Gnome 3 steht unübersehbar in den Startlöchern, Betaversionen stehen zum Ausprobieren bereit. Doch auch, wenn die Software noch längst nicht fertig ist, zeichnet sich bereits jetzt deutlich ab: sie wird Rückschritt und Fortschritt zugleich sein.

Optisch wie technisch ist das dritte Gnome ein gewaltiger Schritt nach vorn: Animationen, Eleganz – und ein neues Konzept, das nicht mehr wie aus den 90er Jahren zu stammen oder von Windows oder Mac kopiert zu sein scheint. Die Krux daran: genau diese Änderungen sind zugleich die größten Probleme.
Aussehen
Da wäre zunächst die Optik. Die filigrane Eleganz von Gnome 2 ist passé. Es gibt nun viel mehr Weißraum, die Symbolik ist derart überdimensioniert, dass ein über die Tastatur laufendes Huhn damit klarkäme. Die Titelleisten sind klobig, die Buttons darauf haben Windows-XP-Luna-Qualitäten. Eleganz erreicht das neue Gnome allein über dunkle Farbtöne und Effekte. Strukturelle Ästhetik scheint der Gnome-Shell völlig abhanden gekommen zu sein. Die Effekte sind großartig – aber die Proportionen der Elemente stimmen dafür einfach nicht mehr. Jede Leiste, jeder Bereich der neuen Shell hat eine andere Größe und Breite; Statustexte allerorten, überflutende Symbolwüsten in den Auswahlmodi.

Dickere Fensterleisten in Gnome 3
Polemisch könnte man sagen, es wirkt wie eine auf Grobmotoriker zielende Mischung aus Tablet-Oberfläche und Fahrkartenautomat. Im Gegensatz zum bisherigen Gnome (man denke nur an die sich die Waage haltenden zwei schlichten Leisten oben und unten) wirkt die Shell unruhig und zusammengewürfelt.
Eingeschränkte Anpassbarkeit
Nun gut, die Optik lässt sich am einfachsten ändern, gravierender sind funktionelle Aspekte. Vereinfachung, „Simplifizierung“, Übersichtlichkeit. Das war und ist das Credo Gnomes und das macht den besonderen Reiz dieses Desktops aus. Aufgeräumtheit schön und gut, aber nun bekommt man allmählich wirklich den Eindruck, dass eindeutig übertrieben wird. Die Möglichkeiten des Nutzers zur Anpassung „seines“ Desktops werden mit Gnome 3 noch weiter beschnitten, als Gnome 2 dies schon tat. Die obere Leiste – quasi zur Statusanzeige degradiert – ist permanent sichtbar, beherrscht den gesamten Monitor. Die Anzeigeart der Ansichten kann nicht konfiguriert werden. Die ehemalige Arbeitsfläche fungiert nur noch als Bilderrahmen, der eigentliche „Desktop“ dient nicht mehr der Bearbeitung und Ablage von Dateien. Die Panels/Leisten lassen sich nicht mehr mit zusätzlichen „Applets“ bestücken und somit individuell um Funktionalität erweitern. Gnome zwingt überdies seine Nutzer nun geradezu zum Gebrauch des Konzeptes der „Aktivitäten“.
Angst vor Schaltflächen
Was vor Kurzem noch als Witz taugte und dem Verfasser sogar übelgenommen wurde (was soll das vollkommen unsinnige GNOME bashing) wird nun wohl tatsächlich Realität: Beim Standard-Gnome wird es künftig nur noch einen einzigen Button in den Fenstertitelleisten geben – das Schließen-Kreuz, sonst nichts mehr. Minimieren und Maximieren bleibt dem Menü vorbehalten.

Kein Witz mehr: Tschüss, Maximieren/Minimieren!
Spätestens jetzt fragen sich Viele, ob man die Verantwortlichen noch ernstnehmen kann. Dabei ist die Entscheidung zum Wegfall dieser quasi auf allen Systemen vorzufindenden Buttons logisch (denn das Konzept des Minimierens gibt es in der Shell eigentlich nicht mehr), die Begründung allerdings absurd: die Nutzer – kein Witz! – könnten ja „versehentlich draufklicken“ („… but makes your window vanish if hit accidentally“). Konsequent fortgedacht müsste sich Gnome also irgendwann selbst abschaffen, denn „die Nutzer könnten ja versehentlich den PC einschalten“.
