagDriva  Nein.
 yalm  Die Mitarbeit bei Yalm basiert zu 100 Prozent auf freiwillige Arbeit, Geld gibt es nicht. Wohl aber ein gutes Gefühl, neue Bekanntschaften und Wissen. Vorteile sind Mitbestimmungsrecht, nette Leute, lebhafte Diskussionen, positives Feedback und Anregungen für neue Artikel, eventuell interessierte Mithelfer und ein weiterer gut aussehender Punkt auf dem Lebenslauf des Bewerbungssschreibens ;) Das ist der Lohn für die Anstrengung sowie das Gefühl, etwas Sinnvolles und Gutes gemacht zu haben.

Gibt es Zusammenarbeit/Austausch mit anderen Linuxmagazinen?

 pro-linux  Sicher. Ist man so lange dabei wie wir, lernt man automatisch viele Personen kennen. Wir haben auch kein Problem damit, wenn wir gefragt werden, anderen Medien unsere Arbeit zur Verfügung zu stellen. Im Umkehrschluss bedeutet es auch, dass es eine Reihe von interessanten Themen gibt, die auch wir gerne veröffentlichen würden. In diesem Fall fragen auch wir andere Publikationen nach der Möglichkeit eines „Nachdrucks“.
 freiesMagazin  Privat besteht inoffiziell Kontakt zu Mitarbeitern von MagDriva und Yalm. Hier tauschen wir ab und zu Fragen und Meinungen aus. Auch mit Ronnie Tucker von Full Circle Magazine, einem Ubuntu-Magazin, hatten wir schon ein paar Mal zu tun. Ansonsten stehen wir in engem Kontakt mit Pro-Linux. Diese veröffentlichen öfters Linux-Artikel, die gut ins Konzept von freiesMagazin passen und wir können diese übernehmen. Andersherum wird von Pro-Linux auch der eine oder andere Artikel aus freiesMagazin übernommen. Aufgrund der freien Lizenz der Artikel wäre hier eine Absprache zwar gar nicht notwendig, aber die Höflichkeit gebietet es, dass man den Autor eines Artikels zumindest anschreibt. In der Regel sagt zu einer Weiterverwendung niemand nein. (Und genau genommen kann der Autor das nicht einmal, dazu ist schließlich die Lizenz da.) In der Vergangenheit hatten wir auch ab und zu Kontakt zu dem Open-Source- und Web-Magazin t3n. Diese hatten dann die aktuelle Ausgabe von freiesMagazin auf ihre Heft-CD gepresst und mit verteilt. (Hier hat es zum Beispiel die erwähnte NC-freie Ausgabe von freiesMagazin erfordert, da t3n ein kommerzielles Magazin ist.)
 MagDriva  Nein. Wir haben Versuche unternommen, eine internationale Ausgabe in Zusammenarbeit mit Mandriva-User-Communities in anderen Ländern anzustoßen, was aber an verschiedenen Meinungen und Zielrichtungen scheiterte. Eine Zusammenarbeit mit deutschen Community-Magazinen scheiterte bisher daran, dass wir im Gegensatz zu anderen Magazinen keinen festen Autorenstamm oder gar eine Redaktion haben, sodass wir nie die Lieferung unseres Teils einer Zusammenarbeit garantieren können.
 yalm  Ja, wir haben unter anderem mal einen Artikel und anfangs nach jeder Ausgabe Rückmeldung vom Freien Magazin bekommen. Mittlerweile hat der ein oder andere Kontakte zum Freien Magazin und es besteht bei manchen unserer Mitglieder ein Interesse, einen Austausch mit Magdriva herzustellen. Auch findet sich z.B. der Amarok-Artikel auf Pro-Linux wieder. Generell gibt es eher wenig Zusammenarbeit mit anderen Magazinen. Eine direkte Zusammenarbeit zu einem anderen Magazin gibt es also nicht. Allerdings sieht man sich auch nicht als Konkurrenz an und verhält sich dementsprechend. Immerhin muss sich der Leser nicht zwischen mehreren Magazinen unterscheiden: Der Download kostet schließlich nichts.

