Firefox LTS kommt

11. Januar 2012

Mozilla hat ein Einsehen mit Firmennutzern und vom festen, schnellen Releasezyklus genervten Anwendern: Eine Art „Firefox LTS“ steht in den Startlöchern.

Mozilla nennt seine Langzeitversion „ESR“ (Extended Support Release). Bei Firefox ESR wird es sich um Versionen der regulären Firefox-Ausgaben handeln, die jedoch länger mit Sicherheitskorrekturen versorgt werden, so dass keine Notwendigkeit besteht, den Browser (mit damit verbundenen Änderungen an der Funktionalität) zu wechseln, um auf der sicheren Seite zu sein.

10

Der demnächst erscheinende Firefox 10 wird die erste ESR-Version sein. Zu beachten ist jedoch, dass die ESR-Version nicht identisch ist mit dem „normalen“ Fuchs: Wer die ESR-Versionen will, muss gezielt diese installieren, der reguläre Firefox 10 will sich wie gewohnt im 6-Wochen-Rhythmus aktualisieren.

Mozilla übt sich damit in Schadensbegrenzung, nachdem sich abzeichnete, dass Firefox durch sein neues Veröffentlichungsmodell zum reinen Privatbrowser avancieren würde. Offenbar will oder kann man auf Firmennutzer doch nicht verzichten, obwohl aus Mozillakreisen zunächst Gegenteiliges verlautbart wurde. Firefox bekommt somit wieder ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Googles Chrome-Browser, welcher keinen Langzeitsupport bietet.


Unternehmens-Sektion bei Mozilla

Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Für Privatnutzer und Unternehmen mit nur einem PC eine gute Alternative zum andauernden Zwangsupdate. Doch ob diese Lösung tatsächlich für Firmen taugt, ist weiterhin zweifelhaft: ein ein Jahr unterstützter Browser – das ist in Anbetracht der Langlebigkeit von Firmeninstallationen immer noch ein Witz. In der Praxis dürfte man daher auf vielen Firmen-PCs auch in Jahren noch weiterhin veraltete Browserversionen antreffen – Sicherheitsmängel hin oder her.

Mit dem Erscheinen von Firefox 10 ESR wird damit nun auch Firefox 3.6 alsbald aufgegeben, der bislang die Funktion des LTS-Releases übernahm. Dieser kam dann immerhin auf über 2 Jahre Support, Firefox ESR bedeutet strenggenommen also eine Verschlechterung des Support-Zeitraumes statt einer Verbesserung. Im Vergleich zum normalen 6-wöchigen Release natürlich kein Vergleich.

Wie es langfristig mit Firefox in diesem Punkt weitergeht, ist damit jedoch auch noch nicht geklärt. Der ESR-Firefox läuft zunächst nur als Testballon, über eine Fortsetzung nach Firefox 17 nach einem Jahr ist noch nicht entschieden. Eine ESR-Version für Thunderbird ist noch nicht in Sicht, womöglich könnte Thunderbird jedoch beizeiten dem Beispiel von Firefox folgen.


aus der Kategorie: / Tratsch / Browser

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Kommentare

Und was bringt das, wenn alle 6 Wochen ein Sicherheitsupdate installiert werden muss? Kommt doch auf’s gleiche raus

Mal ehrlich, ich merke keinen Unterschied zu früher. Alle Nase lang kommt ein Update für Firefox. Ob das jetzt ein Major Release oder ein Bugfix ist macht keinen Unterschied.

— burli · 11. Januar 2012, 08:24

Ich sehe das wie Burli.

Wer ein Jahr lang mit Firefox 3.6 herumsurft, ohne Updates zu machen, ist genauso gefährdet wie jemand der mit Firefox 9 ein Jahr ohne Updates herumsurft.

Und es gibt da auch keinen Browser, bei dem das anders wäre, weder der IE noch Chrome noch Opera.

Das einzige Argument, was Firmen für den Firefox 10 aufbringen können ist der “Featurefreeze”. So können sie sicherstellen, dass sich ihre Web-Programme wenigstens 1 Jahr ohne Updates betreiben lassen. Wie gut das ist will ich jetzt mal nicht bewerten …

— stfischr · 11. Januar 2012, 08:41

Immerhin werden dann (hoffentlich) die Erweiterungen kompatibel bleiben, auch wenn man die Sicherheitsupdates macht. Das ist ja der Punkt woran sich die Firmenkunden gestört haben. Mal ehrlich, professionell ist das nicht was Mozilla da gerade treibt, sich die fetten Sponsoren einfach so vergraulen.

— catweazle · 11. Januar 2012, 11:36

Naja, die Idee von den kurzen Releasezyklen ist gut, sieht man ja bei Google Chrome, obwohl es keinen Unterschied macht, ob man jetzt 4.1 oder 5 schreibt.
Ich hoffe aber, so werden Features früher implementiert und müssen nicht mehr ein Jahr auf ein major warten.

Nur die Umsetzung ist schlecht:
1) Sollte man die Versionsnummer nicht mehr groß anzeigen und so einen Wind drum machen
2)Die Erweiterungen sollten mehr auf Jetpack setzen, sonst läuft ja nichts mehr :D

— · 11. Januar 2012, 16:36

Ich bin wirklich froh, dass endlich eine Version mit längerem Support rauskommt. Ich arbeite in einem kleinerem Unternehmen und die permanenten Programmupdates sind für uns ein echtes Problem. Ständig nicht mehr funktionierende Firefox Addons sind im schlimmsten Fall nur nervig. Bei Thunderbird geht es dann ans Eingemachte, wenn die von uns intensiv genutzte Mailverschlüsselung nicht mehr geht, weil das Enigmail-Team dem Affentempo von Mozilla nicht hinter herkommt.

Ich hoffe das Mozilla diesen 6-Wochen-Blödsinn möglichst bald wieder einstellt. Ich kann keinerlei echten Mehrwert erkennen… dafür massig Nachteile.

— · 23. Januar 2012, 09:17

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