Systemeinschnitte
Und dann ist da natürlich noch das leidige Thema Systemvoraussetzungen. Die Gnome-3-Shell kann man nur mit entsprechender Hardware nutzen. Ist der Rechner zu alt oder enthält er die „falsche“ Graphikkarte, bekommt man statt der neuen Optik nur eine Mitteilung des Bedauerns – und den alten Gnome-2-Desktop vorgesetzt.

Shell oder nicht Shell, Zwischenlösungen gibt es nicht
Praktisch und aus Anwendersicht schießt sich Gnome damit ironischerweise wieder genau in die 90er Jahre zurück: in die Zeiten, wo man Linux nur durch Zufall zum Laufen bekam, der Bildschirm oft einfach nur schwarz blieb oder statt einem Desktop ein schickes buntes abstraktes Muster anzeigte. Die Frage, ob man auf seinem PC „Linux“ wie erhofft nutzen kann, wird wieder zur Glückssache. Natürlich gibt es das Fallback und auch Alternativen. Doch die helfen nicht gegen enttäuschte Erwartungen, wenn der Nutzer doch eigentlich das schicke neue Gnome haben wollte. Am Ende steht dann nur wieder die Erkenntnis, dass „Linux nicht funktioniert, schwierig ist“, usw. Hier könnten die Gnome-Entwickler sogar von Microsoft noch etwas lernen. Selbst Windows 7 läuft noch auf ältesten Maschinen, da sämtliche Funktionen, die High-End-Graphik erfordern, strikt optional sind; es besteht keine Notwendigkeit für Notfalllösungen. Gnome 3 mit Shell hingegen läuft entweder ganz oder gar nicht.
Bedeutungsverlust
Die gravierende Umstellung (völlig neues Bedienkonzept, zwingende hohe Hardwareanforderungen) erstaunt umso mehr, als dass Gnome sich bislang als traditioneller und sich kontinuierlich entwickelnder Desktop positionierte. Dass sich ausgerechnet die Gnome-Entwickler für einen de facto völligen Bruch mit Althergebrachtem entscheiden, ist daher eine Überraschung, zumal ohne Not mit den klassischen Konzepten gebrochen wird. Gnome geht damit ein hohes Risiko für die eigene Bedeutung in der Linuxwelt ein. In den letzten Jahren hat sich der Gnome-Desktop zur gefühlten Nr. 1 unter den Linux-Desktops entwickelt. Ursprünglich KDE hinterherhinkend, emanzipierte er sich spätestens mit Gnome 2 und wurde so etwas wie das Gesicht von Linux. Kaum eine Distribution kam ohne Gnome aus, die großen Unternehmensdistributionen von Suse und Red Hat setzen auf Gnome als Standard. Vor allem Ubuntu aber verhalf Gnome zu weiter Verbreitung und Bekanntheit. War gerade hierzulande früher KDE das Aushängeschild schlechthin, wurde Gnome im Zuge des Ubuntu-Hypes ebenfalls immer populärer. Die Distributionen waren austauschbar, Gnome war als Schnittstelle zum Nutzer fast Standard, überall fand man ein ähnlich gut vorkonfiguriertes Gnome, mal in blau, grün oder braun. Diese Zeiten sind nun vorbei, mit Gnome 3 dürfte das Bild von Linux nun wieder fragmentarischer werden. Gnome wird künftig nicht mehr „der Desktop“ oder gar Referenzoberfläche sein, denn den ersten Kollateralschaden gab es schon: Ubuntu mit Unity. Wer in Zukunft Ubuntu installiert, bekommt kein Standard-Gnome mehr vorgesetzt. Ob auch andere Distributionen nachziehen und lieber auf Eigenentwicklungen bzw. Alternativen setzen werden, weil sie ihrer Nutzerbasis nicht zumuten wollen, Opfer experimenteller Designstudien zu werden, lässt sich noch nicht absehen.
