Debian führt den Wechselstandarddesktop ein (Satire)

22. Oktober 2014

Der Streit schwelt schon seit Jahren. Gnome wurde irgendwann zu groß für die traditionelle CD Nr. 1 der Debian-Distribution, die Mehrheit der Community möchte sowieso lieber andere Oberflächen nutzen – nur ein Hauch von Traditionsbewusstsein lässt die Debian-Macher noch am alten Standard Gnome festhalten. Fast wäre daher längst XFCE zu Debians neuem Standarddesktop geworden.

Schon für Debian 7 war der Schwenk zu XFCE angedacht, auch für das kommende Debian 8 war es schon fast beschlossene Sache. Doch jedesmal wurde kurz vor knapp wieder zu Gnome als erste Wahl zurückgerudert. Den Einwand der Größe und Unbeliebtheit wegwischend, und auf die vermeintlich bessere Barrierefreiheit hinweisend (obwohl die tatsächlich Betroffenen dies ganz anders empfinden), wird Gnome nun also wieder als Standard für die kommende Veröffentlichung von Debian 8 gehandelt.

Jetzt aber eskaliert der Richtungsstreit, da nun doch noch jemandem aufgefallen ist, dass Gnome gar nicht mehr auf allen Rechner-Architekturen lauffähig ist, die Debian unterstützt.

Doch Debian wäre nicht Debian, wenn es dafür nicht auch eine Lösung finden würde. Zunächst war geplant, einfach den Linux-Desktop-Chooser fest in die Debian-Installationsroutine zu integrieren, aber das Problem wird nun doch fachmännischer behoben. Statt zur ersten Distribution zu werden, die mehr als einen Standarddesktop hat, oder den Anwendern die Wahl des Desktops zu überlassen, geht Debian nun noch weiter. Um als universelle Linux-Distribution (Eigenbezeichnung) weiterhin einen einzigen, universellen Standarddesktop anbieten zu können, ohne an den technischen Schwierigkeiten zu scheitern, hat das DDDC (Debian Desktop Debate Council) eine revolutionäre Entscheidung getroffen, die das Problem geschickt umgeht:

Wer Debian am Montag, Mittwoch und Freitag installiert, bekommt als Standard KDE auf den Rechner. Dienstags, donnerstags und am Samstag wird Gnome-Shell installiert – außer, man hat eben keinen x86- oder amd64-Prozessor. In diesem Fall blendet der Debian-Installer ein Infofenster ein, das zum Installieren von alternativen Distributionen auffordert und mitteilt, dass andere Architekturen eventuell in Zukunft, bei einem späteren Release, wieder bei der Standarddesktopwahl berücksichtigt werden.

Für Installationen am Sonntag kommt zusätzlich ein Randomisator zum Einsatz, der keine feste Auswahl erlaubt, sondern – quasi als Wundertüte – einen beliebigen Desktop – außer KDE und Gnome – installiert. Das kann LXDE, LXQT, Mate, Windowmaker oder einer der spezielleren Fenstermanager sein. Wer weder mit KDE noch Gnome etwas anfangen kann, sollte daher tunlichst darauf achten, Debian am späten Wochenende zu installieren. An Feiertagen wie Weihnachten und Ostern wird hingegen gar nichts installiert, sondern nur Schneegestöber bzw. bunte Eier im Terminal animiert.

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Satire

Sollte sich das neue Standdarddesktop-Konzept wider Erwarten nicht bewähren, wird Debian einen weiteren Fork der Gnome-Shell etablieren und Gnome in Eigenregie für alle Architekturen anpassen. Unter welchem Namen das gepatchte Gnome, das aus rechtlichen Gründen dann anders heißen muss, firmieren wird, ist noch nicht entschieden. Im Gespräch sind die Bezeichnungen Icezwerg oder Shellweasel.

XFCE wird von Debian künftig übrigens gar nicht mehr angeboten werden und fliegt sicherheitshalber ganz aus den offiziellen Paketquellen. Zu alte, abgehangene Software passe grundsätzlich nicht zur Debian-Philosophie.


aus der Kategorie: / Satire /

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Kommentare

Auch wenn es Satire ist, das Bild wäre eine gute Vorlage für einen Installer seitens der Linux-Foundation, wo man dann aus den Distributionen auswählen kann. :)

— · 23. Oktober 2014, 02:02

Leider wurde mein Vorschlag beim DDDC nicht berücksichtigt.

