Gnome-Shell – es wird immer unübersichtlicher

10. Januar 2012

Ob es klug war, den Gnome-Desktop so zerfleddern zu lassen? Das ehemalige „Gesicht von Linux“ haben die Gnome-Entwickler zwar nicht direkt zerstört, mit dem harten Schnitt von Gnome 2 zur Gnome-Shell die Zerstörung aber provoziert. Die vielen Gnome-3-Abspaltungen machen die Lage unübersichtlich, eine Wahl schwieriger – und die wachsende Zahl an Erweiterungen das Chaos perfekt.

Not my Desktop

Lange Zeit prägte Gnome 2 den optischen Eindruck von Linux: Fedora, die Unternehmens-Distris, nicht zuletzt Ubuntu mit seinen vielen Ablegern: Gnome war erste Wahl. Die Zeiten sind mit der Gnome-Shell vorbei. Statt einem einzigen Gnome neben KDE und den anderen kleineren Oberflächen gibt es nun Gnome-Shell original, Gnome-Shell aufgepeppt, Gnome mit Unity-Aufsatz, Gnome mit Gnome-Shell-Extensions (Mint), die Gnome-Shell-Alternative Cinnamon (Gnome-Shell-Fork mit Gnome-2-Aussehen) und auch noch den Gnome-2-Fork Mate. Wer soll da eigentlich noch durchsteigen?

Statt einem an Linux Interessierten zu erklären, wie viele unterschiedliche Desktops es gibt, muss man nun auch noch ausführen, wie viele unterschiedliche Gnome-Geschmacksrichtungen mittlerweile um die Gunst der Anwender konkurrieren, wie viele verschiedene Gnome-Shell- und Gnome-Varianten es gibt. Allein diese Entwicklung führt die Gnome-Idee vom einfachen, übersichtlichen Desktop bereits ad absurdum.


Gnome 3 – vieles nur noch optional?

Doch nun kommen auch noch die Erweiterungen für die Gnome-Shell auf breiter Front hinzu. Das schießt den Vogel vollends ab, was die ursprüngliche Philosophie vom spartanischen Desktop des Gnome-Projekts anbelangt. Die neuen Erweiterungen konterkarieren dieses Ziel. Ein moderner, schlanker und übersichtlicher Desktop, der aber derart schlank ist, dass man ohne Erweiterungen eigentlich gar nicht richtig damit arbeiten kann, führt fast zwangsläufig zu Ergebnissen wie das jetzige Erweiterungsverzeichnis. Wer den Heise-Bericht dazu liest, bekommt zudem den Eindruck, dass bereits innerhalb des Erweiterungsangebots das blanke Chaos vorherrscht. Momentan keine gute Werbung für Gnome.


Screenshot: Erweiterungsportal für Gnome

Gnome entwickelt sich damit nun zum Firefox unter den Linuxoberflächen: innovativ, aber auf dem absteigenden Ast. Mit allen Problemen, die man auch schon vom Firefox-Prinzip kennt:

1. Erweiterungen ergänzen zwar das Grundprogramm um neue Funktionen, erhöhen aber auch die Fehleranfälligkeit oder führen zu Instabilitäten. Oft ergeben sich auch ungewollte Seiteneffekte, meist mit anderen Erweiterungen. Die Erweiterungen behindern sich gegenseitig und deaktivieren dadurch sogar Kernfunktionalitäten, da zwar die Funktion in Hinsicht auf die Basis getestet wird, aber nicht alles gegen- und untereinander. Je mehr Erweiterungen nötig sind, desto gefährlicher wird es, desto wahrscheinlicher werden Nebenwirkungen.

2. Man muss nicht nur das Besorgen von Erweiterungen selbst übernehmen, sondern sich auch noch darum kümmern, dass die dadurch gewohnte Funktionalität auch künftig erhalten bleibt. Bei einem Umstieg auf eine neuere Distribution oder eine Aktualisierung der Oberfläche ist nicht sichergestellt, dass die liebgewonnenen Erweiterungen zum neuen Desktop kompatibel sind. Die Desktop-Nutzererfahrung wird zum Flickenteppich, immer wieder ist man auf der Suche nach Alternativen für aufgegebene oder ungepflegte Erweiterungen.

