Warum noch Linux auf dem Desktop?

22. Februar 2017

Microsoft und Apple bieten tolle Betriebssysteme, Linux scheint neuerdings etwas zu verblassen als System auf dem Schreibtisch oder im Klapprechner. Seit nun knapp 15 Jahren setzt der Autor auf Linux als primäres System – auf dem Desktop, wohlgemerkt. Warum das so ist, und ob es die richtige Entscheidung war, verrät dieser kleine Rückblick.

Gefühlt hat Linux auf dem Desktop seit einiger Zeit nachgelassen. Der Ubuntu-Hype des letzten Jahrzehnts ist verflogen, es gibt keine alles überstrahlende Distribution mehr, die sich gezielt an Desktop-Nutzer richtet, wie es einst einmal eben mit Ubuntu oder SuSE oder Mandrake der Fall war – die fortschreitende Zerfaserung der Linux-Desktoplandschaft führt auch nicht gerade dazu, dass sich hier so etwas wie eine eindeutig erkennbare Linux-Desktop-Linie durchsetzt. Microsoft hat mit Windows 10 und 7 ziemlich gute Systeme im Angebot, und Mac OS bietet seit Jahren Kontinuität. Warum also noch Linux auf dem Desktop?

Es war schon mal einfacher

Die viele Auswahl, sowohl bei Distributionen als auch Desktopoberflächen, ist eher zweitrangig und schadet im Zweifel eher, als dass sie nutzt. Vor 15 Jahren gab es zum einigermaßen ernsthaften Desktop-Arbeiten nur KDE und Gnome – und trotzdem wechselten ab diesem Zeitpunkt bereits die ersten Normalos zum freien Betriebssystem. Und schon damals, trotz der Konkurrenz von im Wesentlichen nur zwei Desktopoberflächen, gab es Bemühungen, KDE und Gnome so weit einander anzugleichen, dass es für den Anwender keinen Unterschied machte, ob er Gnome- oder KDE-Programme verwendete. Wer kann sich noch daran erinnern, wie Red Hat mit „Bluecurve“ und Mandrake Linux mit „Galaxy“ den beiden Desktops dasselbe Erscheinungsbild überstülpten?

Pro Linux

Nein, die wirklichen Gründe, die für Linux sprechen, sind immer noch dieselben wie damals: Freiheit. Nicht primär die für den normalen Anwender eher theoretische Freiheit, jederzeit den Quellcode der Software analysieren zu können, sondern vor allem die damit zusammenhängende Freiheit, auch als Anwender eine weitreichende Kontrolle über das Betriebssystem zu haben.

Den Wendepunkt markierte damals Windows XP, das eine verpflichtende Registrierung des Systems einführte – und sonst die Arbeit nach einer Weile verweigerte. Aus Prinzip ging das manchem Anwender zu weit. Was man sich bei kommerziellen Anwendungsprogrammen fast wie selbstverständlich gefallen ließ, brachte auf Betriebssystemebene ein ungutes Gefühl mit sich: Das einwandfreie Funktionieren des Systems, dem man seine persönlichen Daten anvertraute, sollte nun davon abhängig sein, dass jemand bei Microsoft einen Schalter umlegte? Wenn die Registrierung scheiterte – aus welchen Gründen auch immer – verlor man die Kontrolle über sein rechtmäßig erworbenes System? Man vertraute einem Hersteller durch Kauf des Betriebssystems und wurde dafür mit Misstrauen belohnt und mit Schikanen gegängelt?

Natürlich war die Produktaktivierung nur eine Kleinigkeit, aber es ging ums Prinzip. Und schließlich wusste man nicht, was sich Microsoft eventuell noch so alles an Schikanen einfallen lassen würde. Dies war zumindest beim Autor die Motivation – neben allgemeinem Interesse für neue technische Möglichkeiten –, sich mit der Alternative Linux zu beschäftigen – und es nach ein wenig Eingewöhnungszeit recht schnell als Standard privat wie beruflich einzusetzen. Auf Microsofts Windows kann gerade im beruflichen Umfeld nicht komplett verzichtet werden, doch auch hier spielt es seitdem für die essentiellen Aufgaben keine primäre Rolle mehr.

