Ach Gnome ...

16. August 2018

Kann man Gnome jetzt eigentlich noch als Desktopumgebung bezeichnen, da die Entwickler den Desktop abgeschafft haben? Gnome hatte die Funktion der Arbeitsoberflächensymbole aus dem Dateimanager entfernt, ohne adäquaten Ersatz parat zu haben.


Das war’s. Mehr gibts auf den neusten Gnome-Desktops nicht mehr zu sehen. Die Arbeitsoberfläche ist nun nur noch zum Anzeigen des Hintergrundbildes zu gebrauchen, wie hier im aktuellen Fedora

Das Gnome-Projekt schafft es erstaunlicherweise immer wieder, Funktionen einzusparen, von denen man dachte, dass man sie unmöglich einsparen kann. Was anfangs noch wie ein Running Gag wirkte, meinten die Entwickler tatsächlich ernst, und inzwischen dürfte Gnome wohl den ersten Platz unter den Linuxoberflächen belegen, die in ihrer Geschichte am meisten nützliche Funktionen über Bord geworfen haben. Interessanterweise vermittelt die Gnome-Shell dabei immer noch ein stimmiges Bedienerlebnis, macht einen stabilen Eindruck und sieht modern aus.

Nun also hat es die Desktopsymbole erwischt. Die Icons auf der untersten Bildschirmebene gehörten allerdings schon lange nicht mehr zum Konzept bei Gnome. Mit der Einführung der Gnome-Shell sollten sie im Arbeitsfluss der Anwender keine Rolle mehr spielen, das Konzept der Desktop-Icons galt den Entwicklern als veraltet. Ein Bildschirm sollte Fenster zeigen, und nicht Arbeitsflächensymbole, die meist sowieso von den Fenstern verdeckt sind. In den Standardeinstellungen der Gnome-Shell waren Desktop-Icons daher deaktiviert, und z. B. auch der Knopf „Minimieren“ in den Fenstertitelleisten ist nicht vorhanden – denn wozu sollte man noch Fenster minimieren, wenn man auf dem Desktop sowieso nichts sehen kann außer dem Hintergrundbild? Doch man konnte die Icons wieder einschalten, wenn man das Gnome-Tweak-Tool bemühte. Viele Distributionen machten das bereits von Haus aus, auch Ubuntu gehört dazu.

Bye-bye, Icons!

Doch nun wurde die Funktion tatsächlich komplett gestrichen. Wer aktuelle Gnome-Versionen benutzt, der hat keine Möglichkeit mehr, die Desktop-Symbole zu aktivieren. Der entsprechende Code wurde aus dem Dateimanager „Dateien“ aka Nautilus, über den die Funktion realisiert wurde, entfernt. Auch Erweiterungen können die Funktion daher nicht wiederherstellen. Es gibt zwar bereits einige Erweiterungen auf der Gnome-Erweiterungsseite, die versprechen, wieder Symbole auf den Desktop zu zaubern, doch das funktioniert bislang nur sehr beschränkt und ist nicht mit der bisherigen Lösung zu vergleichen.


Mit dem Gnome-Tweak-Tool konnten die Desktop-Symbole bislang aktiviert werden


Der Eintrag “Arbeitsoberfläche” ist nun verschwunden, die restlichen Einstellungen von dort sind mit nach “Erscheinungsbild” gewandert

Legt man allein die Desktopbedienung zugrunde, ähnelt die Gnome-Shell inzwischen mehr einem simplen Fenstermanager als einer vollwertigen Arbeitsumgebung. Schöne, geschmeidige Animationen, ja, aber sonst? Funktional gibt es kaum noch Unterschiede zu einem Windowmanager mit zusätzlichem Panel. Und dabei verbraucht Gnome im direkten Vergleich auch noch monströse Systemressourcen.