Fatal
Festzuhalten ist, dass Gnome 3 samt Gnome-Shell den Desktop neuerfindet. Die Bedienung ändert sich radikal und das alles unter dem Slogan der einfachen Zugänglichkeit für den normalen Anwender. Doch ob der noch einen guten Zugang zu Gnome findet, darf bezweifelt werden. Will man wirklich einen Desktop nutzen, der nicht einmal mit den üblichen Fensterknöpfen daherkommt? Sicher, man kann alles ändern – aber die Masse bleibt eben doch beim Standard. Macht man es damit nicht ausgerechnet Windowsumsteigern noch schwerer, einen problemlosen Einstieg bei Linux zu bekommen? Alle Welt setzt derzeit auf „Apps“ – Gnome schmeißt sie kurzerhand raus und bringt den starren Einheits-Desktop, der sich kaum noch modifizieren lässt. Das neue Gnome wirkt ambitioniert um den Preis des Bruchs mit vertrauten Konzepten. Die Änderungen sind mutig, vielleicht zu mutig. Gnome will einen Desktop für die Masse entwickeln, könnte sich dieses Mal damit aber arg verkalkuliert haben. Die Shell wirkt eher wie ein futuristisches Projekt für fortgeschrittene Anwender, die sich nicht scheuen, auch einmal neue Arbeitsweisen auszuprobieren. Ob man diese Klientel jedoch gleichsam mit der Philosophie der Funktionsreduzierung glücklich macht, kann ebenso bezweifelt werden. Der normale Nutzer hingegen braucht Desktop-Icons, eine flexible Taskleiste und – platt ausgedrückt – die gewohnten Knöppe an den gewohnten Stellen. Beides wird Gnome 3 nicht bieten. Immerhin wird das alte Gnome 2 nicht abgeschafft, es lebt modifiziert weiter als Fallbacklösung für schwächere oder falsche Hardware. Somit besteht Gnome 3 nun aus zwei unterschiedlichen Oberflächen, je nach vorhandener Rechnerausstattung. Wenn das mal nicht die Nutzer verwirrt.

Dieser Artikel ist Bestandteil der „Not my Desktop“-Reihe.
Bereits erschienen:
• Wird GNOME wieder zum Zwerg?
• Eine Woche Gnome 3: Der uniformierte Desktop
• Strategien zur GNOME-3-Vermeidung
• Gnome-Shell – es wird immer unübersichtlicher
Wie alt bist Du, der Blog-Autor? 12?
Wie kann es sein, dass es immer wieder so komplett ahnungslose Leute gibt, die einen Punkt-Null-Release gleichbedeutend für die komplette Generation sehen??
Hast Du Dir mal GNOME 2.0 angesehen? GNOME 1.0? Boah, waren die Releases Schrott!
Aber sie mussten raus, so wie KDE 4.0 raus musste und in gewisser Weise Windows Vista auch, denn ohne Vista hätte es das relativ gute Windows 7 nicht geben können.
Mac OS X 10.0: Ach Du meine Güte!
Wenn man eine Plattform modernisiert, fallen erst einmal reichlich alte Zöpfe.
GNOME 3.2 wird schon ganz anders aussehen und danach GNOME 3.4 auch.
Die Inkompetenz des Beitrags ist nicht nur durch die Generalisierung von Punkt-Null-Releases für die ganze Generation und von Unmenden Rechtschreibfehlern offensichtlich, sondern auch von vollkommen ausgedachten „Fakten“.
Da wird Popularitätsgrad von Desktop-Umgebungen einfach mal behauptet, ohne auch nur einen Beleg zu liefern. Ubuntu wird als Verbreitungsmotor für GNOME dargestellt, völlig ignorierend, dass Canonical selbst vor einiger Zeit mal angegeben hat, dass Ubuntu lächerliche ca. 8 Mio. Nutzer weltweit hat und damit sind alle „Geschmacksrichtungen“ wie Kubuntu und Xubuntu eingeschlossen, denn halbwegs verlässliche Verbreitungsstatistiken für Linux-Distributionen lassen sich nur über Zugriffe auf Update-Server errechnen und Kubuntu greift auf die selben Updates zu wie Ubuntu. (Fedora hat ca. 24 Mio. Nutzer, um das mal in eine Perspektive zu bringen.)
Wer von diesen Nutzern nun welche Oberfläche nutzt, ist verlässlich schlicht nicht zu ermitteln.
Peinlich ist auch die Behauptung, die Nachteile der GNOME Shell wären der Grund für die Entwicklung von Unity.
Newsflash: Unity ist genau so auf 3D-Beschleunigung angewiesen und läuft ohne nicht.
Wären die Nachteile der Grund, wieso wiederholt Canonical sie dann? (Und komm jetzt nicht mit Unity2D als Gegenargument an. Das ist eine komplett separate Anwendung mit komplett eigenem Source Code. Das Haupt-Unity wird dadurch immer noch nicht ohne 3D-Beschleunigung laufen.)
