Tschüss, Gnome 2 – alte Zöpfe abschneiden!

18. Februar 2012

Gnome 2 war schön und gut, aber nun ist es vielleicht wirklich mal Zeit, sich an Neues zu gewöhnen.

Seien wir doch mal ehrlich: Gnome 2 war mehr oder weniger auch nur ein Windows95-Nachbau mit Extra-Panel, an den überholten Bedienkonzepten und dem Desktopparadigma hat sich nichts getan. Die Linuxoberfläche schlechthin sah aus wie ein gepimpter 90er-Jahre-Desktop. Es war zwar ganz gut und intuitiv bedienbar (da bekannt von anderswoher), aber wirklich hinter dem Ofen hervorlocken konnte man damit schon vor fünf Jahren niemanden mehr.


Idee und Montage: „orc“

Zeit, in der Moderne anzukommen. Mit einem schicken, eleganten Gesamterscheinungsbild mit einem Fokus fürs Wesentliche:

Nur eine einfache, schmale Leiste mit Uhr und Infos, keine ablenkenden Widgets oder Panel-Applets, kein Panel mit Startern, keine Desktopicons. Stattdessen eine zweite Ebene zur besseren Übersichtlichkeit, Zugriff auf die Programmebene mit der Super-Taste (der Windows-Taste), alternativ auch direktes Eintippen des Programmnamens. Automatische multiple Arbeitsflächenverwaltung und ein übersichtliches schickes Design unter Ausnutzung der Leistung heutiger Graphikkarten.

Das ist die Zukunft. Und wer will, kann sich Erweiterungen dazuinstallieren und seinen Desktop persönlich mit weiteren Elementen anpassen, wenn es denn sein muss. Ein Desktop, der sich nicht nur nicht hinter der Konkurrenz aus dem Win- und Mac-Lager zu verstecken braucht, sondern in Sachen Design, Usability und technischer Überlegenheit den Ton angibt, so dass Linux nicht wie eine verstaubte Imitation wirkt, die beim Desktop stets längst vergangenen Konzepten hinterherprogrammiert, sondern etwas ganz Eigenes auf die Beine stellt, das das Potential hat, zu einer echten Alternative heranzureifen und dabei auch noch deutlich flotter ist als vergleichbare Linux-Desktops und sparsamer mit den PC-Ressourcen umgeht.

Ach übrigens: ich rede nicht von Gnome 3 bzw. der Gnome-Shell.

Die Auflösung gibt’s Anfang kommender Woche.


aus der Kategorie: / Tratsch / Gnome & KDE

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Kommentare

Sehr subjektiver Artikel, da man ganz sicher nicht von “DER” Zukunft sprechen kann.

“Nur eine einfache, schmale Leiste mit Uhr und Infos, keine ablenkenden Widgets oder Panel-Applets, kein Panel mit Startern, keine Desktopicons. Stattdessen eine zweite Ebene zur besseren Übersichtlichkeit, Zugriff auf die Programmebene mit der Super-Taste (der Windows-Taste), alternativ auch direktes Eintippen des Programmnamens. Automatische multiple Arbeitsflächenverwaltung und ein übersichtliches schickes Design unter Ausnutzung der Leistung heutiger Graphikkarten.” -> Das sind doch schon sehr konkrete Vorstellungen eines Einzelnen,die auch so in dem Artikel beschrieben werden MÜSSEN. ICH finde z.B. die Eingabe des Programmnamens unkomfortabel und das Arbeiten mit mehrern Arbeitsflächen sowieso (hab aber auch nur einen Bildschirm). Wichtiger als eine festgelegte Struktur ist die Anpassbarkeit einer Oberfläche, und Gnome 2 war in meinen Augen sehr gut geeignet dafür. Ich bin auch zufrieden mit Gnome3 plus Erweiterungen. Um es auf den Punkt zu bringen: Manche Menschen fahren ihren Golf in der Standard-Version, andere vergolden Motor und Auspuff. Suum cuique!