Technische Überlegenheit

Doch mit dem Umstieg auf Linux wurde nicht nur prinzipiell mehr Unabhängigkeit gewonnen, sondern auch praktische: Aus unzähligen Desktoplösungen und Programmvarianten wählen zu können, sich gezielt für den Einsatzzweck die passende Oberfläche zusammenzustellen, dieser Vorteil wurde einem erst später richtig bewusst, als man über den Tellerrand von KDE und Gnome hinauszuschauen begann. Das umfassende Softwareverwaltungssystem, die Unkompliziertheit von Aktualisierungen im laufenden Betrieb, der stabile technische Unterbau, das waren Boni, mit denen man auch noch belohnt wurde.

Der Umstieg auf Linux war dann letztlich auch die richtige Entscheidung, wie weiterer Ärger mit dem Nachfolger Windows Vista zeigen sollte: dieses versetzte sich auch nach erfolgreicher Aktivierung immer mal wieder, ganz unwillkürlich, in den „Raubkopierermodus“ und tat so, als sei es eine nichtlizenzierte Version: mit schwarzem Hintergrundbild und dem permanenten Hinweis, dass das System noch nicht aktiviert worden und demnächst nicht mehr zu benutzen sei – trotz vorheriger erfolgreicher Aktivierung.

Dass es heute bei Windows 10 die Notwendigkeit gibt, nach einer Installation Unmengen von Privatspähre-Einstellungen abarbeiten zu müssen, um dem Hersteller nicht sein privates Nutzungsverhalten frei Haus zu liefern, zeigt, dass Microsoft weiterhin seinen Kurs fährt. Oder anders gesagt: Solange der Immer-noch-Marktführer auf dem Desktop solche Methoden an den Tag legt, ist es die beste Werbung, die sich Linux nur wünschen kann. Dass Linux prinzipiell auch noch gratis zu haben ist, mag ein nettes Plus sein, tritt dabei aber sogar eher in den Hintergrund.

Leise Zweifel

Natürlich, es gibt diese Momente, in denen man sich fragt, ob man sich die Was-haben-sie-jetzt-wieder-bei-Gnome-ausgebaut- oder die Was-wird-jetzt-wieder-bei-KDE-abstürzen-Gedanken wirklich wieder antun will bei der turnusmäßigen Aktualisierung der Distribution alle paar Jahre. Ob man nicht einfach mal den bequemen Weg gehen will, sich einfach mal ein fertiges Produkt vorzusetzen, das man nicht großartig verändern kann und mit dem man sich vielleicht besser arrangiert, wenn nicht noch zig Alternativen darauf warten, ausprobiert zu werden. Doch nach einem Blick auf die Bevormundung bei den geschlossenen Systemen und deren Unflexibilität („Was, man kann bei Windows inzwischen nicht mal mehr eine zweite Taskleiste haben?“) verschwinden die Zweifel am Pinguin stets wieder zuverlässig recht schnell. Es bleibt, wenn man erstmal Linuxluft geschnuppert hat, für viele Zwecke eines der praktischsten und zuverlässigsten Betriebssysteme.

Es sieht nicht so aus, als würde Linux auf dem Desktop so schnell verschwinden – hier jedenfalls nicht. Auf die nächsten 15 Jahre mit Linux auf dem Desktop.


aus der Kategorie: / Tratsch /

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Kommentare

Zu den meiner Meinung nach größten Vorteile von Linux zählt neben der Freiheit die Sicherheit und Stabilität des Systems, die einfache Wartung und die sehr positive Hardwareauslastung. Diese werden oben überhaupt nicht genannt. Auch wird bei den von mir betreuten Anwendern regelmäßig die Übersichtlichkeit und leichte Verständlichkeit des Desktops erwähnt.

Ein Schwachpunkt ist der Mangel an horizontaler Software. Aber auch hier sind die Kunden bereit, für individuelle Lösungen zu investieren – zumal es sich hier um Firmenkunden handelt.

Wichtig ist, dass die Anwender einen Ansprechpartner haben, der bei Fragen weiter hilft. Dies ist aber bei Windows auch der Fall – meist sogar in wesentlich erheblicherem Maße. Hierzu gehört auch die Einrichtung des Systems, die Datenübernahme vom Altsystem sowie eine Einweisung.

Hintergrund: Ich betreue mehrere hundert Linux-Desktop-Installationen in unterschiedlichen privaten und gewerblichen Bereichen – vorrangig mit Mint Cinnamon, einige wenige mit Ubuntu Unity.
99% der Anwender haben zuvor langjährige Erfahrungen mit Windows gemacht.