3. Den Verantwortlichen fällt es leichter, auf Features zu verzichten, da man ja auf die Möglichkeiten der Erweiterungen verweisen kann. Viele nützliche Funktionen, die ursprünglich enthalten oder angedacht waren, fliegen raus oder werden nicht umgesetzt, weil sich ja die Community darum kümmern kann. Damit landet man jedoch wieder verstärkt bei den Punkten 2 und 1.

Ehrlich: Wer nutzt Gnome-Shell pur und wer hat mindestens einen Workaround nachinstalliert?


Dieser Artikel ist Bestandteil der „Not my Desktop“-Reihe.
Bereits erschienen:

Wird GNOME wieder zum Zwerg?
Eine Woche Gnome 3: Der uniformierte Desktop
Strategien zur GNOME-3-Vermeidung
Gnome-Shell – es wird immer unübersichtlicher


aus der Kategorie: / Tratsch / Gnome & KDE

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Kommentare

wäre es nicht so absurd könnte man fast glauben, Gnome soll kontrolliert gegen den Baum gefahren werden.. Schade.

— rantic · 10. Januar 2012, 15:31

Früher war ich auch mal ein bekennender Freund von Gnome. Aber seit Gnome 3 habe ich keine freude mehr daran. Die eingeschraänkte funktionalität ist einfach zum K….., das Erweiterungsportal ist für mich eher ein schlechter Witz. Wenn ich Erweiterungen haben möchte dann bitte aus dem Repository meiner Distibution. Was bei einem Webbrowser vieleicht noch sinnvoll ist, ist meiner Meinung nach für einen Desktop völlig unbrauchbar.
Tja, ich für mich habe einen harten Cut gemacht und Gnome bis auf weiteres von meinem Desktop verbannt und habe mich (wieder) mit KDE angefreundet. Und leider sehe ich im Moment nichts was darauf hindeuten würde das sich die Lage bei Gnome zum Positiven wendet wie es damals bei der Eiführung von KDE 4 der Fall war.

— buster666 · 10. Januar 2012, 15:41

Es gibt nur ein Gnome, und das ist das Gnome, das von gnome.org, also dem Gnome Projekt kommt, das wird von den Leuten gemacht, die die meiste Ahnung von dem Projekt und dem Code haben und die die harte Arbeit machen und auch unbequeme Entscheidungen zu fällen wagen. Alles andere ist mir egal. Und ja, ich setze es ohne Extensions ein, und ich liebe es. Ich liebe, liebe, liebe es.

— The Fifth Elephant · 10. Januar 2012, 15:50

Die GNOME Shell gefällt dir nicht, okay. Aber der wie vielte Beitrag zu dem Thema war das jetzt? So langsam wird das GNOME-Bashing hier langweilig.

Valentin · 10. Januar 2012, 15:54

Sehr richtig erkannt!

Ich kann auch das Ganze geschwafel von manchen nicht mehr hören, ja man muss sich erst daran gewöhnen, und das braucht seine zeit….wenn man erstmal damit klar kommt will man es nicht mehr missen…., das alles sind weichgespühlte Kommentare, dasselbe betrifft Unity !!!, Mit der Maus muss man mehr über den Desk rudern, mehr Weg zurücklegen als normal,( ja ja, es gibt Tastaturbefehle, aber zu viel! und das für einen Desk der sich mit der Maus bedienen lassen soll!, drauf geschi…!) Alles Smartphone Like, was solle ich mit sowas auf dem Desktop? nichts, am meisten kotz mich an das ich nicht Verknüpfungen per Drag an Drop auf den Desktop ziehen kann dort hin wo ICH!!!! es haben will!!!!, und dann noch das mit den Effekten, geschätzte 30 % mehr Leistungsverbrauch! Ja, werden einige wieder sagen das könnte man anpassen, drauf geschi….! Jetzt werden wieder einige sagen, nehm doch einen anderen Desk, auch hier sage, drauf geschi…! Gnome 2 war doch klasse in seiner einfachen Bedienbarkeit. Naja, ich bin von den Shells, Gnome3 oder Unity nicht überzeugt, alles wurde verschlimmbessert.