Unity wird entwickelt, weil Canonical volle Kontrolle darüber haben will: Kein Diskutieren mit irgendeiner Entwickler-Comunity, volles Copyright,…
Zu guter Letzt frage ich mich, ob Du GNOME Shell überhaupt mal ausprobiert hast.
Da sieht man in einem Bildschirmfoto eine GNOME-3.0-Fensterleiste mit allen drei Buttons, nur um dann ein Bildschirmfoto später zu sagen, dass es zwei der drei Buttons gar nicht gibt.
Das sieht mir verdächtig danach aus, als hättest Du Dir von völlig verschiedenen Quellen wahllos Screenshots zusammengesucht, statt Shell selbst zu starten und die Shots selbst zu erstellen.
Hättest Du Shell (aktuell ist Beta2) mal benutzt, wüsstest Du, dass maximieren und minimieren gar nicht in das Bedienungskonzept von Shell passen.
Wer das neue Konzept nicht nutzen mag, soll’s halt sein lassen. Das klassische Panel-Konzept gibt es weiterhin. Es ist bloß eine Auswahl in GDM entfernt. Es ist ja nun wirklich nicht so, als würde das GNOME-Projekt wen zu Shell zwingen.
Und selbstverständlich müssen Titelleisten usw. von der Pixelanzahl her größer werden. Die Auflösungen der Displays werden ja auch dichter.
Das kleine iPad hat eine Auflösung, wie es vor 10 Jahren noch dicke 17-Zoll-Röhrenmonitore hatten. 17-Zoll-TFTs haben eine entsprechend höhere Auflösung mit max. 16×16 Pixeln großen Schaltflächen kommt man einfach nicht mehr hin, zumindest nicht wenn man Lesebrille-Träger als Nutzer nicht verprellen will.
Es ist ja nun wirklich nicht so, als könne man Fenster-Buttons und deren Größe nicht weiterhin konfigurieren…
— Marrrrkus · 15. März 2011, 14:27
Wie alt bist Du, der Blog-Autor? 12?
Ich versuche dennoch mal, sachlich zu antworten, da die Einwände teils hanebüchen, teils aber durchaus stichhaltig sind.
Hast Du Dir mal GNOME 2.0 angesehen? GNOME 1.0? Boah, waren die Releases Schrott! Aber sie mussten raus, so wie KDE 4.0 raus musste
Gnome 2.0 kann man nicht mit KDE 4.0 vergleichen, Gnome war damals tatsächlich bereits für den Endanwender nutzbar; es fehlte zwar noch Vieles, aber das bereits Vorhandene wirkte stabil.
Wenn man eine Plattform modernisiert, fallen erst einmal reichlich alte Zöpfe.
Das ist ein Trugschluss bzw. gilt nur für den technischen Hintergrund. Das Abschneiden alter Zöpfe muss nicht zwangsläufig in einer Aufgabe einer erprobten Bedienphilosophie münden, das hat KDE 4 z.B. sehr schön gezeigt.
Unmenden Rechtschreibfehlern
Der einzige Fehler wurde korrigiert. Rechtschreibfehler sehe ich nun nur noch in diesem Kommentar.
Da wird Popularitätsgrad von Desktop-Umgebungen einfach mal behauptet, ohne auch nur einen Beleg zu liefern.
Bitte die Bedeutung des Wortes “gefühlt” in diesem Kontext beachten.
Ubuntu wird als Verbreitungsmotor für GNOME dargestellt, völlig ignorierend, dass Canonical selbst vor einiger Zeit mal angegeben hat, dass Ubuntu lächerliche ca. 8 Mio. Nutzer weltweit hat und damit sind alle „Geschmacksrichtungen“ wie Kubuntu und Xubuntu eingeschlossen, denn halbwegs verlässliche Verbreitungsstatistiken für Linux-Distributionen lassen sich nur über Zugriffe auf Update-Server errechnen und Kubuntu greift auf die selben Updates zu wie Ubuntu. (Fedora hat ca. 24 Mio. Nutzer, um das mal in eine Perspektive zu bringen.) Wer von diesen Nutzern nun welche Oberfläche nutzt, ist verlässlich schlicht nicht zu ermitteln.