— MacWomble · 22. Februar 2017, 09:23

neben der Freiheit die Sicherheit und Stabilität des Systems, die einfache Wartung und die sehr positive Hardwareauslastung. Diese werden oben überhaupt nicht genannt.

Na aber sicher, da steht’s doch: “Das umfassende Softwareverwaltungssystem, die Unkompliziertheit von Aktualisierungen im laufenden Betrieb, der stabile technische Unterbau (…)”

Pinguinzubehör · 22. Februar 2017, 10:02

Der Umstieg von Linux war die richtige Entscheidung für mich. Nie wieder mit kaputter Software rumschlagen.

tux. · 22. Februar 2017, 10:19

Nie wieder mit kaputter Software rumschlagen.
Das habe ich leider des öfteren schon anders erlebt. Gerade bei Upgrades zu neueren Versionen geht öfters mal was nicht. Trotzdem bin auch ich ein Linux Desktop und Server Fan…

— · 22. Februar 2017, 10:55

Mein Umstieg von XP auf Kubuntu fand 2009/2010 herum statt. Ich hatte einen PC mit nVidia Karte und zwei FullHD-Screens dran, einem CD-Brenner, einem DVD-Brenner, der Rest war Standard. Dann kam ich mal zu einem Linux-Heft mit einer Live-CD von Kubuntu, die ich interessehalber mal ausprobierte. Vor laaanger Zeit hatte ich mal Caldera Linux probiert, was mir auch gefallen hatte, aber an einigen Stellen kam ich nicht wirklich weiter, so dass dieser Ausflug zu Linux vorerst endete. Jedenfalls lief die Live-CD von Anfang an OHNE jegliche Konfigurationsanpassung gleich so, wie ich es wollte: Beide Screens sauber erkannt in voller Auflösung, Netzwerk und Sound funktionierte auch sofort. Ich konnte also auf der Live-CD schon “rumspielen” mit allem, was im PC steckte, ohne erst noch Treiber besorgen zu müssen etc. Das hatte mich schon mächtig beeindruckt. Nachdem ich 30 Minuten lang mir alle Apps auf der CD angesehen hatte und aus dem Staunen nicht mehr raus kam, entschloss ich mich, Kubuntu zu installieren. Also die primäre Partition von XP verkleinert und Kubuntu mit GRUB installiert.

Nach der Installation blieb ich dann bei Kubuntu und richtete an einem gemütlichen Sonntag alles so ein, wie ich es haben wollte. Erst nach einem Jahr hatte ich dann mal wieder Windows gebootet, weil hier noch meine Steuersoftware installiert war…

Zum Artikel: Mir missfällt diese Zerfaserung auch sehr. Anstatt sich auf die Kernkomponenten und deren wahlfreie Installationsmöglichkeit zu besinnen, schießen ständig neue Distros aus dem Boden, bei denen ich mich immer erst frage, was da nun anders sein soll. Manchmal gibt es so viel Varianten, dass man es zwar interessant finden mag, sich aber gleichzeitig auch fragt, wie lange es dafür Updates geben wird, wie stabil es läuft etc.

Daher bin ich immer bei Kubuntu geblieben, auch wenn ich im Prinzip nichts gegen ein rollendes Release hätte (ich aktualisiere meistens manuell, daher auch öfter mal etwas später als nötig). Das ist noch eine alte Marotte von mir, weil ich das bei XP schon nicht mochte, ständig Updates zum unpassenden Zeitpunkt untergeschoben zu bekommen. Am Ende gab es dann noch Probleme, obwohl man gestern noch sauber arbeiten konnte, eine Horrorvorstellung.

Aktuell stelle ich fest, dass LTS-Versionen auch nicht so spannend sind. Man bekommt 5 Jahre lang Updates auf das Grundsystem. Jeder interessierte Nutzer installiert sich zwangsläufig ein paar Apps aus PPAs. Sobald hier die nächste LTS-Version da ist, wird die vorherige nicht selten ignoriert. Ergo reitet man auch trotz PPA auf einer älteren Version als nötig rum. Wer also nicht zeitnah ein Upgrade fährt, steht bald blöd da. Und dann ist für mich der Sinn nach einer LTS fast schon dahin. Aber das nur so nebenbei.