— Ralf · 10. Januar 2012, 16:03

Jeder Blog hat das Recht, subjektiv zu sein, ABER zu behaupten, dass die Gnome-Shell zu unübersichtlich, ist Quatsch. Die Gnome-Shell an sich ist übersichtlich, und wer sie dennoch nach eigenem Geschmack verändern möchte, kann sich Erweiterungen installieren. WAS unübersichtlich ist, ist die Extensions-Seite, aber die ist ja auch im Alpha-Status, von daher sind Klagen unberechtigt. Auch ich war ein großer Freund von Gnome 2, aber ich finde die neue Oberfläche sehr schick und funktional. Wem es nicht passt, der kann ja selber basteln!
Mit bashigen Grüßen ;-)

system · 10. Januar 2012, 16:17

Also ich habe unter Gnome3 nicht mehr Erweiterungen und Zusatzprogramme laufen, als unter Gnome2. Außerdem: In der Linux-Welt ist es ja nun mehr als üblich, Funktionalität nachzurüsten. Was soll damit bewiesen sein?

Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich die Gnome3-Features (diese Overlay-Geschichte mit Anwendungsstarter, Fensterübersicht und Workspace-Verwaltung) nicht wirklich nutze.

Auch wenn der Artikel einige wichtige Punkte richtig feststellt: Er bedient sich auch einiger rhetorischer Tricks:

> gibt es nun Gnome-Shell original, Gnome-Shell aufgepeppt, Gnome mit Unity-Aufsatz, Gnome mit Gnome-Shell-Extensions (Mint), die Gnome-Shell-Alternative Cinnamon (Gnome-Shell-Fork mit Gnome-2-Aussehen) und auch noch den Gnome-2-Fork Mate.
> Doch nun kommen auch noch die Erweiterungen für die Gnome-Shell auf breiter

Mit vielen Worten wird also beschrieben, dass es neben der Gnome-Shell noch diverse Extensions gibt, die teilweise von den Distris mitgeliefert werden und darüber hinaus 1 Gnome3-Fork. Hört sich in meinen Ohren nicht gerade dramatisch an. Da jetzt künstlich eine “Unübersichtlichkeit” herbeizureden, finde ich übertrieben. Auch beim KDE-Umstieg auf 4.0 gab es übrigens Forks – wie sie überhaupt in der OSS-Welt üblich sind, gerade bei größeren Wandeln. So what?

Besser finde ich deine Parallelen zu Firefox. Da frage ich mich aber ernsthaft, ob der FF – wenngleich er gerade etwas einbüßt und es modernere Browser gibt – nicht doch eher eine Erfolgsgeschichte ist? Gerade die Vielfältigkeit der Extensions und die daraus erwachsenden Möglichkeiten haben uns doch alle lange Zeit begeistert, oder nicht?

Ich will Gnome3 gar nicht über den Klee loben: Da ist noch viel zu machen, gerade was die Integration, Wartung und Kompatiblität der Erweiterungen angeht. Dennoch ist mir dein Artikel zu einseitig: Die Extensions-Schnittstelle in Gnome3 ist relativ mächtig und wird die vielen bunten Skripte, Hacks, Programme, Panel-Applets etc., die es unter Gnome2 gab (und die wirklich unübersichtlich waren) unter einer Haube vereinen.

My Desktop!

— dade · 10. Januar 2012, 16:23

Verwende die Gnome-Shell seit F15 und vermisse eigentlich keine Funktionen, die mir Erweiterungen bieten.

Und es ist nun mal so, dass Erweiterungen bei neuen Versionen inkompatibel sein können. Wenn du dafür eine Lösung kennst, solltest du die vielleicht einfach mal bei GNOME einbringen.