Die Quelle ist mir nicht bekannt, das wäre dann aber in der Tat ein guter Einwand. Aber gerade weil sich Nutzerzahlen einem bestimmten Desktop nicht zuordnen lassen, muss man sekundäre Anzeichen dafür heranziehen.
Peinlich ist auch die Behauptung, die Nachteile der GNOME Shell wären der Grund für die Entwicklung von Unity.
Hat niemand behauptet. Das neuartige Bedienkonzept (bzw. die fehlende Möglichkeit, eigene Vorstellungen mit der Gnome-Shell adäquat umsetzen zu können), könnte jedoch durchaus zu der Entscheidung beigetragen haben, etwas Neues aufzubauen.
Newsflash: Unity ist genau so auf 3D-Beschleunigung angewiesen und läuft ohne nicht.
Nur weil ein anderer es auch falsch macht, heißt das noch nicht, dass es dadurch richtig wird. KDE 4, XFCE oder eben auch Windows beweisen, dass es auch anders ginge. Ich rede hier übrigens nicht bloß von alter Hardware, auch auf aktuellen Rechnern gibt es nicht wenige Probleme bei fehlenden Treibern.
Unity wird entwickelt, weil Canonical volle Kontrolle darüber haben will: Kein Diskutieren mit irgendeiner Entwickler-Comunity, volles Copyright,…
Das ist sicherlich der andere Punkt, welcher den anderen Grund aber nicht ausschließen muss.
Da sieht man in einem Bildschirmfoto eine GNOME-3.0-Fensterleiste mit allen drei Buttons, nur um dann ein Bildschirmfoto später zu sagen, dass es zwei der drei Buttons gar nicht gibt.
Die Erklärung ist simpel: Dieser Screenshot entstand schon, während die Beta 1 noch aktuell war (der zweite stammt aus dem verlinkten satirischen Beitrag und ist natürlich eine Montage). Texte wie diese hier entstehen nicht nur an einem Tag.
Hättest Du Shell (aktuell ist Beta2) mal benutzt, wüsstest Du, dass maximieren und minimieren gar nicht in das Bedienungskonzept von Shell passen.
Hätte man den Text oben mal gelesen, hätte man gemerkt, dass genau das da so steht.
Wer das neue Konzept nicht nutzen mag, soll’s halt sein lassen. Das klassische Panel-Konzept gibt es weiterhin. Es ist bloß eine Auswahl in GDM entfernt.
Darum geht es nicht, es geht darum, was künftig als Standard angeboten wird. Wobei es sich im Übrigen beim Gnome-2-Eintrag in GDM dann wohl um ein Gnome 2 handeln wird, das ähnlich wie die Shell vorkonfiguriert sein wird.
Und selbstverständlich müssen Titelleisten usw. von der Pixelanzahl her größer werden.
Merkwürdig nur, dass Mac seit Jahren konstant bleibt und Windows die Schaltflächengrößen sogar wieder hat schrumpfen lassen.
— Pinguinzubehör · 15. März 2011, 15:29
Hatte mir die Gnome 3.0-Live CD von OpenSuse in der x64-Ausgabe gezogen, um’s mal auf ‘nem halbwegs aktuellen Mittelklasse-PC (ca. 2 Jahre alt) anzutesten (Bisher Dualboot: Win7 & Linux Mint):
Sah auch erstmal schick aus, soweit…
Apps im Dash? What the hell… Egal, klappte ja recht gut. Aha, Tastatur-Befehle spielen hier also eine wichtigere Rolle… Ok, Anwendung in den Vordergrund, per Maus nach oben, Voilà! Neue, ähm, App im, ähm, Dash anlegen… Ok, geht. (Nebengedanke: Haben sie also – genauso wie bei Unity – nach links und nicht nach unten verfrachtet, ein wenig “kastriert” und diesen, ähm, originellen Namen gewählt, damit es nicht zu sehr nach Apfel-Soft ausschaut… Oh, Mann!)
