Linus Torvalds wechselt zu XFCE

4. August 2011

Es war nur eine Frage der Zeit. Wer die Einstellung des Linux-Schöpfers zur Gnome-Philosophie kennt, der musste damit rechnen, dass etwas Derartiges nicht lange auf sich warten lassen würde. Torvalds hat sich Gnome 3 angesehen, daraufhin öffentlich seinen Unmut geäußert („crazy (…) insane ‚activities‘ menu mode“, „crazy crap“), um einen Gnome-2-Fork gebeten – und ist schnurstracks mit wehenden Fahnen ins XFCE-Lager gewechselt.

Not my Desktop

Das bringt 3 Konsequenzen mit sich.

1. Gnome 3 bzw. die Gnome-Shell wurden von „Mr. Linux himself“ mal wieder als unbenutzbar geadelt.

2. KDE-Fans (und Gnome-Fans) können ab sofort nicht mehr behaupten, Torvalds würde mit „ihrem“ Desktop arbeiten.

3. Der XFCE-Desktop wird sich vermutlich künftig zunehmender Beliebtheit erfreuen und stärker in den Fokus rücken.

Unabhängig davon bleibt natürlich die Feststellung zu treffen: Ohne Torvalds gäbe es zwar kein Linux, für die Benutzung desselbigen ist dies jedoch nicht weiter relevant. Auch Linus Torvalds ist nur ein einzelner Nutzer, der sich zu seinen eigenen Vorlieben bei Desktops äußert, aber dadurch nicht automatisch einen Abschluss in Graphik- oder Kommunikationsdesign erhält.
Torvalds beurteilt das Design von Interfaces letztlich auch nur aus einer Laiensicht. Das kann sich mit dem Empfinden des normalen Nutzers decken, muss es aber nicht. Es gibt einen Hinweis darauf, dass Gnome an den Nutzern vorbeientwickelt, und es untermauert die Thesen der Kritiker, die mit Gnome 3 von Anfang an ihre Probleme hatten. Aber wem Gnome 3 gefällt und wer gut damit arbeiten kann, sollte auf Torvalds Äußerungen nichts geben.
Die einstige Kritik an Gnome 2 durch Torvalds hat dem Desktop letztlich ebenfalls nicht geschadet. Leichter wird es die Gnome-Shell in der öffentlichen Wahrnehmung nun aber auch nicht gerade haben.


aus der Kategorie: / Tratsch /

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Kommentare

2. sowieso seit 2009 nicht mehr, weil da hat er sich über KDE 4 beschwert und ist zu GNOME 2 gewechselt, wenn ich mich richtig erinnere

— · 4. August 2011, 14:51

sowieso seit 2009 nicht mehr, weil da hat er sich über KDE 4 beschwert und ist zu GNOME 2 gewechselt

Das stimmt, aber das haben viele nicht mitbekommen, das Gerücht hält sich hartnäckig und geistert weiterhin umher, er sei seit seiner damaligen Kritik an Gnome KDE-Benutzer. Wahrscheinlich deshalb, weil er damals KDE ausdrücklich zur Benutzung empfohlen hatte. Aktuell ist Torvalds also von Gnome 2 zu XFCE gewechselt. Ich habe Punkt 2 mal modifiziert, um den Anschein der Fehlinformation zu beseitigen.

Pinguinzubehör · 4. August 2011, 15:00

Endlich sagt mal einer die Wahrheit, Hut ab, statt den ewigen “Herumgedruckse” und Schönschreibens.
Gnome3 ist und bleibt ohne gravierende Änderungen “Schrottig”! , der Kaiser hat keine Kleider an.
Also zurück und Gnome2 weiterentwickeln.

— Mika B. · 4. August 2011, 16:21

Gnome 3 ist genau mein Ding. Ich benutze das jetzt schon seit einigen Monaten und bin noch immer höchst angetan davon.

— cgb · 4. August 2011, 16:31

Was juckt es der Eiche, wenn sich die Sau daran reibt. GNOME 3 ist etwas Neues und wer es ohne Belege kritisiert, ist ein Troll!

Arthur · 4. August 2011, 16:38

Wieso sollte Xfce alleine wegen Linus Trollvalds größerer Beliebtheit erfreuen? Keine größere Distribution wird auf Xfce als Haupt-Desktop wechseln, nur weil er das so sagt.
Xfce entwickelt sich im Schneckentempo mit ‘nem lächerlichen Mini-Release nur alle zwei Jahre (über’n Daumen gepeilt). In der Zeit sind vier neue GNOME- und Plasma-Workspaces-Versionen erschienen.