Ubuntu trickst

Dass die aktuelle Ubuntu-Version immer noch Symbole auf der Arbeitsfläche anzeigt, liegt allein daran, dass Ubuntu eine ältere Nautilus-Version ausliefert, in der die Funktion noch enthalten war. Auch Opensuse kann noch Arbeitsflächensymbole in Gnome anzeigen, z. B. Fedora oder Manjaro jedoch nicht mehr. Ewig werden die Distributionen, die Wert auf Symbole auf dem Desktop legen, jedoch nicht bei alten Dateimanagerversionen bleiben können. Es wird also noch interessant, wie Ubuntu & Co. in Zukunft mit dem Problem umgehen werden. Kaum vorstellbar, dass z. B. Red Hat seinen Enterprise-Kunden irgendwann einen Desktop ohne Desktopsymbole zumuten wird.


Auf dem “Biber” gibt es weiterhin Icons.

Kommen sie wieder?

Anzunehmen ist, dass Gnome daher in absehbarer Zeit wieder Icons spendiert bekommt, wenn auch nicht mehr über Nautilus. Wenn nicht als Kernfunktion der Arbeitsumgebung, dann womöglich als neue, hauseigene Erweiterung, die die Distributoren nach Bedarf vorauswählen können.

Bis dahin gibt es drei „Lösungen“, falls man mal nicht Ubuntu nutzt: Sich mit dem Fehlen der Icons abfinden, einen anderen Dateimanager wie Nemo die Aufgabe erledigen lassen – oder zu einer anderen Desktopumgebung wechseln, die diesen Namen noch verdient.

Ironie des Ganzen: Dieser Text wurde unter Gnome verfasst. Ohne dabei auch nur ein einziges Mal ein Desktop-Icon anzufassen.


aus der Kategorie: / Tratsch / Gnome & KDE

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Kommentare

Hmm….
Ich kenne und habe schon viele Windowmanager benutzt bei denen es keine Desktopsymbole gibt. Das kann ziemlich Cool sein je nach dem wie man es einstellt.

Welche Möglichkeit gibt es denn bei Gnome seine Anwendungen zu starten?
mit rechter Maustaste -> Kontextmenü?

— blub · 16. August 2018, 09:48

Ich persönlich habe Gnome aus diesem Grund im Einsatz (Ich mag den minimalistischen Ansatz)
und da ich größtenteils nur mit Tastatur Kombis arbeite sind mir Icons auf dem Desktop ziemlich egal!
Klar für den DAU ist Gnome nicht unbedingt geeignet, außer man nutzt Ubuntu die meiner Meinung nach nen guten Job gemacht haben mit 18.04.

— kinghol · 16. August 2018, 09:57

Also mal ehrlich,
wenn ich einen aufgeräumten Schreibtisch vorfinde fühle ich mich immer Wohl.
Auch wenn ich z.B. in Urlaub gehe sieht mein Schreibtisch im Büro genau so aus wie der Desktop von Gnome.Sauber halt.
Ich bin mehr als zufrieden und er läßt viele Möglichkeiten offen, ihn so einzurichten wie man es möchte.
Also Team-Gnome bitte weiter so, mir gefällt er sehr gut.

— Tuxi · 16. August 2018, 10:09

Ich hasse Desktop-Icons, ergo ist die Idee für mich nachvollziehbar. Unter LinuxMint ist es immer das erste, was ich abschalte – mein Desktop ist für meine Arbeitsfenster da, nicht für unzählige hässliche Icons. Allerdings finde ich die Grundhaltung, aus Nautilus immer mehr an Funktionen zu entfernen – einfach zum Kotzen. Ein Grund mehr, LinuxMint mit Cinnamon und Nemo zu verwenden – dort hat man nicht nur eine zweispaltige Ansicht im Dateimanager (für mich extrem wichtig und nützlich), sondern auch die Wahl, wie man seinen Desktop gerne hätte.

Ich möchte wohl wissen, aufgrund welcher Basis die Entwickler ihre seltsamen Entscheidungen treffen. Arroganz? Ignoranz? Ich weiß es nicht …

— Normy · 16. August 2018, 11:14

Diese Funktion von Nautilus zu entkoppeln, ist unabhängig von der Intention der Entwickler eigentlich keine schlechte Idee. Wenn die das für überflüssig halten, dann raus damit und niemand ist gezwungen den Code zu pflegen. Xfce pflegt Xfdesktop auch schon ewig getrennt von Thunar. In GNOME kann jetzt immer noch jemand (bspw. Canonical) die Komponente ersetzen durch einen neuen Dienst oder eine Shell-Erweiterung – sofern halt überhaupt noch der Bedarf besteht.