Programm 1 auf Workspace 1 geöffnet, dann Programm 2 auf Workspace 2. Wollte mit der Maus auf der rechten Fensterseite über den Pager(?) von Workspace 2 bzw. Programm 2 zurück zu Workspace 1 bzw. Programm 1, doch: Nada, Pager per Maus nicht erreichbar. Hm, Umweg über Activities klappte dann… War ich schonmal nicht mehr so gut aufgelegt. Na gut, per Tastatur-Befehl klappte es dann. (Nebengedanke: Erinnert mich in seiner Funktionalität irgendwie auch an, ähm, Apfel-Soft…)
Wollte dann ein wenig an den Einstellungen herumspielen und gelangte in ein völlig abgespecktes Menü, wo ich entweder auf den Konfigurationseditor (gconf-edit) oder den Punkt Colours zugreifen konnte. Mehr nicht. Wurde ich schon langsam wütend. (Nebengedanke: Erinnert mich nun wirklich nicht an irgendwen oder irgendwas. Muß man auch erstmal die Traute haben, sowas zu bringen…)
Dann fiel mir auf, daß Zeitgeist ja noch gar nicht zur Verfügung steht, was ich aber hätte wissen können, wie sich herausstellte. Wurde ich böse. Genauso böse wie bei KDE 4.0 mit seinem Social Desktop.
Werde in 5 Jahren wahrscheinlich nicht mehr böse, wütend oder schlecht aufgelegt sein, dann aber auch keinen Grund mehr sehen, von Xfce oder anderen Alternativen zurück zu Gnome zu wechseln, schätze ich. Eventuell bin ich dann aber auch schon freiwillig bei Apfel-Soft oder unfreiwillig in der serverbasierten Software-Cloud ein “Gefangener” von vielen… ;)
Alles in allem: Schade, schade, denn vielleicht hatte Herr Torvalds mit einem gewissen Statement doch nicht so ganz Unrecht… (siehe: http://www.tecchannel.de/news/themen/linux/433585/linus_torvalds_039gnome_offenbar_von_interface_nazis_entwickelt039/) Schon gut, ich kenne auch seine Äußerung, als er sich mit KDE 4.0 konfrontiert sah! :) Gut auch, daß ich mir diverse Tastatur-Befehle (http://live.gnome.org/GnomeShell/CheatSheet#List_of_Keybindings) einprägen konnte, damit das alles “ganz einfach” funzt… ;)
P.S.: Wenn auch nicht 1:1 übertragbar: Ich erinnere mich noch an den Wechsel von Amarok 1.4* zur Version 2.0*. Das war bitter! Doch inzwischen gibt’s ja Clementine… :P
— Dieter · 4. Mai 2011, 20:26
Ich mal wieder.
Habe meiner alten Mutter einen Oma-Computer gebastelt. Single-Core, immerhin 2083 MHz.
Arch-Linux, Openbox, das Menü selbst so angepasst, dass alles da ist, was gebraucht wird.
Es gibt keine Desktop-Icons, das Menü geht auch mit der Windows-Taste an :-)
Sie kommt damit klar und kann (fast) nichts zerlegen, das eMail-Programm Sylpheed hat sie mal verstellt, Taste “V”
Was macht man mit einem Computer außer Internet?
EMail, paar Spiele, Video, Musik, Foto.
Ich war von dieser Oberfläche so begeistert, dass ich mir selbst so eine Minimal-Oberfläche gebaut habe, 15 Programme sind im Menü, für Spezialaufgaben nutze ich das Terminal.
Die beiden mobilen Computer die ich nutze haben die gleiche Oberfläche.
Ich bin mit diesen Maschinen sehr schnell und ich werde meine Oberfläche niemals aufgeben.
Als Metallhandwerker habe ich einen “Zollstock” und eine Zange rechts am Hosenbein in dieser kleinen Tasche. Ich bin hilflos, wenn diese beiden Dinge nicht genau dort sind.
So müssen auch meine Computer sein, alle Werkzeuge immer am gleichen Platz.
Die Werkzeuge dürfen schneller und schärfer werden, ich habe nichts gegen Quad-Cores und 8GB Speicher, leise Netzteile, ja bitte, usw.
Meiner Ansicht nach, hätten sehr viele Programmierer schon vor vielen Jahren ihre Arbeit einstellen können. Irgendwann müsste doch auch “Word” mal fertig sein? …ich nutze kein Word…
Es ist eigentlich unnötig, sich überhaupt Gedanken über Gnome oder KDE zu machen, bei Linux haben wir alle Möglichkeiten, die Modernisierer können sich mit modernen Oberflächen austoben, ich für mein Teil seh mir das nicht mehr an.
Selbst dieser Beitrag ist unnötig…
Aber jetzt habe ich den geschrieben :-)
Einen schönen Tag noch.
— tuboletti · 27. Juni 2012, 21:42