Wenn ich heute bei jemandem auf seiner Windows 10 Maschine etwas suche, finde ich nichts mehr wieder. Ich bin mit Windows 3.1 und 95/98 aufgewachsen, da war es noch halbwegs übersichtlich. In XP hatte ich dann immer zuerst die Systemsteuerung auf “Klassisch” geschaltet. Heutzutage ist den ganzen Optionen ja keine Übersicht mehr abzugewinnen.

— armakuni · 22. Februar 2017, 12:51

Ich bin froh dass ich vor fast 10 Jahren zu Linux gegangen bin. Ein paar Jahre hatte ich noch ein XP-System wegen eines Programms, aber inzwischen brauche ich auch das nicht mehr.
Wenn ich manchmal aushilfsweise mit w7/w10-Rechnern zu tun habe bin ich jedesmal wieder froh dass es Gnu/Linux gibt.

Schon alleine die Tatsache dass ich die Rechenleistung meines Computers nicht mit zahllosen ‘Diensten’, ‘Agents’ und ‘User-Experience’-Programmen teilen muss, ist für mich ein Vorteil. Ich sage nur: aktuellen Nvidia-Treiber auf W10 installieren. Kriegste graue Haare und den Rechner, der das bewältigt, ohne Dir nennenswert Zeit und Speicher zu klauen, den musst Du erst noch kaufen. Und dann diese Windows 10-Privacy-Katastrophe! Kann man ja alles ausschalten, nach dem nächsten Update sind die Einstellungen alle wieder futsch. Und selbst wenn man alles eingestellt hat, ein schaler Beigeschmack bleibt, angesichts der Tatsache dass der Code nur inaktiv ist, aber dennoch vorhanden.
Mein Linuxrechner gehört mir und die Daten darauf auch.
Das weiß ich.

— Floyd · 22. Februar 2017, 16:22

Und dann diese Windows 10-Privacy-Katastrophe! Kann man ja alles ausschalten, nach dem nächsten Update sind die Einstellungen alle wieder futsch. Und selbst wenn man alles eingestellt hat, ein schaler Beigeschmack bleibt, angesichts der Tatsache dass der Code nur inaktiv ist, aber dennoch vorhanden.

Naja, und denn bei all den deaktivierten Optionen trotzdem alles hochladen:
https://musicchris.de/index.php?page=blog&index=36

Naja, alles, nur nicht Windoze!

Zum Thema; auch ich bin trotz Tux’s missionarischen Bemühungen schon fast 10 Jahre bei Linux. :P Macht Spaß und ich bin langsam auf ‘nem Level, wo ich fast alles hinbekomme. Das war bei 10 Jahren Win nicht der Fall! Es wurde eher immer undurchsichtiger.

Ja, es gibt an jeder Software Ecken und Macken, aber noch nie war ich langfristig so zufrieden wie mit GNU/Linux! Es macht einfach Spaß! Manchmal gibts auch Frust, aber der ist meist schnell überwunden…

Na denn; schöne Grüße ausm Flachland – schön mal wieder von Dir zu hören Knetfeder! :o)

Jruß,
chris

chris_blues · 22. Februar 2017, 23:40

Ich bin damals mit Win 95,98,2000 und schließlich XP aufgewachsen. Linux war eher ein exotischer Ausflug, wenn der Kumpel die CD Box vom Programmierer Vater durchwühlt hat und ne alte Knopix Live CD ausgepackt hat. Das nächste Mal dann in der Schule, weil diese auf Ubuntu Systeme mit GNOME 2 Oberfläche (find ich ja bis heute Grütze…) Gesetzt hat mit Späßen wie Star Office.
Bis mein Rechner mit Win7 drauf sich vor etwa 3 Jahren verabschiedet hat, hab ich also nie ordentlichen Linux Kontakt genossen, mich durch Windows huppi fluppi extra optimierungs Tool Wahnsinn und die Odyssee mit den Treibern gekämpft, das aber auch als völlig normal betrachtet. Mal was in einer Kommandozeile zu machen, war eher n Gag.
Nach etwa einem dreiviertel Jahr ohne wirklichen Rechner, hab ich mich berufluch bedingt mit OS X auf nem Macbook abgegeben, auf dem dann nach nicht allzulanger Zeit durch die Empfehlung eines Kumpels Kubuntu 16.04 gelandet ist. Seitdem bin ich verliebt. Allein, dass die meisten Komponenten des Systems ohne proprietäre Treiber laufen, war und ist der Wahnsinn. Bei meinem darauffolgenden ThinkPad wurde Win8 nicht mal mehr gestartet, sondern gleich Kubuntu drüber gebügelt und ich seh bei den großen Closed Source Produkten einfach keine Konkurrenzfähigkeit zu einem freien, quelloffenen und wirklich leicht wartbarem System.