Jakob · 10. Januar 2012, 16:34

Die Extensions-Site zeigt doch, wie ausgefallen und sich auch gegenseitig widersprechend verschiedene Uservorstellungen sein können. Wenn man das alles in den Core-Desktop einbauen würde, was da so an Extensions kreucht und fleucht, dann wäre das Resultat ein unwartbarer Müllhaufen, der an Qualität leidet, mit vollgequetschten aus allen nähten platzenden Konfigurationsdialogen. Ein barockes, wandelndes Müllmonster. Danke, das gibt’s schon. Das nennt sich KDE und ist mir persönlich ein Graus. Dann lieber eine schlanke und abgestimmte Core-Experience.

— The Fifth Elephant · 10. Januar 2012, 16:35

langweiliges GNOME-Bashing ist langweilig…

Was willst du mit solchen Artikeln bezwecken?

— neko · 10. Januar 2012, 17:57

Ich mag das Gnome-Projekt sehr, finde das neue Konzept ausgesprochen innovativ, da es für die, die sowas mögen einen extrem hohen Grad an Individualisierungsmöglichkeiten bietet, und benutze meinen Unity-Desktop mit Begeisterung.
Ich vermisse Gnome 2 überhaupt nicht.

— Dirk · 10. Januar 2012, 18:59

Wo ist dein Problem? Du magst die Shell nicht? Dann lass es halt. Aber hör doch bitte auf mit diesem Gebashe und herumgenöle. Es wird langsam einfach nervig. Davon abgesehen ist der Artikel auch noch inhaltlich fehlerhaft. Vielleicht mal etwas mehr informieren vor dem Schreiben?

— Thorsten · 10. Januar 2012, 20:29

Ich habe in den letzten Monaten mit vielen Oberflächen getüftelt. Der Anfang der Tüftelei damals war eindeutig dadurch bedingt, dass sich mir bei Unity und Gnome 3 die Nackenhaare sträubten, weil ich zu Beginn damit überhaupt nicht klar kam. Jetzt sind meine eigenen Kreationen etwas näher an Unity als an Gnome 3. Mit beiden könnte ich gut leben. In meiner Familie jedoch bin ich der Einzige, der das Bedürfnis hat, seinen Rechner zu individualisieren (XP und 7 kommen auch bei mir nicht ungeschoren davon). Alle anderen nehmen ihre Rechner so wie sind; so wie das Auto oder die Waschmaschine auch so genommen wird wie es/sie ist. Oder anders: Ich mit meinen Wünschen an Betriebssysteme oder deren optisch/haptischer Umsetzung bin ein seltenes Exemplar; wenn sich an mir ein Entwickler orientierte, würde er sonst niemanden finden, dem das gefällt. Ich finde, diejenigen, die sich sehr gut mit Rechnern auskennen, müssen akzeptieren, dass für sie speziell nichts entwickelt wird. Warum auch? Wir bekommen es ja auch anders hin.

— bostaurus · 10. Januar 2012, 20:38

Deine “Not my Desktop”-Reihe hatte am Anfang noch so manch wirklichen Nachteil des Gnome-Desktop, auch wenn manchmal ein wenig überspitzt und subjektiv, wiedergegeben. Nur mit diesem Blog treibst du das ganze Leider ein wenig ins lächerliche. Hierfür möchte ich nur einmal deinen ersten “Not my Desktop”-Blog zitieren:

“Jeder „kleine“ spartanische Fenstermanager bietet mehr Funktionalität und Optionen als die Gnome-Shell.”

Nun kritisierst du in deinem Blog das es mit den Gnome3 und Gnome2 Forks zu viel Vielfalt gibt die eventuell auch fehlende Funktionalität, wie du sie in deinem ersten Blog erwähnt hast, ausbügelt?

Ich setze privat auf die Gnome Shell. Ich setze zwar seit geraumer Zeit auf Extensions doch konnte ich auch mit der Stock-Gnome-Shell durchaus gut arbeiten. Lässt man sich einmal auf das neue Konzept des Desktops ein so wird man schnell gut und produktiv damit arbeiten können.