Mir fallen selber genügen Szenarien ein, in denen ich ein System mit dieser Funktion haben möchte. Nur in keinem dieser Szenarien würde ich überhaupt GNOME als Desktopumgebung einsetzen ;)

— postlet · 16. August 2018, 12:05

Ohje, wieso gibt es Leute, die diese Entscheidung verteidigen? Wenn ihr einen “sauberen Desktop” wollt, dann legt halt keine Icons aufm Desktop ab? Aber lasst anderen Leuten bitte die Möglichkeit, das zu tun!
GNOME ist der Grund, weshalb ich kein Linux mehr verwende: Man hat GTK quasi unbenutzbar gemacht (jede GNOME-“Äpp” sieht unter jedem anderen DE scheußlich aus mit diesen fetten unnötigen Headerbars), Ubuntu hat seinen Charme schon lange durch verbuggte Releases verloren und KDE kommt mir nicht in die Tüte. Schade!

— Andreas · 16. August 2018, 12:23

Ein Lob des sauberen Schreibtischs, Tuxi? Mag ja sein, dass die Tischfläche leer ist, wenn ich in den Urlaub fahre, aber doch nicht, wenn ich damit arbeite.

Zwar habe ich auf dem Desktop keine Programmstarter liegen (dazu gibt es das Seiten-Panel). Wohl aber liegen dort Dateien, mit denen ich aktuell arbeite, die mir im Bewusstsein bleiben sollen („aus den Augen, aus dem Sinn“) oder auf die ich sehr schnellen Zugriff haben möchte. Durch ihre Positionierung auf dem Desktop kann ich Dateien gruppieren, weniger wichtiges nach rechts unten legen, etc.

Bei mir decken Fenster nur selten den gesamten Bildschirm ab – Programme riesengroß im Vollbild zu bedienen finde ich nur bei der Grafik- und Videobearbeitung sinnvoll, aber doch nicht bei der Textverarbeitung, beim Twittern oder Programmieren.

Wer einen komplett leeren Schreibtisch haben möchte, konnte das sowieso schon immer haben. Das ist jedenfalls kein Argument dafür, die Möglichkeit für Desktop-Symbole ganz abzuschaffen.

Gerhard Großmann · 16. August 2018, 12:45

Nach einer kurzen (sehr schönen) Zeit mit Window Maker nutze ich inzwischen wieder hauptsächlich dwm, da habe ich auch gar keine Desktopsymbole…

Ich habe grundsätzlich auf beiden Bildschirmen irgendwas im Vollbild laufen. Da ist ein dmenu (oder unter Windows Win+R ;-)) die effizientere Herangehensweise als “erst mal was minimieren, dann das Symbol suchen, dann draufklicken”.

tux. · 16. August 2018, 12:50

Die Entwicklung liegt voll im Trend. Für was brauche ich einen Computer, mega-cool.
Ohne Symbole, ohne Texte auf dem Bildschirm frage ich mich, wie merke ich mir meine Prozesse, Aufgaben, Strukturen usw.

Aus den Augen aus dem Sinn.

Fang ich jetzt mit Zettelwirtschaft an? Schmeiß ich alles in die Wolke als KI-Fraß? Nutze ich noch mehr Klicks und Tastatureingaben für Auffinden und Suchen? — Es ging schon mal viel bequemer, schneller und produktiver.

Für den Browser zum Konsumieren von Inhalten, Medien und Shoppen ist der Minimalismus von Gnome bestens geeignet. Modern. Einfach. Aufgeräumt.

Noch arbeite ich mit einem angepassten Ubuntu. Programmstarter, Ordner und Dateien gehören auf das Hintergrundbild von vielen Arbeitsflächen. Dabei muss ich feststellen, dass die Ubuntu-Versionen von 14.04 nach 18.04 mehr Klicks und Tastatureingaben für den gleichen Prozess erfordern.

z. B.: Neue Datei mit Namen erzeugen
alt: Neue Datei mit rechter Maustaste erzeugen und Name sofort eingeben.
jetzt: Neue Datei mit rechter Maustaste erzeugen und Neue Datei mit rechter Maustaste umbenennen, Name in einem zusätzlichen Fenster eingeben.