Welche Ziele verfolgt die Publikation? Was will sie sein?

 yalm  Das Ziel ist ein unterhaltendes und qualitativ hochwertiges Magazin, an dem die Leser Spaß haben, etwas lernen und eventuell etwas zurückgeben – sei es durch Publicity (Blogeinträge etc.) oder indem sie selber anfangen, an Yalm mitzuhelfen. Wir glauben, ein wichtiger Effekt von FOSS ist die Qualität und wir hoffen, dass das auch auf unser Magazin zutrifft bzw. wir die Qualität durch Zuwachs noch weiter steigern können.
 MagDriva  Am besten wird die Ausrichtung von MagDriva im Vorwort der ersten Ausgabe beschrieben: „MagDriva ist ein Community-Magazin, das rein aus Artikeln freier Autoren enstanden ist, die sich im Projekt MandrivaUser.de seit einiger Zeit zusammengefunden haben. (…) Was der internationale Zeitschriftenmarkt nicht schafft, ein Magazin über die Distribution aus Frankreich, wir können es.“
 pro-linux  Nüchtern betrachtet gibt es keine dedizierten Ziele. Wir betreiben Pro-Linux einzig und alleine aus Spaß. Maximierungsstreben oder Lobbyarbeit fehlen bei uns. Am ehesten könnte man Pro-Linux als Kommunikationsplattform für die Open-Source-Community sehen, wobei wir uns natürlich nicht anmaßen, die Stimmungen und das Denken der kompletten Gemeinschaft zu vertreten.
 freiesMagazin  Wir wollen ein Sammlung von guten Artikeln präsentieren, um der Linux-Community etwas zurückzugeben. Der Gedanke, dass jeder jedem hilft und man nie allein stehen soll, hat das Magazin stark geprägt. Wir hoffen, dass das Magazin einen Teil zur großen Linux-Community beiträgt. Wir denken, dass die meisten Autoren auch für freiesMagazin schreiben, nicht, damit ihr Name irgendwo steht, sondern weil sie damit einem Leser ggf. helfen können.

Wenn man das Magazin/die Seite mit einem knappen Satz beschreiben sollte, wie könnte dieser lauten?

 pro-linux  Es wurde aus dem Chaos geboren, nährte sich vom Chaos und wird irgendwann im Chaos untergehen. (lachen)
 yalm  Yet another linux magazine. ;)
 freiesMagazin  Wir antworten einfach mit einem Zitat von Richard Stallman (ca. 1990): „Wenn Informationen allgemein nützlich sind, wird die Menschheit durch ihre Verbreitung reicher, ganz egal, wer sie weitergibt und wer sie erhält.“
 MagDriva  Vielleicht der Satz, der auf dem Titelblatt unseres Magazins steht: „Ein Magazin von der Community für die Community.“


Vielen Dank für das Gespräch!


aus der Kategorie: / Tratsch / Interviews

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Kommentare

Es wäre noch fein zu erwähnen, dass wir ab dieser Ausgabe eine HTML-Version und zusätzlich eine Mobile Variante für mobile Geräte anbieten.

http://yalmagazine.org/homepage/blog/yalm_03/2009_erschienen

Ray · 15. März 2009, 14:39

Vor einigen Ausgaben (im Dezember 2008) hatten wir eine Sonderausgabe zum Thema Barrierefreiheit. Das Thema findet fast durchgängig in den Medien zu wenig Beachtung, sodass wir einen – wenn auch kleinen – Beitrag dazu leisten wollten. Die durchweg positiven Reaktionen[..]

Ich hab da nen negativen Leserbrief geschrieben, da mich das nicht die Bohne interessiert. Aber das ist (wieder einmal) subjektiv und ich denke andere koennen damit bestimmt was anfangen. Ich in 80 Jahren vlt auch:)

— linopolus · 16. März 2009, 20:24

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