Natürlich kann man seine alten Gewohnheiten nicht einfach auf die neue Shell adaptieren (obwohl das mittels der Extensions mittlerweile sehr gut möglich ist), man muss sich auf andere Verfahrensweisen einlassen. Mit diesen neuen Methoden arbeitet man doch auch sehr viel schneller und erwischt sich unter Gnome2 oft dabei einfach die “Super”-Taste einzusetzen ;)

Die Gnome-Shell ist nicht so schlecht wie du sie in deinen Blogs gerne darstellst. Sie ist ein neuer, schöner und gut zu bedienender Desktop den ich nicht mehr missen möchte.

@Ralf Dein Beitrag zeigt das du eindeutig noch nicht wirklich mit den Desktops gearbeitet hast. Selbst wenn du dir nur eine Tastenkombination, die liebe “Super”-Taste merkst kommt man schon sehr weit. Wenn man dann noch den Namen seines Programms weiß ist man sehr viel schneller als mit dem alten Gnome2-Menü.

— Sebastian · 10. Januar 2012, 21:00

Der Kern der Aussage ist IMO völlig richtig: GNOME als Desktopumgebung nützt es wenig bis nichts.

Profitieren wird Canonical mit Unity – auch wenn Unity umstritten ist steht eine fixen Linie dahinter. Und natürlich auch KDE.

Klar, Unity sitzt auch auf GNOME, also dem Grundgerüst aus Libs und Anwendungen – aber eben nicht dem Original Desktop.

Vielleicht war es ja auch das Ziel der GNOME Entwickler, ein flexibles Rahmenwerk zu schafen mit “nur” einer eigenen Basisimplementierung….?

Gut, letztendlich muss man jetzt abwarten und un 9-12 Monaten noch mal schauen, wo GNOME dann steht,

— noisefloor · 10. Januar 2012, 21:24

Ich glaube es wird ueber kurz oder lang einen fall out von gtk desktops geben. Am Anfang habe ich noch geglaubt, dass xfce jetzt einen riesen Schub bekommen wird und zum neuen Gnome aufsteigt. Sicherlich wird es aber wohl so sein, dass sich gtk3 behaubten wird, einfach weil es aktueller ist. Mate wird wahrscheinlich noch ein weilchen da sein, aber auf der Mintseite hoffe ich Stark auf Cinnamon. Das sieht zwar in meinen Augen immer noch aus wie Gnome3 und kaum wie Gnome2 (mir fehlt immer noch die 2dimensionale Anordnung von Desktops) aber es ist sicherlich immer schlauer auf die neuer Technologie zu setzen als alten code weiter zu bauen. Ein rewrite ist nicht verkehrt, nur das ausschließen von Funktionen ist verkehrt.

Persönlich finde ich KDE super, damit kann man immer noch fast alle anderen Paradigmen Nachbauen, nur sieht halt alles was mit GTK gebaut ist immer irgendwie besser aus. Was wäre denn mit einem GDE? ein KDE mit gtk3 geschrieben ? :P

hoodie · 11. Januar 2012, 01:23

Die GNOME Shell gefällt dir nicht, okay. Aber der wie vielte Beitrag zu dem Thema war das jetzt? So langsam wird das GNOME-Bashing hier langweilig.

Nun, von Gnome erscheinen ja auch regelmäßig neue Versionen, statt diese inzwischen langweilige Oberfläche einfach aufzugeben.

Spaß beiseite. Ich lege Wert darauf, dass dies kein Bashing ist, sondern Kritik. Ich beschimpfe niemanden, ich begleite die Gnome-Entwicklung aus kritischem Blickwinkel, rhetorisch gern auch zugespitzt (sonst wäre es ja tatsächlich langweilig). Zugegebenermaßen nicht aus Sicht des Fanlagers, aber wenn nur totale Fans kritisieren dürften, dann wären wir publizistisch ganz schnell in Nordkorea.

Zudem: wer sagt denn eigentlich bitte, dass mir die Gnome-Shell nicht gefällt? Wäre mir die Entwicklung egal, würde ich nicht darüber berichten. Ganz im Gegenteil: ich bin besorgt über die Zukunft von Gnome. "Not my desktop" bedeutet ja nicht, dass es nicht mal mein Desktop werden könnte. Ich hoffe darauf, dass es hier irgendwann einmal einen “Alles ist gut, Gnome 3 ist perfekt”-Text geben wird. Aber das ist wohl noch ein weiter Weg.