Es lebe Gnome – zum Arbeiten ungeeignet!
Es lebe Gnome – für Konsumer!

Bei Linux habe ich die Qual der Wahl. Es findet sich immer eine Alternative.

— tuxwork · 16. August 2018, 13:14

Mich ärgert, dass ich Gnome sonst eigentlich toll finde, aber ich will mir auch nicht meine Arbeitsabläufe vorschreiben lassen. Ich brauche die Funktion auch nicht ständig, aber manchmal möchte ich eben die Möglichkeit haben, Dateien direkt im Blickfeld gruppieren und sortieren zu können, wie andere das hier auch schon beschrieben haben. Solange das mit Ubuntu noch geht, nutze ich Gnome weiter, sobald das nicht mehr gehen sollte, wird halt XFCE installiert.

— · 16. August 2018, 13:29

Ich nehme an, GNOME Classic betrifft das ebenso? Oder wurde dieser Modus mittlerweile auch komplett gestrichen? Habe derzeit kein GNOME mehr installiert. MATE mag zwar etwas altbacken sein, erfüllt aber seinen Zweck bestens.
Als Screen-Reader-Nutzer ist man ja eigentlich dankbar für jede spielerei weniger. GNOME zerrt aber vor allem auf schwächeren Systemen derart an den Ressourcen, dass ich damit absolut nicht mehr sinnvoll arbeiten kann.

Radiorobbe · 16. August 2018, 14:02

Ich nehme an, GNOME Classic betrifft das ebenso? Oder wurde dieser Modus mittlerweile auch komplett gestrichen?
Gnome Classic gibt es unverändert, aber das Streichen der Funktion aus Nautilus wirkt sich natürlich dort genauso aus. Also auch in der Classic-Ansicht keine Icons mehr auf der Arbeitsfläche.

Pinguinzubehör · 16. August 2018, 14:10

>> Diese Funktion von Nautilus zu entkoppeln, ist unabhängig von der Intention der Entwickler eigentlich keine schlechte Idee. Wenn die das für überflüssig halten, dann raus damit und niemand ist gezwungen den Code zu pflegen. Xfce pflegt Xfdesktop auch schon ewig getrennt von Thunar.

Dito. Der Unterscheid zu GNOME ist leider: Die XFCEler würden niemals das Feature in die Tonne kloppen, wenn sie nicht schon Ersatz dafür hätten. Nur GNOME schafft es, den Desktop erstmal rauszuhauen. Und dann erst vielleicht irgendwann später mal was Alternatives zu entwickeln. Wie die Nutzer damit dann so lange klarkommen – deren Problem.

— · 16. August 2018, 14:16

Sieht aus, als würde es den Themes als nächstes an den Kragen gehen:

https://samuelhewitt.com/blog/2018-08-05-moving-beyond-themes

— Gyges · 16. August 2018, 17:54

> Sieht aus, als würde es den Themes als nächstes an den Kragen gehen

War ja nur eine Frage der Zeit. Adwaita für alle! :-D

— · 16. August 2018, 19:06

Ich liebe eigentlich Gnome wirklich. Aber das ständige Streichen wichtiger Funktionen nervt doch gewaltig. Gerade bei Gnome machen Desktopsymbole doch Sinn: Mit den Dynamischen Desktops kann mann doch mit einer Tastenkombination immer schnell einen neuen Desktop öffnen und hat auf diesem dann Zugriff auf alles was man auf der Arbeitsfläche abgelegt hat. Man muss ja gerade nicht mit 100 übereinander liegenden Fenstern hantieren und immer Fenster minimieren um zum Desktop zu gelangen.
Auf Arch hat mich das Problem ja schon länger erwischt. Aber da Nautilus ja schon seit Jahren bis zur unbenutzbarkeit verstümmelt wurde nutze ich auch schon lange Nemo und habe weiter Desktopsymbole.