— Markus S. · 4. August 2011, 16:56

Ich finde die Linuxer ein wenig eigenartig. Auf der einen Seite wollen sie das Betriebssystem an den “0815-User” bringen, der (leider) geprägt ist von “klicki-bunti” Effekten, auf der anderen Seite vermiesen sie einen Wandel. Ein Betriebssystem sollte mit der Zeit gehen. Ein System, welches Apple erkannt hat, und erfolgreich umsetzt. Die Systeme sind inuitiv und gut. KDE und Gnome versuchen mit der Zeit zu gehen. KDE erschlägt einen an Optionen, GNOME hat zu wenige… Eine gesunde Mischung? Fehlanzeige!

Die Software unterliegt nunmal einer Änderung. Siehe den Werdegang, das nun alles richtung Touch geht…

Die Entwickler versuchen einfach mit der Zeit zu gehen, und von oberster Stelle wird es mies gemacht. KLar hat Linus eine gewisse Aussagekraft, aber seine Argumente sind nichts… Wenn er nun sagen warum es so ist und nihct anders, kann man das anders achvollziehen. Aber nur weil ihm etwas nicht gefällt, soll man gleich mitgehen? Eher nicht. Um Linux attraktiver zu gestalten, muss es ab und an einen Wandel unterliegen.

— Ino · 4. August 2011, 18:14

Wieso interessiert uns das?

Weil Torvalds ein Promi in der Linux-Welt ist. Herrlich wie der immer poltert.

Marco · 4. August 2011, 21:02

Das tangiert mich peripher…
…um mich mal vornehm auszudrücken ;-)

— kdefreund · 4. August 2011, 21:44

Wenn die neuen Desktops wie gnome3 und unity mal so flexibel anpassbar werden wie gnome2, wird es für mich brauchbar.

Aber die PC-Zukunft im kommerziellen Bereich wird wahrscheinlich in Richtung Touchpad gehen und dahin zielen ja die neuen Desktop-Umgebungen.

Klar das dann die klassische Bedienung mit Mouse und Tastratur etwas unpassend wirkt.

— logax · 4. August 2011, 22:00

Nach dem ich mich mit den Oberflächen Unity und Gnome 3 befasst habe, verstehe ich die Aufschreie nicht (mehr). Es muss sich auch in Linux etwas ändern, das ist völlig in Ordnung. Ich liebe die neuen nicht, jedoch kann man mit ihnen arbeiten. Insgesamt halte ich das alles für einen peripheren Glaubenskrieg, den sich die Szene leistet, statt auf maximale Kooperation und Kompatibilität zu setzen. Zuviel Lagerdenken und -konzipieren statt die Vielfalt zu intergrieren und als Stärke zu nutzen. Schade!

— bostaurus · 4. August 2011, 22:20

Nachklapp: Ein Problem habe ich mit den Neuen: Auf meinem ältesten Rechner von 2003 laufen sie nur in einer Gnome-2-Variante.

— bostaurus · 4. August 2011, 22:44

@bostaurus

Und auf meinem ältesten Rechner läuft noch nichtmal Win95 sondern nur Win3.11. Und jetzt?

Herrjeh, dass da immer uralte Kisten als Argument ausgegraben werden.

— · 5. August 2011, 07:21

@. Ist das ein DOS-Rechner (386er + 16MB-RAM)?

@bostaurus Ich nehme mal an das du keine 3D-fähige GraKa hast oder keinen 3D-fähigen Grafik-Treiber installiert hast.

Also mit meiner alten gForce2 lief sogar compiz (auch wenn es etwas lahmte).

— logax · 5. August 2011, 12:55

“Ich finde die Linuxer ein wenig eigenartig.

— Ino · 4. August 2011, 17:14”

So, jetzt musst Du nur noch raffen, dass es „die Linuxer“ nicht gibt.

— Markus S. · 5. August 2011, 13:56

Tja, ich hatte schon d’rauf gewartet. Nach “interace nazis” 2005 in Richtung Gnome und “desaster” 2009 in Richtung KDE musste jetzt die Fatwa des Meisters erfolgen. Irgendetwas wie “Gemeinschaftsentwicklung von Reichsicherheitshauptamt, NKWD und spanischer Inquisition”. Schließlich war der gescholtene 2.12er Gnome gemessen am 3er ein wahrer Konfigurationsmusterknabe.

Nun, ganz so schlimm ist es nicht gekommen. Immerhin!

Das Netz bietet schon allerlei tweaks und ziemlich bald wird sich jeder seinen Gnome mit menschlichem Antlitz zurechtklicken können.

Für Ubuntus Unity gilt ähnliches. Ihr beeilt euch besser, bevor ER über ein Unity.rpm stolpert.

Ich selbst sitze mit Gnome2 und XFCE im Moment noch hoch und trocken.

— Tim Petu · 5. August 2011, 16:29

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