Ja die KDE hat so ihre Zicken in letzter Zeit und ich hab durchaus drüber nachgedacht mal ne andere Distro auszuprobieren, aber da bleib ich nunmal alter Windowsboy. Ich brauch die Taskleiste mit nem vernünftigen Startmenü. Fand die anderen bisher nicht so schön. Zu modern vielleicht?

— sontyp · 23. Februar 2017, 04:02

Ich bin auch schon seit 2001/02 bei Linux dabei und hatte es sogar mal paar Jahre als alleiniges System genutzt. Ich bin mit Linux eigentlich sehr zufrieden, hier Slackware, bin aber auch begeisterter Windows und MacOS Anwender. Was mich vom Autor jetzt unterscheidet, und wohl von vielen Linux-Fans auch, ist die Tatsache das ich an eine technische Überlegenheit von Linux nicht glaube. Das wird von Benchmarks und eigener Erfahrung torpediert. In der Theorie mag ja vieles logisch erscheinen, die Realität spricht da eine andere Sprache.

Was bei mir für Linux eindeutig spricht sind Funktionen und damit auch bestimmte Fähigkeiten des Systems. Man kann Linux wunderbar härten. Auch kann man Linux an bestimmte Aufgaben wunderbar spezialisieren. Wird auf Servern sehr gern gemacht. Alles was nicht benötigt wird, fliegt raus. Erhöht die Sicherheit, Übersicht usw… Darum ist Linux auf Servern auch so ein großer Erfolg.

Auf dem Desktop sind andere Dinge wichtig. Auch hier spielen Funktionen eine entscheidende Rolle. Ein Grund warum der Linux-Desktop mMn. so wenig genutzt wird, weil es kaum/keine Vorteile gegenüber Windows/Mac bietet. Bis auf eine subjektive Meinung und persönliche Präferenzen, nicht jeder mag einen VW fahren, konnte mir bisher keiner wirkliche Vorteile nennen. Es sei den, er wäre Entwickler und verbessert tatsächlich die gelieferte OS-Software seines Distributors. So einen habe ich aber auch noch nicht getroffen.

Software? Bieten Windows und MacOS mehr. CSS wie OSS.
Support? Bieten Windows und MacOS mehr. CSS wie OSS.
Treiber? Bieten Windows und MacOS mehr. CSS wie OSS.

Ist Linux wichtig? Absolut! Auch wenn hier nicht alles “Rosig” erscheinen mag, als eine Alternative zu Windows/MacOS ist Linux sehr wichtig. Linux ist nicht so schlecht und wird trotz des zerfasern im Softwarebereich immer besser. Spiele erscheinen zunehmend auf verschiedenen Betriebssystemen. Ich kann heute mehr gleiche Software auf meinen 3 Betriebssystemen nutzen also noch vor paar Jahren. Das schafft Unabhängigkeit. Falls Microsoft/Apple Mist bauen, muss der Anwender keine Kröten schlucken. Als Alternative kann er dann auf Linux gehen.

Das wissen zb. auch Microsoft und Apple. Deswegen werden die Versuchen, sowenig wie möglich Mist zu bauen. Also als Alternative erfüllt Linux eine sehr schöne Funktion :-)

Und zum Thema Datenschutz. Linux einsetzen und dann auf Facebook (stellvertretend für andere Soziale Netzwerke) mehr privates posten, als Microsoft tatsächlich sammelt … ist irgendwo heuchlerisch.

— abbc · 23. Februar 2017, 09:54

Ein Grund warum der Linux-Desktop mMn. so wenig genutzt wird, weil es kaum/keine Vorteile gegenüber Windows/Mac bietet. Bis auf eine subjektive Meinung und persönliche Präferenzen, nicht jeder mag einen VW fahren, konnte mir bisher keiner wirkliche Vorteile nennen.