— Timmy · 16. August 2018, 19:58

Eins muss man den GNOME-Leuten ja lassen: Sie sind konsequent und innovativ. Meinstens sind die Desktop-Konzepte und Windows-Manager schon 20-30 Jahre alt und haben sich nicht besonders weiterentwickelt. Diese Analogie von “mein Bildschirn ist mein Schreibtisch” habe ich noch nie verstanden und dazu zählen auch die nicht tot-zu-kriegende Desktopsymbole.

— manni · 16. August 2018, 21:32

Schöner Beitrag, danke dafür. Was mir beim lesen jetzt auffiel, war mir meine fehlende Empörung. Mein Gedanke dazu, nutze Linux auf dem Desktop eh nicht mehr wirklich und wenn dann fluxbox. Dort gibt es auch keine Desktop Icons, obwohl ich gerne welche hätte. Für mich sind Desktop-Icons schon sehr wichtig. Weniger als Programmstarter, dazu nutze ich meist die Taskbar, sondern mehr als Verwaltungsfunktion. Aktuelle arbeiten liegen bei mir immer auf dem Desktop und verschwinden erst wenn die Arbeit auch erledigt ist.

— Abbc · 16. August 2018, 21:51

Ich arbeite ähnlich wie Gerhard Großmann (einer der Kommentare zuvor). Auf meiner Linux-Umgebung habe ich Gnome schon seit geraumer Zeit entsorgt und bin auf Mate gewechselt, weil für meine Arbeitsweise die Möglichkeiten einfach praktischer sind.

Dokumente auf dem Desktop zu haben ist besonders für Präsentationen wichtig, damit man nicht lange in tiefen Verzeichnissen suchen muss, bei denen man noch andere Kundennamen sieht.

— Thomas Wacker · 17. August 2018, 14:03

Also wenn das Hauptproblem die Desktopsymbole sind, dafür gibt es eine Lösung. Nautilus verwaltet den Desktop aus diversen Gründen ja nicht mehr (was mehrfach an verschiedenen Stellen erklärt wurde warum), und im Gegenzug hat man jetzt eine Extension welche die Desktopsymbole über die native Extensions-Api zeichnet. So, wie das von Anfang an gedacht war.

Ich verlinke mal die, welche am besten zu funktionieren scheint:

https://extensions.gnome.org/extension/1444/desktop-icons-enhanced/

——

Zum Artikel selbst: Hauptsache mal flamen, was? Ohne scheiß, die Extension gibt es schon länger, und dass das so kommen wird war auch schon länger klar. Wurde ja, wie bereits geschrieben, diverse Male an anderer Stelle schon erklärt.

— · 18. August 2018, 10:40

Ich verlinke mal die, welche am besten zu funktionieren scheint:

Genau das ist das Problem und genau darum geht es in diesem Artikel. Dass eine funktionierende Lösung abgesägt wird, bevor adäquater Ersatz bereitsteht. Im Gegenzug für den Wegfall hat man nun nämlich nur die Wahl zwischen mehreren halbgaren Erweiterungen, von denen manche mal mehr und manche mal weniger funktionieren. Für eine verlässliche *Desktop*umgebung ist das keine adäquate Lösung, das ist ein Witz. Ohne Scheiß.

Pinguinzubehör · 18. August 2018, 22:54

Also an alle die gern selbst entscheiden wollen wie “aufgeräumt” ihr Desktop sein soll oder auch tausend andere Dinge die man einfach gern selbst entscheiden möchte, denen kann ich nur (trotz aller Vorurteile) mal raten eine aktuelle KDE Version zu testen. Ich war lange Gnome User, dann Xfce und bin mittlerweile wirklich großer KDE Fan. Hauptsächlich weil man dort eben nicht eingeschränkt wird. Man kann viele Sachen sehr bequem konfigurieren, muss aber nicht. Das System wird aktiv weiterentwickelt und bei Featurerequests oder Bugreports gibt es aktive und gesunde Diskussionen der Community. Weiterhin gibt es mit KDE Connect eine wirklich coole Anbindung von (Android) Handys.

tuxflo · 20. August 2018, 10:45

> Diese Analogie von “mein Bildschirn ist mein Schreibtisch”
> habe ich noch nie verstanden und dazu zählen auch die nicht
> tot-zu-kriegende Desktopsymbole.