— system · 18. Februar 2012, 12:20

@system. Das ist hier kein Nachrichtenportal, es geht nicht um Objektivität, sondern um konkrete Lösungen mit Argumenten, die man teilen kann oder eben auch nicht. Im komme hier immer wieder auf Ideen, die mir helfen, meine eigene Lösung zu finden. Dafür schon einmal vielen Dank! Und ich bin gespannt, wie die schlanke Oberfläche aussehen wird.

Peter Giesecke · 18. Februar 2012, 12:51

Egal, von was du redest, du beschreibst exakt Gnome 3 / Gnome Shell. Wenn das, was du beschreibst, das ist, was du willst, dann ist das also nur eine Bestätigung, dass dein hier regelmäßig zur Schau gestellter Gnome-3-Hass auf irrationaler Basis begründet ist.

— gnome lover · 18. Februar 2012, 13:31

Ich finde es auch erstaunlich, wie stark deine Vorstellung an einen guten Desktop mit Gnome 3 übereinstimmen, du aber gleichzeitig eine Blogserie gegen Gnome3 fährst.

— Sanoij · 18. Februar 2012, 13:52

gnome-lover schrieb:

Egal, von was du redest, du beschreibst exakt Gnome 3 / Gnome Shell.

Naja, nicht ganz. Er schrieb auch:

… und dabei auch noch deutlicher flotter ist als vergleichbare Linux-Desktops und sparsamer mit den PC-Ressourcen umgeht.

Gnome 3 ist nun wirklich nicht sparsam. Vergleichen mit Xfce verbrät dieses Stück Software wesentlich mehr CPU-Zyklen, was sich bei meinem aktuellen Arbeitsgerät auf die Hitzeentwicklung auswirkt und sich schön an der Lüfterdrehzahl messen lässt. Schön ist das nicht.

Ohne die Entwicklung intensiv zu verfolgt zu haben: hat es vllt. was mit Elementary OS Luna zu tun?

— tilmann · 18. Februar 2012, 14:30

Also ich würde mal sagen das ganze hört sich sehr nach Unity an (supertaste für Dash) und dieses System finde ich nun wirklich nicht futuristisch. da wird einem eine Seitenleiste aufgezwängt die ich nichtmal haben will. Mein Glx-Dock ist viel cooler und anpassungsfähiger. Ausserdem mag ich den Gnome 2 flair und ich werde solang wie möglich bei diesem Desktop bleiben. Einzig den Zeitgeist Dienst mit indizierter Suche würde ich verwenden ansonsten is Unity nur Müll.
Wer was futuristisches will sollte mal KDE Plasma Desktop versuchen Das riecht viel eher nach Zukunft.
Mfg. Crazy

crazysmoker · 18. Februar 2012, 15:02

Klingt nach awesome oder wmii. Kann aber auch einer der anderen Tilingfähigen WMs sein.

— · 18. Februar 2012, 15:13

Ich tipp ja auch auf awesome. Obwohl dann manche Features schon sehr frei umschrieben sind ;).
Mir gefällt persönlich awsome nicht, da man wirklich nur per Tastatur/Shortcuts arbeiten kann (Tiling halt).

Ich nehm OpenBox mit eigenem Panel, z.B. fbpanel, und dmenu (aus dwm) zum Schnellen aufrufen von Programmen. Ich versteh es aber auch wenn Leute das nicht nutzen, weil es anfangs wirklich ein (bisschen) Arbeit und Zeit braucht, um alles nach seinen Vorstellungen zu konfigurieren.

Bei Linux kann man eben (fast) alles nach seinen Vorstellungen konfigurieren/nutzen :).