Ich regte an, statt ständig nur mit einem Desktop zu arbeiten wäre es der Community doch sehr zuträglich auch andere Desktops kennen zu lernen. Hierzu würde ein Zufallsgenerator beim Start des Rechners dem Anwender die Mühen einer eigenen Entscheidng abnehmen.
Gleichzeitig würde dies auch dazu führen, dass die Anwender öfter neue Funktionen kennen lernen, Routine durch abwechslungsreiche Darstellung abgelöst und so ein wesentlich entspannteres Arbeiten möglich wird.
Als Nebeneffekt lernt man so alle Oberflächen mit ihren Stärken kennen und muss nicht weiter überlegen, welches denn nun die beste Lösung wäre.

— Klaus Riesterer · 23. Oktober 2014, 10:11

Leider ist das beschriebene Konzept zwar im Ansatz richtig, aber doch nicht wirklich konsequent:

Z.B. Feiertage: Schon in Deutschland haben die verschiedenen Bundesländer unterschiedliche Feiertage. Was ist mit dem Nationalfeiertag von San Marino? Wird das geografisch abgeglichen?

Dann doch bitte auch die Religion (Stichwort Zuckerfest, wieso nur Weihnachten und Ostern) abfragen. Was passiert im Ramadan, was in der katholischen Fastenzeit. Gilt Rosenmontag im Rheinland als Feiertag? Fragen über Fragen.

Und wenn schon, man sollte das Datum einbeziehen: An geraden Tagen wird sysinit, an ungraden systemd als Init System installiert.

Und am 29 Februar kein Kernel.

Dann wäre es komplett und der Durchbruch von Linux auf dem Desktop nicht mehr auf zu verhindern…

JO

— Joachim · 23. Oktober 2014, 13:08

Wie gut, dass es das Problem bei Windows und MAC nicht gibt ;-). Unter Linux haben wir echte Luxusprobleme.

How to install Xfce

Install a fresh system with Xfce

If you install a new system, the installation guide explains a way to install Xfce directly:

At the Debian Installer boot prompt, press the tab key to edit the command line, then add desktop=xfce Alternatively, go to “Advanced options” then “Alternate desktop environments”, and choose Xfce there. When prompted to select the task to install, make sure you click “Desktop Environment”

— Thomas · 23. Oktober 2014, 16:04

Qiiitsch!
:-)

Aber die Idee einer
“Meta-DVD-Nimm Linux-Debian mit Deiner Lieblings-GUI
find ich gar nicht so doof!
Kein Gefrickel mehr!

— Datendepp · 5. Dezember 2014, 05:21

@Joachim
Willst du wirklich dem Betriebsystem das zumuten was du dem Desktop bei der Uhr zumuten willst viel spaß wenn dein Autostart beim BS hochfahren so vollgestopft ist da brauchste schon ordentlich viel RAM-Speicher ab 16 GB aufwärts gute Hardware mit einem guten CPU mit hoher Taktung um einigermaßen Nennwert an Geschwindigkeit zu haben sonst quält sich dein Rechner ewig um nur hochzufahren ich meine nach dem BIOS-Durchgang und ob man mit ein alten Rechner das machen kann wag ich zu bezweifeln ich habe es mit Knoppix gesehn vollgestopft bis der Software-Doc kommt und das bei einer Live-DVD eh das System im RAM gingen 3 Minuten ins Land deine Idee ist fortschrittlich nur bei schnellen Rechnern die du am besten zusammenschrauben läßt von Pearl usw aber das kostet Kohle naja gut meinen heißt ja nicht immer gut sein seis drumm! Und 2. die Uhr hat nix mit den Desktop zutun sie ist ein Icons dh ne Verknüpfungsdatei due auf der Taskleiste plaziert wird dieses Icons kannste selber erstellen wenn du den Dateinamen für das Paket Uhr weißt bei Gnome gings einfach das mit den Icons sollte dir beim Smartphone bekannt sein das eas du App nennst ist die Startdatei bzw Verknüpfung zum eigentlichen App/Programm mehr nicht das mit den Kacheln bei Win8 ist ein ähnliches Prinzip dort klickste auch nicht die EXE bzw COM-Dateien mehr an, die noch ein Überbleibsel aus DOS-Zeiten sind!

— · 25. Februar 2015, 00:00

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