Pinguinzubehör · 11. Januar 2012, 03:12

Nun kritisierst du in deinem Blog das es mit den Gnome3 und Gnome2 Forks zu viel Vielfalt gibt die eventuell auch fehlende Funktionalität, wie du sie in deinem ersten Blog erwähnt hast, ausbügelt?

Die Richtung der Kritik hat sich eigentlich nicht geändert. Die Erweiterungsseite von Gnome war überfällig (und wurde doch sogar seitens mancher Gnome-Leute zunächst abgelehnt), der Knackpunkt ist jedoch, dass essentielle Funktionen eher in das Kernprodukt gehören anstatt in optionale Erweiterungen. Man stelle sich im Vergleich nur mal vor, wie groß der Aufschrei wäre, wenn z.B. KDE seine Widgets fürs Panel nicht auch direkt mitliefern würde. In der Vielzahl von Abspaltungen oder Modifikationen der Shell sehe ich ein starkes Indiz, dass die Kernfunktionalität der Shell eben nicht ausreichend ist. Wenn Gnome später irgendwann einmal dazu übergehen würde, manche gute Erweiterung in die Gnome-Shell zu reintegrieren, wäre man schon einen ganzen Schritt weiter. Doch danach sieht es zumindest derzeit nicht aus.

Pinguinzubehör · 11. Januar 2012, 03:13

Davon abgesehen ist der Artikel auch noch inhaltlich fehlerhaft.

Echte Fehler bitte wenn möglich benennen, nicht nur behaupten. Dann werden sie auch korrigiert.

Pinguinzubehör · 11. Januar 2012, 03:30

Hallo zusammen,

Ich hab seit ca. 1,5 jahren mal wieder Ubuntu ausprobiert auf meinem Netbook, das dann zuerst mit Unity, das ich schon ganz ansprechend fand, dann aber die Gnome Shell ausprobiert und ich will nix anderes haben.
Ich gebe zu, so oberflächliche Sachen wie ein s.xy Aussehen sprechen mich an, ich bin kein Freund der Konsole (ich hab allerdings auch keine Angst davor).
Und ich finde GS SUPER!
Arbeite viel mit der Maus, die schleuder ich in die linke obere Ecke und sehe meine Möglichkeiten übersichtlich dargestellt, alles was ich brauche. Schneller geht es echt nicht, ich brauche keine winzige Schaltfläche zu treffen, super. Keine andere Oberfläche, die ih kenne, ist so übersichtlich.
Bei mit läuft alles soweit glatt, hab ein paar Erweiterungen installiert, aber das hält sich im Rahmen. Ich find es super.
Mal ein anderer Aspekt: Wollen wir, daß Linux mehr Marktanteil bekommt? Ich schon. Und wie macht man das? Siehe Apple, die denken vom Nutzer her. Extrem. Die meisten Linuxer denken von sich aus, aber wir (ich nehme mich da jetzt mal ganz frech mit rein) sind nicht der Durchschnitt. Wenn die Dinger nicht so teuer wären hätten mindestens 80% der Leute privat einen Apple, da bin ich fest von überzeugt. Anschalten und geht, das ist doch was die meisten leute wollen. UND: Das Aussehen ist EXTREM wichtig! Das beeindruckt.
Ein Auto, das technisch super ist, das aber sch… aussieht kauft auch keiner.
Es kann bei Linux für die Leute, die mehr auf die alte von Windows abgeschaute Funktion mit kaskadierenden Programm-Menüs stehen ja weiterhin andere Oberflächen geben. Sollte es sogar, gerade das ist einer der Vorteile von Linux: Ich kann es mir anpassen wenn ich will.

Aber die leute, die genau das nicht wollen, überzeugen wir nur mit einer optisch ansprechenden, EINFACHEN Lösung out-of-the-box.

Viele Grüße,

El_Gato

— El_Gato · 11. Januar 2012, 09:33

Kannst du diesen Blog bei Ubuntuusers ausblenden lassen? Eine rein negative Berichterstattung ist doch nur Zeitverschwendung für die Leser.