— · 18. Februar 2012, 15:24

Egal, ob es nun um Gnome3, Unity oder andere Desktops geht. Prinzipiell finde ich es gut, dass man auch den neuen Desktops eine Chance gibt. Ich selbst nutze nun seit fast 1 Jahr Unity, nach anfänglichem Fluchen und Ärgern, hat man sich doch schnell dran gewöhnt und auf diese Art mit dem Desktop zu arbeiten, kann ich nicht mehr verzichten. Oft habe ich das Gefühl, dass vor allem Contra-Gnome3 & Co Artikel erscheinen. Schön, dass man auch mal ein Pro-Artikel dazu findet :-)

PS: Bin gespannt auf die Auflösung ;-)

Felix · 18. Februar 2012, 15:54

@crazysmoker: Super-Taste ist doch bei Gnome Shell genauso. Das hier: “kann sich Erweiterungen dazuinstallieren und seinen Desktop persönlich mit weiteren Elementen anpassen” passt jedenfalls nicht zu Unity. Gnome Shell ist hingegen unendlich flexibel und lässt mit den Extensions kaum Wünsche offen.

@tilmann: Gnome 3 verbraucht jedenfalls weniger Speicher und CPU als Gnome 2.

— gnome lover · 18. Februar 2012, 16:30

Der wechselt zum Apfel!!11 Er hat sich verraten, hier der entscheidende Hint: “…, keine ablenkenden Widgets oder Panel-APPLEts, kein Panel mit Startern, keine Desktopicons. … Alles klar!!

— Jeve Stops · 18. Februar 2012, 17:35

gnome lover schrieb:

Gnome 3 verbraucht jedenfalls weniger Speicher und CPU als Gnome 2.

Klar, wenn man den Overlay-Modus nicht verwendet … ;-)

Vielleicht kommt der Temperatureffekt auch durch die Heatpipe über die Grafikkarte zustande. htop zeigte mir jedenfalls häufiger mal 15-30% Last nur für die Gnome-Shell an. Da sich das Notebook ab einer gewissen Temperatur einfach ausschaltet, habe ich mich irgendwann dazu durchgerungen, die Desktopumgebung zu wechseln. Ich habe es nicht bereut, zumal mir die Gnome Shell innerhalb der zweimonatigen Benutzung auch einige Male abgestürzt ist. Das sollte einfach nicht sein.

— tilmann · 18. Februar 2012, 18:09

htop zeigte mir jedenfalls häufiger mal 15-30% Last nur für die Gnome-Shell an

Da sieht man wieder wie unterschiedlich die Erfahrungen sind.
Vorallem die Gnome Shell inkl. Mutter ist bei mir so stabil wie in Stein gemeißelt.

— Robert · 18. Februar 2012, 19:28

Gnome2 lockte seit 5 Jahren niemand mehr? Ok – bin erst vor 4 Jahren zu linux und fand Gnome genial, und es wurde stetig besser bis Gnome3 kam – woran ich mich nun auch gewöhnt habe, aber vor allem die untere Statusleiste nervt tierisch! Bei vielen Programmen hat man unten Links in der Ecke Funktionen und andauernd blendet sich dieser blöde Status ein.
Und bis Gnome3 alle Möglichkeiten von Gnome2 bringt vergehen sicher noch Jahre.

— v-v-v · 19. Februar 2012, 16:19

Kann nur Cinnamon sein denke ich mal… nutze es auch und bin begeistert davon ^^

— Bolle · 21. Februar 2012, 11:33

Die Auflösung

So mancher Kommentator war dicht dran, auf die „richtige Lösung“ ist allerdings niemand gekommen: Fluxbox! :)

Der scherzhafte Kommentar

Ich glaube ja, es geht um OpenBox
war also gar nicht so daneben. :)

Der neue Artikel! vergleicht das Bedienkonzept der Gnome-Shell mit Fluxbox – und kommt zu einem überraschenden Ergebnis. Alle oben genannten Punkte treffen tatsächlich sowohl auf die Gnome-Shell als auch auf Fluxbox zu.

Pinguinzubehör · 21. Februar 2012, 12:45

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