Es ist ja immer was subjektives. Man benutzt das Tool, welches den Job erfüllt. Das ist nun mal bei vielen unterschiedlich. Hier sind z.B. meine Gründe Linux zu nutzen:

- Ich kann alle Probleme selbst lösen, wenn es auch manchmal komplexer werden mag, alles ist möglich. Wirklich zentral ist hier die Freiheit.
- Beruflich läuft bei mir nahezu alles auf Linux- oder BSD-Servern, da ist es sinnvoll, wenn meine Entwicklungsumgebung ähnlich aussieht (“Ubuntu Bash” unter Windows10 ist dort allerdings auch sehr hilfreich).
- Ich kann mir alles detailliert so zurechtbauen, wie ich es haben will und wie es meine Arbeit erleichtert. Das geht unter Windows nur eingeschränkt und unter macOS praktisch gar nicht.

Es sei den, er wäre Entwickler und verbessert tatsächlich die gelieferte OS-Software seines Distributors. So einen habe ich aber auch noch nicht getroffen.

Naja, trotzdem gibt es die Leute ja. Was glaubst du denn, wer OSS-Projekte (welcher Art auch immer) vorantreibt? Wenn bei mir unter Ubuntu was nicht läuft, schau ich nach woran es liegt. Wenn ich das Problem selbst lösen kann, lade ich mir mit einem simplen Befehl den Quelltext des Pakets, führe die nötigen Änderungen durch und teste das Resultat. Wenn es läuft kann ich mit einem zweiten simplen Befehl ein s.g. merge proposal (Ubuntu-Speak für pull-request) verschicken. Wird dieses akzeptiert profitieren alle Ubuntu-Nutzer innerhalb kürzester Zeit von meinem reparierten Paket.

Das machen ehrlich gesagt ALLE Entwickler in meinem Umfeld so. Wenn du was kaputtes findest, reparier es. Wenn du das nicht kannst, schreib mindestens einen Bug-Report.

Matthias · 24. Februar 2017, 16:26

Microsoft hat mit Windows 10 und 7 ziemlich gute Systeme im Angebot, und Mac OS bietet seit Jahren Kontinuität.

Naja. Ja, sowohl Windows 10 als auch macOS sind modern, aber sie nehmen immer mehr dem Benutzer die Rechte weg. In steter Kontinuität wird dem normalen Benutzer das System “unterm Hintern weggezogen”. (ohne wirklich für mehr Sicherheit zu sorgen)

Sowohl Apple als auch Microsoft haben den Fokus auf mobile Geräte als auch die Cloud gesetzt. Besonders Apple hat macOS im Vergleich zu iOS und watchOS vernachlässigt. Aus meiner Sicht war Snow Leopard die letzte gute Version.

Bei beiden veraltet das Betriebssystem schneller als die Hardware, d.h. irgendwann bekommt man keine Updates mehr, auch keine Sicherheitsupdates. Ich habe schon einige Systeme von Apple, die funktionieren, aber nicht mehr ins Internet gehen können (und das bei Cloud-orientierte Systeme)

Schade ist, dass RedHat, Canonical und SuSE schon vor ein paar Jahren die wirkliche Pflege auch reduziert, ansonsten hätte bei der Anmaßung von Microsoft und Apple gerade die Linux-Distributionen gute Chancen…

— Mimotomo · 24. Februar 2017, 23:00

Ich bin vor 2 oder 3 Jahren erst auf Ubuntu umgestiegen und mittlerweile Antergos-Benutzer geworden. Ich mag an Linux Gnome. Und die Tatsache, dass es keine Viren und den ganzen Privatsphäremist nicht gibt. Sicherlich hat Linux auch Fehler, insbesondere das komische Forken von allen möglichen Projekten geht einem doch manchmal auf die Eier.

Aber letztendlich ist das Ding einfach superstabil und ich würde nicht wieder zu Windows zurückwechseln wollen. Und das, obwohl ich das im Tonstudio früher genutzt habe und das tatsächlich ein Bereich ist, bei dem Linux wirklich noch hinterher hängt.

Marcel · 25. Februar 2017, 21:05

Liegt es nicht an den Herstellern warum Linux etwas hinter her hängt?

Auf jeden TV Gerät, Kaffeeautomaten o. ä. Läuft Linux darauf. Wenn ich mir ein Produkt kaufe für welches es nur Software für Windows oder Mac gibt, aber das Produkt mit Linux betrieben wird, so unterstelle ich den Herstellern eine vorsätzliche Handlung um Linux für den privaten Anwender unattraktiv zum machen.