Desktopsymbole sind gewöhnliche Dateisymbole die man in einen bestimmten Ordner (eben jenen Desktop) tun kann, damit sie auf dem Desktop auftauchen. Ich finde das nur konsequent, es folgt der Linux-Maxime ‘Alles ist Datei’. Niemand muss Dateien oder Verknüpfungen in den Desktop-Ordner hinein tun.
Die Gnome-Philosophie verstehe ich nicht, bzw. ich kann mit der eingeschlagenen Richtung nichts anfangen. Finde ich ein bisschen schade, aber eigentlich ist es mir auch egal. Sollnse machen.. interessiert mich nicht mehr..

— bello · 20. August 2018, 12:33

Vielen Dank für den Artikel – und vor allem auch für die vielen sachlichen Kommentare. Das Lesen hat echt Spaß gemacht.

Ich mag das Konzept von GNOME3 sehr und war auch nie ein Freund von Desktopsymbolen. Ich habe früher stark dazu geneigt ein fürchterliches Chaos auf dem Desktop zu veranstalten und das brachte immer eine gewisse Unruhe auf den Schirm – gleich nach Rechnerstart. Das Konzept mit dem Launcher (GNOME Shell) in Verbindung mit Zeitgeist macht solche Desktopsymbole meiner Meinung nach auch überflüssig…

Das Wegfallen des Splitviews von Nautilus hat mich da deutlich mehr genervt. Ich habe mich aber mittlerweile daran gewöhnt und benutze in Fällen, wo ich wirklich exzessiv verschiedene Ordner gleichzeitig organisieren muss spacefm (meine Empfehlung, vor allem für hochauflösende Displays).

Ich hoffe dennoch, dass das GNOME Team dir Desktopsymbole als offizielle Extension nachreicht. Einfach, damit mehr Menschen mit GNOME klarkommen. Genau wie mit dem Classic Mode.

Viele Grüße

— Jan · 21. August 2018, 08:56

Gnome3 braucht kein Schwein. Kann ja wohl nicht so schwer sein, seinen Desktop aufzuräumen, bwz. einen aufgeräumten Desktop zu haben, aber muss das gleich mit Zwang geschehen?

Ich bevorzuge schon lange XFCE, MATE oder LXDE, die sind nicht nur besser, sondern auch schneller und einfacher zu handhaben. Hinzu kommt, daß das aktuelle Gnome offenbar immer noch nicht so ganz ausgereift ist. Jeden Monat etwas Neues….
Aber jede® so, wie er/sie mag.

— Torsten · 21. August 2018, 18:56

Die Desktop-Symbole sind unverzichtbar für jeden, der mit einem Desktop arbeitet. Ich habe stets meine wichtigsten auf dem Schirm. Das hatte ich schon immer so gemacht seit den 80ern.
Wenn ich das bei gnome nicht mehr haben kann, dann wars das auch für mich. Es gibt noch andere Lösungen, die mir das bereitstellen können.
Ich hatte gnome vor allem wegen der Optik bevorzugt, doch die anderen sind ja auch recht gut. Ich begreife nicht, wie man sich selbst dermaßen ins Bein schießen kann.
Aus den Fehlern der Vergangenheit wurde also nichts gelernt. Gnome dient den Entwicklern wohl mehr der Selbstdarstellung, als für die Bereitstellung vernünftiger Resourcen, die der User nach Belieben anwenden kann.
Ich habe mehrere Computer, die ich stets nach dem selben System auf meinem Bildschirm ordne. Das hilft mir, mich auf allen Geräten sofort zu orientieren. Auch für laufende Projekte lege ich gern Verknüfungen auf dem Desktop ab.
Da muss ich mich wohl nach was anderem umsehen, das optisch dem Windows oder früher dem Amoga-OS entspricht.
Letzteres kommt aufgrund des irren Preises für die Maschinen ohnehin nicht mehr in Betracht.
Ein die Resourcen schonendes System muss nicht zwangsläufig in den Funktionen abgespeckt werden. :(

Norbert Aule · 4. Oktober 2018, 13:06

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