— · 11. Januar 2012, 10:18

Oh Du hole Frucht, es reicht einfach.
Benutz was anderes als gnome oder nimm wieder Dein Windoofs aber hör auf mit dem geschreibe wie scheiße gnoe doch ist.

— thomas · 11. Januar 2012, 12:27

@thomas: Wenn Du Früchte holst, bring mir eine mit ;-)
Aber komm wieder runter, is doch alles nicht so schlimm. Es gibt eben Leute die verzaubert vor ihrem Rechner sitzen und nur die neue Schell ankucken und dann gibts andere die damit arbeiten müssen. Die regen sich eben auf, so is das ..

— loompee · 11. Januar 2012, 13:05

Der Vorteil von Gnome2 war, es war einfach schlicht und übersichtlich und hatte – ebenso wie Linux (welche Distro auch immer) Funktionen on Board, die man bei Windows immer irgendwo zusammen suchen musste um eine halbwegs nutzbare und sichere Dekstopumgebung zu haben.

Und, was für mich das tollste war, es war schlicht und übersichtlich und nicht wie es jetzt von den Handys immer mehr überschwappt (siehe Windows8, in den Anfängen Unity und Gnome3) diesen ganzen bunte Bildchenschnickschnack.

Ich kenne Gnome2 seit der ersten Knoppix-CD und gerade diese Einfachheit mit trotzdem voller Funktionalität hat sie mich immer als d i e Desktopumgebung sein lassen.

Und gerade die Gesamtheit alles in einem Packet zu haben (von den Funktionen her gesehen) faszinierte mich unwahrscheinlich gegenüber Windows. Dieses ich muss nicht die und die und die Erweiterung suchen sondern hab alles da.

Im Prinzip ist es nun nichts anderes als bei Windows. Um halbwegs vernünftig damit arbeiten zu können muss man sonstige Tools nach installieren, die dann mitunter sich miteinander beissen oder gar nicht funktionieren oder was auch immer.

Ich lass mich überraschen wie es weiter geht mit Gnome und benutze derzeit erstmal weiter Gnome2 – das ist nämlich die dritte Möglichkeit, welche bei der Diskussion nämlich immer wieder vergessen wird. Getreu dem Motto: Never touch a running system…

— Ronny · 11. Januar 2012, 18:21

Ich habe mal Ubuntu 11.10 auf meinem Netbook installiert samt Gnome3. Bis jetzt hab ich nicht eine Extension nachinstalliert. Wenn man sich einfach mal drauf einlässt und ein bis zwei Wochen so arbeitet ohne sofort versucht seinen alten Desktop nachzubauen, dann gewöhnt man sich schnell ans neue Konzept. Wenn ich weiß wie das Programm genau heißt: Alt+F2 + Name eintippen. Ansonsten, Super+ Name eintippen und man bekommt die Vorschläge die es sein könnten.
Virtuelle Desktops hat man auch immer ein mehr als man braucht, da sobald ein Programm auf dem letzten freiem liegt, ein neuer angelegt wird. Die virtuellen Desktops hab ich in Gnome2 nie benutzt da es mir einfach zu umständlich war immer unten in der Ecke auf dem Winzigen Panel das Richtige Viereck auszuwählen. In Gnome3 verwende ich es jetzt dauernd.
Ich muss nun aber auch ehrlicher Weise dabei sagen, dass ich auch den Firefox immer bis auf 1-2 Addons ohne Addons benutzt habe.

p.s. ich hab mich gestern abend auf meinem Ubuntu 10.04 Rechner dabei erwischt meine 11.10 VM anzuschmeißen und mit Gnome3 im Vollbild Modus zu arbeiten, statt mit Gnome2 ;)

— Hikhvar · 12. Januar 2012, 10:20

spannend zu sehen was mit dem gnome desktop passiert. ubuntu hat sich für das gegenteil entschieden und hat mit unity alles einfacher und schneller gemacht. auch die idee auf smartphones, tablets, tv und weitere geräte übertragen. bin mal gespannt wo der gnome desktop ende des jahres angelangt ist

happy-gregor · 12. Januar 2012, 13:13

Ich gehöre auch zu denen, die nicht sehr viel mit den neuen Nutzungskonzepten von Gnome3 und Unity anfangen können. Wenn ich mir ein Programm installiere, will ich, dass es anschließend in einem schön gegliederten Programmmenü auftaucht.