— Mike · 26. Februar 2017, 10:21

Auf jeden TV Gerät, Kaffeeautomaten o. ä. Läuft Linux darauf. Wenn ich mir ein Produkt kaufe für welches es nur Software für Windows oder Mac gibt, aber das Produkt mit Linux betrieben wird, so unterstelle ich den Herstellern eine vorsätzliche Handlung um Linux für den privaten Anwender unattraktiv zum machen.

Das sind zwei unterschiedliche Dinge bzw. stecken aus meiner Sicht
unterschiedliche Motive dahinter:

Fernseher, Kaffeeautomaten, Router usw. laufen mit Linux weil das 1. kostenfrei nutzbar ist, 2. gut dokumentiert und leicht zu entwickeln und 3. ressourcensparend (Strom/Speicher/Prozessor). Heißt konkret, der Hersteller kann Herstellungskosten sparen.

Der andere Fall: Linux auf dem Desktop, ist schlicht unerwünscht. Linux-Nutzer sind schwierige Online-Kunden, sie lassen sich schwerer identifizieren bzw. tracken und sind meistens mit ihrem System gut genug vertraut um sich nicht verarschen zu lassen (Ausnahmen bestätigen die Regel)
Der ideale Win/Mac-User glaubt alles was die Werbung sagt, nutzt alle ‘kostenlosen’ Dienste, klickt auf alles was sich bewegt und wird so ganz nebenbei ein gern gesehener Kunde bei den bekannten Schlangenöl-Anbietern(*)

(*) das ist natürlich extrem überzeichnet um den Mechanismus zu verdeutlichen. Ich habe selbst lange Win benutzt.. also :D Friede!

— Floyd · 27. Februar 2017, 18:32

“Year of the Linux Desktop” wird kommen, allerdings wohl nicht in der Form, wie das die meisten FOSS-Enthusiasten haben mögen. Auf mobile hat Android schon gewonnen, ein ähnliches Konzept wird sich auch auf dem Desktop durchsetzen, also als Chromebooks o.ä., mit mächtigem Player (Google?) dahinter und einem Appstore, der auch kommerzielle Software bereitstellt.

herzmeister · 28. Februar 2017, 16:38

Die Frage ist weniger “warum noch Linux auf dem Desktop?”, sondern zunehmend “warum noch ein Desktop-PC?”
Der klassische Desktop-PC ist am Aussterben und mit ihm auch die klassischen Desktop-OS.
Einen PC-Tower unter dem Schreibtisch wie vor 10 oder 15 Jahren haben heutzutage praktisch nur noch Gamer oder Semi prof Anwender für Video, Foto Bearbeitung .. ect. und diese nutzen eher selten Linux.
Die klassischen Nutzungsgebiete für den Linux Desktop, wie Internet Surfen oder Home Office, etwas Video oder Bildbearbeitung finden heutzutage bei privaten Nutzern zunehmen auf Mobilen Geräten statt.
Der Linux Desktop stirbt durch Smartphone, Tablets und Air Notebook, hier verschläft Linux die Entwicklung und streitet sich lieber rückwärts gewand um die “beste” Desktop Lösung, statt vorrangig mobile OS Lösungen zu entwickeln.

— hochbanane · 3. März 2017, 11:14

Lustig, das Thema Linux Desktop hatte ich vor ein paar Tagen auch. Ich gehöre auch zu denen, die ausschließlich nur noch Linux benutzen und ich frage mich tatsächlich auch häufiger, warum der Pinguin auf dem Endbenutzer-PC ein Schattendasein fristet. Abgesehen von der Spezialsoftware gibt es jedes Programm aus der Mac und Win-Welt auch für Linux und dort sind die Tools keineswegs schlechter.

Für den “Normaluser”, der zwischendurch mal daddelt, Emails liest und im Web surft, ist Linux aufgrund des Sicherheitsmodells sogar wesentlich cooler als die kommerziellen Lösungen.

Marcel · 23. März 2017, 10:23

Die Formel ist eigentlich ganz einfach, Freiheit, Flexibilität, geschützte Privatsphäre, und der Rechenknecht bleibt was er sein soll, “Mein Rechner” Und das schon seit Jahren!

— Detlef · 24. April 2017, 12:23

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