Ich habe bestimmt 3 Monate an Unity herumgedoktort, um mir diesen Desktop schmackhaft zu machen. Vor kurzem habe ich aufgegeben und wende mich den Alternativen zu. (Mein nervigster Unity-Usability-Bug: Der Wunsch, den Firefox-Zurück-Knopf zu treffen öffnet in der Hälfte der Fälle das Unity-Dash.)

Angeschaut habe ich mir bisher Gnome3 (ähnliche Schwächen wie Unity), KDE (nicht meins. Werde einfach nicht warm und installiere mit viel zu oft GTK-Anwendungen.) und XFCE. Der aktuelle XFCE hat Potential, mein neuer Desktop zu werden.

Wo stehe ich bisher? Beim Gnome3-Fallback-Modus. Der sieht im Grunde aus wie Gnome2 und lässt sich fast genauso bedienen. Solange der von Upstream gepflegt wird, werde ich den nutzen. Sollte der in Precise noch nutzbar sein, kann ich mich bis 2017 zurücklehnen. In dieser Zeit wird sich so einiges auf dem Desktopmarkt getan und dieser sich hoffentlich stabilisiert haben.

— ThomasK · 12. Januar 2012, 15:25

Ich arbeite mit Gnome 3. Nachinstalliert habe ich nix. Vermissen tue ich gar nichts. Ich komme mit der Oberfläche suuper zurecht.
Dein Artikel erscheint mir recht Oberflächlich.

— · 13. Januar 2012, 20:07

Bin hier zufällig gelandet und lese mir gerade die Diskussion durch. Bin mit mit Win 3.1 und DOS ins PC-Leben eingestiegen. Mich viel mit Win95 abgegeben und irgendwann bei Ubuntu 6.04 gestartet. Erst nebenbei und seit 9.04 als Haupt-OS jetzt nutze ich LinuxMint12 und Kubuntu 12.04 . Ich habe ziemlich viel ausprobiert Gnome,KDE, XFCE und LXDE mit versch. Distris und im Moment gefällt mir nach langer Zeit KDE wieder ganz gut. Eine Mischung von Vorgegebenem und Einstellbarem. Nun habe ich aber keine großen Konsolenkenntnisse und wurschtel mich so durch und mehr wollte ich auch nicht machen, als meinen PC zu nutzen(Programme) und da bin ich voll bei @El_Gato ich würde gerne meine Mitmenschen von Linux überzeugen, aber das bietet alles Apple. Anmachen und los gehts und alles passt zusammen! Klar ist das teuer erkauft, aber die Leute haben in ihrer Zeit anderes zu tun als in der Konsole zu programmieren. Und wenn man(n) so wie ich dann auch noch Tastaturfaul ist und gerne mit der Maus arbeitet, dann verstehe ich nicht, warum ich in irgendeiner Zeile was eintippen soll, was ich vorher so schön übers Menü bekam. D.h. nicht, daß ich die Idee von Unity oder Gnome3 schlecht finde, aber wenn ich 4x klicken muss bis ich zumeinem Programm komme nervt das. Und die Leiste bzw Panel kann ich auch nicht (einfach) bearbeiten, wie ich will und muss mir ein Dock installieren oder irgendwelche Erweiterungen, bei denen ich nicht weiß, wer die programmiert! Es gibt auch Ältere, die gerne Linux benutzen möchten. Würde mich halt freuen, wenn sich Linux durch seine Einfachheit und Vielfälltigkeit verbreiten würde, weil ich es toll finde, wieviele Leute hier engagiert und meist kostenlos arbeiten. Vielleicht wäre ein Einsteiger-Fortgeschrittener-Expertenmodus unter Einstellungen oder System nicht schlecht. LG

— Michi · 21. März 2012, 17:50

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